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Gedichte - Wilhelm Genth

In der Neujahrsnacht

        In der Neujahrsnacht,
        Da man schwärmt und wacht,
        Sei ein dreifach Hoch gebracht:
Erst den ... weiterlesen


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Zum grünen Kranze

(Des Dichters Schwanengesang.)
Soden-Neuenhain, am 9. Juli 1844.

Beim Wirth zum grünen Kranze
Kehrt` ich am Abend ein:
Da klang`s so hell zum Tanze,
... weiterlesen


Märchen

Als Hochzeitgabe für Bertha von Franque.
Den 1. Mai 1844.

Heut` will ich dir ein Märchen sagen,
Nicht, wie`s aus alten Zeiten klingt,
Rein, wie es noch in ... weiterlesen


Traum und Leben

Als Knabe hatt` ich manchen kühnen Traum;
Der Blüthenbaum,
Der über mich die schweren Zweige senkte,
Sah glüh`n des Schläfers Wang`, indeß zumeist
Im Traum sein ... weiterlesen


Hagen und Bolcher

Am Rüdesheimer Berge sitzt,
Wenn an die Felsen wild
Die mitternächtliche Woge spritzt
Ein finst`res Heldenbild.

Er spricht, das breite Schwert zur Hand,
... weiterlesen


Dem Scheidenden

An den Sänger Pischek

Ein Sänger zieht durch deutsche Gauen,
Und wenn nur leis die Zither klingt,
Ein Kreis ihn gleich von holden Frauen,
Von edlen Männern ... weiterlesen


Liebesgruß

An der Niederburg zu Rüdesheim
Da hört` ich ein Lied in der Nacht,
Es war ein fröhlicher, süßer Reim,
Der tief in das Herz mir gelacht:

`Nicht segle ... weiterlesen


Barbarossas Erwachen

An Georg Herwegh. 1841.

Der alte Kaiser saß noch immer
Und schlief im unterird`schen Schloß,
Er träumte von seiner Krone Schimmer,
Seit er die Heldenaugen ... weiterlesen


Präludie im Wisper-Thale

Anmuthig` Thal, wie wunderbar
Besängst du meinen Sinn;
Du zauberst eine bunte Schaar
Gestalten vor mich hin.

Du hüllst in zarten Silberduft
Die ... weiterlesen


Rheininsel

Auch in dieser Insel hat die Nachtigall
Manch Lied im Lenze zugesungen,
Und rings die schatt`gen Buchten überall
Sind Zeugen, daß es angeklungen.

Auch diese ... weiterlesen


Die sterbenden Helden

Auf dunklem Schlachtfeld saßen
Drei Helden todtenbleich,
Ihr Blut floß auf den Rasen,
Sie wollten sterben gleich.

`Ohn` Klaglied muß ich sterben,`
... weiterlesen


Lied des Gefangenen

Auf hohem Thurm wohl alle Nacht
Lausch` ich so weit umher,
Hab` hundert Nächte schon gewacht
Und wache noch viel mehr.

Ich blicke rings auf`s weite Land,
... weiterlesen


Erste Rückkehr

Auf schwankem Kahn kam ich geschwommen,
Mich trug der alte Bater Rhein:
`Nach langer Trennung sei willkommen,
Du darfst, wie sonst, hier heimisch sein.
Noch kenn` ich ... weiterlesen


Lurelay

Aus jenem Felsen klang die süße Stimme,
Die so mir ruft, wer mag die Holde sein?
Roch einmal rufe so mir, und ich schwimme
Zu dir hinüber auf dem alten Rhein.

... weiterlesen


Maskenzug

bei der Heimführung der Herzogin Elisabeth zu Nassau.

Die Stunde schlug, die uns auf Aetherflügeln
Des schönsten Lenzes Blüthenfülle bringt.
Die in den Thälern, ... weiterlesen


Bei Neckarsteinach

Den 2. Juni 1844.
Der Freundin Christine heinzen gewidmet.

Nur hier herauf! — hier liegt das Felsennest!
Haltet euch nur an diesen Ranken fest
Und klimmet ... weiterlesen


Amor am Rhein

Der Gott der Liebe am Rheine sitzt
Ein Römerglas an den Lippen,
Seht, wie er den Mund so artig spitzt,
Von rheinischer Rebe zu nippen.
Der Wein ist stark, mein kleiner ... weiterlesen


An Herzogin Elisabeth zu Nassan

Der Herold rief! — Des Rheines Gestade hallt
Vom Ruf der Freude; wehenden Fahnen gleich
    Entfalt` auch du, mein Lied, die Schwingen,
    Freudigen ... weiterlesen


Der Hirte

Der Hirte in der Frühe saß
Dort auf dem Berge hoch,
Aus jeder Blüthe, jedem Gras
Er neue Sehnsucht fog.
Die Pflanzen blüh`n und rings so traut
Die Heerden ihn ... weiterlesen


Erster Gesang

Der letzte Ruf der lauten Jagd verklang,
Aus weiter Ferne ruft das Thal entlang
Ein Waldhorn mit sehnsüchtigen Weisen nur
Zurück die Jäger von des Wildes Spur,
Das ... weiterlesen


Niederwald

Die Menschen sucht` ich oft zu schildern,
Ihr wechselnd Streben und Geschick,
Nun fesselt ganz mit ihren Bildern
Allwaltende Natur den Blick.

Doch hier, wo du ... weiterlesen


Rheinfahrt

Drei junge Reiter zogen
Wohl über`n tiefen Rhein,
Und warfen in die Wogen
Jeder ein Glas mit Wein.

Der erste sprach:
`Der Becher Sei meiner holden Maid ... weiterlesen


Morgenopfer

Ein Heide und ein Christ zumal,
Zu beten bei`m ersten Morgenstrahl,
Enteilten früh dem Haus.
Noch stand auf dem Berge der Heidenstein,
Ein Kirchlein auch hell im ... weiterlesen


An Ludwig Uhland

Einst in des Minnesanges goldnen Tagen
Gefiel den Dichtern frisches Wanderleben;
Die Bilder, die die Sängerbrust umschweben,
Mochten sie gern in ferne Lande tragen.
... weiterlesen


Schloß Adolphseck

Einst schmückte, so lautet die Sage,
Ein Kaiser dies Schlößchen mit Pracht,
In Schlachten durchstürmt er die Tage,
Hier rief ihn zur Liebsten die Nacht.
Nun, da es ... weiterlesen


Die Leidgenossen

Einst, als ich vor meiner Holden
Fensternn noch vorüberging,
Liebte ich den Tag, wie golden,
Wie er rosig mich umfing.

Aber jetzt, da weite Ferne
Mich ... weiterlesen


Gastrecht

Glosse.

„Mondbeglänzte Zaubernacht,
Die den Sinn gefangen hält,
Wundervolle Märchenwelt,
Steig` auf in der alten Pracht.`
S. Tieck

... weiterlesen


An Alwine

I.

Noch unbewußt, wo sich die Wallfahrt schließe,
Kränzt` ich am Weg als Pilger die Madonnen,
Bei jeder wähnt` ich schon das Ziel gewonnen,
Das höchste ... weiterlesen


Fragmente

I.
An diesen Waldesquellen,
In dieser Einsamkeit
Fühlst du das Herz nicht schwellen,
Wird dir die Brust nicht weit?

Doch kennst du langer Tage
Und ... weiterlesen


Der getäuschte Hirte

Ich kam vom Berg herunter,
Ließ meine Heerde zieh`n,
Mir rief ein lieblich Wunder
An das Gestade hin.

Mit Muscheln und Korallen
Spielte ein Mägdlein ... weiterlesen


Scheidegruß

Ich kenn` ein Thal, wo wundermild
Die Zauberin Natur Enthüllt ihr heilig
Götterbild Auf reizgeschmückter Flur.

Da strömet sie aus heißem Born
Ihr reichstes ... weiterlesen


Im Walde

Ich seh` dich wieder neu erwacht,
Natur, in diesen stillsten Gründen
Des Waldes selbst bist du bedacht,
Mir frisches Leben zu verkünden.

Ein flatternd ... weiterlesen


Hafenruhe

Ich stand auf hohem Schiffe; —
An lachenden Ufern frei,
An schroffem Felsenriffe
Flog es, wie Sturm vorbei.

An grünenden Inselauen
Selbst hatt` es ... weiterlesen


Der deutsche Dom

Im Abendsonnenbrande
Sieh deinen heil`gen Strom,
Mein Volk, und an dem Strande
Den hohen Gottesdom.
Er ruht auf festem Grunde
Und strebet kühn hinauf,
... weiterlesen


Dem Grafen Gustav August von Leiningen-Westerburg

k. k. Oesterr. General-Feld-Marschall-Lieutenant.

Aus meiner Heimath Gauen
Zog mancher kühne Held
Und schmückte sich die Brauen
Mit grünem Ruhmeskranze
... weiterlesen


Feierstunde

Knabe, zünde rasch die Kerzen,
Sternen gleich im Saal;
Weißt es ja, in meinem Herzen
Brennen, wie die Sterne reine,
Tausend goldne Liebesscheine
All in einem ... weiterlesen


Der Schmetterling

Lang flattertest du frei und lose
Auf meinem Pfade mir voraus,
Dann senttest du dich in die Rose
Und bargst Dich in dem Blumenhaus.

Dort findest du der Wunder ... weiterlesen


Am Vierwaldstädtersee

Mein trauter See, von Felsen rings umschlungen,
Vom Dampfe noch des Morgennebels rauchend,
Dich grüß` ich, deiner Lüfte Balsam saugend,
Und fühle wunderbar mein Herz ... weiterlesen


Harfe und Dichter

Nach dem Englischen des Thomas Powell

Eh um die Harfe buhlt der Wind
Ist wild und rauh sein Ton,
Doch küßt er kaum die Saiten lind,
Wird zu Musik er schon.
... weiterlesen


Epilog

Niemand bringt das Lied in Lettern,
Das am stillen Blüthenhang
Frühe Nachtigallen schmettern;
So wie aus der Brust er drang,
Nimm auf diesen leichten Blättern
... weiterlesen


Der Wandnachbarin

Noch sah ich deines Auges Stern nicht funkeln,
Nur hört` ich lauschend deiner Stimme Laut:
Doch ist`s mir schon, als hätt` ich aus der dunkeln
Nacht in ein weites Paradies ... weiterlesen


Schwanenlied

Ruhig auf den Meeren kommt der Schwan gezogen,
Des Kalmus Düfte wehen ihm entgegen,
Ihn grüßt die Fluth mit buhlerischen Schlägen,
Der Abendhimmel mit dem Strahlenbogen.
... weiterlesen


Schluß-Akkord

Schattiger Wald und heitre Luft,
Eu`r erfrischend Säuseln ruft
Mich aus engem Winterhaus
In den blühenden Lenz hinaus.

Was  von euch geträumt ich dort, ... weiterlesen


Auf dem Rochusberge

Ueber Berg und Thal zu schweifen
Diese ganze heil`ge Nacht,
Bis mit ihren Purpurstreifen
Mir ins Aug` die Sonne lacht,
Bin ich früh dem Haus entflohen,
Alles ... weiterlesen


Der Landschadt

Vier Burgen hat sich der Landschadt erbaut;
Der Teufel, der half sie ihm mauern,
Dem hat er sein Leben, sein Lieben vertraut;
Versprach ihm die Hälfte der Bauern.

... weiterlesen


Beschwichtigung

Vor deines Hauses Pforte
Saß ich zu kurzer Rast,
Als du die süßen Worte
Sprachst: `Sei willkommen, o Gast!`

Roch hör` ich fort sie klingen.
Wie wenn im ... weiterlesen


Herrscher und Dichter

Was habt ihr schon gewonnen,
Die ihr die Welt regiert?
Eu`r Werk ist meist zerronnen,
Eh` es der Tag gebiert.

Ihr tragt im Leben Kronen,
Die mit euch ... weiterlesen


Die Lieder

Was wollt ihr Worte, zartgereiht, verkünden?
Was wollt ihr Reime mit dem Spielen sagen?
Was wollt ihr Liebespfeile wohl erjagen?
Was wollt ihr Liebesflammen wohl entzünden?
... weiterlesen


Der Verbannte

Wer bringt mir Kunde vom Vaterland?
Atlantis, heiliges Meer!
Zu deinem blühendsten Palmenstrand
Trägst keine Wimpel du her?
Das letzte, was auf dieser Welt
Das ... weiterlesen


Zweiter Gesang

Wer Kaiser Karl auf hohem Throne sitzt;
Im Waffenschmuck im weiten Saale blitzt
Des heiligen Reiches edle Ritterschaft,
Des Volkes beste, nie besiegte Kraft.
Ernst ... weiterlesen


Kontrast

Wer Wand`rer zieht aus weiter Ferne
Zur heimatlichen Flur zurück,
Bei jedem Baume weilt` er gerne.
Denn jeder mahnt an frühes Glück.

Doch ob er auch nach ... weiterlesen


Sommernacht

Wie ist die Nacht so warm und schön l
O blüh`ndes Land am Rhein!
So kann sie nur auf deinen Höh`n,
In deinen Thälern sein.
Dem Himmel ruhst, zur Braut bestimmt,
... weiterlesen


Ahnengruß

Wie Jungfrau trat in der Väter Hall`,
Rings hingen die Bilder der Ahnen all`.

`Ihr Ahnen, reicht mir zum Gruß die Hand,
Seht her, schon trag` ich mein Grabgewand:
... weiterlesen


Schloß Hohenfels

Wie kehren meine Jugendträume
Hier, wo der erste Frühlingstag
Durch meiner Kindheit Morgensäume
In mein erwachtes Leben brach.

Von diesem Söller warf ich ... weiterlesen


Dritter Gesang

Wie Ritter Karls gelangten nicht zum Schloß,
Der Dichter leicht, ihn trägt sein Flügelroß
Trotz Geisterbann und dichtem Zauberwald
Selbst ins Gemach des holden Paares ... weiterlesen


An Ferdinand Freiligrath

Willkomm! in rheinischer Laube,
Beim rüdesheimer Wein!
So! — von dem Wüstenstaube
Schüttle den Mantel rein!
Dann hoch! beim vollen Glase —
Nicht der im ... weiterlesen


Dichterleben

Wohl mag es schön sein aus dem Meer zu wallen,
Wo über dir und unter dir die Sterne,
Der Himmel dich umfluthet, nah und ferne,
Uralte Wunder aus der Tiefe schallen.
... weiterlesen


Prolog

zu den Festgesängen aus Nassau,
bei der Vermählung des Herzoglichen Paares.

Des goldnen Rheinlands Muse naht euch heut`,
Nehmt huldreich auf, Erlauchte, was sie ... weiterlesen


Des Rheines Gruß

zur Vermählung der Prinzessin Marie zu Nassau,
Fürstin zu Wied, den 20. Juni 1842.

Ihr Nymphen auf! es klingt ein heller Klang,
Ein Hochzeitlied, ein süßer ... weiterlesen


Die Mutter

Zwei Burgen auf Einem Berge siehst du im Thal der Lahn,
Die eine hoch in Wolken, die andre ihr unterthan.
Die eine Fürstenwiege im stolzen Königshain,
Die andre der ... weiterlesen


König und Barde

`Was ist des deutschen Vaterland?`
So sang in ernster Zeit
Ein Barde von der Ostsee Strand
Mitkämpfend in dem Streit.
Und an dem Rheine, wie am Bett
Das Volk sich ... weiterlesen



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