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Das Glück und Melinde

Aus einem Sonett des Girolamo Gigli.

Ich sahe jüngst das Glück, und durft` ihm kühnlich sagen:
Bereue deinen falschen Tand;
Dein flatterhafter Unbestand
Berechtigt alle Welt zu klagen.
Was du am Morgen kaum verliehn,
Darfst du am Abend schon entziehn.

Das Glück versetzte mir: Wie kurz ist aller Leben!
Unendlich ist der Güter Wahl,
Unendlich meiner Sklaven Zahl:
Sollt` ich nicht jedem etwas geben?
Dient, was ich einem nehmen muß,
Nicht gleich dem andern zum Genuß?

Ich wandte mich darauf zur scherzenden Melinde,
Und sprach: Dem Glück steh` alles frei!
Wenn ich nur dich, mein Kind, getreu
Und mir so hold als schön befinde,
Und wenn dein Mund, der mich ergötzt,
Nur mich der Küsse würdig schätzt.

So wohl belehrt ich sie; doch gab sie ihrem Lehrer
Mit Lächeln den Bescheid zurück:
Ich bin ja reizend, wie das Glück,
Ich habe, wie das Glück, Verehrer;
Und warum sollt` ich denn allein
Dem Glück im Wechsel ungleich sein?


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Das Glück und Melinde

Aus einem Sonett des Girolamo Gigli.


Ich sahe jüngst das Glück, und durft` ihm kühnlich sagen:
Bereue deinen falschen Tand;
Dein flatterhafter Unbestand
Berechtigt alle Welt zu klagen.
Was du am Morgen kaum verliehn,
Darfst du am Abend schon entziehn.

Das Glück versetzte mir: Wie kurz ist aller Leben!
Unendlich ist der Güter Wahl,
Unendlich meiner Sklaven Zahl:
Sollt` ich nicht jedem etwas geben?
Dient, was ich einem nehmen muß,
Nicht gleich dem andern zum Genuß?

Ich wandte mich darauf zur scherzenden Melinde,
Und sprach: Dem Glück steh` alles frei!
Wenn ich nur dich, mein Kind, getreu
Und mir so hold als schön befinde,
Und wenn dein Mund, der mich ergötzt,
Nur mich der Küsse würdig schätzt.

So wohl belehrt ich sie; doch gab sie ihrem Lehrer
Mit Lächeln den Bescheid zurück:
Ich bin ja reizend, wie das Glück,
Ich habe, wie das Glück, Verehrer;
Und warum sollt` ich denn allein
Dem Glück im Wechsel ungleich sein?


Das Glück der Unbemerktheit

Beglückt die Menschen, welche unbemerkt
Und friedlich durch das Leben gehen,
Sie werden von des Kummers Aug`,
Von der Verzweiflung übersehen.
Gemüthlich wandeln sie auf ihrem Weg,
Vergnügt mit dem, was sie erwerben,
Sind gleichmüthig in gut und böser Zeit
Und pflegen friedlich hinzusterben.

Doch jene, welchen das Genie
Den Stempel auf die Stirne drücket,
Sind es, auf die die düstre Schwermuth früh
Das scharfgeschliffene Messer zücket.
Ihr Geist, der auf Gedanken thronet, weiß
In`s Reich der Phantasie zu dringen -
Ach, aber die erboste Wirklichkeit
Lähmt ihnen allzuoft die Schwingen.

Sie kränkeln an dem Spott der kalten Welt,
Sie wissen von gebrochnen Eiden,
Und, o wie oft muß nicht ihr stolzes Herz
Schwer durch Zurücksetzungen leiden.
Wie manche Nächte haben sie durchwacht,
Und an wie vielen kummervollen Tagen,
Erlahmten sie im Haschen nach dem Ruhm,
An einem räthselhaften Zagen.

Der du demüthig auf dem Wege gehst,
Der dich zu Ruh und Frieden führte,
O murre nicht, weil dir der Genius
Die Stirne küssend nicht berührte.
Wenn dir die goldnen Flügelkinder nicht
Holdlächelnd in dem Traum erscheinen,
So flieht doch auch der Schlaf dein Lager nicht.
So brauchst du einsam nicht zu weinen.

Und weßhalb läßt das flücht`ge Lebensöl -
Der arme Dichter sich so rasch verzehren?
Warum weiß er oft mit Heroenmuth,
Des Lebens Nothdurft zu entbehren?
Warum geht er so bleich und matt dahin
Und muß vielleicht schon vor den Jahren sterben?
Ach! alles nur um sich ein wenig Ruhm -
Noch nach dem Tode zu erwerben.


Amor, der du im Glück mit mir gezogen

CCCIII.

Amor, der du im Glück mit mir gezogen
Längs dieser Ufer, freundlich unserm Dichten,
Und, unsre alten Händel hier zu schlichten,
Mit mir und mit dem Fuß Gespräch gepflogen!

Laub, Blumen, schatten, Höhlen, Luft und Wogen,
Talklausen, Hügel, Fluren all, ihr lichten!
Port, meiner liebe Mühen zu beschwichten
Und was das Glück von Schmerz mir zugewogen!

O munt`re Scharen ihr im grünen Hage!
O Nymphen! und, die flüssige Kristallen
In moosgem Grund zum Haus ihr euch erkoren!

Hell einst, sind nun so düster meine Tage,
Wie, der es schafft, der Tod. So ist gefallen
Jedem sein Los am Tag, da er geboren.


Mein Glück und Amor hatten mir bescheret

CCI.

Mein Glück und Amor hatten mir bescheret
So schöne Bordenzier von Gold und Seiden,
daß auf der Zinn ich stand von meinen Freuden,
Dacht ich bei mir, wem solches angehöret.

So oft der Tag mir ins Gedächtnis kehret,
Der Reichtum sollt und Armut gleich bescheiden,
Muß ich erzürnen drob und Schmerz erleiden,
Von Reu und Scham und Liebesschmach verzehret,

Weil meinen edlen Raub ich ließ entfliegen,
Zur Zeit, wo’s galt, mich’s zaghaft ließ verdrießen,
Die Kraft nur eines Engleins zu bekriegen,

Weil ich zur Flucht nicht Flügel gab den Füßen,
Mindest der Hand Vergeltung zuzufügen,
Die mich so viel der Tränen heißt vergießen.


Vom Glück und Tod

Das aber ist mein Traum von Glück und Tod:
Vom reichen Mahl des Lebens aufzustehn,
Eh noch der rote Kerzenschein verloht
Und abschiednehmend die Genossen gehn.

Siegjauchzend noch am vollen Becher nippen
Und dann – zwei Augenblicke hellen Lichts
Und ein verklärtes Lächeln um die Lippen
Hinübernehmen in das große Nichts.


Die Stätte, wo ein Glück zerfiel

Die Stätte, wo ein Glück zerfiel,
bleibt ohne Frucht für alle Zeiten.
Stumm, ohne Hoffnung, ohne Ziel
sollst du die Bahn hinuntergleiten

und fluchen jenem Flammenmorgen
auch fluchen ihr, die dich geliebt,
denn ohne sie blieb dir verborgen
dies Wissen, dass es Selge giebt.

Dich quälte diese kalte Öde,
des Herzens jähe Leere nicht.
Ja! Nur wer ewig blind und blöde,
wer nie geschaut das heilge Licht,

wem nie ein unbarmherzger Thor
erzählt vom Blüthenglanz hinieden,
nur er, der nie ein Glück verlor,
ist glücklich – eins mit sich – zufrieden.


Das Glück der Liebe

Du kleine Heerde! welche Freude
Bringt dir des Frühlings junge Zier!
Auf einer blumenvollen Weide
Scherzt Lieb und Unschuld frey in dir.

Du buhlest nicht um Geld und Ehren,
Und blos die Liebe liebt in dir:
Wir lassen uns die Klugheit lehren,
Und die Natur vergessen wir!


Das Glück und die Weisheit

Entzweit mit einem Favoriten
Flog einst Fortun` der Weisheit zu:
`Ich will dir meine Schätze bieten,
Sei meine Freundin du!

Mit meinen reichsten schönsten Gaben
Beschenkt` ich ihn so mütterlich,
Und sieh, er will noch immer haben,
Und nennt noch geizig mich.

Komm Schwester, laß uns Freundschaft schließen,
Du marterst dich an deinem Pflug,
In deinen Schoß will ich sie gießen,
Hier ist für dich und mich genug.`

Sophia lächelt diesen Worten,
Und wischt den Schweiß vom Angesicht;
`Dort eilt dein Freund, sich zu ermorden,
Versöhnet euch, ich brauch` dich nicht.`


Es ist das Glück ein flüchtig Ding...

Es ist das Glück ein flüchtig Ding,
Und war`s zu allen Tagen;
Und jagtest du um der Erde Ring,
Du möchtest es nicht erjagen.

Leg dich lieber ins Gras voll Duft
Und singe deine Lieder;
Plötzlich vielleicht aus blauer Luft
Fällt es auf dich hernieder.

Aber dann pack` es und halt` es fest
Und plaudre nicht viel dazwischen;
Wenn du zu lang es warten läßt,
Möcht` es dir wieder entwischen.


Frühling mit Moos und jedem grünen Glück bekränzt

Frühling mit Moos und jedem grünen Glück bekränzt,
Bäumend und wildernd im Wald -
Wenn, kleines Zimmer, du in blühenden Tapeten brennst,
Und Kinderwagenschrei wie Weidenflöte schallt.

Frau, ich bin gut aus dir und honighold.
Ein erster Strohhut fliegt betäubt ums Eck.
Wir treiben auf dem Meer, und weißes Wasser rollt
In uns, die wir wie angeschossne Schiffe schwach vor Leck.


Langsam und zögernd kommt mein Glück zur Stelle

Langsam und zögernd kommt mein Glück zur Stelle –
Die Hoffnung schwankt, es wächset das Verlangen,
Und Meiden weckt, wie Harren, Weh und Bangen –
Erst zögert’s, und dann flieht’s mit Tigerschnelle.

Ach, schwarz wird eh der Schnee, die letzte Welle
des Meers versiegen, Fisch’ auf Alpen hangen,
Die Sonne sinken, wo hervorgegangen
Tigris und Phrat aus ein und selber Quelle,

Bevor ich Fried und Waffenruh gefunden,
Und sie und Amor andre Sitt’ erwerben,
Die mir zum Unheil sich verschworen haben.

Und kost ich Süßes, ist so viel des Herben,
Daß gleich vor Ekel der Geschmack verschwunden.
Sonst widerfährt mir nichts von ihren Gaben.


Satiren. Erstes Buch. Glück der Resignation.

Nicht weil, was auch, Mäcenas, von lydischem Volke Tyrrhener-
Fluren gebaut, niemand dir vorragt, edleren Blutes;
Noch weil dir, von Mutter sowohl wie von Vater, der Ahnherr
Vormals Oberbefehl großmächtiger Heere verwaltet: 

5  Pflegst du wie mehrere thun, mit hohem Gerümpf zu erniedern
Namenlose, wie mich, den Sohn des gefreieten Vaters.
Da dir`s wenig verschlägt, von wem jedweder gezeugt ward,
Wenn nur freier Geburt; du hegst die richtige Meinung,
Daß vor Tulius Macht und unerbadlicher Herrschaft 

10  Oft viel wackere Männer aus nicht uralten Geschlechtern
Biederherzig gelebt und mit glänzenden Ehren geschmücket,
Doch daß Lävinus, ein Sproß vom Valerius, der des gewaltsam
Stolzen Tarquinius Thron umstürzete, nicht auch um eines
Pfenniges Wert, je höher geschätzt sei worden im Urteil 

15  Selber des Volks, das du kennest, wie thöricht solches die Ehren
Oft Unwürdigen giebt, wie es lächerlich fröhnt der Berühmtheit,
Wie Amtstitel und Ahnen es anstaunt: was denn gebühret
Uns zu thun, die vom Pöbel in weitester Weite getrennt sind!
Sei`s doch, es möchte das Volk dem Lävinus vielmehr, wie dem neuen

20  Decius, Amt und Ehre vertraun, ja es striche der Censor
Appius, wär` ich nicht vom freigeborenen Vater:
Billig sogar, weil nicht in eigener Haut ich geruhet;
Aber die Ruhmsucht zieht, am glänzenden Wagen gefesselt,
So Namlose wie Edle dahin. Was, Tillius, half dir`s, 

25  Wiederzunehmen als Volkstribun den gelegeten Purpur?
Neid nur wuchs, der außer dem Amt dich weniger drückte.
Denn so wie jeglicher Thor sein Bein schwarzsämischem Leder
Einschloß und an dem Busen herab breit Purpurgesäum trug;
Hören muß er sogleich: Wer der Mann da? welcherlei Vaters? 

30  Wie wenn einer, der krankt an des Barrus Schwäche, daß bildschön
Er zu erscheinen begehrt, wohin er auch gehet, den Mägdlein
Arbeit macht zu erforschen im einzelnen, welcher Gestalt sein
Antlitz sei, auch die Wade, der Fuß, sein Zahn und das Haupthaar;
So auch, wer sich erbeut, daß Bürger und Stadt er in Obhut 

35  Nehm`, Italien auch und das Reich und die Tempel der Götter:
Welch ein Vater ihm sei, ob dunkelen Stammes die Mutter?
Zwingt er die Sterblichen alle zu spähn und zu forschen mit Neugier.
»Du, des Syrus, des Dama, ja du, Dionysius Sohn, wagst
Bürger herabzustürzen vom Fels und zu liefern dem Kadmus?« – 

40  »Novius doch, der Genoß, sitzt hinter mir eine der Stufen:
Er ist, was mein Vater nur war.« – »Des dünkst du dich Paulus
Und Messala zu sein? Doch er, ob bei Hunderten Kärrner
Und drei Leichengefolg` auf dem Markt sich begegneten, er tönt
Lauter, denn Heerhorn tönt und Posaun`! Einnehmend ist das doch! 

45  Jetzo wieder auf mich, den Sohn des gefreieten Vaters,
Mich, den jeglicher zwackt, als Sohn des gefreieten Vaters;
Jetzt, weil dir, o Mäcenas, gesellt ich lebe; doch vormals,
Weil mir Tribun zu Gebote des römischen Volks Legion stand.
Ungleich dieses und das: denn nicht, wer etwa die Würde

50  Mir mißgönnte mit Recht, mißgönnt dich also den Freund auch;
Da ja so vorsichtsvoll du Würdige wählst, die der Ehrfurcht
Schleichende Ränke verschmähn. Kein Glückskind darum genannt sein
Darf ich, als hätte dich Freund zufälliges Los mir erteilet.
Denn kein blind Ungefähr gab dich mir. Irgend einmal hat 

55  Mein Vergil dir gesagt, dann Varius auch, was ich wäre.
Als mir Zutritt ward, nur wenig einzelnes red` ich;
Denn unmündige Scham verbot mir mehrere Worte:
Nicht, wie vom glänzenden Vater ich aufwuchs, nicht, wie ich ringsum
Eigenes Feld durchtrab` auf saturejanischem Rosse; 

60  Nein, was ich war, erzähl` ich; du sagst drauf, deinem Gebrauch nach,
Wenig; ich geh`; und du rufst neun Monde nachher und gebietest,
Daß in der deinigen Zahl ich sei. Groß acht` ich ein solches,
Weil mich empfahl dir, welcher vom nichtigen scheidet den biedern,
Nicht glanzvolle Geburt, nein lauteres Leben und Unschuld. 

65  Wenn durch mäßige Fehler jedoch, und wenige, mir ist
Tadelhaft die Natur, im übrigen gut, (so wie etwa
Auch an herrlicher Bildung erscheint manch fleckendes Sprößlein;)
Wenn nicht gierigen Geiz, nicht Schmutz, noch verrufene Winkel,
Je mir einer mit Fug vorwirft; wenn rein und unsträflich 

70  (Um mich selber zu loben), wenn wert ich lebe den Freunden:
Sei es dem Vater gedankt, der, arm bei ärmlichem Gütlein,
Nicht in die Schule mich sandte zu Flavius, unserem Meister,
Wohin stattliche Söhn` hochstattlicher Centurionen,
Links am Arme die Beutel gehängt und das ziffernde Täflein, 

75  Handelten, fällige Zinsen dem Monatsmittel berechnend.
Herzhaft führt` er den Knaben nach Rom hin, dort zu erlernen,
Künste, wie jeder sie lehrt, wer Ritter ist oder Senator,
Sprößlingen seines Geschlechts. Anzug und folgende Diener,
Wer in dem mächtigen Volk dies schauete, hegte den Wahn wohl, 

80  Daß großväterlich Gut mir spendete solcherlei Aufwand,
Selbst auch war er ein wacher und unbestechlicher Hüter
Mir bei den Lehrern allen umher. Was plauder` ich? Schamhaft
(Das ist Krone der Tugend!) erhielt mich der Vater von allem
Schnöden Thun nicht allein, auch selbst vor schnödem Verdacht schon. 

85  Nicht war ihm bang`, einst würde zum Fehl ihm einer es deuten,
Wenn ich als Ausrufer, vielleicht, was er selbst war, Kassierer,
Kleinlichem Lohn nachginge; noch hätt` ich geklaget. Doch desto
Mehr des Lobes anjetzt und der Dankbarkeit bin ich ihm schuldig.
Nie, solange ich leb`, nie reue mich solches Erzeugers! 

90  Nicht auch, was mehrere sagen, es sei ohn` ihre Verschuldung,
Daß nicht freie Geburt und Glanz sie geerbt von den Vätern,
Sei Rechtfertigung mir! Gar sehr mißhellig von jenen
Ist mein Wort und Gedanke. Denn ordnete selbst die Natur uns,
Daß von beschiedenen Jahren der Lauf umkehrte des Lebens, 

95  Und daß neu man wählte zu Prunk, was immer für Eltern;
Jeglichem ließ ich die Wahl: und vergnügt mit den Meinigen, möcht` ich
Nicht mit Stuhl und Gebund Hochprangende nehmen, verstandlos
Nach dem Bedünken des Volks, sinnvoll nach dem deinigen etwa,
Weil ich der Last Mühsal, ungewohnt, ablehnte zu tragen. 

100  Denn da müßt` ich sogleich nach größerem Gute mich umsehn,
Müßte zum Gruß mehr Volkes empfahn, müßt` diesen und jenen
Mit im Geleit ziehn, um nicht allein in die Fremd` und zum Landhof
Auszugehn, müßt` halten so viel Troßknechte und Diener,
Rosse dazu und Kutschen aus Gallien. Jetzt auf bescheidnem 

105  Maultier trab` ich nach Lust, auch, wenn`s mir beliebt, bis Tarentum,
Dem die Lenden zerreibt das Gepäck, und der Reiter die Schultern.
Klagt doch keiner des Schmutzes mich an, wie Tullius, dich dort,
Wann auf Tiburs Wege dir Prätor fünf der Bedienten
Nur nachgehn und tragen den Kochtopf neben dem Weinkorb. 

110  O wie gemächlicher doch, als du, glanzvoller Senator,
Leb` ich, und als noch tausende andere! Wo mir gelüstet,
Wandr` ich allein und erkunde, wie teuer der Kohl und der Dinkel;
Durch des beschnellenden Cirkus Gewühl und des dämmernden Marktes,
Irr` ich und steh` an den Buden der Glückweissager; zurück dann 

115  Kehr` ich zur häuslichen Schüssel mit Lauch und Erbsen und Plinsen:
Drei Hausburschen besorgen den Nachtschmaus; schimmernder Marmor
Trägt der Becher ein Paar mit dem Guß; auch stehet am Spülkump
Ärmliche Kann` und Opfergeschirr, Campanergeräte.
Hierauf geh` ich zur Ruh, unbeängstiget, daß ich am Morgen 

120  Früh aufstehn und besuchen den Marsyas müsse, der grinsend
Für unleidlich erklärt des jüngeren Novius Antlitz.
Sorglos lieg` ich bis vier; dann schlender` ich; oder, nachdem ich
Las und schrieb, was im Stillen mich heiterte, brauch` ich des Salböls,
Nicht um welches die Lampen betrügt der schweinische Natta. 

125  Aber sobald mich Müden die schärfere Sonne gemahnet,
Baden zu gehn, dann flieh ich den Kamp und das nackende Ballspiel.
Dann, nach mäßiger Kost, was nur auffrischet den leeren
Magen, zu dauern den Tag, faulenz` ich ein Häuslicher. Also
Lebet, wer los sich gebunden vom Elendsjoche der Ehrsucht. 

130  Hierbei hoff` ich getrost ein vergnügteres Leben hinfort, als
Wäre mir Quästor gewesen der Ahn, samt Vater und Oheim.


O, habt ihr über Glück und Unglück

O, habt ihr über Glück und Unglück noch Gewalt
Ihr Götter! - Gebt dem Glück auf heute viel’ Befehle.
Denn Vater und Mutter, die schöne Seele
Feiern heute, ihren schönsten Tag.

Düsseldorf den 6 ten Januar 1813


Viel Glück zur Reise, Schwalben!

Viel Glück zur Reise, Schwalben!
Ihr eilt, ein langer Zug,
Zum schönen warmen Süden
In frohem, kühnen Flug.

Gern möchte wohl die Reise
Ich einmal thun mit euch,
Zu sehn die tausend Wunder,
Die darbeut jedes Reich.

Doch immer käm` ich wieder,
Wie schön auch jedes Land,
Und reich an Wundern wäre,
Zurück in`s Vaterland!


Will das Glück nach seinem Sinn

Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
Sage Dank und nimm es hin
Ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
Doch vor allen Dingen:
Das worum du dich bemühst,
Möge dir gelingen.



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