WISSENSWERTES
+ Renaissance
+ Barock
+ Aufklärung
+ Sturm und Drang
+ Klassik
+ Romantik
+ Biedermeier
+ Realismus
+ Moderne
+ Naturalismus
+ Expressionismus
+ Postmoderne

Gedicht Gruppen
Karl Christoph Nadler
Friedrich Freiherr von Logau
Leo Sachse
Augustinus Aurelius
Gottfried von Neiffen
Karl Follen
Leopold von Goeckingk
Karl Gerok
Georg Heym
Matsuo Bashõ
Giuseppe Giusti
Stefan George
Adalbert Stifter
Sophie Mereau Brentano
Hoffmann von Fallersleben
Heinrich Leuthold
Paul Gerhardt
Friedrich Haug
Friedrich Wilhelm Kaulisch
Max Kalbeck

Intern

Anzeigen

Aktuelles

Gedichte


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


zurück zu Emanuel Geibel

An Georg Herwegh. - Gedicht von Emanuel Geibel


An Georg Herwegh.

Februar 1842.

Es scholl dein Lied mir in das Ohr
So schwertesscharf, so glockentönig,
Als wär` aus seiner Gruft empor
Gewallt ein alter Dichterkönig.
Und doch! Ich weis` es nicht von mir,
Ich muß dich in die Schranken laden;
Komm an in voller Harnischzier,
Auf Tod und Leben Kampf mit dir,
Kampf, du Poet von Gottes Gnaden!

Bist du dir selber klar bewußt
Daß deine Lieder Aufruhr läuten;
Daß jeglicher nach seiner Brust
Das Ärgste mag von ihnen deuten?
Der Zwerg, der matte Pfeile schnitzt,
Wohl, – schieß` er, ohne fest zu zielen;
Doch wer vom Wetterlicht umblitzt
Im Donnerwagen grollend sitzt,
Der soll nicht mit den Zügeln spielen.

Fürwahr, ein Sämann schreitest du,
Der Samen streut, doch der Zerstörung;
Ein Glöckner, der aus ihrer Ruh`
Die Völker stürmt, doch zur Empörung.
Du willst die Flamme, die so rein
Und heilig strahlt durch alle Lande,
Du willst den warmen Gottesschein
Zur Fackel Herostrats entweihn,
Und schwingst sie wild zum Tempelbrande.

Wozu sonst dieses Schwerterklirrn,
Die Kriege, die dein Lied gefodert,
Die hast`ge Glut, die durch dein Hirn
In tausend Funken prächtig lodert?
O nein! Das ist nicht deutsche Art!
Wohl kämpfen wir auch für das Neue;
Ums Freiheitsbanner dichtgeschart
So stehn auch wir; doch aufbewahrt
Aus alter Zeit blieb uns die Treue.

Verhaßt auch uns ist der Baschkir,
Der Unterjocher der Gedanken,
Und keinen Deut begehren wir
Von jenen übermüt`gen Franken.
Wir wollen auch, daß frei das Wort
Durch alle Lüfte möge fluten;
Es dünkt auch uns in Süd und Nord
Das Wort der beste Freiheitshort –
Doch soll darum dein Volk verbluten?

Nein! Glaub`, der Tag ist bald erwacht,
Der Morgen naht, wo wir`s erringen,
Nicht ohne Kampf, doch ohne Schlacht,
Der Geist ist stärker als die Klingen.
Geharnischt steht er auf dem Plan,
Er, der mit Luthern einst gefochten;
Durch tausend Lanzen bricht er Bahn,
Und mag die Hölle dräuend nahn:
Der Lorbeer bleibt ihm doch geflochten.

Drum tu dein Schwert an seinen Ort,
Wie Petrus tat, da er gesündigt;
Die Freiheit geht nicht auf aus Mord,
Blick` nach Paris, das dir`s verkündigt.
Vom Geist will sie gewonnen sein;
Doch wer ihr Kleid, so rein und heiter,
Mit blut`gem Makel mag entweihn,
Und säng` er Engelsmelodei`n:
Der ist der Welt, nicht Gottes Streiter.

Ich sing` um keines Königs Gunst,
Es herrscht kein Fürst, wo ich geboren;
Ein freier Priester freier Kunst
Hab` ich der Wahrheit nur geschworen.
Die werf` ich keck dir ins Gesicht,
Keck in die Flammen deines Branders;
Und ob die Welt den Stab mir bricht:
In Gottes Hand ist das Gericht;
Gott helfe mir! – Ich kann nicht anders.


Anzeigen



Das beliebteste Wort in unserem Synonymwörterbuch ist derzeit darstellen.
Für mehr beliebte Synonyme: Top 200 | Alle beliebten Synonyme
An Georg Herwegh. - deutschsprachige Gedichte

Suche in 361091 Wörtern und 109475 Wortgruppen - Impressum
© WIE SAGT MAN NOCH 2004-2019

Synonym Wörterbuch - online Synonyme in diversen Sprachen - kostenlose Synonymsuche englisch, spanisch, italienisch, französisch, portugiesisch, niederländisch, polnisch, russisch



Wörterbücher

Anzeigen


Dies & Das
Abkürzungen - wichtige u. oftgesuchte Abkürzungen
Universitäten - deutsche Fach - und Hochschulen
Vornamen - Herkunft und Bedeutung von Vornamen
Zitate - umfangreiche Zitatdatenbank, Sprüche, Reime,...