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Der Fährmann

- Gedicht von August Freudenthal

Der Fährmann

Früh Morgens, eh` die Sonn` aufgeht,
Der Fährmann schon am Ufer steht;
Den ganzen Tag mit heit`rem Muth
Lenkt er den Nachen durch die Fluth,
Hinüber und herüber!

Ob reich, ob arm der Wandersmann,
Ob Herr, ob Knecht, was liegt daran?
Der eine, wie der andre Gast
Zahlt gleichen Sohn für gleiche Last,
Hinüber und herüber!

Und kommt ein armer Bursch daher,
Das Auge trüb, die Tasche leer,
So ist schon ein `Lohn`s Gott` genug,
Daß ihn des Fährmanns Nachen trug
Hinüber und herüber!

So geht der Fährmann Tag für Tag
Mit Lust und Lieb` der Arbeit nach,
Bis Strom und Tand in Nacht versinkt
Und Stern an Stern  vom Himmel blinkt
Herüber, ja herüber!

Erst wenn der Tod den Fährmann ruft
Hinunter in die stille Gruft,
Legt er das Ruder aus der Hand
Und fährt getrost zum schön`ren Strand
Hinüber, ja hinüber!

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