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Gewaltige, du führst mich

- Gedicht von Rudolf G. Binding

Gewaltige, du führst mich

Gewaltige, du führst mich an den Händen
dahin wo ich im ungebrochenen Schein
der schönen Ferne meinen Blick mag senden.
Du lässt mich nicht allein,
den du emporgezogen
aus Niederungen und aus Wogen,
aus Weltenfluch und Weltenflucht und –tand.

Das ist des Dichters Los dass er von einem Berge
hierniederschaut auf ihm verheißenes Land
und weithin über irdischem Gezwerge
erobernd steht vor dem unendlich Unbgrenzten –

Und ist doch einer von den Mohnbekränzten
die still entführt des Lebens leiser Scherze.
Die Sonne steigt. Mit dir und mit dem Tod
bin ich allein und weiß, es ist Gebot
dass ich soll sterben, sterben auf dem Berge.

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