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Die Stiftung des Klosters Hirsau - Gedicht von Justinus Kerner


Die Stiftung des Klosters Hirsau

Helicena eine Witwe war,
Reich, fromm vor andern Frauen,
Sie strebte brünstig, ganz und gar
Sich Jesum anzutrauen.
Drum warf sie oft sich auf die Knie,
Er möcht` ihr offenbaren:
Wie ihre Erdengüter sie
Ihm treulich könnt` bewahren.

Da lag sie in der Nacht einmal,
Gewiegt in fromme Träume,
Und sah ein seltsam fremdes Tal,
Darin drei Fichtenbäume.
Die Bäume waren wundersam
Aus einem Stamm gesprossen;
Aus ihren duft`gen Wurzeln kam
Ein klarer Born geflossen.

Und ob der fremden Wunderau
Sah sie am Himmel wallen
Hoch einen Dom auf Wolken blau,
Hört eine Stimme schallen:
»Dies Gotteshaus, du fromme Braut,
Sei, wo die Bäume stehen,
In festen Grund von dir gebaut,
Nimm`s aus geweihten Höhen!«

Sieh, da erwacht die fromme Frau
Aus ihren süßen Träumen,
Noch steht vor ihr die fremde Au,
Der Born mit den drei Bäumen.
Sie ist in hoher Freudigkeit
Bereit zu Gottes Ruhme,
Zieht an ein prächtig Feierkleid,
Schmückt sich mit duft`ger Blume.

In tiefer Demut geht sie aus
Mit ihrer Magd, der treuen,
Als ging` sie in das Gotteshaus
Oder zur Lust im Maien.
Doch weiter wandte sich ihr Fuß,
Die Wolken zogen schnelle,
Die Vögel sangen Morgengruß,
Der Fraue ward gar helle.

Ein Düften füllte rings die Au,
Als sie darüber gangen!
Zu gehen mit der hohen Frau,
Fühlt jede Blum` Verlangen.
Sie ging wohl in ein fremdes Tal,
Stieg auf des Berges Rücken,
Und alles tät im Sonnenstrahl
Ihr klar entgegenblicken.

Da stehn drei Bäum` auf grüner Au
Aus einem Stamm gesprossen,
Da ist ein Born von Himmelstau
Über Blumen hell geflossen.
Die Fraue kann nicht länger stehn,
Zu den Bäumen muß sie eilen,
Ein heil`ger Hauch tät sie umwehn,
Da möcht` sie ewig weilen.

Sie leget ab ihr Feierkleid,
Blumen und Edelsteine,
Den heiligen drei Bäumen weiht
Ihr zeitlich Gut die Reine.
In stiller Demut ging sie aus,
So stille kehrt sie wieder,
Und setzet hier das Gotteshaus
Aus Himmelshöhen nieder.


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