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Ursprung

- Gedicht von Rudolf G. Binding

Ursprung

Irr im Menschen schwirrt der Falter,
schleicht die Schlange, schreit der Häher.
Dich gestaltend wardst du jäher
Urgestalten Schrei und Psalter.

Bis zum Mord des Bruders trägt dich
fremd Gefühl durch alle Morde.
Blick des Rudels, Ruf der Horde,
eigne blinde Hand erschlägt dich.

Mensch- und Gottgestalt entzweit sich
wo du ihn in jenem findest.
Und du strafest und du bindest:
aber keine je befreit sich.

Dumpfer Schrei des nie Erlösten
aus der tierischen Gestaltung,
höchstes Lied des ganz Entwesten
von der irdischen Gewaltung.

kündest Mensch du deine Taten
unbewusster Schmach und Größe
noch umglänzt von jener Blöße
dunklen Blutes, dunkler Saaten.

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