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Herrlichkeit Jesu

- Gedicht von Albert Knapp

Herrlichkeit Jesu

Jesus, ew`ge Sonne!
Quell der Himmelswonne!
Meer voll Herrlichkeit:
Friedefürst der Sünder!
Schatz der Gotteskinder,
Uns von Gott bereit;
Hoch und hehr,
Wie Keiner mehr,
Und doch tief herabgelassen.
Daß Dich Kindlein fassen!

Bist Du schöner droben,
Wo Dich Engel loben,
Als des Vaters Bild?
Oder bist du schöner
Als der Weltversöhner,
Blutig, bleich und mild,
Wie du stirbst
Und um mich wirbst? —
Schön bist Du in Himmelshöhen;
Schön in Todeswehen.


Doch wo Du, o Liebe,
Mit dem vollsten Triebe
Dich hervorgestellt,
Wo zu tiefsten Nöthen
Du Dich niedertreten
Ließest für die Welt;
Dort, o Lamm,
Am Kreuzesstamm,
Strahlst du unter`m Dornenkranze
Mir im reinsten Glanze.

Wer noch Lüsten fröhnet,
Wer den Geist noch höhnet,
Dem gefällst Du nicht.
Nur dem Tiefbetrübten,
Nur dem Schwergeübten
Glänzt des Kreuzes Licht.
Hart am Tod
Strahlt Morgenroth
Von Dir, o Du Sündentilger,
Auf den armen Pilger.

Wenn die Welt verronnen,
Wenn das Licht der Sonnen
Nimmer trösten kann:
Dann bricht unter Thränen,
Unter Fleh`n und Sehnen
Ihm Dein Leben an.
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Solch ein Herz
Ehrt Deinen Schmerz,
Ihm bist du mit deinen Gaben
Süß und hocherhaben.
Ueber alle Welten
Soll Dein Kreuz mir gelten,
Höchste Liebe Du!
Ja, wer Dich gefunden,
Sich mit Dir verbunden,
Der hat wahre Ruh;
Wahres Licht;
Ein Andrer nicht.
Ach wie soll`s ein
Leben geben ohne Dich,
Du Leben?

Fließ`, o Quell der Wonne,
Leucht`, o Lebenssonne
Tief ins Innre mir!
Laß mich nimmer schweifen,
Dich, nur Dich ergreifen, -
Dann gefall` ich Dir.
Dann, ja dann
Ist`s wohlgethan!
Dein sind meine Lebenszeiten,
Mein, die Ewigkeiten!

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