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Kennst du den See im Thalesgrunde

- Gedicht von Julius Wilhelm Fischer

Kennst du den See im Thalesgrunde

Kennst du den See im Thalesgrunde,
Deß Antlitz in der Sonne Pracht
Wie Silber hell und heiter lacht?
Doch sahst du ihn zur nächt`gen Stunde,
Wenn brausend ihn der Sturm durchwühlt
Und er erzürnt den Strand bespült?

Wenn aus der Tiefe sturmbeschworen
Die finstre Elfenschaar sich hebt
Und auf dem Kamm der Wogen schwebt,
Die rasch versinken, kaum geboren?
Wenn rastlos ab vom Strande prallt
Die dunkle Fluth und unstät wallt? —

O, dieser See gleicht meinem Herzen:
Oft ist es hell und voller Gluth,
Doch unten in der Tiefe ruht
Auch eine Welt von Weh und Schmerzen,
Die, wenn der Geist des Sturms sich zeigt,
Urplötzlich wild nach oben steigt.

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