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Vorgefühl

- Gedicht von Ferdinand Freiligrath

Vorgefühl

Mich selber oft im Geist hab` ich gesehn,
Erträumtem Glücke rastlos jagend nach:
Unstät und düster schweift` ich auf den Seen -
Ich weiß es nicht, was mir begegnen mag!

Doch allemal, wenn träumend so zu schau`n
In künft`ge Zeiten ich mich unterfing,
Erfaßte mich ein innerliches Grau`n,
Und meine Thränen flossen, wie ich ging.

Denn wo ich auch gelegt mein Fahrzeug an,
Wie rings ich auch, was Glück man nennt, geschaut,
Ich kam zurück, ein müder alter Mann,
Mein Bart verwildert und mein Haar ergraut.

Wer grüßte mich? Wer nahm mir ab den Stab?
Weh`, nicht mehr fand ich, die ich einst verließ!
Wo seid ihr? kommt! ich kehrte! - Gott, ihr Grab
War Alles, was ein neu Geschlecht mir wies!

Dann starb ich selbst: - ich sah mich auf der Bahr`,
Doch schaut` ich Keinen, klagend um mein Loos.
Mein Sterbehemd war rein und weiß, doch war
Es nicht das Hemd der Waschfrau Chamisso`s.

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