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Des Herrn Vorsorge

- Gedicht von Albert Knapp

Des Herrn Vorsorge

Nicht menschlicher Rath,
Noch Erden-Verstand
Mag finden den Pfad
In`s himmlische Land;
Der Pilger im Staube
Muß trostlos vergeh`n,
Erlischt ihm der Glaube:
Der Herr wird`s verseh`n:

Zwar zittert das Herz,
Wenn Stürme sich nah`n,
Vergißt oft im Schmerz,
Was Gott ihm gethan;
Doch, wird in dem Wetter
Die Sonne vergeh`n ? —
O stehe, dein Retterm
Der Herr, wirds verseh`n!

Wenn Friede dir fehlt,
Und irdischer Sinn
Dich müde gequält,
Dann wende dich hin
Zu Golgatha`s Hügel,
Und opfre dein Fleh`n,
Dort schimmert das Siegel:
Der Herr wird`s verseh`n!

Wenn sehnend dein Aug`
Aufschauet zum Licht, —
Du seufzest: ich taug`
Ins Heiligthum nicht!
Dann wird vom Erbarmer
Ein Hauch dich umweh`n:
Sey fröhlich, du Armer!
Der Herr wird`s verseh`n.

Er kennet dein Herz
Von Ewigkeit her,
Er wäget den Schmerz,
Und prüft nicht zu schwer;
Den Seinen muß Alles
Zum Besten gescheh`n, —
Der Tilger des Falles,
Der Herr, wird`s verseh`n!

So wandelt sich`s leicht
In jeglichem Stand;
Dein Jesus, er reicht
Dir gnädig die Hand;
Durch Nacht und durch Grauen,
Durch Tiefen und Höh`n
Führt froh das Vertrauen:
Der Herr wird`s veseh`n! —

Und endet der Weg
An drohender Gruft;
Noch glänzet ein Steg
In himmlischer Luft!
Dort winket der Glaube
Hinüberzugeh`n,
Und singt auf dem Glaube:
Der Herr wird`s verseh`n!

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