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Am Grabe des Marschalls Ney.

- Gedicht von Josef Mauthner

Am Grabe des Marschalls Ney.

Paris 1863.

Aus seinen Gräbern grüßt Paris
Den Wanderer: `Zieh in Frieden;
Willst du mich kennen, nun so lies
Die stolzen Namen hier am Fries
Der Marmorpyramiden!

Hier ruhen meine Todten aus,
Die siegreich für mich litten,
Ob mit dem Schwert in blutigem Strauß,
Ob mit Gedanken, ob zu Haus,
Ob fern von mir sie stritten.

Die Nachwelt kennt sie — Frankreich trinkt
Den Ruhm mit vollen Zügen,
Nicht wo der Becher lockend blinkt,
Wo man in Andacht niedersinkt;
Es zecht aus Aschenkrügen!`

Am pere la, ckaise, umrahmt von Pracht,
Da duftet uns entgegen
Ein kleines Gärtchen unbewacht,
Da mahnt uns nichts an Kampf und Schlacht,
Kein Wappenschild, kein Degen.

Die Aster neigt ihr Haupt voll Weh
Und flüstert still ergeben
Vom Helden, der in Rußlands Schnee
Zum Tode sprach: Ich bin der Ney
Und muß für Frankreich leben!

So möcht auch ich bestattet sein!
Da läßt sichs ruhig schlafen.
Kein Marmorblock, kein Leichenstein —
Der Wandrer denkt für sich allein
Des Bravsten aller Braven!

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