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Dornen und Rosen

- Gedicht von Anna Esser

Dornen und Rosen

Röslein mit der Purpurblüthe,
Schau` ich dich, wie malst du mild
Mir in`s innerste Gemüthe
Meines Heilands Schmerzensbild.

Dornen um das Haupt, das bleiche,
Röslein roth auf Stirn und Wang`,
Röslein, ach, an Blut so reiche,
Und ihr Duft, so schmerzensbang.

Röslein, die am Dorn ihr glühet,
Laßt mich winden euch zum Kranz;
Hold des Herren Haupt umblühet
Dort am Kreuz in Purpurglanz.

Daß ein Kind des Lichts ich bliebe,
Neigt` er einst sich mild zu mir,
Trug die Dornen mir zu Liebe,
Schmückt mich mit der Rosen Zier.

Nun will ich die Dornen brechen,
Schmücken ihn mit Rosengluth;
Möget. Dornen, ihr auch stechen, —
Ach, für ihn fließt ja mein Blut!

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