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An das Jahr - Gedicht von Johann Ludwig Deinhardstein


An das Jahr

Am Neujahrstage

So kommst du wieder, wie du bist gekommen
Als ich zuerst an deiner Brust erwacht,
Sei wieder freundlich bei uns aufgenommen
In deines Morgens frischer Jugendpracht;
Wir bringen dir ein freudiges Willkommen,
Wie man es etwa einem Freund gebracht,
Der uns, wenn wir einmal ihn wieder finden,
Manch ernsteres Geheimniß kann verkünden.

So nahst du uns, und Zauberbilder ragen
Vor, unter deinem faltenreichen Kleid,
Wir schaun sie an, und wagen`s kaum zu fragen,
Was Jedem deine Hand davon verleiht;
Die Thräne kommt, denn Keiner weiß zu sagen,
Daß du ihn stets und immer gleich erfreut,
Und Jeder denkt, wie er in allen Jahren
Zwar viel von Lust, doch auch viel Schmerz erfahren.

Ich grüße dich! — mir bist du nie gekommen
Du brachtest freundlich eine Gabe dar.
Hat mir auch eines Viel hinweggenommen,
Viel brachte mir dafür ein ander Jahr.
Wohl manches freilich ist hinabgeschwommen,
Was nimmer wieder wird, wie`s einmal war;
Doch wer begreift nicht leichter das Vergehen,
Wenn er der Blume zarten Kelch gesehen.

Und schlugst du mir auch manchmal tiefe Wunden,
Hast du doch bald den Balsam d`rauf gelegt,
Du schicktest in mein Leben schöne Stunden,
Wovon der Nachhall noch im Herzen schlagt;
Und sind auch manche jetzt hinweggeschwunden
So thu` ich doch, wie man zu thuen pflegt,
Wenn man in monderhellten Sommernächten
Den Traum will mit der Wirklichkeit verflechten.

Ein zahlreich Heer von gut und bösen Tagen,
Es steht erwartend da in deinem Haus,
Wie du es ihnen anbefiehlst, so tragen
Sie Sarg und Wiege in die Welt hinaus.
Wohl möcht` ich dich geheim darum befragen:
Wie wähltest du für mich die Diener aus?
Ist`s ihr Geschäft, mir Freuden aufzuwecken,
Mich mit dem Leichentuche zuzudecken?

Wie dir`s gefällt! — wirst du mich jetzt verschonen,
Weiß ich, daß einmal du mich nicht verschonst;
Wie du verschwend`risch strafen magst und lohnen,
Muß doch vergehn, womit du strafst und lohnst.
Mit dir zugleich wird die Zerstömng thronen,
Weil du auf deiner Kinder Leichen thronst.
So lang du lebst, sind wir dir preisgegeben,
Doch stirbst auch du, und dann kommt unser Leben.


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