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Fluchung

- Gedicht von Rudolf G. Binding

Fluchung

Warum ist mein Gewehr so schwer?
Mein Blick so schwer wie Finsternis?
Ich geh in einem großen Heer.
Doch Kameraden sind’s nicht mehr.
Seh jeder wo er bleibt.

Schon lang ist nicht mehr Tag noch Nacht,
nicht Sonne scheint nicht Mond ins Herz.
Sie scheinen nur noch obenhin,
vergessen, ohne Acht und Sinn.
Seh jeder wo er bleibt.

Es stöhnt der Krieg aus Mensch und Tier.
Es stöhnt der Krieg aus schwarzem Brot.
Wir senken düster Blick und Brau;
auf uns fiel längst ein schwarzer Tau.
Seh jeder wo er bleibt.

Was gehst du auf noch, Leuchtgestirn!
Getreulich? Wächter? – Einst wohl war’s
dass über uns wir dich gegrüßt.
Nun haben wir nicht Mut dazu.
Seh jeder wo er bleibt.

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