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Liebe, 18. Wie blinkte durch die Nacht...

- Gedicht von Herrmann

Liebe, 18. Wie blinkte durch die Nacht...

Wie blinkte durch die Nacht
Um deinen Hals gewunden
Der goldnen Kette Pracht!
Wie flogen uns die Stunden!

Durch heller Bäume Glanz
Erklang Musik herüber
Und ging so eigen ganz
In unser Schwärmen über.

Was wir uns da entdeckt,
Wie viel wir uns vertrauten,
Wie viel wir halbversteckt
Errieten und durchschauten,

Zur Maske ward das Wort
Zur heitern, bald zur ernsten,
Und wob sich spielend fort
Bis zu der Sterne fernsten.

Oft sah uns an im Flug
Aus düstrem Schlangenhaare
Ein Schmerz, o groß genug
Für lange Leidensjahre!

Doch sank davor sogleich
Ein Elfenschleier nieder
Und ließ uns in ein Reich
Des Glücks und Friedens nieder.

In einem Augenblick
Kam Freud` und Leid wie Wogen
Der rauschenden Musik
An uns vorbeigeflogen.

Vorbei flog frühe Zeit
Mit goldnen Kinderjahren
Und Zukunft im Geleit
Bekränzter Hoffnungsscharen.

Vorbei flog Sturm im See
Und Fels und Palmenküste,
Indes ich, süße Fee,
Dein Händchen hielt und küßte.

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