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Der bange Traum

- Gedicht von Justinus Kerner

Der bange Traum

An Kreh.

Von wilden Meereswogen
Sah ich uns fortgezogen,
Bei Nacht im Traume bang.
Das Meer hieß: Meer der Mängel,
Zwei Kinder, lieb wie Engel,
Dein Vaterarm umschlang.

Wie war der Himmel düstern!
Aus Wolken hört` ich flüstern:
»Laßt doch die Kindlein los!
Ihr wohl schwimmt in der Trübe,
Die aber nimmt die Liebe,
Dies Eiland dort in Schoß.«

Ich hört` dich weinen, klagen,
Doch ferne sah ich tagen
Ein Eiland licht und warm.
Es türmt sich Well` auf Welle
Und riß die Kinder schnelle
Dahin aus deinem Arm.

Ich sprach: »Laß uns nicht weinen,
Vergönn` den lieben Kleinen
Dies Eiland voller Pracht.«
Da ward das Meer noch trüber,
Und wir – wir rangen, Lieber!
Jahrlang in seiner Nacht.

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