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Colombo

- Gedicht von Adolf Friedrich

Colombo

»So ganz verwandelt du, der beim Orkan
Sonst tollkühn in die Meerflut stach
Und mit dem Kiel, daß wir es zitternd sahn,
Die Wogenschäume lachend brach?

Sag an, warum du einsam träumst und sinnst,
Dem Freunde sag`s, Christoforo!
Die Sorge scheuch, das eitle Hirngespinst!
Sei neu mit uns beim Ballspiel froh!«

Umsonst! Wie viel von Fragen auch bestürmt,
Der Jüngling bricht das Schweigen nicht:
Er brütet, Schriften vor sich aufgetürmt,
Vom Morgen bis zum Abendlicht.

Und Monde schwinden; mit dem Freunde da
Einst ruht er nachts beim Flutgeroll
Am Seegestad der stolzen Genua
Und spricht zu ihm geheimnisvoll:

»Vernimm! Im leichten Nachen, fern dem Strand,
Warf mich der Nordsturm jüngst umher;
Ringsum kein Ufer; nur mit jähem Rand
Stieg eine Klippe aus dem Meer.

Dort stand im Nebel, den wie ein Gewand
Der Nachtwind auf und nieder blies,
Ein Riesenbild von Marmor, dessen Hand,
Weit ausgestreckt, nach Westen wies.«

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