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Auf den ersten warmen Regen

- Gedicht von Karl Rudolf Hagenbach

Auf den ersten warmen Regen

Auf den ersten warmen Regen
Kommt der rechte Sonnenschein,
Kommt der Frühling uns entgegen
Nach des langen Winters Pein.

Auf den ersten warmen Regen
Dringt es sich hervor mit Macht,
Und es deckt ein Blüthensegen
Bäum` und Felder über Nacht.

Auf den ersten warmen Regen
Rinnt der letzte Schnee zu Thal,
Und auf weichen Rasenwegen
Ziehn die Lämmer allzumal.

Auf den ersten warmen Regen
Lockt es Jung und Alt hinaus,
Auch die Lahmen, auch die Trägen
Kriechen aus dem Schneckenhaus.

Auf den ersten warmen Regen
Regt sichs auch in meiner Brust,
Und dieß Regen, dieß Bewegen
Deutet auf des Liedes Lust.

Unter sanften Wellenschlägen
Wird das Herz mir warm und weich,
Frühlingsschauer, Frühlingsregen,
Milder Sonnenschein zugleich!

O willkommen warmer Regen,
Der befruchtet Herz und Sinn!
Wär` ich um ein Lied verlegen,
Der in Gott ich selig bin?

Herr! laß strömen deinen Regen,
Deinen Frühling sende du,
Gieb den reichen Liedersegen
Und das volle Herz dazu!

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