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Silens Nachtbesuch bei den Liebenden

- Gedicht von Paul Heyse

Silens Nachtbesuch bei den Liebenden

(Relief)

Sagt, wer lädt so spät sich zu Gast? Sie wähnten sich sicher,
Aber der Alte, der Gott, spürte die Liebenden aus.
Hier, so ruft den Begleitern er zu, hier will ich ein wenig
Rasten. Der Hausherr war einst mir genauer bekannt.
Untreu ward er dem Alten; es zwang ihn stärkerer Zauber,
Und mit Eros im Kampf pfleg` ich den kürzern zu ziehn.
Doch mir kehrt ein jeder zurück; ich harre geduldig,
Bis die lodernde Glut selbst nach Erfrischung verlangt.
Löst mir nun die Sandalen, ihr Knaben. Ich mach` es als Hausfreund
Gern mir bequem. Doch ihr, trunkene Laffen, entweicht! -
Ach, wie erschrickt das Pärchen! Sie hören die taumelnden Stimmen
Drauß in der Gasse; die Mutwilligen lärmen am Tor.
Seid nur getrost! Ihr seht, kaum hält der Alte sich aufrecht;
Bald entschläft er, und treu hütet dann Eros das Haus.

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