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Dich grüß ich, Freund...

- Gedicht von Rudolf G. Binding

Dich grüß ich, Freund...

Dich grüß ich, Freund. Denn ohne dein Geleit
hat keiner der ins Sonnenlicht Entsandten
den Ort gefunden wo der Weg sich zweit;

den Isthmus der aus tagerfüllten Landen,
so wunderbar, hinüberführt zur Nacht
- noch wunderbarer wohl – des Unbekannten.

Mich lockt sie schon mit zauberschwerer Pracht
ausstrahlend einen sternenhaften Schein;
und wo die Lockung ist da ist die Macht.

Denn drüben, drüben müssen Länder sein
voll neuer Freuden oder neuer Plagen
- gleichviel. Dort, Freund, dort lasse mich allein

zu neuen Siegen, neuen Niederlagen.
Ich will nicht Himmel, will nicht Hölle schauen
von Menschenangst in Menschenkindertagen

geboren zwischen Hoffnung und dem Grauen,
und nichts von einem menschenerschaffnen Gott:
Dem Unbekannten sollst du mich vertrauen,

und wenn es schrecklich ist so ist es schön, o Tod.

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