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Dich ruf ich an

- Gedicht von Rudolf G. Binding

Dich ruf ich an

Dich ruf ich an, du sichtbar Unsichtbare
und ewig Schreitende, die du die Tage und Nächte
zu Meilensteinen setzt auf dunkler Fahre.

Und ewig irrend stampfen die Geschlechte
dir nach, ins Blinde tastend. Sie folgen den Steinen
und kennen nicht den Weg und nicht die Mächte

und zagen doch nicht vorm Gewiss des Einen:
dass ihre Ziele liegen im Unbekannten
und du zertrümmerst da wo sie beweinen.

Ich aber liebe dich als den gesandten
Herold und Hort der Unerbittlichkeit
und will mit ewig Paradiesverbannten

gehoben sein im wundervollen Schreiten
und Gleichmaß deiner langen Atemzüge.
Die Zeit geht ihren Tritt fest durch die Zeiten:

Mir ist als ob sie mich auf ihrem Rücken trüge.

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