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Der tote Müller

- Gedicht von Justinus Kerner

Der tote Müller

Die Sterne überm Tale stehn,
Das Mühlrad nur man höret,
Zum kranken Müller muß ich gehn,
Er hat den Freund begehret.

Ich steig` hinab den Felsenstein,
Es donnert dumpf die Mühle,
Und eine Glocke tönt darein:
»Die Arbeit ist am Ziele!«

In Müllers Kammer tret` ich nun:
Starr liegt des Greisen Hülle,
Es stockt sein Herz, die Pulse ruhn,
Und draußen auch wird`s stille.

Die treuen Lieben weinen sehr,
Still bleibt sein Herz und kühle;
Die Wasser fließen wohl daher,
Still aber steht die Mühle.

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