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Märchen - A. Dirr: Kaukasische Maerchen

Der Reiche und der Arme

Es war einmal ein armer Mann und seine Frau. Dem sagte eines Tages ein Reicher: »Komm, armer Schlucker, ich nehm' dich mit auf die Jagd.« »Wie soll ich denn mit dir auf die Jagd gehen, wenn ich nichts zu essen mitzunehmen habe?« antwortete der Arme. »Sag' deiner Frau, sie soll im Aul um eine Schüssel Mehl betteln und dir Wegkost daraus backen.« Der Arme ging also zu seiner Frau und ... weiterlesen


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Der Fischersohn

Es war einmal ein Fischer, der hatte einen Sohn. Eines Tages ging er fischen und nahm auch seinen Sohn mit. Als er an einen großen Fluß gekommen war, rief er Gott an und warf sein Netz auf des Sohnes Wohl und Glück aus. So viele Fische fing er da, daß er das Netz kaum ans Ufer ziehen konnte, und als er sich die Fische näher anschaute, sah er, daß einer dabei war, der war wie Blut so rot ... weiterlesen


Die drei Wünsche

Eine Witwe hatte gehört, daß Gott drei Wünsche, die man in der fünfzehnten Nacht des Fastenmonats Ramadan ausspricht, unbedingt erfüllt. Sehr ungeduldig wurde da die gute Frau: »Wenn es doch nur schon Ramadan wäre!«

Ob sie lange warten mußte oder nicht, wer weiß es? Aber der Ramadan kam endlich und mit ihm seine fünfzehnte Nacht. Um Mitternacht tat die Witwe ihren ersten ... weiterlesen


Die schöne Helena und das Heldenweib

Am Meeresufer stand eine befestigte Stadt, deren Fürst ein gewisser Sane war, ein schöner, stattlicher Jüngling von scharfem Verstand und heldenhafter Kraft des Körpers. Als er volljährig wurde, beschlossen, die Alten der Stadt ihn zu verheiraten und teilten ihm ihren Entschluß mit. Sane hatte nichts dagegen, aber.., es fehlte an einer passenden Braut. Er befahl deshalb, sein Pferd zu ... weiterlesen


Die Wundertiere und der Wunderknüppel

Es war einmal ein sehr armes Ehepaar, alte Leutchen, deren ganze Habe aus einer einzigen Henne bestand. Eines Tages wollten sie die Henne schlachten, aber als sie sie gefangen hatten, legte sie ein goldenes Ei. »Warum sollten wir das Tier schlachten, wenn es uns jeden Tag ein goldenes Ei legt«, sagten die beiden zueinander und ließen sie laufen. Als sie die Henne aber am folgenden Tag wieder ... weiterlesen


Der Meister und sein Schüler

Es war einmal ein armer Bauer, der hatte einen Sohn. Eines Tages sagte seine Frau: »– Du mußt den Jungen etwas lernen lassen, sonst wird nichts aus ihm. Was soll denn das sein, wenn er so unwissend bleibt wie du.«

Dem Bauern paßte das zwar nicht, aber die Bäuerin gab ihm keine Ruhe. So machte er sich denn einmal auf den Weg, nahm seinen Sohn mit sich und begab sich auf die ... weiterlesen


Die Erde will das Ihre haben...

Es war einmal eine Witwe, die hatte einen Sohn. Der Junge wuchs auf und sah, daß alle um ihn, er allein ausgenommen, einen Vater hatten. »Mutter,« frug er eines Tages, »warum haben alle anderen Jungen einen Vater und ich nicht?« »Weil dein Vater gestorben ist«, antwortete die Mutter. »Also kommt er nie mehr?« »Nein, Kind, dein Vater kommt nicht mehr, aber wir gehen zu ihm. Niemand kann ... weiterlesen


Sartanki

Es war einmal, es war einmal, es war einmal ein König, der hatte einen Sohn. Nun, dieser Königssohn ging eines Tages mit seinen Dienern auf die Jagd. Als ihnen ein Hirsch in die Quere kam, jagte der Prinz ihm nach so schnell ihn sein Pferd trug; die Diener aber blieben einer nach dem andern zurück. Plötzlich verschwand der Hirsch in einer Höhle. Da es inzwischen dunkel geworden war, legte ... weiterlesen


Von Balai und von Boti

Es war einmal ein König, der drei Söhne hatte. Nun geschah das, was wir erzählen wollen, zu einer Zeit, als der König schon tot war.

Also, die Söhne hörten einmal davon, daß im Süden ein König lebe, der eine Tochter habe und daß diese sich vorgenommen und ein Gelübde abgelegt habe, nur den zu heiraten, der sie im Zweikampfe besiegen würde. Der älteste Bruder beschloß, sein ... weiterlesen


Der kahlköpfige Gänsehirt

Es war und es war nicht – etwas Gütigeres als Gott gibt es nicht – es war einmal ein Bauer. Er war schon alt und schwach geworden und hatte keine Kinder. Er und seine Frau beweinten oft ihre Kinderlosigkeit und beklagten sich vor Gott darüber, denn sie waren sich keiner Sünde vor Gott und den Menschen bewußt. Viel Leid und Kummer standen sie deshalb aus. Schließlich aber ... weiterlesen


Die Stieftochter

Es war einmal ein alter Mann, der nahm sich nach dem Tode seiner Frau eine andere. Die gebar ihm eine Tochter, und eine hatte er von seiner ersten Frau. Nun haßte aber die Frau ihre Stieftochter aus ganzem Herzen und sie brachte es fertig, daß ihr Mann seine Tochter in einem leeren Hause im Walde aussetzte, damit sie von den wilden Tieren gefressen werde.

Da saß nun das Mädchen ganz ... weiterlesen


Der Sprosser und die Nachtigall

Es war und es war nicht – es gibt niemand Besseren als Gott –, es war einmal ein König, der hatte drei Söhne. Als er alt wurde, versammelte er diese, denn er wollte wissen, welchem er sein Reich übergeben sollte. Zuerst wandte er sich an den ältesten und frug ihn: »Mein Sohn, kannst du mir eine Kirche bauen, an der niemand einen Fehler finden könnte?« Der Sohn überlegte sich ... weiterlesen


Bukutschichan

Es war einmal ein Müller, der hieß Lause-Hadschi1. Ihm passierte es einmal, daß die Lumpen, die er haufenweise gesammelt hatte, verschwanden. »Das darf nicht sein,« sagte er, »den Dieb muß ich finden«, und versteckte sich hinter der Türe. Er brauchte gar nicht lange zu warten, da sah er einen Fuchs hereinschleichen, und der Fuchs hatte am Bauche keine Haare mehr und am Rücken war er ... weiterlesen


Der Schmarotzer

Es war einmal einer, der war faul und dumm. Gar nichts nannte er sein Eigen, die Arbeit mochte er nicht. Bei dem einen bettelte er um Essen, bei dem anderen um einen Trank, bei dem dritten um etwas Anderes. So schlug er sich durch und kannte weder Ehre noch Scham. Er hatte gutmütige Nachbarn, die ihm halfen, wenn ihnen seine Bettelei auch nicht gefiel. Wo er sich sehen ließ, hieß es »Der ... weiterlesen


Der getreue Sohn

In einem gewissen Dorfe lebte einst ein Kaufmann mit seinem Sohne; sonst hatte er niemanden auf der Welt. Denn seine Frau war schon längst gestorben. Nach ihrem Tode hatte sich eine Djinn in ihn verliebt und er hatte sie zu sich genommen. Nun wollte die Djinnfrau den Sohn ihres Geliebten gerne sehen. Aber das war auf dieser Welt nicht möglich. Nun wurde der Kaufmann krank und vor seinem Tode ... weiterlesen


Arsuman

Es war einmal ein Ehepaar, das hatte einen Sohn und eine Tochter. Der Sohn hieß Arsuman.

Eines Tages wurde die Frau krank und sagte zu ihrem Manne: »Ich will Fleisch haben.« »Was für ein Fleisch willst du?« fragte er. »Ich will Fleisch von Arsuman haben«, antwortete sie. Der Mann nahm seinen Sohn, schlachtete ihn und gab seiner Frau davon zu essen. Die Tochter sagte, als sie nach ... weiterlesen


Der Aschenstocherer

Es war einmal ein jung verheiratetes Paar. Der Mann war schrecklich faul und nachlässig; nichts tat er und die Arbeit liebte er nicht; den ganzen Tag saß er am Herde, hielt ein Stöckchen in der Hand und stocherte in der Asche herum. Darum nannte man ihn nur den Aschenstocherer.

»Mann,« sagte eines Tages seine Frau zu ihm, »Mann, steh auf und rühr' dich, arbeite und bringe etwas ins ... weiterlesen


Der tapfere Näsni

Es war einmal einer, der hieß Näsni. Der war so feig, daß er kaum aus dem Hause sich traute und wenn eine Fliege vorbeiflog, kroch er unter seine Bettdecke. Als er aber einmal Bauchweh hatte, mußte er hinaus, doch vergaß er nicht seinen Säbel mitzunehmen, mit dem er in der Luft herumfuchtelte, so daß er zufällig drei Fliegen traf. So stolz war er darüber, daß er dies Ereignis auf ... weiterlesen


Die tapfere Tochter

Ein alter Adliger hatte drei Töchter, aber keine Söhne. Eines Tages fiel es ihm ein, daß er eigentlich die Tapferkeit seiner Töchter erproben könnte und zu diesem Zwecke befahl er der ältesten Männerkleider anzulegen, ein Pferd zu besteigen und auf Abenteuer auszuziehen. Er selbst aber lauerte ihr unter einer Brücke auf, über die sie kommen mußte. Als nun seine Tochter gerade über ... weiterlesen


Das väterliche Erbe

In einem Dorf, das fünfundzwanzigtausend Seelen zählte, lebte einst ein Mann, Namens Tschnara aus dem Geschlecht der Nelbi; der war so arm, daß er fast Hungers starb. Eines Tages sagte er zu seiner Mutter: »Ich habe weder ein Pferd, um darauf zu reiten, noch ein ordentliches Gewand, um es anzuziehen, noch Waffen anzulegen. Der mich in die Welt gesetzt hat, muß schon sehr arm gewesen sein ... weiterlesen


Das Feuerpferd

Ein alter Mann hatte drei Söhne; zwei gescheite, der dritte aber war dumm und schmutzig. Tag und Nacht faulenzte der Dumme zu Hause und tat rein gar nichts. Der Vater hatte ein Tagewerk Ackerland besät und der Same war gut gekeimt, gewachsen und hatte schöne Ähren angesetzt. Aber jede Nacht kam jemand und richtete Schaden im Felde an. Um dem abzuhelfen, sagte der Vater zu seinen Söhnen: ... weiterlesen


Wem gehört die Braut

In alten Zeiten lebte in Tiflis ein Kaufmann. Der hatte eine Tochter, Mariat mit Namen. Ein sehr schönes, sehr gescheites und sehr gelehrtes Mädchen war sie. Ihr Vater wollte sie nur dem zur Frau geben, der ihm ein ganz besonderes Kunststück würde vorführen können. Die Kunde von dem Mädchen aber und von dem Entschlüsse ihres Vaters war in die ganze Welt hinausgegangen.

Nun lebte ... weiterlesen


Der rote Fisch

Ein Märchen ist dies: Es war einmal ein König, der war vom Alter blind geworden. Die Ärzte sagten ihm, im Weißen Meere sei ein bunter Fisch, der habe ein Horn auf dem Kopfe und er heiße »Der Rote Fisch«. Wenn man ihn fangen und mit seinem Blute des Königs Augen bestreichen könnte, käme das Augenlicht wieder. Der König schickte seinen Sohn mit den Fischern aus, um den Fisch zu fangen. ... weiterlesen


Kitschüw

In Schurá1 war ein König, in Petrowsk ein anderer. Der in Schurá hatte fünf Söhne, der in Petrowsk hatte keinen. Beide Könige waren große Freunde; immer sah man sie beisammen. Eines Tages nun waren beide in Schurá auf der Hochzeit eines Edelmannes. Da kam plötzlich ein Bote aus Petrowsk mit der Nachricht, die Königin sei schwanger und bitte ihren Mann nach Hause zu kommen. Der König ... weiterlesen


Die Paradiesrose

Es war einmal ein Bauer, der hatte drei Töchter. Als er nun einmal Heu in die Stadt fahren wollte, frug er sie, was er ihnen mitbringen solle. Die älteste bat um ein Kleid, wie niemand eines habe, die mittlere um einen Spiegel, in dem man die ganze Welt sehen könne, und die jüngste um eine Paradiesrose.

Der Bauer fuhr in die Stadt, verkaufte sein Heu vorteilhaft, erwarb das Kleid für ... weiterlesen


Der Träumer

Es war einmal ein Junge, der hatte eine Stiefmutter. Eines Tages schüttete diese Getreidekörner zum Trocknen auf die Tenne und befahl ihrem Stiefsohn, darauf achtzugeben. Der schlief aber ein und wahrend er schlief kamen die Hennen und fingen an das Getreide zu picken. Schrecklich zornig wurde da die Stiefmutter und schlug den armen Jungen.

»Mutter, Mutter!« rief dieser, »horch, was ... weiterlesen


Der hilfreiche Widder

Es war einmal ein Mann, der hatte eine zweite Frau genommen. Der Mann hatte eine Tochter, und die Frau auch eine. Die Frau aber liebte ihre eigene Tochter mehr als die ihres Mannes.

Jeden Tag gingen die beiden Mädchen mit ihren Schafen auf die Weide. Die Mutter gab ihrer Tochter ein Säckchen mit guten Sachen mit, der Tochter ihres Mannes aber nur altbackenes Brot. Und darum sang die ... weiterlesen


Die Kinder mit dem Goldschopf

Es war einmal – nichts Größeres gibt es als Gott – es war einmal ein Mann, der hatte drei Töchter. Den dreien war ihre Mutter gestorben, und nun hatten sie eine böse Stiefmutter. Der waren ihre Stieftöchter Dornen im Auge, und als sie eines Tages ganz böse wurde, sagte sie zu ihrem Manne: »Wenn du deine drei Töchter fortjagst, bleib' ich bei dir, wenn nicht, dann sterbe ... weiterlesen


Die jungfräuliche Königin

Es war einmal – die Sonne brannte heiß, der Regen floß in Strömen – es war einmal ein König. Selbst war er verständig und das Gesetz war streng; Volk und Land gehorchten ihm. Drei Söhne hatte er. Da geschah es einst, daß er blind wurde und eine Krankheit sich seines Körpers bemächtigte. Seine Söhne berieten sich miteinander und gingen dann zu ihrem Vater. »Vater,« sagten ... weiterlesen


Der treue Diener

Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne. Nun wollte er sie gern einmal prüfen, welcher der klügste wäre, und zu diesem Zwecke gab er jedem fünf-, sechshundert Rubel und sagte: »Geht, tut mit dem Geld, was ihr wollt; unterhaltet euch gut!«

Die beiden ältesten Söhne fanden bald Freunde, mit denen sie das Geld verjubelten; der jüngste suchte, fand aber keinen passenden und ... weiterlesen


Das Märchen vom Schwein

Es war, es war nicht – was gibt es Besseres als Gott – es war einmal ein armes, kinderloses Ehepaar, das besaß ein Schwein. Dieses Schwein aber war ein solches Schwein: es riß das Maul auf, nahm den Eimer, ging ans Wasser, füllte ihn und brachte ihn nach Hause. Es fegte das Haus, es wusch das Geschirr, kurz, es verstand das Hauswesen ganz ausgezeichnet. Eines Tages nahm das ... weiterlesen