Wissenswertes

+ Lyrik
+ Epik
+ Dramatik

Anzeigen



A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Märchen - Christian Schneller: Märchen und Sagen aus Wälschtirol

Die Geschichte von den zwei Schwestern

Einmal war ein Mann und ein Weib, welche zwei Töchter hatten; die eine war hässlich, aber gut, die andere dagegen schön, aber böse. Die Mutter liebte die schöne mehr als die hässliche und gab dieser letztern immer viel zu arbeiten. Einmal schickte sie dieselbe mit dem Rocken hinaus zu spinnen. Das gute Mädchen kam zu einem Bache, aber unversehens trug ihr das Wasser den Rocken fort. Sie ... weiterlesen


Anzeigen


Der Knabe und die Ziege

Ein Hirtenknabe trieb eines Abends seine Ziegen von der Weide heim, aber es fehlte davon Eine und zwar gerade die seiner Mutter. Diese schalt ihn aus und schickte ihn hinaus, die verlorene Ziege zu suchen. Der Knabe ging und suchte, bis es Nacht wurde, aber er fand sie nicht. Da er sich aus Furcht vor der Mutter nicht nach Hause getraute, ging er unter einen hohen Felsen und gedachte hier die ... weiterlesen


St. Petrus und seine Schwestern

St. Petrus hatte zwei Schwestern, davon war die eine gross, die andere klein. Die Kleine ging in's Kloster und wurde eine Nonne; darüber hatte St. Petrus grosse Freude und wollte die grosse Schwester auch dazu bereden, dass sie Klosterfrau werde. Aber diese wollte davon nichts hören und sagte: »Ich will lieber heiraten.«

St. Petrus ging nun in die Welt, folgte unserm Herrn und erlitt ... weiterlesen


Der Schuster

Es war einmal ein armer Schuster, der hatte schon viele Jahre in seinem Dorfe gearbeitet, war aber bei allem Fleisse doch noch nie auf einen grünen Zweig gekommen. Darüber missmuthig fasste er den herzhaften Entschluss in die Welt zu gehen, um sein Glück zu versuchen. »Wer weiss, ob ich's nicht unvermuthet irgendwo finde«, sagte er zu sich selbst; »ich bin dessen so gut würdig, wie die ... weiterlesen


Die Mutter des hl. Petrus

St. Petrus hatte eine böse geizige Mutter, welche keinem Menschen etwas gab oder vergönnte und auch nie Jemanden das geringste Gute erwies. Nur einmal als sie gerade Salat wusch und ihr das Wasser ein Blatt wegtrug, liess sie es rinnen und sagte: »Rinn' in Gottesnamen zu!« Das war aber auch das erste und das letzte Mal, dass sie sich etwas entgehen liess.

Als sie starb, ward ihr der ... weiterlesen


Die zwei Schwestern

Es war einmal eine Mutter, die hatte eine Stieftochter und eine rechte Tochter. Die erstere war hässlich, aber fromm und seelengut, auch war sie demüthig und gehorsam und hatte ein edles Herz. Die rechte Tochter dagegen war wohl schön, aber sie war stolz und hochmüthig und hatte ein böses Herz. Die Mutter verfolgte die Stieftochter, wo sie konnte, während sie die andere begünstigte. Sie ... weiterlesen


Cattarinetta

Es war einmal eine Mutter, die hatte ein Töchterlein, welches Kathrinchen hiess. Eines Tages wollte sie eine Torte backen und schickte das Mädchen zu ihrer Tante, einer bösen Hexe, um eine Pfanne zu entlehnen. Die Tante gab dem Mädchen die Pfanne; »aber merk' es dir wol«, sagte sie, »du musst mir auch ein Stück Torte bringen.«

Die Torte wurde gebacken und als sie fertig war, ... weiterlesen


Der Blinde

Eine arme Mutter hatte zwei Söhne, von diesen war der Eine sehend, der Andere aber blind. Der Sehende musste immer den Blinden herumführen und auf ihn Acht geben; aber nach und nach wurde er dieses Geschäftes müde und beschloss sich des Bruders zu entledigen.

Einmal befanden sich die zwei Knaben am Rande eines grossen Waldes. Da kam dem Sehenden der böse Gedanke: »Wie wär' es, wenn ... weiterlesen


Die zwei Diener

Eine Frau hatte zwei Diener; davon war der Eine fett und sah im Gesichte aus, wie das liebe Morgenroth, der andere aber war blass und mager wie der Tod. Da meinten die Leute, es komme daher, weil der Fette faul und träge sei und alle Arbeit dem Magern zuwälze und weil die Leute immer auch sagen, was sie meinen, so kam es dem Fetten zu Ohren und verdross ihn sehr. »Höre, Kamerad,« sprach er ... weiterlesen


Die zwei Reiter

Zwei Reiter spielten mit einander. Der Eine gewann, der Andere verlor all sein Geld, zuletzt sogar seine Pferde. Da wagte er sich nicht mehr nach Hause und ging trübselig hinaus in den Wald. Es wurde Nacht und da er sein Nachtlager doch nicht auf harter Erde nehmen wollte, stieg er auf eine grosse Eiche mit mächtigen weit ausgebreiteten Aesten und suchte es sich dort bequem zu machen. Allein ... weiterlesen


»Rippe von der Ulme!«

Ein Bursche und ein Mädchen hatten sich innig lieb und hätten sich gerne geheiratet. Weil aber der Bursche arm und das Mädchen reich war, gaben die Aeltern und Verwandten des Mädchens ihre Einwilligung nicht und versagten ihm für immer den Eintritt in das Haus. Die beiden Liebenden liessen darum nicht von einander und verabredeten sich oft zu einer Zusammenkunft auf dem Felde oder im Walde ... weiterlesen


Der Sohn der Eselin

Es war einmal ein Müller, der hatte eine schöne Mühle und ein braves Weib, aber er hatte keine Kinder und dies machte ihm gross Herzeleid. Oft sagte er zu seinem Weibe: »Wenn uns der Himmel doch ein Kind schickte!« Aber der Himmel schickte ihm wol viele Kunden und auch manchmal Regen, dass der Bach, welcher die Mühle trieb, stets Wasser genug hatte, aber von Kindern schien er nichts wissen ... weiterlesen


Das Rothhütchen

Einmal war eine Alte, die hatte eine Enkelin, welche das Rothhütchen hiess. Eines Tages waren sie auf dem Felde, da sagte die Alte: »Ich gehe nach Hause, über eine Weile magst du nachkommen und mir die Suppe bringen.« Als nun Rothhütchen nach einer Weile auch heimging, begegnete es dem Orco, welcher sagte: »Ei, schönes Rothhütchen, wohin gehst du denn?« – »Ich gehe meiner ... weiterlesen


St. Johannes und der Teufel

St. Johannes und der Teufel sassen einmal mitsammen auf einem Hausdache. Da machten sie eine Wette, wer früher im Stande sei, eine bestimmte Anzahl der kleinen hölzernen Dachschindeln anzufädeln. St. Johannes nahm lauter kurze Fäden, zog sie durch das Nagelloch, knüpfte Faden an Faden und reihte so eine Schindel an die andere. Der Teufel hingegen griff mit grossem Ungestüm nach einem langen ... weiterlesen


Der Herrgott vom Bäuchlein

Es lebte einmal ein armer Knabe, der war fromm, gottesfürchtig und voll reinster kindlicher Unschuld in allen seinen Reden und Handlungen. Er hatte zu Hause eine böse Stiefmutter, welche ihn auf jede Weise plagte und quälte und ihm nie einen freundlichen Blick schenkte; er ertrug jedoch alle Unbilden Gott zu Liebe gelassen und ohne Klage und Widerrede. Täglich ging er schon in aller Frühe ... weiterlesen


Die kranke Prinzessin

In der Hauptstadt eines grossen Reiches herrschte tiefe Trauer. Kam ein Fremder und fragte nach der Ursache, so gaben ihm gleich zehn für Einen zur Antwort, die schöne und einzige Tochter ihres geliebten Königs liege schwer krank darnieder, sie rühre sich nicht mehr und esse und trinke nichts, so dass man nur aus dem schwachen Athem entnehmen könne, sie sei noch am Leben. Die Aerzte seien ... weiterlesen