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Märchen - Dietrich Jecklin: Volksthümliches aus Graubünden

Das Krachenmannli

Zwischen den Gemeinden Peist und Langwies steht ein langer Streifen Wald, der »Mattenwald« genannt, der vor vielen Jahren Peist angehörte.

Die von Langwies machten nun Ansprüche auf den Wald, die Peister behaupteten ihr altes Recht, es brachen arge Streitigkeiten aus, und die Gemeinden gingen mit einander vor Gericht.

Zu ihrem Leidwesen bemerkten die von Langwies, daß der ... weiterlesen


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Das neugebackene Brod

Einmal ging eine arme Frau durch den Wald. Müde setzte sie einige Augenblicke auf einen Stein sich nieder; sie befand sich in gesegneten Umständen und war lüstern nach einem Stückchen neugebackenen Brodes. In ihrer Heimat, wo man nur einmal jährlich backt und darum das Brod gewöhnlich sehr hart ist, gehörte, wie auch heutzutage, neugebackenes Brod zu den Leckerbissen. – Sei es nun, ... weiterlesen


Die Hexe in Langwies

In der »Bizirüti« bei Langwies stand früher ein Haus, in welchem ein Mann und eine Frau wohnte.

War der Mann durch seine Tugend und Leutseligkeit bei allen Nachbarn beliebt, hielt man die Frau dagegen für Eine, die mehr konnte, als Strümpfe »lismen«, man hielt sie für eine Hexe. Das that dem Manne leid, daß man seine Ehewirthin für das hielt, wollte es aber nicht glauben, ohne ... weiterlesen


Das Goldmännlein

Eine Viertelstunde außerhalb Sculms erhebt sich eine hohe Felswand, und mitten in diese Wand ist ein alter Stollen gehauen, zu dem man heutigen Tages nicht mehr gelangen kann. Diesen Stollen bewohnte, nachdem das Bergwerk aufgegeben worden war, ein Bergmännlein, dem allein noch eine reiche, fließende Goldquelle dort bekannt war. – Nun lebte in Arèza ein armer, aber braver Mann. Dem ... weiterlesen


Das wüthende Heer

Einst schlief ein Knabe auf dem Wege von Obersaxen nach Tavanasa in der Nähe der Burgruine Heidenburg unter den Aesten einer riesigen Tanne. Da weckte ihn ein verworrenes Geräusch, wie wenn die Windsbraut in tödtlichem Kampfe läge, und über ihn hin raste ein Zug von wilden Reitern und Reiterinnen; sein Pathe selbst, auf feurigem Rosse, schloß den Zug. – Das war das wüthende Heer, ... weiterlesen


Das weiße Pferd in Urezas

Als man zwischen einzelnen Landschaften bestimmte Grenzen zog, kamen die Gemeinden Fetan und Steinsberg wegen der Theilung eines Stückes Land, nämlich der Gegend zwischen der Alp Urezas und Urschei, in Streit. Die stärkere Partei, der Vogt von Fetan und seine Unterthanen, trugen den Sieg davon, und theilten nun das Land nach ihrem Belieben, freilich zu Ungunsten Derjenigen von Steinsberg. ... weiterlesen


Die Bauersfrau als Hexe

Ein Bauer zu Trons, der das mitten im Walde liegende Mayensäß, »la Cavrida« genannt, besaß, ließ das Vieh dort durch einen Knecht besorgen, der ging zu diesem Zwecke jeden Abend hin und kam jeden Morgen wieder heim ins Dorf.

Nun kam dieser Knecht eines Morgens nicht mehr zurück, weßhalb der Bauer einen zweiten hinauf sandte, zu schauen, wo er geblieben sei, ob vielleicht ihm etwas ... weiterlesen


Die bösen Fänggen

Einst wollte ein Mann von Peist im Winter ein Rind schlachten und hatte zu diesem Behufe Alles vorbereitet bis auf den »Aufzug«, an dem man die geschlachteten Thiere aufhängt – den hatte er im Frühjahr im Mayensäß vergessen, wo er ein Thier hatte metzgen müssen.

Er ging lange vor Tag hinauf, den Aufzug zu holen und bemerkte von Weitem, daß in der Hütte Licht war. Das nahm ... weiterlesen


Das überlistete wilde Mannli

Einem Klosterser war sein neugebornes Kindlein verschwunden und statt dessen ein häßlicher Wechselbalg in die Wiege gelegt worden. In seiner Trostlosigkeit wandte er sich überall hin um Rath, und da hieß es, er solle zu einer gewissen Zeit den Wechselbalg auf den Herd legen und rings um diesen herum halbe Eierschalen aufstellen. – Er befolgte diesen Rath, und plötzlich fing der ... weiterlesen


Der unerschrockene Sumvixer

Ein rüstiger Sumvixer, der in der Nähe der Alp wohnte, entschloß sich einmal auf eine Alp zu gehen, die sonst sehr verrufen war. Alles hielt ihn von seinem Vorsatze ab; aber er ließ sich nicht halten. Er wollte nämlich einmal wissen, wie das kam, daß man in dieser Alp alle Morgen eine Herde austreiben, diese am Abend heimkehren, vom Dache der Hütte den Rauch aufsteigen sah, aber nie weder ... weiterlesen


Das weise Fänggenmannli

Die Bewohner der Gemeinde Tenna fingen einen großen Bären, der ihren Heerden vielen Schaden zugefügt hatte. Sie wollten ihn für seine Missethaten grausam bestrafen, um an dem wilden Brummer für immer ein Exempel zu statuiren. Da trat ein wildes Mannli unter die Versammlung und sagte: »'s grusigst ist, lent na hürôtha.« Die Sentenz des wilden Mannli's wurde von nun an im Munde des Volkes ... weiterlesen


Der starke Balz

An einem Herbsttage kam der Fuhrmann Balz ab der Langwies von Chur nach Tschiertschen, und noch in der Nacht wollte er heim. Es war stichdunkel, so daß man ihn warnte, weiter zu gehen, da ihm so leicht ein »Ungfell« zustoßen könnte, und er dann hülflos umkommen müßte. Balz aber war ein unerschrockener Wildner, und hart wie der Felsen, an den daheim sein Häuslein lehnte; aber roh und ... weiterlesen


Die drei ungleichen Schwestern

Auf den Fidriser-Heubergen stand ein kleines Häuschen, in welchem drei Schwestern wohnten. Eine von ihnen war schneeweiß, schön und gut, die And're eine böse, schwarze Hexe, die Dritte halb weiß und halb schwarz, halb gut und halb bös. – Wenn nun die Hexe den Leuten Unheil anrichten wollte und die Gute durch Rath und Warnung dies verhinderte, dann trat die Dritte vermittelnd zwischen ... weiterlesen


Die Tante als Hexe

Ein alter Mann in Ruis im Oberlande erzählte, sein Vater sei gestorben gewesen, als er (der Knabe) noch klein war, und da habe er einmal die Mutter gefragt, was Jenem denn eigentlich auch gefehlt habe. Die Mutter berichtete ihm, das sei eine traurige Geschichte, aber ihm wolle sie dieselbe sagen; er sei durch Schuld der Tante ums Leben gekommen und zwar auf folgende Weise: »Dein Vater war ein ... weiterlesen


Der Drache im Alpiglia-See

Joh. Branca von Guarda soll den kleinen See am Fuße des Pic Mezdi, in welchem ein schrecklicher Drache hauste, mit Hülfe eines Beschwörers mit Blättern und Zweigen überdeckt, und dadurch das Ungethüm genöthigt haben, mitten in einem entsetzlichen Unwetter den Ort zu verlassen. Der Drache kollerte die Felswände hinab, dem Inne zu, schwamm bis nach Innspruck, und wurde dort ohne große ... weiterlesen


Der Fuchs von Fulun

Am Eingange des Thales Lavinuoz, wo der Fluß gleichen Namens zwischen den hochemporragenden Felsen kaum einen Ausgang finden kam, um brausend mit dem Inn sich zu vereinen, findet sich eine große Höhle, welche den Raubthieren zur Zufluchtsstätte dient.

In dieser Höhle soll vor Zeiten auch ein Fuchs sein Lager aufgeschlagen haben, welcher nächtlicher Weile nach Lavin schlich, um dem ... weiterlesen


Die Alpmuetter

Ein Jäger ging im Spätherbste an einer Hütte der Alpe Drusen im Prätigau vorbei und hörte in derselben ein ganz sonderbares Geräusch und Getümmel, wie wenn es noch Hochsommer und die Sennen vollauf beschäftigt wären. – Die Neugierde lockte den Waidmann, und er ging und guckte durch ein Astloch in die Alphütte hinein; er gewahrte in derselben die leibhaftige Alpmuetter. Sie war ... weiterlesen


Das Fänggenmannli in Savien

Aehnlich wie die Kühjer zu Conters und Mombiel machte es ein Fänggenmannli in Savien. Das hütete einem Bauern viele Jahre hindurch die Kühe und nahm dafür allabendlich ein Näpfchen Milch in Empfang, die es leidenschaftlich liebte. Die ihm anvertraute Heerde vermehrte sich wunderbar und gedieh prächtig, und so lange sie unter seiner Obhut stand, verunglückte kein einziges Stück. Die Frau ... weiterlesen


Der Hexentanz zu Fetan

Einst waren in Fetan zwei Mädchen, unzertrennliche Freundinnen. Die kamen eines Abends wieder zusammen, und die Eine, die eine Hexe war, erzählte der Andern, wie sie die vergangene Nacht in lustiger Gesellschaft es so schön gehabt und wacker getanzt habe. Die andere, auch ein quecksilbernes Ding, begehrte zu wissen, wann wieder der Tanz abgehalten werde, und ob sie auch mit dürfe. »Jawohl, ... weiterlesen


Das schwere Kind

Zwei Edelleute erblickten auf dem Wege nach Chur an einem Busche ein kleines Kind liegen, das in Linnen eingewickelt war. Der Eine hatte Mitleiden, hieß seinen Diener absteigen und das Kind aufheben, damit man es in das nächste Dorf mitnehmen und Sorge für es tragen könne. – Als der Diener abgestiegen war, das Kind erfaßte, um es aufzuheben, war er es nicht vermögend.

Die zwei ... weiterlesen


Die Hexe in Wolfsgestalt

In der Gegend von Luzein schreckte einmal ein Wolf Heerde und Hirten und vexirte die Landleute auf mancherlei Weise. Er fürchtete nicht nur die Verfolgung der Jäger nicht, gegentheils schien er sie noch mehr dazu anzufeuern, wohl wissend, daß sie ihm nichts anhaben konnten. Waren die Jäger ihm nahe gekommen und im Begriffe Feuer zu geben, kehrte er sich nur um und schaute ganz ruhig zu, wie ... weiterlesen


Der wilde Küher

Ein Fänggenmannli hütete viele Sommer hintereinander zu Conters die Heimkühe, ohne je irgend eine Belohnung anzunehmen. Nun wurden einmal die Bewohner des Dorfes einig, dem wilden Hirten für seine Dienste einen schönen Anzug zu geben. – Nie trieb dieser Wilde die Kühe bis ins Dorf, sondern nur bis zu einem Stalle oberhalb desselben; von dort kehrte er stets zurück in eine ... weiterlesen


Die weiße Frau auf Obersaxen

Einem armen Manne, der in später Stunde am Weihnachtsabende vom Mayerhofe nach St. Martin heimwärts gehen wollte, begegnete im Tobel eine weiße Frau, die auf einem goldenen Wagen daher fuhr. Plötzlich hielt der Wagen still, die weiße Frau stieg aus und winkte dem Manne. Er ging hin und da bedeutete sie ihm, daß sie einen Nagel am Wagen verloren habe, er solle ihr einen schnitzen. Er that ... weiterlesen


Die erzürnten Dialen

Einst arbeitete eine Familie auf dem Felde, und nachdem Alle recht fleißig gewesen waren, erblickten sie plötzlich ein Tuch auf dem Erdboden ausgebreitet und silberne Geschirre mit Speise und Trank. Die Dialen hatten das Mahl gedeckt und hießen die Arbeiter sich lagern und essen und trinken, mit ihrem gewöhnlichen Ausdrucke: »Iß und laß«; das wollte so viel sagen, als man solle sich ... weiterlesen


Wanderung nach Einsiedlen

Einst hütete ein Knabe zu Compadiels die Ziegen an einer Steinhalde des Pic Gliems. Wie nun seine Thiere weideten oder umhersprangen, saß er auf einem Stein und dachte, wie er so lieber in die Kirche gegangen wäre, anstatt Geißen zu hüten, und ließ seinen Wunsch laut werden, »aber es ist zu weit«. »O nein«, sprach leise eine Stimme hinter ihm. Erschrocken wendete der Knabe sich um ... weiterlesen


Der Melkstuhl

Die Aelpler hatten vom Ober- auf den Unter-Säß »gerobet«, und droben nichts vergessen, als einen schönen, neuen Melkstuhl, der dem Sennen gehörte. Der Senn bemerkte dieß jedoch erst am Abend, als er melken sollte, konnte jetzt aber nicht auf den Obersäß laufen, und des Stuhles wegen das Melken versäumen. Das Melken ging seinen Gang, die Kühe zogen auf ihre Lager, die Knechte zündeten ... weiterlesen


Des Volksthümliches aus Graubünden I. Theil

Jede Sage sagt nicht blos, sie besagt auch Etwas.

Ferd. Bäßler.



Meinem Vater



Constantin Jecklin



und



Den Freunden rätischen Volkslebens



Alphons Isugi Ferd. Vetter

von Aspermont Prof. Dr. Philol.



in Chur

Der Verfasser.









Vorwort



... weiterlesen


Das geheimnißvolle Buch

Ein Klosterser hatte ein geheimnißvolles Buch, mit Hülfe dessen er der schwarzen Kunst theilhaftig wurde. – Als er einmal in der Kirche war, geriethen Buben über dieses Buch und lasen die Zauberformeln. Im Nu flogen eine Schaar Raben und Elstern um das Haus herum und krächzten fürchterlich. Zu gleicher Zeit wurde es dem Manne während der Predigt ganz unheimlich zu Muthe, und, Unheil ... weiterlesen


Die Donna di Valnüglia

In dem waldigen Hochthale Buffalora (im Münsterthale) wohnten einst gütige Feen, und ein schönes, grünes Alpenthal breitete dort sich aus. Aber durch den Vorwitz der Bewohner wurden die Geister veranlaßt, die Gegend zu verlassen, die seitdem verödete. An die Stelle der holden Feen ist später ein seltsames Gespenst getreten, die Donna di Vanüglia, eine weiße Frauengestalt, die aus dem ... weiterlesen


Die Rüfe-Hexe

Vor mehr als hundert Jahren wurde das Dorf Lenz von einer gewaltigen Rüfe überschüttet. Zur selben Zeit hauste hoch über dem Dorfe im Gebirge, wo die Rüfe losbrach, eine Hexe (ein Tobel-Ungeheuer oder Rüfe-Butz). Nicht lange Zeit vor dem traurigen Ereignisse, das Lenz bald treffen sollte, hörte man ein so lärmendes Wortgezänke im Gebirge oben, daß weithin die Tobel und Schluchten davon ... weiterlesen


Die lebendig gewordene Puppe

Auf der Alp Valésa in Somvix machten einst die übermüthigen Hirten eine Puppe aus Käsmasse und behandelten und hätschelten dieselbe wie ein lebendes Kind. – Als nun die Alpentladung kam und der Tag der Abfahrt ins Thal da war, richtete sich die Puppe plötzlich auf und rief mit unheimlich drohender, befehlender Stimme den erschrockenen Hirten und Sennen zu: »Einer von Euch muß bei ... weiterlesen


Die gefangene Pest

Zur Pestzeit lebten in Fanas zwei Brüder. Diese bohrten in einen Tramen ihrer Stube ein Loch und sperrten da ihren Antheil Pest hinein, schlugen dann einen hölzernen Nagel in das Loch und begaben sich ins Ausland, bis die Pest vorüber und Alles wieder ruhig geworden war. Als sie nach Langem wieder heimgekehrt, zogen sie aus Muthwillen den Nagel aus der Wand, um das Wesen der todten Pest sich ... weiterlesen


Die Hexe in der verbrannten Juppe

Eine Hausfrau in Montbiel hatte eine Schaar Hennen, die täglich Eier legten und ihr dadurch große Freude machten. Auf einmal geschah es aber, daß die Hausmutter keines einzigen Eies mehr ansichtig werden konnte, und doch mußten sie schön gelegt haben, weil sie täglich »gatzgeten.« In bitterm Verdrusse ergriff dann einmal die gute Frau eine Henne, die eben »gatzgete,« und warf sie in ... weiterlesen


Der Hexenmeister

Vom alten »Zigeuner« erzählt man im Oberlande, er habe sich nach Belieben in einen Wolf oder in einen Bären verwandeln können.

Einmal legte er, da eine Gesellschaft in Rabius ihn als Musikant gedungen hatte, seine Geige auf den Tisch, wo diese, ohne daß er sie berührte, von selbst weiterspielte. Während dieses unheimlichen Spieles erschienen aber so schreckliche Gestalten in der ... weiterlesen


Das erlöste Doggi

In Ruis oberhalb Ilanz lebte einst ein reicher Mann A.C. Dieser wurde des Nachts oft vom Doggi geplagt. Da gab ihm jemand den Rath, einen Ast in der Täfelwand auszuschlagen und einige Kopfkissen auf dem Boden seines Schlafzimmers auszubreiten. Er that das, und siehe – am Morgen, als er aufstand, saß auf dem Kopfkissen ein großes, schönes Mädchen, welches ihm für seine Erlösung von ... weiterlesen


Das Ungeheuer Lüscher-See

In einem kleinen Thälchen auf dem Heinzenbergergrate liegt der kleine Alpsee Lüsch; er ist von Haidekraut und Alpenrosen bekränzten Hügeln umgeben. Dieser kleine See ist in seiner lieblichen Umgebung ein Bild der Ruhe; vor einem nahen Ungewitter aber, noch ehe schwarze Wolken den Himmel rings umnachten – wenn der Föhn sich wilder erhebt und grausam pfeift, werfen die eigenthümlich ... weiterlesen


Der schwarze Pudel

Eine blühende Weide mit einer stattlichen Alphütte war einst da, wo jetzt auf dem Heinzenberge der Bischoler-See liegt. – Diese schöne Trift gehörte einem reichen, geizigen Sennen.

Zu dem kam eines Tages ein armer Mann müde über den Berg her, matt von der drückenden Hitze, und bat ihn um einen Trunk Milch. Der Ruchlose gab ihm mit »Lab« durchsäuerte Milch, dessen der ... weiterlesen


Der Zauberritt

Ein Oberländer stand als Schildwache vor dem königlichen Schlosse zu Paris. Er ging auf und ab und dachte an die Seinigen zu Hause und an das heimathliche Kirchweihfest (perdonanza), das an eben diesem Tage gefeiert wurde. Da kam ein altes Weib des Weges und fragte ihn, ob er nicht ein Weilchen daheim sein möchte? Er bejahte die Antwort, worauf das Weib ihm rieth, auf das erste beste ... weiterlesen


Der Geist im Urden-See

»Mein Arm ist schwach, mein Haar ist grau,

Nicht leb' ich mehr länger, ich arme Frau.



Vom Weinen sind meine Augen roth,

Mein einziges Hoffen ist der Tod.



Mein einziges Hoffen ist der Tod,

Er löst mich aller Angst und Noth.



Er löset mich von Qual und Pein,

Dann geh' ich zum himmlischen Frieden ein.



... weiterlesen


Die Jungfrau mit dem Holde

Auf der hohen Alp Russein handthierte wacker ein Senne mit seinen Gehülfen. An einem schönen Sommermorgen öffnete sich plötzlich die Thüre, und herein trat eine fremdartige und doch Vertrauen erweckende Gestalt; in reichen Wellen fielen ihre goldenen Flechten über die blendenden Schultern herab, in ihren zarten Händen trug sie ein Gefäß, und im Gefässe funkelte flüssiges Gold. ... weiterlesen


Die Hexe bei Strahlegg

Um Mitternacht ging ein Bursche aus Jenatz nach Strahlegg »z'hengert.« Oberhalb dem Schlosse steht ein Heustall, wo der Bursche noch vorbeigehen mußte, um an Ort und Stelle seines Wanderzieles zu gelangen. Er hörte eine Stimme, die ihn lockend auf den Heuboden rief. Er begab sich dorthin, fand und sah aber nichts, und doch erscholl bald aus dieser, bald aus jener Ecke ein helles Gelächter, ... weiterlesen


Das Hexenwerk auf Obersaxen

An einem prachtvollen Morgen trieb der Hirte wie gewohnt seine Thiere aus; aber an diesem Morgen war es ihm ganz sonderbar zu Muthe. Er mochte nicht blasen wie sonst, zudem hatte er eine Ahnung, als müßte heute ein großes Unglück über die Landschaft kommen.

So trieb er aus, bis er, ganz müde und verstimmt, auf einen Bühel sich setzte und »Holzböcke schnitzte«, d.h. staunte und ... weiterlesen


Das verhexte Vieh

Vor vielen Jahren lebte in Ruis im Oberlande ein Schuster, der eine halbe Stunde vom Dorfe entfernt ein Gütlein, »Sereins« genannt, besaß, von dem er zwei Kühe ernähren konnte. Als dieser nun eines Winters auf dem Gute fütterte und an einem schönen Morgen dahin ging, fand er im Stalle eine fremde Kuh mit einer seiner beiden Kühe in einer Kette beisammen. Er suchte lange Zeit sie zu ... weiterlesen


Die weiße Kunst

Im Münsterthale waren die Leute im besten Heuen. Weit und breit war kein Wölklein zu sehen, das Regen bedeutet hätte, und mit Eifer wurde das prächtige Wetter benutzt. – Schon lag das Heu in Haufen zum Aufladen bereit. Da kam auf einmal eine schneeweiße Wolke dahergefahren, ließ sich über dem Heu zu Boden, und aus der Wolke entstand ein Wirbelwind, der das Heu in alle Gegenden weit ... weiterlesen


Der launige Alpbutz

Ein ganz launiger Kerl von einem Butz war auch in der Ober-Säß in Schlapin. Auf dieser Alp hat einmal der Großhirt am Herbst bei der Alpfahrt mit Fleiß und Vorbedacht ein Rind zurückgelassen. Des andern Tages nun schickte er seinen Kleinhirten hinauf auf die Alp, das vergessene Thier zu holen. Auf der Nonnenalp hauste aber seit undenklicher Zeit schon ein Butz im »Dajagmach«, dazu mochte ... weiterlesen


Das Arcanum gegen die Pest

Zur Zeit, als die Pest unter dem Namen »der schwarze Tod« in Graubünden grassirte und unzählige Opfer forderte, so daß ganze Höfe ausstarben, machte man die Beobachtung, daß kein einziges Fänggen-Mannli oder -Wîbli von der Seuche hingerafft wurde, und kam zum Schlusse, daß dieselben ein Geheimmittel dagegen besitzen müßten. Ein Bauer wußte endlich mit List dieses Geheimmittel aus ... weiterlesen


Der Geist auf Brün

Zur Gemeinde Valendas gehört der Hof Brün hoch am Berge droben, und dieser Hof theilt sich in Vorder- und Hinter-Brün. – Ueber Hinter-Brün dehnt ein unheimlich-dunkler Wald sich aus.

In diesem Walde soll vor Zeiten ein Mann, ein Schreiner von Gewerbe, wegen einer Marche seinen Nachbarn erschlagen, und den Leichnam entsetzlich zerstümmelt haben. – Um die Mordthat zu ... weiterlesen


Der Tobel-Geist

Hart unterm Staffel in der Alp Fanin ist ein tiefes Tobel, aus welchem man Nachts zuweilen ein schreckliches Geheul und grausiges Aechzen und Stöhnen vernimmt. Endlich sieht man, wie ein Mann mit ungeheurer Mühe eine todte Kuh den steilen Abhang herauf nach sich zieht; oben am Abhange angelangt, stürzt er dieselbe wieder in den Abgrund hinunter und jauchzt und jodelt dabei, daß es in den ... weiterlesen


Die zwei Schatz-Hüter

Nahe beim Schlosse Ortenstein auf der Spitze eines Hügels, im stillen Haine über einem fürchterlichen Abgrunde steht die Kirche des h. Laurenz und unterhalb derselben eine, dem Heiligen Viktor geweihte, von Sagen umwehte Kapelle. Nach dem Volksglauben hat Eusebius Scotus dreißig Jahre als Einsiedler dort verlebt und ist nach seinem Tode dort oft noch gesehen worden. – Auch ein Schatz ... weiterlesen


Die Schanänn-Jungfrau

In der Nähe der Fidriser-Au, an dem Fußwege nach dem Dorfe Jenatz, steht ein kleines Haus, bei welchem man lange Jahre Nachts eine Jungfrau, riesengroß, in weißem Kleide, mit bleichem Gesichte und fliegenden, dunklen Haaren, lautlos umherschwebend, erblickte, welche die Wanderer um Erlösung anflehte und künftige Dinge ihnen voraussagte. – Diese bleiche Seherin ist die ... weiterlesen


Die Hexe im Loris-Boden

Nicht weit vom Mayerhof in Obersaxen ist eine Wiesengegend, der »Lorisboden« genannt, auf dem mehrere Ställe stehen, in deren einem schon seit Jahrhunderten eine Hexe sich aufhält. Diese Hexe beginnt ihr Treiben bei Anbruch der Nacht, und erscheint in Gestalt einer Katze mit großen, feurigen Augen. Furchtbar klopft sie an allen Wänden des Stalles, rasselt mit den Kuhketten und jagt das ... weiterlesen


Uebelbelohnte Dienstfertigkeit

In Guarda lebte ein Mann mit seiner Frau in Unfrieden. Als der einmal auf einer Bergwiese sein Heu aufladen sollte, um es nach Hause zu führen, hatte er Niemand, der ihm dabei Hülfe leistete, denn seine zänkische Frau wollte ihm nicht helfen. Da erschien eine Diale und half ihm sein Fuder laden. Er hielt sie für ein gewöhnliches Weib. Als sie aber auf dem Fuder stand, bemerkte er ihre ... weiterlesen


Die verhexte Dame

Ein Bursche von Klosters ging eines Morgens vor Tag in die Alp; da traf er unterwegs, auf dem Pardenner-Bödeli hinter Klosters, einen an einer Tanne angebundenen Fuchs, den er von seiner Haft befreite. – Nach Jahr und Tag ging dieser Bursche in niederländische Militärdienste. – Eines Morgens wurde er in der großen Stadt, in der er diente, in ein Haus berufen, wo man ihn in ein ... weiterlesen


Das Doggi in Laus

Eines Abends gingen zwei Knaben von Surrhein nach Laus »z'hengert.«

Als sie zu einem Stalle kamen, sahen sie andere Burschen, die ihnen aufpaßten, und sie versteckten sich ins Heu, das in diesem Stalle aufgehäuft war, um abzuwarten, bis die Andern gingen. Das Warten wurde ihnen aber zu lange, und sie schliefen ein.

Plötzlich fühlte Einer die schwere Bürde des Doggi's; er war ... weiterlesen


Die Wunschhöhle bei Arosa

Dahinten im Schanfiggerthale über dem Dörfchen Arosa und dem lieblichen Schwellisee steht einsam ein alter »Ziernüßlibaum«. Rings um denselben, auf eine halbe Stunde weit, sind alle andern Arven verschwunden; nur diese einzige ist übrig geblieben, hoch und mächtig mit breitem Wipfel zum Himmel ragend. Unter ihrer Wurzel hervor sprudelt ein frischer Quell.

Wer ein Sonntagskind ist, ... weiterlesen


Der Geist in Pardenn

Auf der Alp Pardenn besonders beobachtet man zuweilen das »Rucken« des Viehes. Wenn das Vieh in schönster Ruhe am Weiden ist oder die Sennen eben am Melken sind, läßt sich bald nahe, bald ferne ein eigenthümliches Schreien und Rufen vernehmen, wovon das Vieh in Unruhe geräth, bis daß es wüthend durcheinander rennt und die herzueilenden Hirten mitunter durch das Vieh arg zugerichtet ... weiterlesen


Der entführte Senne

Auf der Alp Greina war ein Senne, welcher sich an einem regnerischen Abende zu den Zeitkühen auf den »Sattel« begab, um ihnen das nöthige Salz zu geben. Obgleich er längst wußte, daß die Nachtschaar über diesen »Sattel« ihren gewohnten Zug hatte, und es ohnehin spät an der Tageszeit war, zog er guten Muthes hin. Auf der Höhe des Bergrückens vernahm er aber in seiner Nähe ein ... weiterlesen


Der Drache in der Alpe Macun

Auf der Ostseite des Zernetzer-Kirchberges ist die Laviner Galtvieh-Alpe Macun, wo der größte von den kleinen Alpseen von einem Drachen bewohnt wird. Der steigt zuweilen aus dem Wasser, schüttelt die Flügel, und schaut gräßlich um sich, dann schleicht er umher, bis er ein verlaufenes Rind antrifft, das er dann nach dem See hin zieht, um mit ihm in der Tiefe des Wassers zu verschwinden; hat ... weiterlesen


Der Hexentanz auf Schuders

In Schuders war einmal ein Knabe, den seine Eltern, geizige Leute, nie zur Gesellschaft junger Leute lassen wollten.

Er ging dennoch eines Abends heimlich ins Nachbarhaus, wo es lustig her ging. Man saß fröhlich bei einem Glase Wein, tanzte und war guter Dinge. Der Junge hatte seine Freude daran und wünschte, auch tanzen zu können. – Er verließ bald die Gesellschaft, denn er ... weiterlesen


Das Nachtvolk auf Obersaxen

Ein Bauer ging spät in der Nacht an dem zerfallenen Stalle, dessen Umgebung »Sand« genannt wird, eine halbe Stunde vom Meierhof entfernt, vorbei. Da hörte er ein Tönen, wie wenn man an metallene Gegenstände schlägt, und durch die Bäume gewahrte er einen lichten, rothen Glanz, gewahrte auch geisterartige Gestalten um den Stall herumhüpfen; einige dieser Gestalten spielten mit goldenen ... weiterlesen


Die boshafte weiße Frau

Anweit des Dorfes Präz findet sich eine weite, schöne Halde, eine von der Dorfjugend zum »Schlittlen« im Winter bevorzugte Oertlichkeit.

Vor alten Zeiten geschah es einmal an einem schönen Winterabende, daß die liebe Jugend wie gewohnt hinausging, um im Schlittlen sich lustig zu machen, und es war mehr als eigenthümlich, daß an diesem Abende die Jungen wie Abschied nahmen von ... weiterlesen


Der Hennenteufel

Ein St. Antönier hat einmal den Hennenteufel gesehen.

Einstens an einem Abend kam ein Montafuner spät in den Mayerhof und konnte nirgends mehr unterkommen, als bei Barthli Flütsch, der ihn klopfen hörte und ihm aufmachte. Der Fremde trat ein, und Barthli zog sich an, um ihm noch etwas zu holen. Der Montafuner, ein gesprächiger Mann, erzählte nun Allerlei von der Welt draußen, und ... weiterlesen


Der Hausbutz »Stutzli.«

Noch ganz das gutmüthige und zutrauliche Wesen eines Hausgeistes zeigte in Serfrangen bei Klosters ein Hausbutz, »Stutzli« genannt. Sein Lieblingsplätzchen war die Ofenbank. Da kam in dem Hause, wo Stutzli sich befand, ein Kindlein zur Welt, und wenn man das Kindlein in der Wiege zur Ofenbank stellte, wiegte der Stutzli dasselbe die längste Zeit. Nach und nach verschwand der Stutzli. »Er ... weiterlesen


Die Hexenfahrt

Ein Mädchen diente als Magd bei einem Bauern zu Fanas und bemerkte, daß ihre Meisterin am Abende oft von Hause sich entfernte, und zwar auf eine unerklärliche Weise aus der Küche verschwindend. Einmal verbarg sich die Magd im Kellergange und beobachtete, wie die Hausfrau leise in die Küche schlich, aus einem »Schgäfflein« eine kleine Büchse hervorholte und diese letztere öffnete, wie ... weiterlesen


Der pfiffige Waldfängge

Ein anderer Waldfängge bei Conters hütete einst einen ganzen Sommer die Ziegen des Dorfes. Jeden Morgen kam der wilde Geißler bis nahe an die Häuser, um die Thiere abzuholen, und jeden Abend führte er sie bis zu der gleichen Stelle und kehrte dann wieder in den Wald zurück. Die Burschen von Conters versuchten öfters, aber vergebens, ihn zu fangen. Endlich kamen sie auf einen eigenen ... weiterlesen


Das Lichtensteiner-Bödeli

Ein Haldensteiner stand in holländischen Diensten einmal auf der Wacht, und da kam ihn auch die Sehnsucht nach der lieben Heimat mächtig an. Er wurde abgelöst und ging nach der Kaserne. Am Morgen drauf klagte er einer ihm befreundeten Frau sein Sehnen nach den Alpen und schilderte ihr sein Heimatdorf. Lächelnd hörte sie ihn an und erwiederte: »Haldenstein kenne ich so gut wie Du, denn ... weiterlesen


Die Spinnerinnen in Vulpèra

Nahe bei Tarasp liegt der Hof Vulpèra; dort wohnte eine rechtschaffene, fleißige Bäuerin, die ihren Mann liebte und ehrte und auch ihre Kinder gut erzog. – Nun kamen an manchen Winterabenden aus dem Thälchen unterhalb des hohen Pic Pisoc zwei schöne Mädchen mit Spinnrädern nach Vulpèra, in weißen Kleidern, mit flachsblonden Haaren, und haben gar fleißig gesponnen; absonderlich ... weiterlesen


Das gefangene Fänggenmannli

Ein Mann in Parpan fing mittelst der Schlinge eines Heuseiles ein Fänggenmannli. Das machte nun die possirlichsten Sprünge und verzweifeltesten Versuche zur Flucht; doch Alles half nichts, es konnte sich nicht befreien. Da sagte es zu seinem Peiniger, der Tamerlan hieß, halb zornig, halb wehmüthig:



»Tamerlan,

Hättest du schröpfen und z'Ader glân,

Wie an andra ... weiterlesen


Die bestrafte Hexe

Es gingen zwei Jäger in den Wald und schossen einen mächtigen Fuchs, an dem sie Beide genug heimwärts zu schleppen hatten. Ihre Beute wurde aber immer schwerer und schwerer, und endlich mußten sie dieselbe fallen lassen, die rollend in den Abgrund stürzte. – Als die beiden Jäger leer nach Hause zurückgekehrt, fand der Eine seine Ehehälfte todt in der Stube liegen; eine Kugel hatte ... weiterlesen


Das Todtenvolk in der Alpe Novai

Wenn Jemand im Herbste in der Alpe Novai, nachdem das Vieh von der Alpe heimwärts gezogen, in gewissen Nächten übernachte, so sehe er einen Mann aus dem Käsekeller der Alphütte heraufkommen mit Sennenlederkappe und aufgestülpten Hemdärmeln. Der Mann zündet dann Feuer auf dem Herde an, und schaue »grausam laid« drein, bis es zwölf Uhr schlage, dann beginne es draußen vor der Hütte ... weiterlesen


Rache einer Hexe

In Ems lebte vor alten Zeiten ein Bauer; man nannte ihn den »Gschworne Christof«. Der hatte eine Magd, die war aus dem Oberlande. Zur Zeit der Heuernte ging er nun auf sein Mayensäß, um das Futter einzusammeln, hatte aber schlecht Wetter dazu, so daß er wohl mähen, aber das Gemähte nicht dörren konnte. Endlich, nachdem er alles Gras abgemäht hatte, wurde das Wetter erwünscht schön; ... weiterlesen


Die Gemsenkäslein

Ein Fänggenmannli hauste in der Trockenhöhle oberhalb Camana in Savien, wo es eine recht hübsche Gemsenkäserei sich eingerichtet hatte. Er besaß zweihundert der schönsten Gratthiere, die er selbst gezähmt, so daß sie Morgens und Abends von selbsten in die Höhle kamen und sich melken ließen. – Ein armes, einäugiges Knäblein des Thales, das die Ziegen hütete, fand in der Höhle ... weiterlesen


Das Todtenvolk in Davos

Ein Davoser wollte zu seinem Mädchen in den Heimgarten gehen. Ein Geräusch scheuchte ihn aber vor der Hausthüre in einen Schopf, und da sah er eine Menge dunkler Gestalten vor dem Hause sich versammeln, und alsdann mit einem Sarge sich entfernen, jedoch nicht auf dem gewöhnlichen Kirchwege, sondern auf einem Umwege. Bald darauf starb die Mutter seiner Geliebten, und ihr Leichenzug war ... weiterlesen


Die Hexen auf Urden

Es war in einem Herbste, als die Maladerser ihre Alpe unterhalb Urden wegen schlechtem Wetter früh verlassen hatten. Das »Molchen« (der Molken, Alpnutzen) konnte auf den darauf folgenden Tag (Sonntag) nicht »z'Thal« geführt werden, weßhalb der Senn mit dem »Zu-Sennen« droben blieben, um am Montag die Ladung zu bewerkstelligen.

So blieben sie also am Sonntag Abend in der Alpe, ... weiterlesen


Der versetzte Marchstein

Vor alten Zeiten gehörte die schöne Lampertsch-Alp in Zervreila den Valsern, nun aber in das Gebiet von Blegno. Die Sage, wie diese Alp an letzteres kam, ist die:

Mitte des siebzehnten Jahrhunderts hatte die Gemeinde Vals die jetzige große Kirche am »Platze« gebaut, welcher Bau die Einwohner in große Schulden brachte, weßhalb sie sich genöthigt sahen, zwei Alpen, nämlich Tomül ... weiterlesen


Der Mulinära-Hans

Vor vielen Jahren war es ein rauher und geiziger, sogar ungerechter Mann, der die bischöfliche Meyerei Mulinära unterhalb Trimmis verwaltete. Fand kein Armer bei ihm Zutritt und gönnte er Niemanden was, ließ er sich's selber doch nicht abgehen, denn für sich allein war er ein Schlemmer.

Der starb nun eben bei einem Mahle, in Folge seiner Völlerei und muß nun geisten auf ... weiterlesen


Die Hexe zu Fetan

Einige Burschen, die in der Mitternachtsstunde von Klein-Fetan nach Groß-Fetan sich begaben, sahen, vom Mondschein begünstigt, auf einer Wiese an der Straße einen menschlichen Körper am Boden liegen. Sie gingen hin, wendeten den Körper um, denn dessen Gesicht war der Erde zugewandt, erkannten sogleich ein armes, altes Weib aus Klein-Fetan und hielten die Arme für todt. Darauf trugen sie ... weiterlesen


Der Schutz-Geist

Auf der Alp Lavetz am Stäzer Horn hütete ein Berg-Butz viele Jahre lang das Vieh und schützte es besonders während des Nebelwetters oder der Nacht vor Schaden. Zur Belohnung mußte der Senne jeden Abend eine kleine, hölzerne Schüssel mit süßem Rahm füllen und diese auf das Dach der Sennhütte setzen; jeden Morgen fand er diese Schüssel am gleichen Platze, leer. – Eines Abends ... weiterlesen


Die in Gold verwandelten Kohlen

Ein Fänggenmannli, das zuhinterst in Savien auf Valätscher-Alpe in einer »Balma« hauste, kam einmal Nachts auf den Hof Bühel, klopfte leise an die Hausthüre und bat die zum »Läufer« herausschauende Hausfrau inständig, sie möchte seinem Weiblein auf Valätscha in seinen Kindsnöthen beistehen. Die gute Frau willfahrte der Bitte und folgte dem wilden Mannli bis in seine Höhle, leistete ... weiterlesen


Die entdeckte Hexe

Ein Knabe auf Obersaxen pflegte alle Tage sein Mädchen zu besuchen, den Donnerstag ausgenommen, an welchem Abend die Dirne seinen Besuch sich verbeten hatte. Die Neugierde plagte aber den Jüngling und ließ ihm weder Ruh' noch Rast, bis er hinter das Geheimniß kam. Durch eine Ritze der geschlossenen Fensterladen beobachtete er am verhängnißvollen Donnerstag Abend seinen »Schatz« und sah ... weiterlesen


Der Geist am Crap Saßlatsch

Der Bach Sagliaints bildet die Grenzmarche zwischen Lavin und Süß. Die Volkssage erzählt: Es sei einst diese Grenzmarche zum Vortheil der Laviner dadurch bis zum Felsenvorsprunge Crap Saßlatsch vorgeschoben worden, daß ein Mann den in Sagliaints ausgegrabenen Grenzstein dorthin versetzt und hierauf ein richterliches Erkenntniß das streitige Gebiet den Lavinern zugesprochen habe. Einige ... weiterlesen


Der Jäger in Nöthen

Ein Jäger J.M. von Klosters hatte die Gewohnheit, im Gespräche häufig den Ausspruch: »I! daß dich die Hexen ritten!« zu gebrauchen. Einmal war er auf dem Fuchsstande; da kam ein Fuchs in Schußweite, den er schoß, gleich darauf ein zweiter, den er auch schoß, und so ging es fort, bis er kein Pulver mehr hatte, aber desto mehr Füchse, so daß er kaum im Stande war, alle heimzutragen. Er ... weiterlesen



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