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Märchen - Don Juan Manuel: Der Graf Lucanor

Was einem Kaufmann begegnete, welcher Weisheit kau

Eines Tages kam der Graf Lucanor, noch ganz wütend über eine ihm angetane Beleidigung, zu seinem Rate Patronius und beteuerte, er wolle darüber einen solchen Lärm machen, daß man für immer daran denken sollte. Da Patronius ihn plötzlich so voller Zorn sah, sagte er zu ihm: Herr Graf, ich wünschte sehr, Ihr vernähmet, was einmal einem Kaufmanne begegnet ist, der Weisheit kaufen wollte. ... weiterlesen


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Vom Bauer und seinem Sohn

Ein andermal sagte der Graf Lucanor zu seinem Rate Patronius, wie er wegen eines gewissen Vorhabens in großer Not und Sorgen stehe, denn führte er es aus, würden, wie er im voraus wisse, ihn viele darum tadeln, unterließe er's aber, so wäre er nach seiner eignen Überzeugung höchst tadelnswert. Er erzählte ihm hierauf, was es betraf, und bat ihn, ihm hierin zu raten. Herr Graf Lucanor, ... weiterlesen


Wie es dem Kaiser Friedrich und dem Don Alvarfañe

Einst sagte der Graf Lucanor zu seinem Rat Patronius: Ich hab zwei verheiratete Brüder, die aber ein sehr verschiedenes Leben führen. Der eine liebt nämlich seine Gemahlin so sehr, daß er nur selten zu bewegen ist, sich von dem Orte loszureißen, wo sie weilt, und er unternimmt nichts in der Welt ohne ihre Zustimmung und ohne sie vorher zu fragen. Den andern dagegen können wir auf keine ... weiterlesen


Wie es einem jungen Mann an seinem Hochzeitstage e

Eines Tages sagte der Graf Lucanor zu seinem Rate Patronius: Einer meiner Diener vertraute mir, daß man ihn zu einer Heirat mit einem sehr reichen Mädchen überreden wolle. Sie ist vornehmer als er, und die Partie wäre sehr vorteilhaft für ihn, wenn es nicht ein Bedenken dabei hätte: Man hat ihm gesagt nämlich, sie sei das störrigste und trotzigste Weib von der Welt. Nun bitte ich Euch, ... weiterlesen


Was einem Dechanten von St. Jago mit dem Zauberer

Als der Graf Lucanor am andern Tage mit seinem Rat Patronius sprach, erzählte er ihm folgendes: Es hatte jemand in einer Angelegenheit, wo er meiner bedurfte, sich meinen Beistand mit dem Versprechen erbeten, daß er dagegen auch mein Bestes möglichst fördern wolle. Ich säumte nun nicht, ihm nach Kräften beizustehen, doch bevor die Angelegenheit noch beendigt war, merkte er, daß ... weiterlesen


Was einem Weibe, Frau Lustig genannt, begegnete

Ein andermal sagte der Graf Lucanor zu seinem Rate Patronius: Es hat mir jemand eine Angelegenheit mitgeteilt und zugleich auch angegeben, wie sie ausgeführt werden könnte, und ich sage Euch, wenn Gott es gelingen ließe, hätte ich großen Gewinn davon, soviel Vorteile enthält es. Denn da folgt eine solche Menge Dinge, immer eins aus dem andern, daß zuletzt eine große Geschichte daraus ... weiterlesen


Jemand, der mit einem großen Schatz auf dem Rück

Einst sagte der Graf Lucanor zu seinem Rate Patronius, er habe große Lust und halte es für sehr vorteilhaft, in ein Land zu reisen, wo man ihm eine Summe Geldes schuldig sei, besorge aber, daß dort sein Leben in große Gefahr kommen könnte; er bitte ihn daher, ihm hierin zu raten. Herr Graf, entgegnete Patronius, damit Ihr hierbei handelt, wie es Euch meiner Meinung nach am dienlichsten ist, ... weiterlesen


Was einem begegnete, der Rebhühner fing

Ein andermal sagte der Graf Lucanor zu seinem Rate Patronius: Einige Männer hohen und niedern Standes machen mir manchmal viel Verdruß und Schaden an Land und Leuten; doch wenn sie nachher vor mir erscheinen, stellen sie sich, als tät es ihnen sehr leid, daß sie so handeln mußten, sie hätten es jedoch nicht vermeiden können und es nur notgedrungen und mit großem Kummer getan. Da ich nun ... weiterlesen


Was den Uhus mit den Raben begegnete

Der Graf Lucanor sagte eines Tages zu seinem Rate Patronius: Ich lebe in Krieg mit einem sehr mächtigen Herrn, und dieser mein Feind hatte früher einen Vetter bei sich im Hause, dem er viel Gutes erwiesen. Einmal aber tat er ihm in einem Handel, den sie beide untereinander hatten, großes Unrecht an, und dieser Mensch, mit dem er so nahe verwandt ist und der nun wegen der erlittenen Unbill auf ... weiterlesen


Was Don Lorenzo Suarez Gallinato in Granada widerf

Eines Tages sprach der Graf zu Patronius, seinem Ratgeber, in folgender Weise: Patronius, ein Mann kam zu mir, um mir seinen Schutz anzubieten, und ich weiß wohl, daß er ein rechter Mensch ist; aber einige sagen mir, daß er etliche unrühmliche Dinge getan hat. Wegen Eures guten Verstandes bitte ich Euch nun, mir zu raten, was ich in dieser Sache tun soll. Herr Graf Lucanor, sprach Patronius, ... weiterlesen


Was dem Grafen von der Provence mit Saladin begegn

Der Graf Lucanor sprach einmal zu seinem Rate Patronius: Einer meiner Vasallen sagte mir neulich, daß er eine Verwandte verheiraten wolle, und gleichwie er gehalten sei, mir stets nach seinem besten Vermögen mit Rat an die Hand zu gehen, so bäte er mich auch nun, ihm hierbei dieselbe Gnade zu erweisen. Dabei teilte er mir alle Heiratspläne mit, die er im Sinne habe, und da er ein Mann ist, ... weiterlesen


Was einmal mit sehr guten Reiherfalken sich zugetr

Ein andermal sagte der Graf Lucanor zu seinem Rate Patronius: Ich war in mannigfachen Streit verwickelt, und nun, da der Zwist vorüber, raten mir einige, anderweit neuen Kampf anzubinden. Andre dagegen wollen, ich soll ausruhen und Frieden halten, und wieder andere, ich soll die Mohren mit Krieg überziehen. Da ich aber weiß, daß mir niemand besser raten kann als Ihr, so bitte ich Euch, sagt ... weiterlesen


Was in Bologna mit einem Lombarden vorgefallen

Als der Graf Lucanor eines Tages in seinen Angelegenheiten mit Patronius sprach, sagte er zu ihm: Einige raten mir, so viel Schätze aufzuhäufen, als ich nur immer kann, denn das sei die beste Hilfe in der Not. Nun bitte ich Euch, sagt mir, was Ihr dazu meint.

Herr Graf, sagte Patronius, ihr großen Herren bedürft allerdings eines Schatzes zu gar vielen Dingen, zumal um nicht etwa aus ... weiterlesen


Was einem Mohrenkönige von Cordova begegnete

Eines Tages sprach der Graf Lucanor zu seinem Rate folgendermaßen: Es ist Euch bekannt, Patronius, daß ich ein eifriger Weidmann bin und, wie keiner vor mir, viele neue Jagden aufgebracht, auch an den Hauben und Fußschellen der Falken einige nützliche Erfindungen gemacht habe, die man sonst nicht kannte. Und nun sprechen diejenigen, die mir Übles nachreden wollen, gewissermaßen spöttisch ... weiterlesen


Wie es dem Raben mit dem Fuchs ergangen

Ein andermal sprach der Graf Lucanor also zu seinem Rate Patronius: Jemand, der sich für meinen Freund ausgibt, begann mich gewaltig zu loben, indem er mich für einen Ausbund von Ehre, Macht und andern Vortrefflichkeiten erklärte, und während dieser schmeichelhaften Redensarten brachte er einen Rechtshandel in Anregung, der mir auf den ersten Anblick, und soviel ich davon verstehe, ... weiterlesen


Was einem Seneschall von Carcasona begegnet

Ein andermal sprach der Graf Lucanor also zu seinem Rate Patronius: Da ich weiß, daß jeder sterben muß, so möchte ich nach meinem Tode gern irgend etwas Großes und Dauerndes hinterlassen, das meiner Seele zugute käme und wobei alle meiner gedächten; ich bitte Euch daher, ratet mir, auf welche Weise ich dies am besten erzielen könnte.

Herr, entgegnete Patronius, das Gute, wie es ... weiterlesen


Was Patronius dem Grafen Lucanor geraten

Eines Tages sprach der Graf Lucanor folgendermaßen zu seinem Rate Patronius: Es sagte mir jemand, er wisse mancherlei Wahrsagerkünste und andere ähnliche Dinge, wodurch ich die Zukunft erforschen und das Meinige bedeutend fördern könnte. Allein ich glaube, dergleichen läßt sich ohne Sünde nicht anfassen, und um des Vertrauens willen, das ich zu Euch hege, bitte ich um Euren Rat, was ich ... weiterlesen


Was einem Könige mit drei Schälken begegnet

Ein andermal sprach der Graf Lucanor zu seinem Rate: Es kam neulich jemand zu mir, der sagte mir von einem großen Kunststück und gab zu verstehen, daß dasselbe von vielem Nutzen für mich sein würde. Er verlangt aber und schärft mir dringend dabei ein, daß ich ihm unbedingt vertrauen, die Sache geheimhalten und keinem Menschen in der Welt davon etwas sagen soll, bis er es selbst für gut ... weiterlesen


Wie es einem Fuchs, der sich totstellte, ergangen

Einst sprach der Graf Lucanor also zu seinem Rate Patronius: Einer meiner Verwandten lebt in einem Lande, wo er nicht die nötige Macht besitzt, um sich aller der Plackereien zu erwehren, die man ihm antut, und die Mächtigen jenes Landes sähen es gar zu gern, wenn er ihnen irgendeine Veranlassung gäbe, über ihn herzufallen; er aber glaubt diese Niederträchtigkeiten nicht länger aushalten ... weiterlesen


Was mit dem König und seinem Günstling sich bege

Als der Graf Lucanor sich einmal heimlich mit seinem Rate Patronius besprach, sagte er zu ihm: Ein sehr angesehener und mächtiger Mann, der sich schon immer als mein Freund gezeigt hat, vertraute mir vor wenigen Tagen ganz insgeheim, daß er, gewisser Vorfälle wegen, entschlossen sei, dieses Land zu verlassen und nimmer zurückzukehren; aus Liebe und großem Vertrauen zu mir aber wolle er ... weiterlesen


Was dem Guten und dem Bösen, desgleichen einem Na

Der Graf Lucanor sprach also zu seinem Rate Patronius: Von meinen beiden Nachbarn bin ich dem einen sehr zugetan, und wir haben vielerlei untereinander, wofür ich ihm verpflichtet bin; aber ich weiß nicht, welcher Teufel oder Zufall da im Spiele ist, daß er mich dabei häufig zwackt und durch mancherlei Beleidigungen oft in den heftigsten Zorn versetzt. Mit dem andern dagegen habe ich nur ... weiterlesen


Enthält den Rat, den Patronius dem Grafen Lucanor

Patronius, sagte der Graf Lucanor einmal zu seinem Rate, wisset, daß ich noch einen Bruder habe, der mit mir von demselben Vater und derselben Mutter abstammt, da er aber der Ältere ist, so glaube ich ihn wie einen Vater ehren und ihm willfährig sein zu müssen. Er hat den Ruf eines guten Christen und eines sehr klugen Mannes; Gott hat es jedoch so gefügt, daß ich reicher und mächtiger bin ... weiterlesen


Von einem Manne, den sie zum Herrn eines großen L

Ein andermal sagte der Graf Lucanor zu Patronius: Viele reden mir zu, da ich die Mittel dazu besäße, so sollte ich auch alles aufbieten, um mir immer noch mehr Macht, Ehre und Reichtümer zu erwerben, denn dies sei das Passendste für mich. Da ich nun aber weiß, daß Ihr mir nun und immerdar am besten ratet, so bitte ich Euch, sagt mir, was Euch hierbei für mich das Zuträglichste ... weiterlesen


Was einem Bauer mit seinem Sohne begegnet

Der Graf Lucanor sagte einmal zu seinem Rate Patronius: Nach meinem Dafürhalten besitze ich viele Freunde, denn sie versichern, nimmer von mir lassen zu wollen; keine Furcht, Gut und Leben zu verlieren, könne sie jemals abhalten, alles für mich zu wagen. Um Eurer guten Einsicht willen bitte ich Euch jedoch, sagt mir, auf welche Weise ich erfahren könnte, ob diese meine Freunde wirklich so ... weiterlesen


Was dem Grafen Ferran Gonzalez begegnet

Einst kehrte der Graf Lucanor, ganz erschöpft, arm und bloß, aus einem Kriege zurück, doch eh er noch ausruhen und sich erholen konnte, kam ein Eilbote mit der Nachricht, daß sich anderwärts neuer Kampf rühre. Da rieten ihm fast alle, erst ein wenig zu rasten, bevor er die weiter erforderlichen Maßregeln ergriffe. Der Graf aber fragte Patronius, was er tun sollte, und Patronius sagte: ... weiterlesen


Was sich mit einem Kranken zugetragen

Einst sprach der Graf Lucanor also zu seinem Rate Patronius: Wisset, Patronius, bei allem Segen Gottes, der mir zuteil geworden, befinde ich mich doch gegenwärtig in so empfindlicher Geldnot, daß ich, obgleich es mir härter vorkommt als der Tod, zu meinem Leidwesen entweder eines meiner Länder verkaufen oder sonst etwas nicht minder Nachteiliges vornehmen muß, um nur aus dieser peinlichen ... weiterlesen


Wie es einem Mann mit einem Sperling und einer Sch

Ein andermal sprach der Graf Lucanor also zu seinem Rate Patronius: Ich habe zwei Nachbarn, von denen ich den einen oder den andern unvermeidlich bekriegen muß, und es trifft sich, daß der eine von ihnen gerade mein nächster Nachbar ist. So bitte ich Euch denn, ratet mir, was ich dabei tun soll.

Herr Graf, erwiderte Patronius, damit Ihr hierbei das Zweckmäßigste wählet, wäre es ... weiterlesen


Welchen Rat Patronius dem Grafen Lucanor erteilte

Einmal sagte der Graf Lucanor zu seinem Rate: Patronius, eines von den Gütern der Welt, die der Mensch am eifrigsten erstreben und vor jedem Flecken hüten soll, ist der gute Name; und da ich weiß, daß mir in dieser wie in jeder andern Sache niemand besser raten kann als Ihr, so bitte ich Euch um Eure Meinung, auf welche Weise ich meinen Ruf am besten verbreiten und bewahren ... weiterlesen


Was ein Mohrenkönig mit seinen drei Söhnen vorna

Eines Tages sagte der Graf Lucanor zu Patronius: In meinem Hause wachsen viele junge Leute auf, vornehme und geringere, an denen ich mancherlei seltsame Eigentümlichkeiten wahrnehme. Ich bitte Euch daher, sagt mir nach Eurer besten Einsicht, wie ich erkennen kann, welcher von ihnen dereinst am besten geraten wird. Herr Graf, erwiderte Patronius, diese Frage ist schwer zu beantworten, denn ... weiterlesen


Was in Tunis mit zwei Rittern aus dem Gefolge des

Eines Tages sprach der Graf Lucanor folgendermaßen zu seinem Rat Patronius: Ich habe seit langer Zeit einen Feind, der hat mir, und ich ihm, vielen Schaden zugefügt, so daß wir durch Tat und Gesinnung scharf geschieden sind. Jetzt aber ereignete sich's, daß ein viel Mächtigerer als wir beide Streitigkeiten anfängt, die, wie wir besorgen, jedem von uns zu großem Schaden gereichen können. ... weiterlesen


Was sich mit zwei sehr reichen Leuten zugetragen

Eines Tages sprach der Graf Lucanor in folgender Weise zu Patronius: Ich erkenne es dankbar an, daß mir Gott mehr Gnade, als ich jemals verdienen kann, erzeiget hat, und auch sonst das Meinige überall gut und ehrenhaft genug bestellt ist. Doch zuweilen setzt mir der Mangel an Geld so hart zu, daß ich mir oft lieber den Tod wünschte, und ich bitte Euch daher, mir ein Trostmittel dafür ... weiterlesen


Was zweien Blinden miteinander begegnete

Ein andermal sagte der Graf Lucanor zu seinem Rate Patronius: Ein Verwandter und Freund von mir, dem ich vollkommen vertraue, weil ich von seiner wahrhaften Zuneigung überzeugt bin, rät mir, mich an einen Ort zu begeben, vor dem ich große Scheu habe. Er behauptet jedoch, es sei dort nichts zu befürchten, und er wolle eher sterben, als daß ich irgend Schaden dabei nähme. Nun bitte ich Euch ... weiterlesen


Wie einer vom andern zum Essen geladen wurde

Einst sprach der Graf Lucanor also zu seinem Rate Patronius: Es war jemand bei mir und bot sich an, etwas sehr Wichtiges für mich zu tun; an der flauen Art aber, mit der er mir's antrug, merkte ich wohl, wie lieb es ihm wäre, wenn ich es ausschlüge. Nun sehe ich zwar einerseits recht gut ein, daß die Sache für mich sehr vorteilhaft wäre, anderseits aber trage ich großes Bedenken, seine ... weiterlesen


Was der Graf Ferran Gonzalez zu Nuño Lainez gesag

Einst sprach der Graf Lucanor in folgender Weise zu seinem Rate Patronius: Ihr wißt, daß ich eben nicht mehr jung bin und bisher gar manche Beschwerde erfahren habe; ich kann wohl sagen, ich möchte endlich auch einmal ausruhen, auf die Jagd gehen und mich der Mühe und Arbeit entschlagen.

Herr Graf, erwiderte Patronius, obgleich Ihr da ganz richtig sprecht, so wollte ich doch, Ihr ... weiterlesen


Was dem Teufel mit einer Pilgerin begegnet

Der Graf Lucanor sagte einmal zu seinem Rate Patronius: Als ich neulich mit vielen andern im Gespräch war, kamen wir auf die Frage, wodurch ein schlechter Mensch seinen Nebenmenschen am meisten Herzeleid antun könnte. Da sagten einige: durch Ränkesucht, andre: durch bucklige Ungestalt, und wieder andre meinten, das Allerschlimmste seien böse Zeugen und Verleumdung. Bei Eurer guten Einsicht ... weiterlesen


Vom Hahn und Fuchs

Einmal sprach Graf Lucanor also zu Patronius: Ihr wißt, mein Land ist gottlob sehr groß, nur bildet es kein rechtes Ganze, denn ich besitze zwar viele Burgen, einige davon aber sind weniger fest, und andere wieder liegen entfernt von der Gegend, wo ich meine Hauptmacht habe. Sooft ich daher mit meinen Herren oder mit Nachbarn, die mächtiger sind als ich, in Zwist gerate, wollen mehrere, die ... weiterlesen


Was sich in Paris zwischen dem Domkapitel und den

Der Graf Lucanor sagte einmal zu seinem Rate Patronius: Ich habe einen Freund, der gemeinschaftlich mit mir etwas unternehmen will, das uns beiden zu Ehre und Vorteil gereicht; nun könnt ich es zwar auch ohne ihn tun, allein ich traue mich nicht, bis er ankommt, und bitte Euch, ratet mir hierin nach der Einsicht, die Euch Gott verliehen hat.

Herr Graf, erwiderte Patronius, damit Ihr ... weiterlesen


Von Don Rodrigo Melendez von Valdez

Der Graf Lucanor sagte einst zu seinem Rate Patronius: Es ist Euch nicht unbekannt, daß ich mit einem meiner Nachbarn, der ein sehr mächtiger und angesehener Mann ist, in Zwist lebe. Wir beide haben vor, ein und dieselbe Stadt anzugreifen; wer von uns zuerst kommt, wird sie erobern und der andere leer ausgehen, und bereits ist, wie Ihr wißt, mein ganzes Kriegsvolk zu diesem Zweck versammelt. ... weiterlesen


Von dem Bündnis, das die Lüge und die Wahrheit m

Eines Tages sagte der Graf Lucanor zu seinem Rate Patronius: Ich lebe mit einigen Männern, die mich eben nicht sonderlich lieben, in großem Kampfe und Hader. Diese Menschen sind so störrisch und lügenhaft, daß sie stets nur damit umgehen, mich und alle zu täuschen, mit denen sie irgend etwas zu tun haben, und sie wissen ihre Lügen so gut zu drehen und zu benutzen, daß sie mich dadurch in ... weiterlesen


Was einem großen Philosophen mit einem kleinen K

Ein andermal sprach der Graf Lucanor also zu Patronius: Ich hatte einen Verwandten, den ich sehr liebte, der starb und hinterließ ein kleines Söhnchen. Dieses erziehe ich jetzt, teils der Verwandtschaft und Zuneigung wegen, die ich zum Vater hegte, teils weil ich zu seiner Zeit großen Beistand von ihm erwarte; Gott weiß es, ich liebe den Knaben wie meinen eignen Sohn; auch besitzt er viel ... weiterlesen


Was Don Rodrigo dem Franken und seinen Rittern beg

Ein andermal sprach der Graf Lucanor zu Patronius: Ich war in große Kämpfe verwickelt, die den Meinen den Untergang drohten, und als die Not am größten, fielen mehrere, die ich aufgezogen und mit Wohltaten überhäuft hatte, von mir ab, unterwiesen einander, mir Schaden zuzufügen, und verübten solche Dinge gegen mich, daß sie mir wahrlich mein früheres Vertrauen auf die Menschheit fast ... weiterlesen


Was dem Saladin mit einer Dame, der Gattin eines s

Eines Tages sprach der Graf Lucanor also zu seinem Rate Patronius: Ihr seid, wie ich wohl weiß, so hellen Verstandes, daß von allen, die jetzt auf Erden leben, keiner so guten Bescheid auf jegliche Frage zu geben vermag als Ihr; und daher bitte ich Euch, mir zu sagen, welches die beste Eigenschaft eines Menschen sei. Ich frage dies darum, weil ich die Erfahrung gemacht, daß dem Menschen gar ... weiterlesen


Was dem Löwen und dem Stier begegnete

Der Graf Lucanor sprach einmal also zu seinem Rate Patronius: Ich habe einen sehr mächtigen und angesehenen Freund, und obgleich ich bisher nichts als Gutes an ihm wahrgenommen, so sagt man doch jetzt, daß er's nicht mehr so aufrichtig wie sonst mit mir meine und sogar auf Mittel sinne, sich gegen mich zu wenden. So stehe ich denn nun in zwiefacher Unruhe: erstlich, weil mir durch diesen ... weiterlesen


Wie es dem König Ben Avit von Sevilla mit seiner

Eines Tages sagte der Graf zu Patronius: Mit einem Menschen, der mich häufig um Hilfe und Unterstützung anspricht, ergeht es mir ganz seltsam. Denn tue ich ihm seinen Willen, so zeigt er sich allerdings erkenntlich, schlage ich's ihm aber ein andermal ab, oder mach's nicht gradeso, wie er sich's denkt, so wird er gleich wütend und vergißt Dank und alles, was ich für ihn getan habe. Ich ... weiterlesen


Wie ein Genueser seine Seele angeredet

Eines Tages erzählte der Graf Lucanor seinem Rate Patronius folgende Angelegenheit: Gott sei Dank, Patronius, ich habe mein Land in gutem Stande, lebe in Frieden und besitze im Vergleich mit meinen Nachbarn und Standesgenossen alles, was ich bedarf, und vielleicht noch mehr; da raten mir nun etliche, daß ich ein Abenteuer von großer Wagnis und Gefahr anbinde, und wahrlich, ich habe große ... weiterlesen


Wie es einem König mit einem Manne ergangen

Patronius, sagte eines Tages der Graf Lucanor zu seinem Rate, es war jemand bei mir, der will mir viel Gut und Ehre verschaffen, ich soll daher nur irgend etwas von dem Meinigen auswählen, woran er sein Probestück machen könnte, und wenn es fertig, würde ich für jeden Pfennig zehne haben. Da Euch nun Gott soviel Verstand verliehen, so bitte ich Euch, ratet mir, was hierbei zu tun sei. Herr ... weiterlesen



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Märchen vom Autor Don Juan Manuel: Der Graf Lucanor

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