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Märchen - Elisabet Róna-Sklarek: Ungarische Volksmärchen. Neue Folge

Ribike

Ein König hatte drei Söhne, und eine Witwe hatte eine Tochter, die hiess Ribike1. Und diese Ribike lebte von nichts anderm als von Johannisbeeren, und einstmals wurde sie krank. Als ihre Mutter ihr keine Johannisbeeren mehr kaufen konnte, ging sie hin zum Klostergarten, sprang in den Garten und holte einen Korb Johannisbeeren. Die Oberin sah sie, kam heraus. Sie sprach: »Was machst du, ... weiterlesen


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Der reiche Krämer

Wo war's, wo war's nicht, es waren auf der Welt ein armer und ein reicher Krämer. Der eine war so arm, dass er kaum wusste, woher das Essen nehmen; der reiche aber hatte hundert Läden. Neunundneunzig gab er andern zur Verwaltung, er selbst behielt nur einen.

Dieser reiche Krämer ging einmal in den Wald spazieren.

Auf seinem Spaziergang erblickte er ein schönes Mädchen, das ... weiterlesen


Der zwölfte Sohn

Es war einmal ein König, der hatte zwölf Söhne. Also sprach der älteste:

»Lieber Vater, ich möchte schon heiraten, denn die Zeit ist gekommen.«

Sprach sein Vater, der König:

»Warte so lange, mein Sohn, bis auch dein jüngster Bruder heiratet, damit ihr alle zwölf auf einmal heiratet.«

Da grämte sich der älteste Sohn, wann das wohl sein würde, wenn auch ... weiterlesen


Der Schuster-Knabe und der Sohn des Königs Olenbu

Wo war's, wo war's nicht, jenseit der Glasberge war's, diesseit des Operenzmeeres war's, war's oder war's nicht, vielleicht war's auch nicht wahr. Wer's nicht glaubt, gehe von hinnen, wer's glaubt, der sage es nur, damit ich ihm diesen Weinkrug an den Kopf schmeissen kann.

Also, es war einmal auf der »Welt ein König, der hatte drei Söhne. Einstmals ging er mit seinen drei Söhnen ... weiterlesen


Der grünbärtige König

Wo war's, wo war's nicht, siebenmal sieben Königreiche weit von hier und auch noch jenseit davon, wo das kleine Ferkel mit dem kurzen Schwänzchen wühlt, da war ein grünbärtiger König. Dieser grünbärtige König machte sich einstmals auf und zog hinaus auf die Wanderschaft. Er war schon sehr lange gewandert, traun, schon hundert Nadellängen war er gegangen, erst da kam es ihm in den Sinn, ... weiterlesen


Der wundersame Ring

Es war einmal ein Müller, der hatte einen Sohn, des Name war Karoly. Er war ein sehr geschickter Junge, sehr anstellig; er ging zur Schule und hatte viele Kameraden. Und in der Nähe war das Meer, und dahin gingen all die Schulkinder, und dann fischten sie dort im Meer umher. So lange fischten sie dort herum, bis sie eine schöne, kleine Katze aus dem Meer fischten. Dem Müllerssohn gefiel die ... weiterlesen


Tauperlen-Janos

Wo war's, wo war's nicht, jenseit von siebenmal sieben Königreichen war's; ich bin fortgezogen nach Pereg, zu den Märchen; dort waren die Märchen an die Krippe gebunden. Ich band ein schmuckes los, ich erzähle ein kurzes. Ich fuhr über die Theiss, jenseit der Theiss waren Peter Jambor, Paul Jambor und der Schönste der Welt.

Es war einmal auf der Welt eine Königin; diese Königin ... weiterlesen


Abend, Mitternacht und Morgendämmerung

Wo war's, wo war's nicht, es war auf der Welt ein armes Menschenpaar. Sie hatten zu leben, sie hatten alles, nur keine Kinder.

Die Frau klagte auf Weg und Steg jedem, den sie nur traf, ihr Leid, wie schrecklich unglücklich sie sei, dass ihr Gott keine Kinder gibt. Wie sie so klagte, gab ihr eine alte Frau den Rat, wenn sie den Kehricht aus dem Hause trüge, sollte sie nachschauen, wie ... weiterlesen


Wie der arme Schäfer des Kaisers Tochter gewonnen

Also, es war einmal, ich weiss nicht wo, da war ein alter Schäfer, und der hatte einen kleinen Knaben. Doch den hatten sie im Maisfeld gefunden; er hatte weder Vater noch Mutter. Als er so weit herangewachsen war, zog er in die weite Welt. Er dachte bei sich, dass er wohl irgendwo ein Gehöft bekommen könnte. Er machte sich auf und wanderte. Auf seiner Wanderung kam er zu einem König. Der ... weiterlesen


Zur Aussprache einiger Eigennamen in den folgenden

Janos sprich Janosch.

Örzsebet sprich Örgebet (g wie in Gendarm).

Cserneki sprich Tscherneki.

Karoly sprich Karolj.



Der Akzent liegt bei allen ungarischen Wörtern auf der ersten Silbe.


Fee Ilona und der goldhaarige Jüngling

Es war einmal eine arme Frau, die hatte drei erwachsene schöne Töchter; die gingen eines Sommertags hinaus aufs Feld, Hanf zu raufen, wie es auch noch heutigentags Brauch ist. Raufen die drei grossen Mädchen den Hanf an einer Landstrasse, kommt des Wegs zu Pferde ein Kaisersohn. Als er ein gut Stück weitab geritten war, spricht die älteste Schwester:

»Ach ihr, wenn jener ... weiterlesen


Königstochter Enzella

Wo war's, wo war's nicht, es war auf der Welt ein verwitweter König, der hatte drei Töchter. Die älteste hiess Örzsi, die mittelste Ilona, die jüngste aber Enzella.

Doch in derselben Stadt wohnte eine verwitwete Königin. Die ruhte nicht, ihm wieder und immer wieder sagen zu lassen, dass er sie heiraten solle, dann würde er sehen, wie gut er's dann hätte, dass er bei ihr ausruhen ... weiterlesen


Die zwei goldhaarigen Kinder

Ein Mann hatte zwei Kinder; ihre Mutter war eine Stiefmutter. Die Frau sagte ihrem Mann, er sollte diese beiden Kinder umbringen, denn sie wolle sie nicht ernähren. Nun, ihr Vater sagte:

»Nehmt einen Ranzen und geht, wohin ihr wollt; denn eure Mutter gönnt euch nicht das Leben.« Nun, da machten sich die Kinder traurig auf den Weg. Sie begegneten einem Rehchen. Sie fragten, ob da nicht ... weiterlesen


Warum arbeitet der Bauer so viel

Als unser Herr Christus sich für die Dulder abgemüht, bat er den lieben Gott, dass die Bauern weniger arbeiten sollten. Sein vieles Bitten hatte auch Erfolg; denn der liebe Gott erlaubte, dass von nun an zwei Stunden Arbeit genug sein sollten für das Fortkommen. Unser Herr Christus sandte sogleich St. Peter aus mit diesen Worten:

»Mache dich auf und tue den Menschen kund, dass sie von ... weiterlesen


Vom armen Mädchen, das goldene Blumen schritt

Es war einmal ein armer Mann; der arme Mann hatte zwei Kinder. Das älteste war ein Mägdlein, das jüngste aber war ein Knäblein. Das Mägdlein war zauberkundig.

Auf einmal waren die Kindlein herangewachsen, und da sie arm waren, gingen sie aus, auf der Strasse zu betteln. Sie gerieten zu einer Witwe. Die Witwe gab ihnen eine Scheibe Brot. Sie sagte zum Mägdlein:

»Mägdlein, ... weiterlesen


Die Geige

Die Mutter des weisen Salomo betrauerte ihren lieben Mann nicht lange. Am Hofe lebte ein schöner, junger Bursche. Abends, nachts koste sie mit dem, küsste sich mit ihm. Einst merkte das ein Verräter und erzählte es ganz geheim dem weisen Salomo.

Der König grämte sich, härmte sich und schämte sich. Sollte er's glauben, sollte er's nicht glauben? Er dachte sich: Ich will prüfen, ob ... weiterlesen


Der Schicksalsbrunnen

Es war einmal, ich weiss nicht wo, siebenmal sieben Königreiche weit von hier, mitten in einem schrecklich grossen Walde, da hatte ein armer Holzhauer zwölf Buben. Was sage ich da? Gott bewahre, es waren nicht mehr als sechs. (Der Märchenerzähler sagt immer so viele, wie er Märchen von andern erzählen lassen will). Ja, so war's wohl, dass der siebente schon gehängt worden war, als der ... weiterlesen


Schilf-Peter

Nun also, es war einstmals ein sehr mächtiger, reicher König. Jener König hatte einen einzigen schönen Sohn. So sprach zum König sein Sohn:

»Lieber Vater, lasst mich mit den zwölf Jägern jagen gehen!«

Sprach zu ihm sein Vater:

»Ich würde dich schon lassen, lieber Sohn, doch du kannst das Pferdegeschüttel nicht aushalten.«

Sprach der kleine ... weiterlesen


Das Kupfer-, Silber- und Goldgestüt

Wo war's, wo war's nicht, da war einmal auf der Welt ein Mann. Dieser Mann hatte drei Söhne, zwei waren klug, der eine halbnärrisch, der tat nichts anderes als stets auf dem Misthaufen herumlungern. Der Mann hatte auf seinem Hof einen Strohhaufen, der jede Nacht, die der liebe Gott werden liess, durcheinander gewühlt wurde. Sie konnten auf keine Weise herausbekommen, wer das täte. Einstmals ... weiterlesen


Kranich-Janos

Es war einmal auf der Welt ein König, der hatte eine Tochter. Dieses Mädchen sah all ihr Lebtag niemals jemanden. Indessen, damit sie sich die Zeit irgendwie vertreibe, liess ihr Vater einen grossen, goldenen Kranich machen und darin Musik, dass sie sich damit unterhalten sollte, wenn ihr der Sinn danach stände.

Als der Goldschmied den Goldkranich machte, sah ihn ein Soldat. Er ... weiterlesen


Der Fink mit der goldenen Stimme

Wo war's, wo war's nicht, siebenmal sieben Königreiche weit, auch jenseit des Operenzmeeres, aber auch noch jenseit meiner Grossmutter Haus, da lebte auf der Welt ein König. Der hatte drei Söhne.

Er war schon sehr alt, man musste seine Augen mit Eisenstäben stützen; einstmals sprach er zu seinen Söhnen also:

»Meine Söhne, wenn ihr mir vom Wasser der Jugend und des Todes ... weiterlesen


Rosa und Viola

Wo war's, wo war's nicht, es war auf der Welt ein Paar. Die hatten einen Sohn. Sie nannten ihn Rosa. Und weil sie sehr arm waren, musste Rosa fortgehen in einen Dienst.

Wie er ging und wanderte, fand er ein Kreuz am Wege. Vor dem kniete er hin, bat Gott, er möchte ihm auf seinem Wege beistehen, möchte ihm Glück verleihen.

Als er sich dort ordentlich ausgebetet hatte, machte er ... weiterlesen


Die kluge Sofie

Wo war's, wo war's nicht, ein grosses Haus neben einem kleinen Haus, ein kleines Haus neben einem grossen Haus, keins hatte eine Seite, keins einen Schlot, es war auf der Welt ein König, der hatte drei Töchter. Die jüngste hiessen sie Sofie.

Einstmals musste der König ins Feld ziehen. Er nahm drei Kränze und drei Vögel und sprach zu seinen Töchtern:

»Merkt auf! ich lasse ... weiterlesen


Der wipfellose Baum

Wo war's, wo war's nicht, es war auf der Welt, jenseit der Glasberge, auch noch jenseit des Operenzmeeres, wo das Ferkel mit dem kurzen Schwänzchen wühlt, aber auch noch jenseits davon war ein hoher Baum, dessen Fuss war so dünn wie ein Pfeifenrohr, und drüber wie mein Daumen, und noch weiter oben wie mein Vorderarm, und wo er schon so war wie mein Leib, da konnte man garnicht mehr ... weiterlesen


Der auf die Probe gestellte Königssohn

Wo war's, wo war's nicht, jenseit von siebenmal sieben Königreichen, auch jenseit des Operenzmeeres, wo das Ferkelchen mit dem kurzen Schwänzchen wühlt, da war ein König. An jenes Königs Tafel sass schon seit sieben Jahren ein Vogel, dem war in all den langen sieben Jahren noch nicht ein einziges Bröselchen zugefallen.

Einstmals ermannte sich der Vogel, erhob sich vom Tisch und ... weiterlesen


Die Frucht des hohen Baums

Es war einmal ein König, auf dessen Hof war ein grosser hoher Baum. Dieser König wollte wissen, was für eine Frucht der Baum habe. Er liess im ganzen Reich ausrufen, dass er demjenigen, der hinaufsteigen und verkünden würde, wie die Frucht sei, eine seiner Töchter geben würde, welche er wolle.

Herzöge, Barone und Prinzen kamen daher, doch keiner konnte ihn ersteigen. Und da war ... weiterlesen


Der feurige Ochse

Wo war's, wo war's nicht, es war auf der Welt ein alter Mann, der hatte drei Söhne. Der älteste Sohn war Schmied, der mittelste Schneider und der jüngste Held. Da ihr Vater schon ein sehr alter und kranker Mann war, sagten ihm seine Söhne, er sollte das Vermögen jetzt ordnen, Testament machen, wenn er was hinterlasse. Doch ihr Vater sprach zu ihnen: »Jeder von euch hat ein gutes Handwerk, ... weiterlesen


Der Schwager von Rabe, Bär und Fisch

Es war einmal ein alter König, der hatte drei schöne grosse Töchter und ein kleines Söhnchen.

Na also, der König war ein bischen trunksüchtig. Er vertrank also all sein Geld in der Schenke, und er hatte auch nicht einen Heller mehr, obgleich er König war. Er ging heim und grämte sich, weil er als König kein Geld hatte. Was sollte er jetzt machen? Er ging hinaus auf die Jagd. Er ... weiterlesen


Wie ist der erste Soldat ins Himmelreich gelangt

Einstmals ist irgend eine grosse Parade im Himmelreich gewesen. Vor des Herrn Jesus Christus Angesicht sind die dorthin gelangten Seelen in Reih und Glied vorbeidefiliert. Ich sag Euch, da gab es alle nur erdenklichen Menschensorten, nur keine Soldaten.

»Was ist der Grund?« fragte der Herr St. Peter.

Peter zuckte nur die Achseln. Er dachte: was soll man da erst reden, weil doch ... weiterlesen


Cserneki

Wo war's, wo war's nicht, es hatte einmal ein Mann drei Söhne, die alle drei in eines Königs Schlosse dienten. Die beiden älteren waren Ackerknechte, der jüngste jedoch kehrte die Asche im Herde zusammen.

Einstmals liess der König mit Trompetenschall verkünden, er werde demjenigen die Hälfte seines Königreichs geben, der ihm sagen würde, wo das Mondlicht sei, und der es befreien ... weiterlesen


Die Verwunschene Ente

Nun also es war einmal ein armer Mann. Dieser arme Mann hatte soviel Kinder wie das Sieb Löcher hat, und noch eins mehr. Wiederum bekam seine Frau mit einem Schlage zwei Kinder. Da hat der arme Mann zu seiner Frau gesagt:

»Na, Frau, im Dorf sind schon alle vom Niedrigsten bis zum Höchsten unsere Gevatter; ich habe mir gedacht, ich werde sie ins Nachbardorf zum taufen tragen, denn wir ... weiterlesen


Warum ist St. Peter kahlköpfig

Als St. Peter mit unserm Herrn Christus herumzog, war einmal all ihr Mundvorrat im Ranzen aufgezehrt. St. Peter hungerte sehr. Er trat in ein Haus, wo der Schornstein rauchte, und geriet just in die Küche, wo eine flinke, junge Frau Palatschinten buk. Er schämte sich zu betteln, blieb also nur mitten in der Küche stehen; die junge Frau aber gab ihm fürwahr keine Palatschinte. Sie legte die ... weiterlesen


Der kleine Schweinehirt

Wo war's, wo war's nicht, auf der Welt war's, jenseit des Operenzmeeres war's, diesseit der Glasberge war's, da hatte ein ausgefallener-eingefallener Ofen kein Stückchen Seite mehr, wo's gut war, da war's schlecht, wo's schlecht war, da war's gut, dennoch buken drin siebenundsiebzig Pfannen Pogatscherln1. Drei nackte Zigeunerburschen schritten drauf zu, die packten alle Pogatschen ein, vorn in ... weiterlesen