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Märchen - Elisabet Sklarek: Ungarische Volksmärchen

Die Wildtaube und die Elster

Weisst du, warum die Wildtaube sich nicht aufs Nesterbauen versteht, warum sie so schlechte Nester baut, die nur aus ein paar dürren Reisern zusammengeflickt sind?

Ich erzähle es dir.

Die Wildtaube hatte die Elster gebeten, sie möge sie das Nestbauen lehren; denn darin ist die Elster ein sehr grosser Meister und weiss solch Nest zu bauen, dass der Habicht, der Heher nicht hinzu ... weiterlesen


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St. Peter und der Bienenschwarm

Einstmals, während seines Erdenwallens ging, wanderte Jesus Christus mit dem heiligen Peter. Wie sie so dahinschreiten, spricht St. Peter zu Jesus Christus:

»Es muss doch ein schön Ding sein, Gott zu sein!«

»Warum, Peter?« fragt ihn Christus.

»Den Witwen, den Waisen helfen, der Guten Mühen belohnen, die Bösen strafen. Bei Gott! Wenn ich das könnte, so sollte es ... weiterlesen


Die Engel-Lämmer

Es war einmal eine alte Frau, die hatte drei Söhne, die beiden ältesten aber waren sehr faul.

Als die Mutter schon garnichts mehr zu beissen hatte, schickte sie ihren ältesten Sohn fort, er möge sich nach einem Dienste umsehen. – Der Knabe ging trotzig fort und begegnete unterwegs einem alten Manne.

»Wohin, mein Sohn?« fragte der Alte.

»Ich möchte mich nach ... weiterlesen


Das Herz der armen Frau

Es war einmal eine arme Frau, die fasste den Vorsatz, zur heiligen Jungfrau von Bistritz zu wallfahrten. Wie sie so darauf los geht, kommt sie auf einmal in einen dichten Wald zwischen den Bergen. In der Mitte des Waldes wurde sie von Räubern angehalten, die sie frugen, wohin sie wolle. Da sagte die arme Frau, dass sie nach Bistritz wolle, um zur heiligen Jungfrau von Bistritz zu ... weiterlesen


Aschen-Jörge

Es war einmal, ich weiss nicht wo, noch jenseits von siebenmal sieben Königreichen, eine arme Frau. Diese arme Frau hatte drei Söhne; der älteste betrieb das Schuster-, der zweite das Schneiderhandwerk, aber mit dem jüngsten war nichts anzufangen; immer lag er in der Asche; drum nannten sie ihn auch Aschen-Jörge.1

Die zwei älteren Burschen litten eine Weile, dass sie alles ... weiterlesen


Märchen von einem Zigeunerburschen

Es war einmal eine Zigeunerin, die hatte einen einzigen, schönen Sohn. Der sagte einmal zu seiner Mutter:

»Meine liebe Mutter, geht zum König und bittet ihn für mich um seine Tochter!«

Seine Mutter sagte, es würde ihr gar nicht einfallen zu gehen; denn wie sollte der König seine Tochter einem Zigeunerburschen geben! Aber der Bursche liess sich nicht halten, ging selbst zum ... weiterlesen


Der goldbärtige Mann

Es war einmal, ich weiss nicht wo auf der Welt, ein sehr, sehr mächtiger König, der hatte eine Gemahlin und einen kleinen Sohn. Einmal liess der König seine Gemahlin zu sich rufen: »Meine liebe Frau, ich fühle, dass meine Todesstunde nahe ist; darum habe ich dich rufen lassen, damit du mir geloben sollst, dich niemals zu verheiraten, wenn ich gestorben bin, sondern treulich für mein Kind ... weiterlesen


Der goldhaarige Gärtnersbursche

Wo war's, wo war's nicht, es war einmal ein armer Mann, und der hatte ein Dutzend Kinder. – Von diesem armen Mann konnte man fürwahr sagen: er hatte nur das liebe Leben, auf der Brust sein Brot, auf dem Rücken sein Haus. Sein ältestes Söhnchen war schon dreizehn Jahre alt; der musste also schon flügge werden. So verdingte er ihn als Pferdeknecht bei einem Mann, der so ehrenwert und ... weiterlesen


Die zwei Brüder

Es war einmal, ich weiss nicht wo, da wo sie das Eis dörren, dem Sperling Hufeisen anschmieden; wir wollen mal tüchtig lügen, wenn's geht.

Es waren auf der Welt zwei Brüder, die zogen aus, sich in der weiten Welt umzuschauen. Da kamen sie an einen Ort, dort teilte sich der Weg. Da sprach der ältere:

»Du, mein Bruder, wandere auf diesem und ich auf jenem, und heute über ein ... weiterlesen


Der wunderstarke Königssohn

Wo war's, wo war's nicht, da war einmal ein König. Der liebte sehr den Wein; er konnte nicht einmal schlafen, wenn an seinem Bettpfosten nicht eine gefüllte Feldflasche aufgehängt war. Er that gar nichts, und alle seine Pflichten lud er anderen auf. Für ihn hätte es im Reich drunter und drüber gehen können. Er klatschte die Fliegen auf seinem Bein tot und brummte mit seiner Frau und ... weiterlesen


Der Zigeuner im Himmel und in der Hölle

Es war einmal, ich weiss nicht wo, noch jenseit des Operenzmeeres, da war ein Zigeuner auf der Welt und zwei arme Männer. Einstmals gingen die zu dritt in den Wald, Holz zu fällen. Sie hackten und hackten, da auf einmal begann einer von ihnen:

»Was würden wir uns jetzt wohl wünschen, wenn Gott jedem von uns seinen Wunsch erfüllen würde?«

»Ich,« sagte der eine arme Mann, ... weiterlesen


Der Pilger und der Engel Gottes

Ein reicher Mann hatte sehr, sehr viele schöne Schafe. Er liess sie von seinem kleinen Knecht auf die Wiese treiben, dass er sie dort hüte, aber er schärfte ihm ein: mit seinem Kopf stehe er für die Schafe!. .. so solle er für sie Sorge tragen. Wie der kleine Knecht so für sich flötete, kam ein Bürschchen daherstolziert und hänselte ihn so lange, bis der arme Hirtenjunge ihn mit ... weiterlesen


Der Königssohn, der sich nach der Unsterblichkeit

Es war einmal, ich weiss nicht wo, jenseits von siebenmal sieben Königreichen und noch weiter, auch jenseit des Operenzmeeres, auf der zusammengefallenen Seite eines zusammengefallenen Ofens, in der siebenundsiebzigsten Falte eines Altweiberrockes ein weisser Floh. In dessen mittelster Mitte war eine glänzende, königliche Stadt; in der Stadt aber wohnte ein ältlicher König, der hatte einen ... weiterlesen


Legende vom Pferd und vom Esel

Einstmals wollte Jesus Christus einen Fluss überschreiten; aber da keine Brücke über ihn führte, nicht einmal ein winziges Kähnlein dort in der Nähe war, wusste er nicht, wie er hinüber sollte. Wie er sich umschaute, sah er, dass dort am Ufer ein Pferd und ein Esel weideten; da bat er das Pferd, dass es ihn hinübertrage. Aber das sagte:

»Es fällt mir nicht ein, dich, ... weiterlesen


Zu Eurem Wohlsein

Es war einmal, der Himmel weiss wo, irgendwo war einmal ein König. Das war ein so mächtiger König, dass, wenn er nieste, das Volk im ganzen Lande dazu sagen musste: »Zu Eurem Wohlsein!« Manchmal, wenn er den Schnupfen hatte, konnte man im Lande auch gar kein anderes Wort hören, als: »Zu Eurem Wohlsein!« Jeder Mensch sagte das, nur der sternenäugige Schäfer wollte es nie ... weiterlesen


Legende vom Schilfblatt

Als Jesus in Betlehem einzog auf eines Esels Rücken, war der Esel sehr hungrig; er sah am Wege ein Schilfrohr, biss in das Blatt hinein. Doch Jesus hatte es sehr eilig, konnte nicht warten; der Esel konnte das Schilfrohrblatt nicht abbeissen. Aber seitdem sieht man auf jedem Schilfblatt die drei Spuren seiner Zähne.


Die zwei Pfeffer-Öchschen

Es war einmal, ich weiss nicht wo, noch jenseit des Operenzmeeres ein grosser See, in dessen Mitte eine grosse Insel; in der Mitte dieser Insel war ein grosser Berg und auf dem Gipfel des Berges ein Baum, der war tausend und ein Jahr alt. Der hatte neunundneunzig Äste; am neunundneunzigsten baumelte ein Tornister mit neunundneunzig Geheimfächern, in seinem neunundneunzigsten Fach war die ... weiterlesen


Der behaarte Mann

Irgendwo, ich weiss nicht wo, war auf der Welt einmal ein König, der hatte unter vielem anderen auch zwei Äcker mit Raps. Auf dem einen brannten jede Nacht, die der liebe Gott werden liess, ohne Ausnahme, zwei Haufen davon nieder. Da ward der König schrecklich zornig; er schickte bewaffnete Soldaten aus, dass sie den Brandstifter einfingen. Doch das nützte nichts. Keine Menschenseele konnte ... weiterlesen


Der Hahn und das Hühnchen

Mitten im Walde waren ein Hahn und ein Hühnchen. Ihr Herr war gestorben; sie hatten nichts zu essen. Sie hungerten; da fanden sie eine Holzbirne, aber die Holzbirne war grösser als des Hühnchens Kehle. Aber da sagt es nur:

»Lauf geschwind, mein Hähnchen! hole ein wenig Wasser, denn sonst ersticke ich.«

Läuft das Hähnchen zum Brunnen: »Ach, ach, mein lieber Brunnen, du ... weiterlesen


Der Fuchs, der Bär und der arme Mann

Es war einmal, ich weiss nicht wo, da war einmal ein armer Mann. Dieser arme Mann machte sich eines Morgens mit seinen zwei Kühen auf, um zu ackern. Wie er an den Wald kommt, hört er plötzlich ein Brüllen und Quäken. Er geht in den Wald, nachzuschauen, was das wohl sein möge? Und da sieht er, dass ein grosser Bär mit einem kleinen Hasen rauft.

»Na, so was habe ich mein Lebtag noch ... weiterlesen


Das Waldfräulein

Es war einmal, ich weiss nicht wo auf der Welt, eine alte Königin. Diese alte Königin hatte einen Enkel; aber der war solch ein Nichtsnutz, dass er seine Grossmutter immer bewarf, wenn er zum Brunnen Wasser holen ging. Einstmals, als es ihr mehr als genug war, sprach sie zu ihrem Enkel:

»Du, hör mal, wirf nicht! Denn du wirst sehen, du bekommst eine Frau aus dem ... weiterlesen


Glückes Glück

Es war einmal ein König, der hatte einen einzigen Sohn. Als der Knabe schon so herangewachsen war, dass er achtzehn Jahre zählen mochte, musste sein Vater ins Feld ziehen. Der König sammelte alles taugliche Volk um sich und zog in den Krieg; seinem Sohne aber befahl er, dass er die Herrschaft führe, sich jedoch nicht verheiraten sollte, bis er heimkehre.

So ging und schwand die Zeit. ... weiterlesen


Christus und der Schafhirt

Als Jesus Christus noch auf Erden ging, da wurde er einstmals, wie er mit St. Peter umherwanderte, sehr müde und hungrig. In der weiten Einöde sahen sie kein Gehöft, wo sie hätten einkehren können. Einmal, wie St. Peter sich umschaute, sagte er zu Jesus Christus:

»Herr! dort sehe ich eine Hütte; wir wollen da einkehren. Wir werden dort schon eine Menschenseele finden.«

... weiterlesen


Die drei Erzengel

Nachdem unser Herrgott beschlossen hatte, Adam und Eva aus dem Paradiese zu vertreiben, sandte er zuerst Gabriel, den ungarischen Engel, zu ihnen, seinen Befehl zu vollführen. Nun waren aber Adam und Eva von der Frucht des verbotenen Baumes schon überaus klug geworden und auf jede Weise bemüht, sich aus der Klemme zu ziehen. Sie rüsteten daher einen grossen Schmaus, empfingen den Engel ... weiterlesen


Der Ahornbaum

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter. Einmal sagte er ihnen, sie sollten ins Gehölz gehen und Erdbeeren pflücken. Welche zuerst ihren Topf voll habe, die bekomme ein neues Kleid. So machten sie sich zu dritt auf den Weg, und ihrer jede trug einen Topf. Die jüngste machte am hurtigsten, und ihr Topf war zu allererst voll. Jene waren voller Neid, dass sie ihn zuerst gefüllt hatte. ... weiterlesen


Christus und der Pope

Vor altersgrauen Zeiten, als noch alle Menschen zu Fuss gingen, wenn sie kein Pferd hatten, machte sich auch unser Herr Christus auf mit dem heiligen Peter, dass sie zu Fuss das Erdenrund bereisten. Auf ihrer Wanderung trafen sie einen Popen. Christus fragte ihn:

»Wohin des Wegs, Herr Pope?«

»Ich, mein alter Vater,« antwortete der Pope, »suche ein Land, wo ich etwas besseres ... weiterlesen


Der kleine Hahn hat den Zaun herausgescharrt

Einstmals ging ein kleiner Hahn unter den Zaun scharren. So lange, so lange scharrte er, bis der Zaun umfiel. Lässt sich eine Elster auf dem umgefallenen Zaun nieder und fragt ihn:

»Aber Zaun, was fehlt dir? Wie schön standest du noch gestern hier!«

»Ach Gevatterin Elster,« antwortet der Zaun, »der kleine Hahn kam heraus, unter mir zu scharren; ich bin vor Kummer ... weiterlesen


Der kleine Ziberda

Wo war's, wo war's nicht, siebenmal sieben Königreiche weit von hier, da war ein Mensch, der hiess Ziberda. Und zwar war sein lieber Vater ein Bürstenbinder, und er war ein kleines Kind. Dann starb allhier sein lieber Vater, und er war sehr ungezogen. Er warf die Fenster ein; das eine und andere Mal zahlte wohl seine liebe Mutter für ihn, aber dann wurde er doch wohl auch mal ... weiterlesen


Die glücklichste Stunde

Wo war's, wo war's nicht, siebenmal sieben Königreiche und noch weiter von hier – da war einmal ein reicher Kaufmann, der Land und Welt durchwandert hatte, und dieser Kaufmann hatte eine Frau und ein liebes, schönes, kleines Mägdlein, so ungefähr ein Jahr alt, und das Mägdlein wurde von einer Amme aufgezogen; denn seine Mutter war ein zimperliches Frauensbild.

Einstmals zur ... weiterlesen


Die zehn Geschwister

Irgendwo, ich weiss nicht wo, war einmal auf der Welt ein König. Dieser König hatte eine Gemahlin, mit der er schon viele Jahre sehr glücklich gelebt hatte. Sie hatten auch neun Buben. Aber gerade darüber zürnte der König. Er sagte seiner Gemahlin, wenn das zehnte Kind auch ein Knabe sein würde, so würde er sie mitsamt den Knaben verbrennen lassen. Die arme Königin grämte sich sehr. ... weiterlesen


Feenprinzessin Goldhaar

Es war einmal, der Himmel weiss wo, noch über dem operenzianischen Meere war einmal ein reicher Mann, der hatte einen Sohn und der hiess Sepp. Einmal, wie gerade Markt war, zählt der Mann seinem Sohne hundert Gulden hin und sagt, er solle damit auf den Markt gehen und dort kaufen, was just auf hundert Gulden gehalten wird, möge es nun sein, was es wolle. – Nun gut! Sepp geht auf den ... weiterlesen


Christus und der Schuster

Einstmals war Jesus Christus, als er mit dem heiligen Peter zusammen auf Erden wandelte, sehr hungrig. Sie kehrten drum bei einem alten Schuster ein und baten, dass er ihnen etwas zu essen gäbe.

Der Schuster ging in die Küche, und bald brachte er eine Schüssel Hirsebrei mit Gänseklein, schönes, frischgebackenes Weissbrot und eine Flasche Wein hinein. Jesus und der heilige Peter ... weiterlesen


Der närrische Bursche

Es war einmal, ich weiss nicht wo, noch siebenmal sieben Königreiche weit von hier, auf der eingefallenen Seite eines ausgefallenen Ofens ein grosser Eichbaum. Im Wipfel dieses Eichbaums sind siebenundsiebzig Krähen, in seinem unteren Ende aber siebenundsiebzig Wasserratten. Wer meiner Geschichte nicht zuhört, dem sollen die siebenundsiebzig Wasserratten die Leber ausreissen, wer ihr aber ... weiterlesen


Von einem einjährigen Sohn

Ein Jüngling nahm ein zwanzigjähriges Mädchen zum Weibe. Da sprach der Jüngling:

»Ich werde nicht daheim bleiben, ich sterbe, denn die Stunde meines Sterbens ist gekommen; aber begrabt mich nur dort, wo die Wege sich kreuzen.«

Der Jüngling starb und wurde auch begraben. Da kam der Schäfer; der Sarg sprang aus der Erde, die Erde spaltete sich, der Sargdeckel öffnete sich, ... weiterlesen


Die Schlangenhaut

Wo war's, wo war's nicht, noch hinter dem Operenzmeer, noch hinter den Glasbergen, da hatte ein eingestürzter Ofen kein Stückchen Seite mehr; wo's gut war, da war's nicht schlecht, wo's schlecht war, da war's nicht gut; da waren einmal auf dem kahlen Suchenicht- und Hund-frage-nicht-da-nach-Berge sieben schlanke Weidenbäume, in deren jedem Zweige ist ein lappig-lumpiges Hemd aufgehängt, und ... weiterlesen


Der nächtliche Tanz

Es war einmal, ich weiss nicht wo, auf der Welt ein armseliger Müller, der sich durch die Welt nur so durchprügelte; dies, dass er so arm war und sich durch die Welt prügeln musste, hatte siebenundsiebzig Gri-Gra-Gründe, vor allem den, dass er sehr das Gluck-Gluck liebte. Weil er den Wein so garnicht leiden mochte, konnte er nur mit Ach und Krach dahin kommen, dass er eine Wassermühle an ... weiterlesen


Das Glück und der Reichtum

Es war einmal ein Mann, der war so arm wie eine Kirchenmaus. Täglich band er eine Hucke Besen, die trug er zur Stadt, und so lebte er schlecht und recht von einem Tag zum anderen mit seiner Frau.

Dicht bei der Stadt streiften das Glück und der Reichtum umher. Sie stritten sich, wer der mächtigere sei, wer mehr Gutes thun könne. Als sie gerade im heftigsten Streit waren, langte der ... weiterlesen


Legende von der Lerche, der Wachtel, dem Kiebitz u

Als sie Jesum Christum fangen wollten, auf dass sie ihn ans Kreuz schlügen, da verbarg er sich vor seinen Verfolgern in einem Walde.

Wie ihn die Verfolger suchten, wollte sie die kleine Lerche auf eine andere Fährte weisen, dass sie Jesum Christum nicht fänden; aber die Wachtel begann zu schreien:

»Hier läuft er, hier läuft er, hier läuft er!«

Und darauf der ... weiterlesen


Die sieben Wildgänse

Es war einmal eine Königin, die hatte sieben Söhne und eine Tochter. Einstmals wurde die Königin sehr krank, so dass niemand ihr helfen konnte. – In der Nähe war ein grosser Wald, und mitten darin eine Quelle; die Königin sagte, dass sie nur genesen würde, wenn sie vom Wasser jener Quelle trinken könne.

Zuerst machte sich der älteste Königssohn auf; aber wie er in den Wald ... weiterlesen


Der gnädige Herr und der Kutscher Hans

Es war einmal, der Himmel weiss wo, irgendwo war einmal ein grausam reicher, alter Herr. Als der nun gestorben war, begrub man ihn denn auch mit aller Pracht; allein man hatte gut ihn begraben, er ging doch jede Nacht als Gespenst um. Alles Beten für ihn, das viele Messelesen war rein umsonst; das Gespenst kam doch immer wieder und machte ein solches Getöse und Geklapper, jagte allen einen ... weiterlesen


Die Kröte

Es war einmal eine Köchin. Die ging früh morgens in den Garten nach grünem Gemüse. Dort kam zu ihr eine grosse Kröte; da jagte die Köchin sie von dannen. Aber die Kröte wollte durchaus nicht fortgehen, bis die Köchin ihr nicht gesagt hatte: »Wenn du ein Kind bekommst, werde ich Gevatter stehen.« Da ging die Kröte von dannen.

Im Garten war ein ausgetrockneter Brunnen, und dort ... weiterlesen


Märchen vom pfauenhaarigen Mädchen

Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne. Einstmals ging der jüngste in den Lustgarten, um zu schlafen. Wie er dort lag, da kam zu ihm ein pfauenhaariges Mädchen. Die wurde seine Liebste, und dann kam sie etwa dreimal zur Nachtzeit zu ihm.

Da geschah es, dass eine alte Frau dem König nachstellte. Wie die alte Frau nun sah, dass der Königssohn mit dem schönen, pfauenhaarigen ... weiterlesen


Das verstossene Mädchen

Es war einmal in einer Stadt, wo Turm auf Turm getürmt war, ein sehr, sehr reicher Mann, der wohnte dort mit seinen drei schmucken Töchtern. Dieser Mann war sehr befreundet mit einem Grafen und brachte ihm oft viele Geschenke, und alsdann kam auch er beschenkt heim.

Einstmals nun kam der Mann gerade so beladen heim vom Grafen und war sehr guter Laune. Da rief er seine drei Töchter zu ... weiterlesen


Christus und die drei Waisenburschen

Es waren einmal drei verwaiste Burschen, die hatten gar kein Gewerbe; sie fischten nur Holz aus dem Meer, davon lebten sie. Einstmals sagte der älteste:

»Hört, Jungens! So werden wir niemals vorwärts kommen; wir wollen ausziehen, unser Glück zu versuchen.«

»Einverstanden,« sagten die beiden anderen. Sie machten sich auch sogleich auf.

Sie wanderten und wanderten ... weiterlesen


Eisenkopf

Es war einmal, der Himmel weiss wo, irgendwo war einmal ein armer Mann und der hatte auch ein kleines Bürschchen von einem Sohne. Einmal sagte der arme Mann zu seinem Sohne:

»Mein liebes Kind, ich habe dich bisher gross gezogen, so gut es eben ging; jetzt kann ich dich nicht länger mehr füttern; denn ich bin selbst, arm. Geh hinaus in die Welt und dinge dich irgendwo ein; denn du ... weiterlesen


Die zwei Pfeffer-Ochschen

Magyar Népköltési Gyüjtemény III, 350 (1882): aus der Sammlung von Elek Benedek und Jób Sebesi; Szeklerland.

In einem mährisch-walachischen Märchen (Wenzig, Westslavischer Märchenschatz 1858 S. 30) tritt an Stelle der redenden Ochsen ein als Bauernknecht verkappter Teufel auf, der den Edelmann zur Hölle fährt. Auch der Schluss des Märchens vom armen und reichen Bruder (Leskien ... weiterlesen