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Märchen - Ernst Tegethoff: Märchen, Schwänke und Fabeln

Das Land Cockanyngen

Mannigfacher Art ist der Unterhalt, mit dem man sein Leben in den verschiedenen Ländern fristet. Nun hört, ich will euch etwas erzählen! Ich kam letzthin in ein Land, das mir fremd war. Ihr sollt großes Wunder hören, was Gott da gebot: in dem Lande soll man immerdar ohne Arbeit und ohne Mühe sein. Das ist das Land von Cockanyngen, schöner als Spanien und Indien, das Land der schönen ... weiterlesen


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Mac Conglinnes Vision

Cathal Finnguines Sohn, ein großer König von Munster, war freßgierig wie ein Hund und aß wie ein Gaul. Ein Freßteufel saß in ihm; Satan verschlang zugleich mit ihm sein Essen. – Aniar Mac Conglinne aus der Klostergemeinschaft im großen Athan-Muru war ein glänzender Scholar. Er begab sich von Athan-Muru auf einen Rundgang durch Irland: aus Eogans Land nach Airgialla, nach Ard-Macha, ... weiterlesen


Die Reise des Maelduin

Es war einmal ein berühmter Mann vom Stamme der Owenaght namens Allil Ocar Aga. Als er einst ohne Schutz in seinem Hause war, landete eine Schar Plünderer an der Küste und verwüstete sein Gebiet. Allil floh, um in der Kirche von Dooclone eine Zuflucht zu suchen, aber die Räuber folgten ihm dorthin, erschlugen ihn und verbrannten die Kirche über seinem Kopfe. Nicht lange nach Allils Tod ward ... weiterlesen


Thomas der Reimer

An einem schönen Maienmorgen schritt Thomas von Erceldoune singend gen Huntleybank, da hörte er die Amseln und die Lerchen schlagen, daß der ganze Wald davon klang. Wie er so in Sehnen verloren unter einem stattlichen Baume lag, da sah er eine schöne Frau über die sanfte Anhöhe reiten. Und sollte ich leben bis zum jüngsten Gericht, meine Zunge könnte den Schmuck nicht künden, den sie ... weiterlesen


Jack und seine Stiefmutter

In meiner Gegend lebte ein Mann, der im Laufe der Zeit drei Weiber gehabt hatte, und von seiner ersten Frau hatte er ein Kind, einen sauberen flinken Burschen. Sein Vater liebte ihn sehr, nicht aber die Mutter. Alles, was ihm je an Speise und Trank geschmeckt hatte, mißgönnte sie ihm. Und doch war sein Essen schlecht und er wurde nicht zur Hälfte satt. So tat sie ihm viel Leids, dafür möge ... weiterlesen


Alarcos

Die Infantin hielt sich abseits, wie sie die Gewohnheit hatte zu tun, sie war betrübt über das Leben, das sie führte, denn sie sah, wie die Blüte ihrer Tage verging, ohne daß der König sie verheiratete, ja, ohne daß er daran zu denken schien. Sie bedachte sich, wem sie sich anvertrauen sollte und kam zu dem Entschluß, nach ihrer früheren Gewohnheit ihren Vater zu rufen, um ihm ihr ... weiterlesen


Die Erzählung des Weibes von Bath

In Königs Artus längstvergangner Zeit,

Die jeder Brite rühmt und preist, war weit

Und breit das ganze Land gefüllt mit Feen.

Man sah im Tanz sich mit Gespielen drehn

Die Elfenkönigin auf grünem Gras.

– So war die alte Meinung, wie ich las. –

Schon viele hundert Jahre sind es her,

Und Elfen gibt es heutzutag nicht mehr.

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Der Graf von Toulouse

Einst lebte in Deutschland ein mächtiger Kaiser, Diokletian genannt, der enterbte manchen Mann und gewann mit Falschheit sein Land. So hatte er auch dem Grafen von Toulouse, Herrn Bernhard, ein Stück Landes im Werte von dreihundert Pfund geraubt. Der Graf sah, wie ihm der Kaiser Unrecht tat; er bereitete sich zur Schlacht und fiel in des Kaisers Lande ein, mordend und brandschatzend. Dieser ... weiterlesen


Herr Gawain und der grüne Ritter

Arthur, der größte König der Briten, feierte, umgeben von den Rittern seiner Tafelrunde, das Weihnachtsfest in Camelot. Die Helden saßen bei Tisch und unter Trompetengeschmetter wurden die Speisen aufgetragen. Kaum aber war das erste Gericht umhergereicht, als ein neuer Lärm sich erhob: ein furchtbarer Ritter, der größte, den die Welt je gesehen, sprengte in die Halle. Schwer und wuchtig ... weiterlesen


Kulhwch und Olwen

Kilydd, der Sohn des Fürsten Kelyddon, wollte eine Frau nehmen, auf daß sie ihr Leben mit ihm teile, und seine Wahl fiel auf Goleudydd, die Tochter des Fürsten Anllawdd. Als sie unter einem Dache waren, begann das Volk zu beten, daß sie einen Erben bekämen und dank dieser Gebete wurde ihnen ein Sohn geboren. Aber im Augenblick, da sie ihn empfing, verfiel sie in Wahnsinn und floh jede ... weiterlesen


Horn und Rimenhild

Ich will euch eine Geschichte erzählen von König Murry, der in Süddänen herrschte, solange ihm Gott das Leben gönnte. Godhild hieß seine Gemahlin, mit der er einen Sohn namens Horn hatte, der war der schönste Knabe, den je der Regen berann und die Sonne beschien, er glänzte wie Glas und war weißer als eine Blume, als er sein 15. Lebensjahr erreicht hatte. Zwölf Gefährten hatte er, ... weiterlesen


König Lear

Bladud hatte einen Sohn namens Leir; nach seines Vaters Hingang waltete er dieses herrlichen Landes sein Leben lang, welches sechzig Winter währte. Nach den Ratschlägen seiner Weisen baute er eine prächtige Burg und ließ sie nach sich selbst benennen. Kaerleir hieß die Burg, die der König sehr liebte, in unsrer Muttersprache nennen wir sie Leicester. In den alten Zeiten war es eine ... weiterlesen


Diarmuid und Gráinne

Wenn Fionn und die Fenier auf Jagd und Fang aus waren, blieb gewöhnlich ein Mann der Fenier zur Bewachung des königlichen Haushalts zurück. An einem bestimmten Tage nun war es Diarmuid Donn, der daheim blieb. Da es ein sehr schöner Tag war, gingen die Frauen zusammen an den See schwimmen. Hierbei ertrank eines der Weiber Namens Sadhbh Eoghain. Die andern Frauen erhoben ein Klagegeschrei, und ... weiterlesen


Condlas Jenseitsfahrt

Condla mit dem Feuerhaar war der Sohn Conns, des Siegers in hundert Schlachten. Eines Tages, da er an seines Vaters Seite auf der Höhe von Usna stand, erblickte er eine seltsam gekleidete Jungfrau, die auf ihn zukam. »Woher kommst du, Jungfrau?« sagte Condla. »Ich komme aus den Gefilden derer, die da ewig leben,« sagte sie, »von da, wo es weder Tod noch Sünde gibt. Wir haben dort ewigen ... weiterlesen