Wissenswertes

+ Lyrik
+ Epik
+ Dramatik

Anzeigen




A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Märchen - Erzherzog Ludwig Salvator: Märchen aus Mallorca

Das Mönchlein

Es war, oder auch nicht, eine gute Reise mache der Stieglitz, für dich einen Anmut und für mich eine Barcella (Zwei Getreide-Maasse).

Es war ein Mönchlein, das auf einem Weg ging und ein Sauböhnelein fand. Weiterhin fand er ein Häuschen, dem er sich näherte und er sagte:

– Ave Maria Purisima. Wollt ihr mir dieses Sauböhnelein aufbewahren?

– Ja, leget es ... weiterlesen


Anzeigen




Die zwölf Diebe

Ein Mann hatte Söhne, von denen einer verheirathet war. Dieser Mann war sehr arm und er suchte täglich durch Holztragen etwas zu verdienen. Eines Tages suchte er Holz in der Nähe von einer Höhle und da sah er zwölf Diebe darauf zugehen und sagte:

– Was soll ich jetzt thuen? Wenn sie mich erblicken, werden sie mich tödten, es sind ihrer so viele. Ich will auf diesen Baum ... weiterlesen


Der Hirte des Brunnens von Ses Basses

Es war ein Hirte, den die Mauren verfolgten und den sie nie fangen konnten.

Eines Tages fanden ihn zehn oder zwölf Mauren und liefen ihm nach. Er entfloh über eine Klippenreihe und blieb erst bei der letzten und äussersten von allen stehen und hier setzte er sich nun, die Flöte zu spielen und die Mauren zu verlachen, welche sich fürchteten, die Klippen zu überschreiten und ihn nicht ... weiterlesen


Der Mann, der Bäume stutzte

Es war ein Mann, der Bäume stutzte in Ses Sorts Llargues und bei der Arbeit gähnte er.

– Ich habe gegähnt, sagte er und wenn man drei Mal gähnt, stirbt man, ich muss schon sehr Acht geben.

Er fuhr fort zu stutzen und nach kurzer Zeit gähnte er wieder.

– Ei, Ei, sagte er, ich habe schon zwei Mal gegähnt, wenn ich es wieder thue, gibt es keine Hülfe mehr ... weiterlesen


Der Anwalt und der Bauer

Ein Herr, der Anwalt war, ging zu Fuss nach der Stadt und als er gegen San Navata1 kam, begegnete ihm ein Bauer.

– Wohin geht's, fragte er ihn.

– Ich, bis zur Stadt, sagte der Bauer und ihr?

– In die Stadt.

– Also können wir zusammen gehen.

– Ja, sagte der Herr.

Als sie ein Stück weiter gegangen waren, sagte der ... weiterlesen


Die Dunkelheit gegen die Mauren

Die Mauren waren im Zuge, einen grossen Angriff zu machen und wollten sich bei Cala Retjada ausschiffen. Die Gabellins (Name, den man den Leuten aus Capdepera gibt) wussten, dass dieses Mal eine grosse Anzahl kommen würden und hatten grosse Befürchtung. Sie riefen die Mutter Gottes der Hoffnung aus dem Castell von Capdepera an und sogleich erhob sich aus dem Castell eine Nebelwolke, welche ... weiterlesen


Das Messmerchen

Es war ein kleiner Knabe, der seinen Vater verlor und die Mutter sagte zu ihm:

– Mein Sohn, jetzt wirst du mir helfen müssen zu verdienen, weil wir arm sind. Ich werde zum Pfarrer gehen und sehen, ob er dich als Messmerchen nehmen will.

Also ging sie zu dem Pfarrer und der Pfarrer sagte ihr ja.

Das Messmerchen war sehr aufgeweckt und die anderen Messmer waren ihm ... weiterlesen


Die Verzauberung im Borino-Brunnen

Ihr müsst denken und glauben, dass in dem Borino-Brunnen eine Schlange versteckt ist, welche in Unzen platzen soll.

Diese Schlange kommt in hundert Jahren nur einmal heraus, am Tage des heiligen Johannes genau um die Mittagszeit und um den Schatz zu erhalten, welchen sie in ihrem Bauche hat, muss man warten, bis sie herauskommt und ihr drei Schnitten von geweihtem Brod in das Maul ... weiterlesen


Der Ziegenhirt der Plana

Ein Ziegenhirt der Plana wollte seine Ziegen melken, fand aber keine einzige.

– Was kann das sein, dachte er, und begann sie zu suchen und aus einiger Entfernung sah er seine Heerde und die Mauren, die sie wegtrieben.

Sogleich zieht er seine Schleuder hervor, setzt einen Stein darein und fängt an zu schreien:

– Up, Up, lasset die Ziegen gehen.

... weiterlesen


Die Wasserfrau

Gabriel Perxanch war ein älterer Junggeselle, welcher ganz allein in seinem Hause wohnte und vom Ertrag seiner Güter lebte. Eu Vilá1 gehörte ihm auch und er brachte dort viele Tage zu, um die Feldarbeit zu verrichten und verkehrte im Dorfe, um zu Abend zu essen und dort zu schlafen.

Eines Tages, als er nach seinem Hause zurückgekehrt war, bemerkte er, dass alle Hausarbeiten schon ... weiterlesen


Das Negerchen aus der Coma

Ein Negerchen hütet einen Goldhaufen und nur am Ostersamstag beim Glorialäuten kommt er heraus. Um den Schatz zu gewinnen, muss man mit einer geweihten und mit dem neugesegneten Feuer angezündeten Kerze dahin gehen.

Um ihm den Schatz zu entreissen, muss man mit dem Munde und mit einem Kusse einen Ring von Gold, den es am Munde hat, wegnehmen.

Wenn man ihm den Ring nimmt, ... weiterlesen


Das Gespenst von Concas

Es ging das Gerücht, dass in Concas ein Gespenst umgehe und Niemand wollte dort übernachten.

Ein kühner Mann erklärte sich bereit, wenn man ihm eine Wurst gebe, die er gedörrt essen könne, eine ganze Nacht dort zuzubringen, um zu sehen, was das Gespenst war.

Man gab ihm die Wurst, er ging weg, und wie er bei dem betreffenden Besitzhause war, betrat er das Innere und ging ... weiterlesen


Der Sklaven-Patron

In Andraitx lebte ein Patron bei dem Vordach1 des Platzes. Dieser Patron hatte die Gewohnheit, jedes Jahr am Weihnachtstage, bevor er zu Mittag speiste, vor die Thüre seines Hauses zu gehen und wenn er irgend einen Fremden unter dem Vordach sah, lud er ihn in sein Haus zum Speisen ein.

Eines Jahres am Weihnachtstage sah er einen Mauren unter dem Vordach stehen, und obschon er gegen die ... weiterlesen