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Märchen - Ignaz Kúnos: Türkische Volksmärchen aus Stambul

Der verzauberte Granatenzweig und die Weltschöne

Es war einmal ein Padischah, der, als er sich eines Tages langweilte, mit seinem Wezir auf Reisen gehen wollte. Ehe sie sich aber auf die Reise begaben, sprach der Padischah zu seinem Wezir: »O Lala, damit niemand von unserer Abreise etwas merke, mache einen mir ähnlichen Mann ausfindig, setze ihn auf den Thron, worauf wir unsere Reise antreten wollen.« Da fragte der Wezir, wie er denn einen ... weiterlesen


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Mehmed, der Kahlköpfige

Wo es war, oder wo es nicht war, und wenn es auch war, so war es noch damals, als das Kameel nur Bote war, die Kröte Flügel hatte, und ich über Berg und Tal schweifte, also zu jener Zeit, da lebten zwei Brüder beisammen.

Ausser ihrer Mutter und der Armut fiel ihnen auch ein kleiner Viehstand von ihrem Vater als Erbe zu. Eines Tages bekam der Jüngere, der kahlköpfig war, Lust, das ... weiterlesen


Der Fisch-Peri

Es war einmal ein Fischer Namens Mehemed. Dieser lebte davon, dass er Fische fing und sie verkaufte. Eines Tages warf ihn eine Krankheit ins Bett und da er nicht hoffte, gesund zu werden, so befahl er seiner Frau, dass sie nach seinem Tode seinem Sohne nicht sage, dass er vom Fischfang lebte. Damit starb er, nachdem seine Zeit abgelaufen war. Sein Sohn wollte dann irgend eine Beschäftigung ... weiterlesen


Geduldstein, Geduldmesser

Eine arme Frau hatte einmal eine Tochter. Die Frau ging Wäsche waschen, die Tochter aber hatte zuhause am Sticktischchen ihre Beschäftigung.

Eines Tages sass sie beim Fenster und arbeitete, als ein kleiner Vogel auf das Sticktischchen hinflog und zur Maid sprach: »O Maid, o arme Maid, bei einem Toten ist dein Kismet.« Hierauf flog es von dannen. Das Mädchen hatte mehr keine Ruhe und ... weiterlesen


Der Ross-Dew und die Hexe

Ein Padischah hatte einmal drei Töchter. Eines Tages reiste der Padischah ab, liess vorher seine Töchter herbeirufen und trug ihnen auf, sein Lieblingsross selbst zu füttern und zu tränken und dessen Pflege keinem anderen anzuvertrauen. So sehr liebte er sein Ross, dass er keinen Fremden in dessen Nähe liess.

Der Padischah reiste ab und als die älteste Tochter das Futter in den ... weiterlesen


Die Zaubernadel

Es war einmal ein Padischah. Dieser Padischah hatte eine Tochter, deren Schönheit in der ganzen Welt ohne Gleichen war.

Die Frau des Padischah besass nun einen Araber, den sie in einem verschlossenen Zimmer hielt, und in welches sie jeden Tag hineinging, um an ihn folgende Frage zu stellen: »Ist der Mond schön? Bin ich schön? Bist du schön?« Worauf der Araber antwortete: »Alles ist ... weiterlesen


Madschun

Es war einmal ein kahlköpfiger Junge, die eine alte Mutter hatte. Diese wollte ihn irgend ein Handwerk erlernen lassen allein wohin sie ihn auch in die Lehre gab, nirgends wollte er bleiben. Eines Tages erblickte er die Tochter des Sultans und verliebte sich in sie; er ging zu seiner Mutter und sprach zu ihr: »Mutter, geh' zum Padischah und verlange mir von ihm seine Tochter.« Die Mutter ... weiterlesen


Die Sterndeutung

Einst lebte ein Schäfer, der ein Weib und zwei Söhne hatte. Dieser Schäfer führte jeden Tag alle im Orte befindlichen Schafe auf eine, zwischen Bergen liegende Wiese und liess sie dort weiden. Gegen Abend trieb er die Schafe wieder zusammen und führte sie ihren Eignern zu. Diese gaben ihm dafür fünf bis zehn Para, wofür er sich Lebensmittel kaufte und diese seinem Weibe und seinen ... weiterlesen


Das Zauberschloss

Vor grauen Zeiten, da hatte ein Padischah einen Sohn. Eines Tages wollte die Mutter dieses Jünglings ihn verheiraten und ging deshalb auf die Brautschau. Nach langem Suchen fand sie endlich ein Mädchen, das einwilligte, worauf sie Hochzeit hielten. Am Hochzeitsabend begann der Sohn des Padischah, nachdem er Abdest nahm, den Kôran zu lesen und sagte dem Mädchen, sie möge sich nur zur Ruhe ... weiterlesen


Die Wahrsagerin

Einst hatte eine Frau drei Töchter. Eine derselben spann jeden Tag Baumwollfäden, die andere nähte und so verdienten sie sich ihr tägliches Brot. Eines Tages starb ihre Mutter. Einmal sahen die verwaisten Mädchen eine Zigeunerin auf der Strasse vorübergehen und sagten einander: »Rufen wir diese Frau herein und lassen wir uns von ihr die Zukunft voraussagen.« Sie riefen die Zigeunerfrau ... weiterlesen


Der Schlangenperi und der Zauberspiegel

Es war einmal ein armer Holzfäller und dessen Sohn. Der arme Mann wurde eines Tages krank und sprach also zu seinem Sohne: »Wenn ich sterbe, so setze mein Handwerk fort und gehe jeden Tag hinaus in den Wald. Du kannst jeden Baum fällen, welchen du eben willst; nur den einen Baum, der sich am Waldesrande befindet, den schone.« Nach einigen Tagen starb er und ward beerdigt.

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Kara Mustafa, der Held

Es war einmal, es war keinmal, da war einmal eine Frau, die hatte einen Mann. Dieser Mann war so feig, dass er nicht wagte, allein auszugehen. Selbst wenn er auf die Seite ging, musste ihn seine Frau begleiten.

Einst wurde die Frau zu einer Hochzeit geladen und als sie sich anschickte hinzugehen, da sagte ihr Mann zu ihr: »O Komm doch bald zurück, denn allein kann ich ja nirgends ... weiterlesen


Schah Jussuf

Wo es war, wo es nicht war, Allah hatte viele Diener. Da lebte in einem Lande ein armer Mann, der drei Töchter hatte. Als diese eines Tages nichts zu essen hatten, drehten sie einige Fäden und sagten zu ihrem Vater: »Väterchen, trag' dies in den Tscharschi, verkaufe es für einige Para und bring uns abends für das Geld etwas zu essen. Der Alte nahm den Zwirn, trug ihn in den Tscharschi, ... weiterlesen


Der Aschenbrödel-Sohn

Wann es war, wann es nicht war, es war noch in jener Zeit, als Allah viele Diener hatte und die Menschen viel Leid hatten, damals hatte eine arme Frau drei Söhne und eine Tochter. Der jüngste Sohn war etwas blöde, er lag den ganzen Tag über in der Asche.

Eines Tages gingen die beiden Älteren ackern und sagten ihrer Mutter, sie solle ihnen etwas kochen, die Schwester solle es ihnen ... weiterlesen


Der Zauberer und sein Lehrling

Es war einmal eine Frau und die hatte einen Sohn; wohin die Frau ihren Sohn auch in die Lehre gab, nirgends wollte er bleiben, sondern lief davon. Einmal sagte die Frau ihrem Sohne: »Wohin soll ich dich geben?« Der Sohn antwortete: »Nimm mich mit, gehen wir zusammen; wo's mir gefällt, dorthin gib mich, von dort werde ich nicht fortlaufen.« Die Frau nimmt ihren Sohn und führt ihn auf den ... weiterlesen


Der Schlangen-Prinz

In alten Zeiten, da lebte ein Besenbinder, der hatte drei Töchter. Dieser Mann verdiente sich durch Besenverkauf sein Brot. Als er einst damit herumhausierte, wurde er müde und setzte sich auf einen Stein in der Strasse mit dem Ausrufe, »Oh« nieder Da öffnete sich plötzlich der Stein, aus dem ein Araber vor ihm erschien und ihn fragte: »Was wünschest du?« Dieser Araber war der Lala des ... weiterlesen


Die Krähen-Peri

Wo es war und wo es nicht war, es war einmal ein Mann und dieser hatte einen Sohn. Dieser Mann schweifte den ganzen Tag hindurch im Walde herum, fing Vögel und verkaufte sie. Einmal starb der Vater und der Junge blieb allein. Er wusste nicht, was das Handwerk seines Vaters war und als er auf dem Boden unter den Gerätschaften herumkramte, geriet ihm eine Vogelfalle in die Hände. Er steckte sie ... weiterlesen


Der schwarze und der rote Drache

Es war einmal ein Padischah, der das Unglück hatte, dass man ihm alle seine Kinder in ihrem siebenten Lebensjahre wegstahl. Darob verlor er vor Kummer fast seinen Verstand und klagte: »Bis jetzt sind mir vierzig Kinder geboren worden, eines schöner als das andere, so dass ich nicht müde wurde, ihre Schönheit zu bewundern; wenn mir doch wenigstens ein Einziges am Leben geblieben wäre. Von ... weiterlesen


Die vierzig Prinzen und der siebenköpfige Drache

Es war einmal ein Padischah; dieser Padischah hatte vierzig Söhne. Den ganzen Tag über schweiften sie im Walde herum, jagten, fingen Vögel, und, als der jüngste vierzehn Jahre alt war, wollte sie ihr Vater verehelichen. Er liess sie vor sich rufen und teilte ihnen seine Absicht mit. »Wir werden uns verehelichen,« sagten die vierzig Brüder, »aber nur so, wenn wir von einem Vater und einer ... weiterlesen


Kamer-taj, das Mondross

Es war einmal wo's nicht war, der Lügen gibt's ja viel hier auf Erden, es war einmal ein Padischah. Wie es nun geschah, genug er suchte und fand einmal eine – Laus. In damaliger Zeit wusste man noch nicht, was eigentlich eine Laus sei.

Der Padischah rief seinen Lala herbei, sie guckten sich das Tierchen an, was das wohl sein könne und womit es sich nähre? Vielleicht gar mit ... weiterlesen


Die Tochter des Padischah von Kandehar

In alten Zeiten lebte einmal ein Padischah. Dieser Padischah hatte keine Kinder. Eines Tages sprach er zu seinem Wezir: »Siehe Lala! Wir sind beide kinderlos; lass uns auf die Wanderschaft gehen, vielleicht wird uns Allah Wunderzeichen geben.«

Damit machten sie sich auf den Weg und wie sie so gingen und gingen, kamen sie in einer grossen Ebene zu einer Wasser-Quelle. Da sprach der ... weiterlesen


Das Pfingstrosen-Mädchen

Es war einmal und es war keinmal, da war einmal in alten Zeiten ein Pfingstrosenzüchter, der hatte drei Töchter. Diese Töchter gingen den ganzen Tag im Garten herum und begossen die Pfingstrosen. Ihrem Hause gegenüber wohnte ein Bej, der ihnen immer zusah, wie sie jeden Tag ihre Rosen im Garten begossen.

Als eines Tages die älteste der Mädchen im Garten herumging und die Blumen ... weiterlesen


Die schweigende Sultanstochter

Es war einmal ein Padischah und der hatte einen Sohn. Dieser hatte eine goldene Kugel, mit der er tagaus tagein spielte. Eines Tages, als er wieder'mal in seinem Köschk (Kiosk) sass und mit der Kugel spielte, kam zu der unter dem Köschk hervorsprudelnden Quelle eine alte Frau um Wasser. Der Schehzade (Sohn des Schah's) schleuderte nur um seinen Spass zu haben, die Kugel auf die Alte und ihr ... weiterlesen


Schah Meram und Sade Sultan

Es war einmal ein Padischah. Dieser Padischah hatte drei Söhne. Als nun einst der Padischah erkrankte und starb, stritten sich die drei Söhne um die Thronfolge. Endlich sprach der jüngste also: »Nehmen wir jeder einen Pfeilbogen zur Hand; wer diesen Pfeil am weitesten schleudern wird, dem gehöre der Thron.« Die andern Brüder gingen darauf ein. Jeder nahm nun einen Pfeilbogen und begab ... weiterlesen


Das schöne Helwa-Mädchen

Es war einmal ein armer Kamm-macher. Dieser sagte eines Tages zu seiner Frau: »Liebes Weib, gib mir einige Paras, damit ich die während eines Monates verfertigten Kämme in's Kaffeehaus trage, vielleicht gelingt es mir fünf bis zehn Stücke davon zu verkaufen, so dass ich etwas Geld nach Hause bringe.« Die Frau gab ihm einige Paras und schickte ihn damit in's Kaffeehaus.

... weiterlesen


Die verjagte Sultanstochter

Es war einmal ein Padischah, der hatte eine Tochter. Da er sonst kein Kind mehr hatte, so hatte er diese Tochter überaus gerne und liess sie keinen Augenblick von seiner Seite. Als sie vierzehn-fünfzehn Jahre alt war, sprach ihr Vater eines Tages zu ihr: »Mein Kind, wünsche dir etwas von mir.« Das Mädchen erwiderte: »Mein Vater, so möge mir meine Mutter die Schüssel halten und du giesse ... weiterlesen


Die Furcht

Es war einmal vor alten Zeiten eine Frau, die hatte einen Sohn. Als beide eines Abends so nebeneinander sassen, da sagte die Frau zu ihrem Sohne: »Geh, mein Kind und schliess das Tor, denn ich habe Furcht.« Der Sohn fragte die Mutter: »Was ist das, Furcht?« »Nun, wenn man sich fürchtet,« antwortete die Mutter. – »Was mag denn nur die Furcht sein?« sann der Junge nach »ich will ... weiterlesen


Die Schöpfung

Das Werk der Schöpfung vollendete der Gütigste der Götter, der im siebenten Himmel wohnende Allah. Denn sieben Schichten hatte der Himmel und sieben Schichten führten herab zur Erde: in die Heimat der bösen Geister. An den Wegen der Himmel wohnten die Peris (die guten Geister), im Dunkel der Erde die Dews (die bösen Geister). Und im Kampfe stand das Licht der Himmel mit dem Dunkel der Erde, ... weiterlesen


Zauberturban, Zauberknute, Zauberteppich

Wo es war und wo es nicht war, es gab einmal zwei Brüder. Ihre Eltern waren gestorben und die Brüder teilten das Erbe untereinander auf. Der Ältere richtete sich einen Kramladen ein; der Jüngere aber, der nicht ganz bei Trost war, ergab sich der Schwelgerei. Er trieb dies so lange, bis er eines Tages kein Geld mehr hatte. Er ging nun zu seinem Bruder hin, bat ihn um einige Para-stücke, und ... weiterlesen


Das Brunnen-Gespenst

Es war einmal oder es war einmal nicht, und wenn es auch war, so war es zur Zeit, als meine Mutter noch mein Vater, und ich meiner Mutter Tochter war; als meine Mutter noch meine Tochter und ich meiner Mutter Mutter war. Damals geschah es, dass wir uns auf den Weg machten und gingen, gingen und gingen, wir gingen wenig, wir gingen viel, wir gingen über Berg und Tal, wir gingen sechs Monate lang ... weiterlesen


Der arme und der reiche Bruder

Wo es war und wo es nicht war, in alten Zeiten da waren zwei Brüder. Der eine war sehr reich, der andere hingegen sehr arm. Da dieser arme Bruder verheiratet, der reiche aber ledig war, so sprach der arme eines Tages zu seinem reichen älteren Bruder: »Bruder, heute haben wir nichts zu essen, gib mir doch ein-zwei Para, damit ich meine heutige Arbeit verrichten kann.« Allein der Bruder jagte ... weiterlesen


Der Windteufel

Märchen, Märchen, Märchelein, zwei Katzen machten einen Sprung, die Kröte flog auf Flügeln hin, Tante-Floh fiel zu Boden, die Felsen stürzten auf sie hin. Der Hahn war Imam, Rasierer war die Kuh, es beteten die Gänschen, meine Mutter weinte in ihrer Wiege, als sie mein Vater schaukelte; dies alles war zu der Zeit, als ein Padischah alt war.

Der alte Padischah hatte drei Söhne und ... weiterlesen


Die beiden Geschwister

Es war einmal oder keinmal, auf dieser Welt ist schon sehr viel dagewesen, also es war einmal ein Mann, namens Achmed Aga. Dieser Mann war sehr reich und hatte ausser einer Frau niemanden auf dieser Welt. Er litt an nichts Mangel, nur das eine liess ihn Tag und Nacht keine Ruhe, dass er kein Kind hatte. »Allah hat mir so viel Gut und Geld geschenkt, ich habe mir auch einen guten Namen erworben; ... weiterlesen


Der Kummervogel

Vor uralten Zeiten lebte einmal ein Padischah, der hatte eine Tochter. Dieses Mädchen entfernte sich nie von der Seite ihrer Lehrerin. Als die Lehrerin eines Tages in Gedanken versunken war, fragte sie das Mädchen: »Woran denkst du?« – »Ich habe Kummer,« antwortete die Lehrerin. Die Tochter des Padischah fragt nun: »Was ist der Kummer für ein Ding? Gib mir auch davon!« – ... weiterlesen


Prinz Achmed

Es war einmal ein Padischah, der hatte einen Sohn. Eines Tages zürnte der Padischah seinem Sohne und gab Befehl, ihn zu enthaupten. Da sprachen seine Wezire zu ihm: »O Padischah, vierzig Jahre haben nur einen Tag und du hast nur dieses ein Kind, tue es nicht, du könntest es bereuen.« Der Padischah begnügte sich also damit, seinen Sohn aus seinem Lande zu verbannen. Als seine Frau dies sah, ... weiterlesen


Der Zauberer-Derwisch

Vor alten Zeiten, da lebte ein Padischah, dem konnte kein einziger Sohn geboren werden. Als der Padischah eines Tages mit seinem Lala spazieren ging, kamen sie zu einem Brunnen, dort wuschen sie sich, beteten und sahen plötzlich einen Derwisch kommen. »Heil dir, mein Padischah« sprach er, worauf der Padischah also zum Derwisch sprach: »Wenn du mich als Padischah erkanntest, so wirst du mir ... weiterlesen


Der Betrüger und der Dieb

Es war einmal eine schlaue Frau, die hatte zwei Männer, doch keiner wusste von dem Dasein des anderen; des einen Handwerk war Betrug, des anderen Diebstahl, beide hatten es von der Frau gelernt. Einst ging der Dieb mit einem der gestohlenen Güter auf den Markt, verkaufte es und nahm das Geld nach Hause. Da ging der andere zum Käufer, packte ihn beim Kragen und sagte: »Das ist mein Gut; man ... weiterlesen


Der Zauberspiegel

Es war einmal ein Padischah. Dieser hatte drei Söhne. Auch besass er einen Spiegel, in welchen er jeden Morgen beim Aufstehen hineinblickte und der ihm dann alles, was an dem betreffenden Tage geschehen wird, zeigte.

Eines Tages stieg er aus dem Bette und ging, ohne in den Spiegel geblickt zu haben, seinen Geschäften nach. Nachdem er sein Tagewerk verrichtet hatte, erinnerte er sich des ... weiterlesen


Der Holzhacker

Es war einmal ein Holzhacker und der hatte eine Frau. Der Holzhacker ging Tag für Tag in das Gebirge hinaus, um Bäume zu fällen. Am Abend sammelte er das fertige Holz und verkaufte es. Für das so gewonnene Geld holte er aus einer Esswarenbude Brot und andere Nahrungsmittel, trug sie nach Hause und sein Weib bereitete ein gutes Essen davon. Dann hielten sie lustige Mahlzeit. Sie trieben ... weiterlesen


Der Pferdesohn

Es war einmal ein Sultan, der hatte drei Söhne und eine Tochter. Eines Tages aber wurde er sterbenskrank und er liess deshalb seine Söhne um sein Lager kommen und sprach also zu ihnen: »Bald werde ich sterben und der Älteste von Euch soll nach mir Padischah sein. Meine Tochter jedoch, die sollt Ihr demjenigen zum Gemahle geben, der nach meinem Tode kommen und sie zur Frau begehren wird.« ... weiterlesen


Die Leber

Einmal wünschte eine alte Frau Leber zu essen. Sie gab also ihrer Tochter einige Para-stücke, damit sie dafür eine Leber kaufe, dieselbe im Teiche rein wasche und dann nach Hause bringe. Die Maid ging auf den Tscharschi kaufte die Leber und trug sie zum Teiche, damit sie dieselbe wasche. Während sie die Leber reinigte, flog ein Storch herbei, entriss ihrer Hand die Leber und flog damit weg. ... weiterlesen


Brüderchen und Schwesterchen

Einmal war's und einmal war's nicht, Allah hatte viele Diener; da war einmal ein Padischah, der einen Sohn und eine Tochter hatte. Der Padischah ward alt, es kam seine Zeit und er starb; der Sohn nimmt seine Stelle ein und eine Zeitlang regierend, verzehrte er sein ganzes Vermögen.

Eines Tages sprach er zu seiner Schwester: »Liebste, wir haben all unser Vermögen verzehrt; wenn man ... weiterlesen


Der Drachenprinz und die Stiefmutter

Es war einmal ein Padischah. Dieser Padischah hatte keine Kinder. Als er eines Tages mit seinem Lala ausging, erblickte er während des Spazierganges einen Drachen, der in Begleitung seiner fünf oder sechs Jungen einherschritt.

»Oh mein Allah,« rief er klagend aus, »dieses Tier hast du mit so vielen Sprösslingen gesegnet; wie wäre es, wenn jener Drache um einen weniger hätte, mir ... weiterlesen


Die drei Orangen-Peris

In uralter Zeit, als das Sieb im Stroh lag, war alles Lüge, wenn es war und wenn es auch nicht war, alles war im Überfluss, wir assen und tranken den ganzen Tag, schliefen aber hungrig ein: in solcher Zeit, sag ich, lebte einmal ein Padischah. Freudlos flössen seine Tage dahin, denn er hatte keinen Sohn.

Kummervoll machte er sich mit seinem Lala (Hofmeister) auf den Weg und wie sie nun ... weiterlesen


Der Wahrsager

Es war einmal ein Mann und eine Frau. Der Mann war in seinen besten Jahren, und da er in mehrerlei Handwerk geschickt war, so konnte er, wenn auch nicht in Reichtum, doch ganz leidlich für sich leben. Er mochte vierzig-fünfzig Jahre alt sein, doch die Mühen der Zeit hatten Haar und Bart weiss gefärbt, so dass man ihn für siebzig-achtzig Jahre alt halten konnte.

Als eines Tages seine ... weiterlesen


Hyazinthen-Blümleins Kiosk

Es war einmal ein Padischah und der hatte einen Sohn von unvergleichlicher Schönheit. Wer ihn nur sah, wurde von seiner Schönheit gleichsam verwirrt; sein Vater, der Padischah, hatte ihn auch so lieb, dass er keine halbe Stunde ohne ihn sein konnte. Eines Tages wird der Padischah krank, legt sich zu Bette, und wie viel Arzeneien ihm die Ärzte und Hodschas auch geben, so können sie ihn auf ... weiterlesen


Der Padischah der dreissig Peri

In uralter Zeit, im Zeitalter der Feen, als ich ging und ging, und verbotene Gärten durchschweifte, kam ich endlich in einen derselben sehr schlecht an. Ich färbte mein Pferd und glaubte, dass es von natürlicher Farbe sei; ich kaufte mir einen Esel und dachte, dass er nun meine Frau werde; er versetzte mir aber einen so gewaltigen Hufschlag, dass ich glaubte, er liebkose mich. Auf meinem Wege ... weiterlesen


Die Rosen-Schöne

Es war einmal, oder es war einmal nicht, es war in uralter Zeit, als man noch ins Stroh siebte, als das Kameel noch Pferdehändler, die Maus Rasierer, der Kuckuck Schneider, der Esel noch Bedienter und die Schildkröte noch Bäcker war; – damals war ich nur fünfzehn Jahre alt und schaukelte schon meinen Vater in seiner Wiege; damals war es, ob es war oder nicht, kurz, es war ein Müller ... weiterlesen


Der lachende und der weinende Apfel

Vor alten Zeiten lebte ein Padischah, der hatte drei Söhne. Eines Tages sass der jüngste im Kiosk, neben welchem eine Quelle war. Da kam eine alte Frau zur Quelle, um Wasser zu schöpfen. Der Jüngling warf mit der Schleuder einen Stein nach ihrem Krug und zerbrach ihn. Die alte Frau sagte gar nichts, ging fort, nahm einen andern Krug und ging damit abermals zur Quelle. Der Jüngling ... weiterlesen


Die goldhaarigen Kinder

Es geschah einmal, es geschah auch nicht, aber es geschah in alten Zeiten, als mein Vater noch mein Vater war, und ich meines Vaters Tochter war, damals war auf der anderen Seite der Welt, in der Nähe des Teufelreiches eine grosse Stadt. In dieser Stadt wohnten drei arme Mädchen, die Kinder eines armen Holzhackers waren. Von der Frühe bis zum Abend, vom Abend bis zum Morgen stickten, nähten ... weiterlesen