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Märchen - Ignaz und Josef Zingerle: Kinder- und Hausmärchen aus Tirol

Der Königssohn

Vor alten Zeiten lebte ein mächtiger, weiser König, der herrschte weit über Land und Leute und seine Untertanen waren zufrieden und glücklich, denn er regierte weise und milde und war ein Vater seiner Untergebenen. Als er nun alt und schwach geworden war und sein müdes Haupt die Krone nicht mehr zu tragen vermochte, da wollte er sie seinem ältesten Sohne übergeben, auf daß er sein ... weiterlesen


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Der Holzhacker

Es war einmal ein Holzhacker, der nicht viel zu beißen und zu brechen hatte, aber dafür ein frisches Blut und Freude zur Arbeit. Der ging eines Morgens wieder hinaus in den Wald, schnalzte mit den Fingern und pfiff ein Lied vor sich hin, als ob die ganze Welt ihm gehörte. Wie er so forttrollte, begegnete ihm ein altes Weiblein, das auf einer Krücke daherhinkte. »Guten Morgen,« rief ihn die ... weiterlesen


Riese und Hirte

In alter grauer Zeit kam einmal ein Riese in ein Tal und der war so stark, daß ihm fast alles möglich war. Er hob ganze Felsen auf und schleuderte sie wie einen kleinen Stein so weit, daß man sie fast nicht mehr sah. Einmal kam er zu einem Hirten und fragte ihn: »Kannst du einen Baum samt den Wurzeln ausreißen?« Und mit diesen Worten riß er eine Fichte, die einzeln da stand, aus dem Boden ... weiterlesen


Das kluge Ehepaar

Es war einmal ein Mann, der zwar kein Haus, aber ein kluges Weib hatte. Da bezog er ein kleines Haus, das einem reichen Herrn gehörte, gegen einen bedeutenden Mietzins. Mann und Weib arbeiteten und sparten das Jahr hindurch wohl fleißig, allein da es zu Ende ging, war dennoch nur wenig Geld in ihrem Schreine und sie sahen mit Angst und Furcht dem Zinstage entgegen. Als dieser angebrochen war, ... weiterlesen


Mädchen und Bübchen

Es lebte einmal nahe bei einem dichten Walde ein Holzhauer, der hatte ein böses Weib und zwei nette Kindlein: ein Mädchen und ein Bübchen. Der Holzhauer aber war sehr arm und hatte kaum Brot genug, um sich und den Seinigen den Hunger zu stillen. Eines Tages war der Vater wieder in den Wald gegangen und die böse Mutter war allein in der niedrigen Hütte zurückgeblieben. Da sagte die böse ... weiterlesen


Schwesterchen und Brüderchen

Es war einmal ein Schwesterchen und ein Brüderchen. Das Schwesterchen war brav und folgsam und betete fleißig in der Kirche, das Brüderchen ging aber seine Wege, war störrisch und schnippisch und machte seinen Eltern nur Kummer und Verdruß. Einmal gingen beide in den dunkeln Wald hinaus Erdbeeren lesen, Sie kamen immer tiefer und tiefer in den Forst hinein. Das Brüderchen aß und aß voller ... weiterlesen


Der gescheite Hans

In alten Zeiten lebten einmal zwei Brüder, von denen der eine gescheit, der andere dumm war. Eines Tages erkrankte die arme Mutter. Da sprach der Kluge zum Lappen: »Ich will bei der Mutter bleiben und ihrer warten; deshalb mußt du heute betteln gehen, damit wir der Mutter ein Stück Fleisch kaufen und eine nahrhafte Suppe bereiten können. Mach aber deine Sache recht und heb deinen Hut den ... weiterlesen


Das Totenköpflein

Es war einmal ein braves Mädchen, das eine gar böse Stiefmutter hatte. Diese jagte das arme Kind aus dem Hause mit den Worten: »Wenn du mir noch einmal unter die Augen kommst, schlag ich dich krumm.« Da lief das Mädchen weit weit weg und kam in einen großen dunkeln Wald. Als die Nacht kam und es finster wurde, war das gute Kind ganz ermattet und glaubte schon unter den wilden Tieren im ... weiterlesen


Luxehales

Auf einem Hügel nahe bei einem Dorfe stund vor alten Zeiten ein gar prächtiges Schloß mit hohen Türmen und stolzen Zimmern, das reich an Gold und Silber und allen Schätzen dieser Welt war.

Aber jene, die es bewohnten, waren gottlos und unbarmherzig und lebten dahin in Saus und Braus und ließen den Armen nicht einmal ein Stücklein harten Brotes zukommen, während sie selbst im ... weiterlesen


Notwendigkeit des Salzes

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter, die er alle drei recht herzlich liebte, weil sie brav und schön waren. Er wußte nun nicht, welche von den dreien er zur Königin bestimmen sollte. Als sein Geburtstag vor der Türe stund, ließ er die Töchter vor sich kommen und sprach zu ihnen: »Meine lieben Kinder, ich hab' euch alle drei recht herzlich gern und wußte lange nicht, welche ... weiterlesen


Der tote Schuldner

Es war einmal eine Mutter und ihr Sohn, die lebten friedlich und fromm, mußten aber ihrer Armut wegen mit klarem Tranke und schmaler Kost vorlieb nehmen. Sie hatten zwei Kühlein im Stalle und oft ging es ihnen so nahe, daß sie fast die Tiere verkaufen mußten. Da hatten sie wieder einmal recht schlechte Zeiten, und die Mutter sagte zum Sohne: »Geh, verkauf doch eine Kuh! Wenn wir ein bischen ... weiterlesen


Vom armen Schuster

Dieser Schuster war sehr arm und war Vater von acht Kindern und die Frau war ihm gestorben. Er hatte sehr schlimme Tage und wenig Verdienst und die armen Würmchen wollten doch ihr Brot haben und schrien oft wie die Raben vor Hunger. So ging es lange Zeit und der arme Schuster versetzte seinen letzten Leisten, um den Hunger der Kinder zu stillen. Allein, als der morgende Tag anbrach, stellte ... weiterlesen


Zistel im Körbel

Es war einmal ein armes, armes Mädchen, dem waren seine Eltern gestorben und sie hatten ihm nichts hinterlassen als die Lumpen, die es am Leibe trug. Das Mädchen mußte aus der väterlichen Hütte fort – denn die wurde verkauft, um die alten Gläubiger zu befriedigen – und wußte nicht, wo aus und wo an. Weinend ging es fort und in den dunkeln Wald hinein, in dem es früher so oft ... weiterlesen


Vom reichen Grafensohne

Der reiche Grafensohn war schon ein stattlicher, schöner, junger Mann und seine Eltern wollten, daß er sich verheiraten sollte. Die Mutter sprach ihm morgens und abends zu, er solle sich eine schöne Braut und ihr eine Tochter holen; allein alles Reden und Mahnen war vergebens. Der gute Grafensohn hatte sich ein für allemal in den Kopf gesetzt, keine Braut, die von einer Mutter geboren ... weiterlesen


Die zwei Jäger

Es waren einmal zwei verabschiedete Kaiserjäger, die in ihre Heimat zurückkehrten und verabredet hatten, immer beieinander zu bleiben und alles redlich zu teilen. Der eine von ihnen war krumm, denn es war sein Fuß in einer Schlacht beschädigt worden. Der andere aber war ein gerader, flinker Bursche.

»Ha! ich kann wohl vorausgehen, der krumme Schellunter wird mich wohl einholen, wenn ... weiterlesen


Bauer und Bäuerin

Es war einmal eine Bäuerin, die war sehr reich, aber auch sehr dumm, so dumm wie die Nacht. Einmal hatte man nun ein Schweinchen abgeschlachtet und der Bauer, der mit seinem Weibe viel Kreuz und Leiden hatte, sollte gerade auf das Feld gehen. Die Bäuerin fragte ihn da, was sie mit dem toten Schweine machen sollte. Der Bauer antwortete, sie solle mit einem Stücke den Kappes1 spicken und das ... weiterlesen


Müllers Töchterlein

Des Müllers Töchterlein war ein keckes Mädchen und hätte es wohl auch mit Männern aufgenommen. Einmal mußte es, während die andern Bewohner in der entlegenen Kirche waren, im einsamen Häuschen zurückbleiben, um es zu hüten. Das Mädchen sperrte sich brav ein, und weil ihm das Alleinsein so langweilig vorkam, wartete es mit Sehnsucht auf die Ankunft der übrigen, die doch nicht lange ... weiterlesen


Die drei Raben

Einmal lag ein reicher König, dem viele Lande und Leute botmäßig waren, auf dem Todbette. Da ließ er seinen einzigen Sohn zu sich kommen und sprach zu ihm: »Lieber Prinz, ich werde bald sterben und du wirst dann keinen Vater mehr haben. Doch sei unbesorgt, denn ich hinterlasse dir einen klugen Berater, der dir in allen Nöten und Gefahren mit Rat und Tat beistehen wird. Solange du dem ... weiterlesen


Die Krönlnatter

Die Krönlnatter ist eine Natter, so gescheckt und kriechend wie die andern ihres Geschlechtes, aber auf dem Kopfe trägt sie ein gar hübsches Krönlein und davon heißt sie die Krönlnatter. Das Krönchen glänzt wie Gold und die Spitzen desselben funkeln wie Edelsteine. Kommt die Krönlnatter zu dir und begegnest du ihr recht lieb und freundlich, so ist dein Glück gemacht, denn früher oder ... weiterlesen


St. Petrus

Als unser Herrgott noch auf Erden wandelte, ging er einmal durch ein schönes, weites Tal. Er war sonst allein, nur der heilige Petrus begleitete ihn. So wanderten sie den ganzen Vormittag; Christus sprach in Parabeln und der Apostel hörte zu. Als aber die Mittagsstunde gekommen war und es auf den Hütten zu Mittag läutete, da war dem St. Petrus die Aufmerksamkeit vergangen; denn die Magenuhr ... weiterlesen


Der Krämer

Ein Krämer war in die Stadt gegangen und wollte im Wirtshause, in dem er gewöhnlich ankehrte, eine Herberge finden. Allein da waren alle Zimmer schon besetzt und in der Schenkstube und auf den Gängen schwärmte es wie in einem Bienenstocke. Der Wirt war, als er den Krämer sah, in der größten Verlegenheit; denn er wollte den alten Stammgast nicht aus dem Hause lassen und im Hause stund kein ... weiterlesen


Die drei Königskronen

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter, die ihm alle gleich lieb waren, und von denen er eine so ungern von sich gelassen hätte wie die andere. Da kam eines Morgens die Botschaft zu ihm, daß in der Nacht alle drei Prinzessinnen verschwunden seien und kein Mensch von ihrem Weggehen etwas gesehen habe. Der König horchte groß auf bei dieser Nachricht und wollte ihr anfangs gar keinen ... weiterlesen


Der gläserne Berg

Ja, mein Kind, es ist schon lange her, – du denkst es nicht und ich auch nicht, da lebte einmal tief in einem Walde ein Förster, der hatte einen Sohn, der sich aufs Waidwerk ordentlich verstund. Der ging einmal hinaus auf die Jagd und schoß Hirsche und Rehe zusammen, als ob alles Wild nur da wäre, um von ihm geschossen zu werden. Er wollte eben heimkehren, da ließ sich ein ... weiterlesen


Geschwind wie der Wind, Pack-an, Eisenfest

Es lag einmal ein alter, alter Vater, der einen Sohn hatte, auf dem Todbette. Als er dem Sterben nahe war, sprach er zu seinem Knaben, der am Bette stund und weinte, daß es ihm fast das Herz abstieß: »Jörgl, ich muß nun von dir fort in die Ewigkeit und kann dir nichts hinterlassen als die drei Hunde im Hundestalle drunten. Sie werden dir treu und redlich dienen, und wenn du brav und redlich ... weiterlesen


Das Mädchen ohne Hände

Es war einmal eine Wirtin, die hatte eine einzige Tochter. So oft Gäste kamen, sagten sie unter sich: »Die Wirtin ist doch wahrhaft ein schönes Weib, wie keines im Lande!« Sobald sie aber die Tochter ansahen, da konnten sie ihre Augen gar nicht mehr abwenden und sagten: »Die Frau Wirtin ist schön, aber ihre Tochter ist doch viel schöner!«

Die Wirtin war stolz auf ihre Schönheit ... weiterlesen


Nadel, Lämmlein und Butterwecklein

Es war einmal ein Vater und der hatte drei Söhne. Der Vater war aber arm und da klopfte die Not manchmal an die Türe des Hüttchens und der Hunger war oft ihr Schlafgeselle. – Einstens ging es dem Vater und den drei Knaben gar hart und da sagte der Älteste: »Ich will mich aufmachen und in die weite Welt ziehen, um etwas zu verdienen; wer weiß, wo mir mein Glücksstern aufgeht.« Der ... weiterlesen


Die faule Katl

Es ist schon viel Wasser seitdem in dem Inn hinuntergeronnen, da hatte einmal ein Wirt drei Töchter. Die zwei älteren waren brav und fleißig und arbeiteten zu Hause und auf dem Felde, die jüngste aber, die Katl hieß, war stinkfaul, schlief, bis ihr die Sonne in die Augen schien, und kümmerte sich weder um Keller noch um Küche. Eines Tages mußte sie auf das Feld gehen, um dort zu ... weiterlesen


Der Bärenhansel

Eine arme Mutter wußte sich mit ihrem schwachen, armseligen Kinde nicht zu helfen und zu raten. Da nahm sie es und trug es hinaus in den Wald zu einer Höhle, in der eine Bärin hauste, warf es hinein und empfahl es dem Schutze Gottes. Dann kehrte sie weinend heim. Die Bärin fühlte aber Mitleid mit dem kleinen Kinde und hielt es wie ihre Jungen, – und der Knabe erholte sich und wuchs ... weiterlesen


Der Müllerbursch und die Katze

Kam einmal ein Mühlknecht zu einem Müller und bat ihn, er möchte ihm doch Arbeit geben, er sei schon lange Zeit gewandert und wolle sich nun wieder ein paar Kreuzer verdienen. Der Mühlknecht gefiel dem Müller, denn er war ein flinker, rüstiger Bursche, und er hätte ihm sogleich Arbeit gegeben, wenn ihm nicht ein sonderbares Bedenken in den Kopf geschossen wäre. Er kratzte sich eine ... weiterlesen


Die singende Rose

Ein König hatte drei Töchter, die waren alle drei weit schöner als die Jungfräulein heutzutage, und jede von ihnen hatte schon das sechzehnte Lebensjahr überschritten. Da dachte der König daran, eine von den drei Töchtern zur Königin zu machen. Er wußte aber nicht, welche er den übrigen zweien vorziehen sollte. Eines Tages ließ er nun alle drei vor sich kommen und sagte zu ihnen: ... weiterlesen


Hennenpfösl

Es ist schon lange her, da lebte einmal in einem prachtvollen Schlosse ein Graf mit seiner Frau und mehreren Kindern. Die Kinder waren den Eltern so recht ins Herz hineingewachsen und bekamen alles, was sie nur wünschten. Nur die jüngste Tochter, die weit schöner war als alle ihre Schwestern, konnten der Graf und die Gräfin nicht ausstehen und taten ihr Leides an, wo sie nur konnten. Das tat ... weiterlesen


Gottes Lohn

Vor vielen, vielen Jahren hörte ein armer Mann, daß derjenige, welcher dem lieben Herrgott etwas leihet, dasselbe hundertfach zurückbekomme. Ohne sich lange zu besinnen, warf er nun seine ganze Barschaft, die in einem einzigen Geldstücke bestand, in den Klingelbeutel, fest überzeugt, daß er dafür hundert solche Stücke erhalten werde. Als ein Jahr längst verstrichen war und die hundert ... weiterlesen


Die zwei Fischersöhne

An einem See wohnte ein Fischer mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen. Als die Söhne volljährig geworden waren und Vater und Mutter und Kinder eben einmal beim Essen saßen, fing der Vater an: »Liebe Söhne, ihr seid jetzt in einem Alter, wo ihr die Welt kennen lernen und ihr Glück erproben müßt. Seid ihr ein wenig in der Welt herumgekommen, so könnt ihr wieder heimkehren, denn meine ... weiterlesen


Der blinde König

Es war einmal ein König blind und keine Kunst der Ärzte konnte ihm das Licht der Augen wiederbringen. Zuletzt gab ihm ein Wahrsager den Bescheid, er würde nicht eher wieder sehend werden, als bis man ihm den Vogel Phönix brächte; nur dessen Gesang könnte das Wunder bewirken. Da machten sich die drei Söhne des Königs, einer nach dem andern auf den Weg, den Vogel Phönix zu suchen. Der ... weiterlesen


Wie ein armes Mütterchen zu vieler Wäsche kam

In einem abgelegenen Dorfe auf einem hohen Berge lebte einmal ein gar armes Mütterchen, das den bittersten Mangel litt. Eines Tages nahm es einen Stock und machte sich auf den Weg ins Tal hinunter, um bei guten Leuten Almosen zu erbetteln. Als es durch den dichten Weißtannenwald ging, kam es zu einer Felswand in der wilde Weiblein wohnten, und der Duft frischgebackenen Brotes wehte dem ... weiterlesen


Der Schmied in Rumpelbach

Der Schmied in Rumpelbach war stets ein kreuzbraver, arbeitsamer Mann gewesen. Er war aber so unglücklich, sein Geld bei solchen Leuten gutzuhaben, deren Beutel zwar vom Gelde nicht leer, deren Herz aber davon noch voller war. Da er nun trotz der sauern Arbeit nichts zu beißen hatte, so wurde er täglich mürrischer und kam in einer Nacht auf den Gedanken, ob denn für die Kargheit seiner ... weiterlesen


Der Mesnersohn

Es war einmal ein Mesnersohn, dem beide Eltern gestorben waren und der nur eine einzige Schwester hatte. Er hieß Hans und war ein gar kecker und furchtloser Bursche, so daß er sich weder vor den Menschen noch vor den Geistern fürchtete. Nachts ging er nie nach Hause und ins Bett, sondern blieb auf dem Freithofe und schlief auf den Gräbern, die mit Schmehlen reich überwachsen waren, und wenn ... weiterlesen


Werweiß

Vor undenklichen Zeiten hauste einmal ein Wirt nahe bei einem Walde. Er war sehr geizig und tat mit dem kleinsten Dinge, als ob es Goldes wert wäre. Zur selben Zeit lebte ein mächtiger, reicher König, und der schaute das Geld nicht an, sondern lebte in Saus und Braus. Einmal schrieb der König eine Jagd aus und setzte für das beste Weidstück einen herrlichen Lohn. Wenn einer von Adel das ... weiterlesen


Der Fischer

Es war einmal an einem See ein Fischer, der hatte eine liebe, liebe Frau und Geld genug, allein er hatte keine Kinder, was ihm sehr leid tat.

Eines Tages ging er hinaus ans Ufer des bläulich-grünen Sees und senkte seine Angel hinunter ins Wasser und pfiff sein Liedchen dabei. Er hatte nicht lange geangelt, da biß ein so ungeheurer Fisch an, daß fast die Schnur abriß.

»Das ist ... weiterlesen


Die drei Schwestern

Es waren einmal drei Schwestern bei einer Stadt. Zwei derselben waren gar stolz und hochfahrend, die Jüngste war aber ein braves, stilles, bescheidenes Mädchen, das gerade deswegen von den zwei ältern Schwestern verachtet und gehaßt wurde. Das arme Kind hatte bei den zwei Obenhinaus ein gar schlimmes Leben, es mußte alle Arbeiten verrichten, die den zwei andern zu gemein waren, und wurde ... weiterlesen


Unser Herr als Bettler

Es ist schon lange her, da lebte einmal ein altes Weiblein, das entsetzlich arm und nötig war. Sie konnte sich wenig verdienen und betteln gehen wollte sie nicht, denn sie dachte immer: »Lieber als daß ich betteln geh', verkaufe ich meinen Löffel«. – Wie das arme Weiblein nun einmal in ihrem Stübchen so dasaß und über ihre Not nachdachte, kam ein Bettelmann, der war recht zerlumpt ... weiterlesen


Der Knabe und die Riesen

Vor langer Zeit trieb ein Riese sein Unwesen. Er war so stark, daß er die größten Bäume zu Wieden drehte und mächtige Felsstücke fernhin schleuderte. Diese Stärke machte ihn übermütig und er tat den Menschen Leides, wo er nur konnte. Deshalb suchte man ihn unschädlich zu machen, doch niemand wagte es, mit ihm zu kämpfen. Endlich kamen die Leute auf den Gedanken, ihn durch List zu ... weiterlesen


Die drei Pomeranzen

Es war einmal ein armes Weib, das hatte ein einziges Töchterlein, welches es wie ihren Augapfel liebte. Obgleich das Mädchen erst neun Jahre alt war, so war es doch so verständig wie eine Erwachsene und gar sanft und fromm. Eines Tages waren Mutter und Tochter im Walde gewesen, um Holz zu klauben, und als sie heimkehrten, sahen sie bei einem Baume drei Feen, welche schon lange zu warten ... weiterlesen


Purzinigele

Vor alter, alter Zeit lebte ein reicher, mächtiger Graf. Alles Land weit und breit gehörte ihm und er hatte alles, was sein Herz begehrte. Seinen Reichtum und sein Glück teilte eine gute Frau, die so schön war wie der Tag und so lieb wie ein Engel. So lebten sie schon einige Monate glücklich beisammen und die Tage kamen ihnen so kurz wie Minuten vor. Da ging der Graf eines Tages auf die ... weiterlesen


Der höllische Torwartel

Es wollte sich ein recht schmutziger Knabe gar nie waschen lassen und ging immer mit seinem unsauberen Gesichte herum. Kein Warnen und Zureden half hier, und so wurde der Schmutzige täglich noch schmutziger. Wenn aber die Leute recht unrein sind und so ungewaschen herumwandern, bekommt der Böse über sie Gewalt. Das hat schon mancher zu bitterm Leide erfahren und zu spät bereut. So ging es ... weiterlesen


Teufel und Näherin

Es ist schon lange her, da war einmal eine Näherin und diese war so geschickt, daß man zuvor und darnach keine bessere erfragt hätte, so weit der Himmel blau und die Erde grün ist. Allein sie bildete sich auch ihren Teil auf ihre Geschicklichkeit ein und einmal sagte sie gar halb im Spaß, halb im Ernst, sie wollte mit dem Teufel zu Neid und in die Wette nähen. Der Schwarze sollte ihr's ... weiterlesen


Goldener

Ein armer, armer Knabe ging einmal durch den grünen Wald. Er war sehr traurig und in den Augen stunden ihm Tränen. Wie er so hinwanderte und es ihm ums Herz recht schwer war, stund plötzlich ein uraltes Weibchen vor ihm. Ihre Haare waren grau wie der Baumbart und in ihrem Munde wackelte kein Zahn mehr.

»Warum bist du so traurig, mein Kind?« fragte im traulichen Tone das Mütterchen ... weiterlesen


Der verzauberte Grafensohn

Es war einmal ein sehr reicher Graf. Er hatte viele Wälder und Felder, Burgen und Höfe und in seinem Schloßturme lagen unermeßliche Schätze aufgespeichert. Allein ein altes Sprichwort sagt: »Je mehr man hat, je mehr man will«, und dies ging auch am Grafen in Erfüllung. In seiner Nähe wohnte ein anderer reicher Graf, der auch über große Besitzungen gebot und sich an Reichtum mit dem ... weiterlesen


Der tapfere Ritterssohn

Es war einmal ein Ritter, der hatte drei Söhne, von denen er viele Freude zu erleben hoffte. Als der älteste davon achtzehn Jahre alt war, mußte er hinaus in die weite Welt, um seinen Mut und sein Glück zu versuchen. Da ritt er nun eines Tages durch einen finstern Wald und auf einmal kam ein furchtbares Ungeheuer auf ihn zugelaufen. Er setzte sich tapfer zur Wehr und streckte das Ungetüm ... weiterlesen


Fischlein kleb an!

Es waren einmal drei Knaben, denen war ihre Mutter gestorben, und an ihrer Stelle hatte ihnen der Vater eine recht herbe Stiefmutter in die Hütte gebracht. Sie mochten tun und treiben, was sie wollten, nie war es recht. Anstatt des Morgensegens bekamen sie Scheltworte und anstatt des Brotes erhielten sie Schläge und nachts konnten sie froh sein, wenn sie vor Hunger die müden Augen schließen ... weiterlesen