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Märchen - Josef Haltrich: Deutsche Volksmärchen aus dem Sachsenlande in Siebenbürgen

Die Reise des Enteleins

Das Entelein (sächs. Schnåådderintchen) wackelte fort und wollte eine Reise in die Welt machen, kam das Hutzelbein (der Frosch, sächs. Hïïpertïïperchen) und sprach: »Wohin, Entelein?« »In die Welt hinein!« Sagte Entelein. »Darf ich mit, Entelein?« Fragte Hutzelbein. »Sitz auf mein Schwänzelein!« Sprach das Entelein, Da setzte es sich auf, und nun zogen beide fort; kam der dicke ... weiterlesen


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Der Burghüter und seine kluge Tochter

Ein armer Burghüter hatte fünfzehn Kinder und nichts zu essen; da nahm er eines Tages aus der Orgel den Speck, den sich der Herr Pfarrer dahin hatte versorgen lassen, und aß ihn allmählich mit seinen Kindern; das letzte Stückchen aber zerschnitt er in kleine Teile, nahm die zwei Heiligen vom Altar, stellte sie mitten in die Kirche und machte ein kleines Feuer neben sie und lief dann zum ... weiterlesen


Die Mär von den fünf Zehen

Weißt du, warum diese Zehe (die dicke) hier so fett ist und die andern so mager aussehen? Ich will dir die Geschichte erzählen: Diese (die kleine Zehe) ist einmal in den Wald gegangen, diese (die nächste an der kleinen) hat einen Hasen gefangen, diese (die dritte von der kleinen) hat ihn nach Hause gebracht, diese (die vierte von der kleinen) hat ihn gebraten, und dieser dicke garstige Buta ... weiterlesen


Die Geschenke der beiden Liebhaber

Es war einmal ein schönes Mädchen, das hatte zwei Liebhaber, von denen war der eine reich, der andere arm. Jeder aber dachte bei sich und sagte zum andern: »Es wird mich lieber haben, es wird mich lieber haben!« Da beschlossen sie, jeder solle ihr ein Geschenk kaufen, und der solle sie bekommen, dessen Geschenk von ihr mehr geschätzt würde. Der Reiche kaufte nun einen schönen und teuern ... weiterlesen


Der Rohrstengel

Es war einmal ein König, der hatte eine wunderschöne Tochter und wollte sie nur dem zur Gemahlin geben, welcher die wilde Kräm, die im nahen Walde hauste, mit ihren zwölf Ferkeln gefangen einbrächte. Viele junge Fürsten hatten umsonst versucht, das Tier zu fangen; sie hatte alle zerrissen und zerfleischt, und jetzt wagte es niemand mehr. Da hörten auch drei Brüder von der Sache und ... weiterlesen


Die Mär von den fünf Fingern

Der Picki (Zeigefinger), der Licki (Mittelfinger), der Tschicki (Goldfinger) und der kleine Micki (kleine Finger) gingen einmal ins Feld und ließen ihren Bruder Tocki (den Daumen) zu Hause. Dieser sagte ihnen umsonst, sie sollten ohne ihn nicht ausgehen, sie würden in Gefahr kommen; sie gingen aber doch. Der Picki sprach: »Ich will den Weg weisen« ; der Licki, als der größte: »Ich will ... weiterlesen


Die Mär vom roten Hahn

»Liebe Großi, erzählt uns doch eine Mär!«

»Nun gut; habt ihr gehört die Mär vom roten Hahn? Das ist eine wunderschöne Geschichte.«

»So erzählt sie uns!«

»Ich sage ja nicht, ›so erzählt sie uns!‹, sondern, ›habt ihr gehört die Mär vom roten Hahn?‹«

»Nun ja, das habt Ihr gesagt!«

»Ei, so hab ich nicht gesagt: ... weiterlesen


Der Königssohn und die Teufelstochter

Es war einmal ein König, der hatte in einem großen Kriege alle Schlachten nacheinander verloren; seine Heere waren alle vernichtet, und jetzt war er in der Verzweiflung daran, sich ein Leid anzutun. Da, in dem Augenblick, erschien vor ihm ein Mann, der sprach zum König: »Ich weiß, was dir fehlt;

fasse Mut, ich will dir helfen, wenn du mir ›en noa Sil‹ aus deinem Hause ... weiterlesen


Der Wolf und der Fuchs beim Kürschner in der Beiz

Fuchs: Nicht wahr, Gevatter, es liegt sich hier so sanft, so ruhig; wir müssen im Paradiese sein! Aber saget mir, wie kommt Ihr denn her?

Wolf: Weiß der blaue Teufel! Ich hatte meinen Hunger, lief damit in die Schafherde, packte mir ein schönes, junges Lämmchen und eilte fort. Da fielen die Hunde über mich her; doch erwehrte ich mich ihrer, biß zwei zusammen und kam glücklich in ... weiterlesen


Die Büffelkuh und das Fischlein

Einmal kam eine große, große Büffelkuh an ein kleines Bächlein, um zu trinken; sie hatte einen unersättlichen Durst und soff ohne Aufhören. In dem Bächlein aber wohnte ein klein winziges Fischlein, das war immer sehr lustig, hüpfte und sprang und spielte mit den glitzerigen Steinchen. Es fürchtete nun, die Büffelkuh werde ihm das Wasser alles saufen und rief ihr zu: »Warum säufst du ... weiterlesen


Verstand und Glück

Es gingen einmal der Verstand und das Glück auf Reisen, um sich die Welt zu besehen und die Menschen mit ihren Gaben zu erfreuen. Da trafen sie einen Schäferjungen, der lag an der Straße und schlief. »Wie wäre es«, sprach das Glück zum Verstand, »wenn wir gleich einen Versuch machten; ziehe du jetzt in den Knaben ein!« Dem Verstand war das recht, und er stieg in das Haupt des Knaben. ... weiterlesen


Die drei Rotbärte

Ein armer Mann rief eines Tages seine drei Söhne vor sich und sprach: »Ihr seht, daß ich nicht mehr imstande bin, euch zu erhalten. Zieht in die Fremde und sucht euch das tägliche Brot zu verdienen!«

»Ja, lieber Vater«, sagten sie, »wir wollen Euch nicht länger zur Last fallen, wir wollen dienen gehen und so auch für Euch sorgen!« Damit nahmen sie ihre Sachen zusammen und ... weiterlesen


Der Aschenputtel wird König

In der guten alten Zeit, als unser Herrgott noch selbst sich den zum König erwählte, der ihm am besten gefiel, lebte ein Bauer, der hatte drei Söhne; von diesen waren die beiden älteren hoch und stark, aber stolz von Gemüt, der jüngste klein und schwächlich, aber gut von Herzen. Seine älteren Brüder verachteten und verspotteten ihn, nahmen ihn nirgends mit, und weil er denn immer zu ... weiterlesen


Die beiden Prahler und der Bescheidene

Drei Studenten, die aus einem Dorfe waren, kamen nach Hause und hielten bei dem Pfarrer um die erledigte Lehrerstelle an. Der Pfarrer aber sagte: Er müsse erst wissen, was jeder von ihnen gelernt hätte, um die Stelle dann dem Würdigsten zu verleihen. Da sprach der erste ganz stolz: »Herr Pfarrer! Ich habe so viel gelernt, daß ich in zehn Jahren das nicht erzählen könnte, was ich weiß!« ... weiterlesen


Armut gilt nichts, Reichtum ist Verstand

Es war einmal ein Mann, der war sehr verständig und wußte immer das Rechte zu treffen, wenn man sich in der Gemeinde über etwas beriet; weil er aber sehr arm war, so galt das für Torheit, was er sagte, und man hörte nicht auf ihn. Da dachte er eines Tages: »Wie wäre es, wenn du in die Welt gingest und reich würdest, dann würde deine Stimme wohl Geltung haben in der Gemeinde!« Er sagte ... weiterlesen


Von dem Jungen, der immer schnupperte

Es war einmal ein kleiner Junge, gerade so groß, wie du bist, der ging, wenn seine Mutter auf dem Markt war, immer über die Sauermilch und schnupperte. Da sagte seine Mutter: »Wenn du noch einmal schnupperst, so gebe ich dich dem garstigen Bären!« Kaum war sie wieder fort, husch! lief der Junge gleich zum Topf und schnupperte und schnupperte so lange, bis keine Sauermilch mehr im Topfe war. ... weiterlesen


Der Wunderbaum

Der Hirtenknabe – ob er gerade der Sohn des armen Mannes war, den unser Herr Christus und Petrus gesegnet hatten, weiß ich nicht – erblickte eines Tages, als er die Schafe weidete, auf dem Feld einen Baum, der war so schön und groß, daß er lange Zeit voll Verwunderung dastand und ihn ansah. Aber die Lust trieb ihn hinzugehen und hinaufzusteigen. Das wurde ihm auch sehr leicht, ... weiterlesen


Des Teufels Hilfe

Ein armer Bauer brachte einmal Holz aus dem Walde und blieb in einer Pfütze stecken, so daß er nicht von der Stelle fortkommen konnte; da trat ein unbekannter Mann zu ihm hin und sprach: «Ich möchte dir auf einmal aus der Not helfen, wenn du mir das Neueste, das jetzt in deinem Hause sich findet, zu geben versprichst; nach zwanzig Jahren erst sollst du mir's ausliefern!» Der Bauer dachte an ... weiterlesen


Das Zauberhorn

Es war einmal ein reicher Mann, dem starb seine Frau; die hinterließ ihm aber eine kleine Tochter mit Namen Gretchen, die hatte der Vater über alle Maßen lieb. Nun wohnte in der Nachbarschaft eine Witwe, die hatte auch eine Tochter, und zwar mit drei Augen. Eines Tages lockte die Witwe das kleine Gretchen zu sich und sagte ihm; »Siehe, wenn dein Vater mich zur Frau nimmt, so will ich dir ... weiterlesen


Der listige Schulmeister und der Teufel

Ein Schulmeister ging einmal für seinen Herrn Pfarrer, wie das ja noch immer hie und da zu geschehen pflegt, mit einer großen Gabel zum Heumachen und nahm sich auch einen kleinen Käs und ein Stück Brot zum Essen mit; sein Weg führte ihn über die Teufelswiese. Da sah er nur einmal einen Teufel, der hatte einen großen Schlauch aus Büffelhaut auf dem Rücken und wollte Wasser holen. ... weiterlesen


Die beiden Mädchen und die Hexe

Eine Frau hatte zwei Töchter; die ältere war ihre eigene Tochter und war sehr häßlich, die jüngere ihre Stieftochter und war sehr schön. Das ärgerte die böse Mutter, und sie gab dieser immer nur zerlumpte Kleider und ließ sie daheim in der Asche sitzen; ihrer Tochter aber kaufte sie schöne Kleider und nahm sie überall mit. Zuletzt schickte sie ihre Stieftochter ganz aus dem Hause. ... weiterlesen


Der Fuchs macht dem Wolf einen Zagel aus Hanf und

Der Fuchs hatte von weitem zugesehen; nur einmal kam der Wolf und hatte ihn, noch ehe er in seine Wohnung entrinnen konnte, am Kragen. »Halt, Treuloser, dein Leben hast du verwirkt; aber bevor ich dir's antue, mußt du mir meinen Zagel schaffen oder ich will dich mit tausend Martern zu Tode peinigen. O ich Unglückseliger«, jammerte er fort, »wie ist nun meine schöne Gestalt so ... weiterlesen


Der Wolf und die Sau mit den zwölf Ferkeln

Als der Wolf wieder zur Besinnung kam, quälte ihn gleich auch sein entsetzlicher Hunger. »Ich bin zu einer unglücklichen Stunde geboren; ich habe kein Glück!« klagte er, »was ich immer unternehme mißlingt, und ich gewinne davon nur Schläge; solange ich mit dem Fuchs gut war, kriegte ich zwar auch Schläge, aber ich stillte doch meinen Hunger; dieser ist nun riesengroß und wächst ... weiterlesen


Der Erbsenfinder

Es war einmal ein Junge, der fand eine Erbse und war über alle Maßen froh. »Was für ein glücklicher Mensch bist du doch!« sprach er bei sich selbst, »nun wirst du keine Not leiden; denn jetzt säest du die Erbse, über ein Jahr bekommst du davon eine Maß, über zwei Jahre einen Kübel, über drei Jahre hundert Kübel, über vier Jahre tausend Kübel und so immer mehr!« Aber da fiel ihm ... weiterlesen


Die beiden Fleischhauer in der Hölle

Es waren einmal zwei Brüder, beide Fleischhauer, der eine reich, der andere arm, der reiche bösartig, der arme gutmütig. Weil aber der arme nicht selbst schlachten konnte, so half er seinem Bruder und empfing dafür immer einen kleinen Lohn. Einmal hatte der reiche wieder geschlachtet, und zwar sehr viel, und der arme Bruder hatte sich müde gearbeitet; doch der reiche gab ihm wieder nur eine ... weiterlesen


Die Frau ohne Hemd

Es war einmal eine walachische Frau, die hatte eine Tochter, die war sehr faul und wollte niemals spinnen; sagte am Abend die Mutter:



»Kåstnåchō, se spänn doch,

De höst nor īn Hemd nōch!«



so antwortete sie:



»Ach, nä, Motter, nä,

Desen Owend schlōfe gohn,

Mårn fräh åfstohn,

Vill spännen, vill ... weiterlesen


Der Fuchs und der Wolf auf der Bauernhochzeit

Endlich sank die Sonne hinter den Berg, und kaum fing die Dämmerung an, so machten sie sich auf den Weg, der Fuchs voran; sie gelangten ungefährdet bis zum Hochzeitshause, denn die Hunde sind bei der Gelegenheit auch nicht so wachsam als sonst, sie schnuppern meist in der Küche herum. Der Fuchs sprang zuerst zum Kellerloch hinein und winkte dem Wolf, ihm zu folgen. Wenn ein Vielfraß und ... weiterlesen


Die drei Brüder und der Hüne

In der alten Zeit lebte einmal ein Schäfer, der hatte drei Söhne und eine große Herde Schafe. Jeder von den Söhnen mußte einen Tag die Herde hüten; die andern blieben daheim und arbeiteten da mit ihrem Vater. Als der Alte fühlte, daß er bald sterben würde, ermahnte er seine Söhne, sie sollten nur ja immer zusammenhalten und die Herde nie teilen. Das versprachen sie und hielten es auch ... weiterlesen


Der dumme Hans

Es war einmal eine alte, alte walachische Frau, die hatte einen Enkel, der hieß Hans, der machte allerlei dumme Streiche und Possen, und die Leute im Dorf nannten ihn nur schlechtweg den dummen Hans, und wer ihm einen Schabernack spielen konnte, der tat es, denn es gab dann immer etwas zum Lachen, doch das alles mußte dann teuer bezahlt werden, wie unser Märchen zeigt.

Von seinem Vater ... weiterlesen


Vom alten Bauern, der hinter den Ofen ackern fuhr

Es war einmal ein alter Bauer, der nahm. seinen Pflug und fuhr hinter den Ofen ackern; er ackerte lange, lange; da fand er nur einmal eine große Truhe. »Was wird darinnen sein?« dachte er; er hätte das gerne gewußt. Die Truhe aber war zu und hatte ein dickes Schloß; er ging nun und holte einen Schlosser mit vielen Schlüsseln. Dieser nahm den größten Schlüssel, der paßte gerade und ... weiterlesen


Der mißratene Gelehrte

Ein Bauer schickte seinen Sohn, der nicht arbeiten wollte und immer sagte, er sei zu etwas Höherem bestimmt, auf die hohe Schule, damit er hier etwas Ordentliches lerne. Allein der Sohn dachte nicht an das Lernen, sondern lebte in einem fort lustig in den Tag hinein. Seinem Vater aber schrieb er immerfort um Geld, und der verkaufte allmählich seine Kühe und verpfändete zuletzt noch Haus und ... weiterlesen


Der Fuchs führt den Wolf in die Schafmeierei

Der Fuchs lag eben vor seiner Burg und leckte sich den Schnurrbart, als der geschlagene Wolf mit blutigen Malen herbeikam. »Gevatter, wie seht Ihr doch so abgehärmt aus? Hat Euch der Trunk schlecht bekommen? Ihr wäret doch kurz zuvor so schön, und wo habt Ihr die roten Zeichen Euch verdient?«

»Daran ist deine Untreue und Bosheit schuld, Verräter; doch warte, du sollst mir noch ... weiterlesen


Der Wolf und das Menschenkind

Der Wolf rühmte sich einmal gegen den Fuchs, er sei der Stärkste auf Erden, er fürchte sich vor niemand. Da sprach der Fuchs: »Ich kenne doch wohl einen, der stärker ist, das ist das Menschenkind.«

»Was?« rief der Wolf, »dem möcht ich doch alle Knochen zerknatschen und zerbeißen, wenn ich es sähe!«

»Ich will dich zu einem hinführen«, sagte der Fuchs. Als sie so ... weiterlesen


Die beiden Goldkinder

Vor vielen, vielen Jahren geschah es einmal, daß zwei Mägde im Feld nicht weit von der Landstraße arbeiteten. Die eine rupfte Hanf, die andere schnitt Korn; sie sprachen aber miteinander von mancherlei und waren lustig und guter Dinge. Nur einmal kam auf einem stattlichen Roß der junge König herangeritten. Die Mägde ließen von ihrer Arbeit, standen und staunten. Als der König ganz nahe ... weiterlesen


Das Hirsekorn

Es war einmal ein armer, armer Junge, der hatte von seiner Mutter, als sie starb, ein kleinwinziges Hirsekorn geerbt, und das war all sein Reichtum. Da er nun weder Vater noch Mutter zu verlassen hatte, so meinte er, die Welt sei groß und schön, er wolle sich ein wenig darin umschauen. Also nahm er sein Hirsekorn und wanderte fort. Nicht lange, so begegnete er einem alten Mann mit breitem Hut ... weiterlesen


Das Borstenkind

Eine Königin saß vor ihrem Palaste unter einer großen Linde und schälte sich Äpfel; ihr dreijähriger Sohn spielte um sie herum und hätte auch gerne ein Stückchen gehabt. Weil ihm aber seine Mutter nichts geben wollte, hob er die Schalen auf und aß sie. Als die Königin das sah, vergaß sie sich und rief im Ärger: »Ei, daß du ein Schweinchen wärest!« Siehe, da war der Königsknabe ... weiterlesen


Der Fuchs und der Wolf im Dorfbrunnen

Der Bauch war dem Wolf von den Fischen angeschwollen, und er bekam einen rasenden Durst.

– ihr wißt ja, daß Fische überhaupt schwimmen wollen!

»Fuchs, schaffst du mir nicht gleich zu trinken, so muß ich den roten Wein dir abzapfen!«

»Das hat keine Not, Gevatter, lasset das nur schön bleiben, ich weiß noch Rat.« Es war aber am Ende des Dorfes ein tiefer ... weiterlesen


Der König und die beiden Mädchen

Ein junger König suchte sich einmal eine Frau und hörte, daß auf zwei Edelhöfen wunderschöne Mädchen seien. Weil er sie aber nach ihrem Herzenswesen genau wollte kennen lernen, so legte er seine prächtigen Königskleider ab und hüllte sich in die Kleider eines jungen Landedelmanns. So kam er zuerst an den einen Edelhof, wo ein schönes, aber hochfahriges Mädchen war. »Gott grüße ... weiterlesen


Der Fuchs wird von den Gänsen überlistet

Nach einiger Zeit, als alle Hühner aufgezehrt waren und sich die Not des Hungers wieder einstellte, traf der Fuchs nach langem Suchen auf einer Wiese eine Schar von hundert Gänsen. »Das ist einmal ein gefundenes Fressen«, sprach er bei sich, und ehe sie fliehen konnten, war er bei ihnen. »Aha! habe ich euch! Was verwüstet ihr meines Vaters Land? Ihr seid alle dem Tode verfallen!« Da ... weiterlesen


Der Wolf und die Geiß mit ihren zehn Zicklein

Der Hunger nagte bald wieder in den Eingeweiden des Wolfes, die Wurzeln verfluchte er, denn die hatten ihm nur allen Geschmack am Guten und Schönen verdorben, und er hatte einen Eid getan, keine in seinem Leben mehr zu berühren und sollte er des entsetzlichsten Hungertodes sterben. Das Abenteuer mit der Sau war ihm im frischen Gedächtnis, und er ward fast toll vor Ärgernis. »Die prächtigen ... weiterlesen


Der Fuchs überlistet den Haushahn

Bald nach diesem Wettlauf bekam der Fuchs wieder Hunger. Er wußte aber auf einem Hofe zwölf Hühner; die bewachte ein Hahn, der war auf dem rechten Auge blind. Eben sah er einen Stoßvogel (Hühnerhabicht) über dem Hofe kreisen. »Der schnappt dir den Braten weg, wenn du nicht gleich ihm zuvorkommst«, dachte der Fuchs und lief eiligst hinzu. Der Haushahn hörte und sah ihn kommen, rief ... weiterlesen


Die Geschenke der Schönen

Einem Manne war die Frau gestorben und hatte ihm ein Töchterchen hinterlassen. In der Nachbarschaft lebte aber eine Witwe, die hatte auch eine kleine Tochter, die spielte immer mit jenem Mädchen. Da sagte die Witwe eines Tages zu dem Töchterchen des Mannes: »Sage deinem Vater, er solle mich zur Frau nehmen, dann will ich dir eine gute Mutter sein; ich will dir jeden Morgen ... weiterlesen


Der Knabe und die Schlange

Es war einmal eine arme, arme Frau, die hatte einen Knaben und suchte durch Spinnen so viel zu verdienen, daß sie leben konnten. Was sie aber zu Hause spann, das trug der Knabe zum Verkauf. Einmal hatte er einen ganzen Groschen eingelöst und kam fröhlich nach Hause. Da sah er, wie böse Knaben eine junge Schlange quälten. Er erbarmte sich des armen Tiers und sprach: »Gebt ihr mir das Tier ... weiterlesen


Der Fuchs und der Igel

Für diesmal war ihm auch der Hase entgangen; sein Hunger war bald unbändig. Da lief er irr und wirr in einem frischgeackerten Felde herum und spürte im Ärger auf Mäuse. Da traf er auf einen Igel, der saß ruhig neben einem Mausnest und fing gerade an zu fressen. »Räuber!« schrie der Fuchs, »ist das eine Speise für so ein Erdschwein!« Er nahm es ihm kurzweg fort und verschlang die ... weiterlesen


Die drei schweigsamen Spinnerinnen

Eine Frau hatte drei Töchter, die waren sehr plauderhaft, und über dem vielen Reden blieb ihr Rocken immer voll. Da ward die Frau zornig und sprach: »Hier gebe ich einer jeden von euch einen Bund Hanf, den sollt ihr abspinnen, ohne auch nur ein einziges Wort zu sprechen; die dagegen handelt, kriegt keinen Mann, das sage ich euch!« Nun saßen die drei Töchter und spannen und spannen und ... weiterlesen


Der Fuchs lehrt den Wolf fischen

Einige Tage konnte der Wolf nicht ausgehen, so sehr war er zerschlagen worden; aber nun überfiel ihn wieder sein entsetzlicher Hunger und zwang ihn dazu. »Hättest du nur die Hälfte der Fische, die du zum vorigenmal zuviel gegessen, wie würdest du jetzt zufrieden sein. Doch wozu dies? Zehn Hättich geben doch kein Hab ich.« Da dachte er auch an seinen Gevatter Fuchs, und sein Grimm wurde ... weiterlesen


Die dunkle Welt

Es lebten einmal zwei Eheleutchen in einem Dorfe, die hatten so viele Kinder, daß ihnen schon alle Leute im Dorf Gevatter gestanden waren. Als ihnen nun wieder zwei Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, geboren wurden, so machte sich der Mann auf, um im nächsten Dorfe Gevattersleute zu suchen. Mitten auf der Straße fiel er aber vor Betrübnis und Müdigkeit nieder und schlief ein. Da kam ein ... weiterlesen


Der siebenmal Getötete

Ein Bauer hatte drei Söhne, die beiden älteren waren gescheit, der jüngste aber sowas, was man »tulemutig «nennt. Als der Vater starb, hinterließ er ihnen nur eine Kuh, und das sie diese nicht zerteilen konnten, so beschlossen sie, jeder sollte einen Stall bauen und die Kuh sollte dem gehören, in dessen Stall sie hineinginge. Die beiden ältern Brüder bauten jeder einen prächtigen ... weiterlesen


Der lose Knecht

Eine Frau hatte ihren Nachbar gern, und sie wußte, wenn ihr Mann auf dem Felde war, es immer so einzurichten, daß sie mit jenem zusammenkam, und beide lebten dann gut. Hans, der lose Knecht des Mannes, wußte aber wohl darum, und eines Tages überkam ihn der Foppgeist. »Halt!« dachte er, »du mußt einmal einen Spaß haben!« Der Mann sollte, wie die Frau es bestimmt hatte, wieder einmal mit ... weiterlesen


Der Bär, der Wolf und der Fuchs

Der Bär, der Wolf und der Fuchs schlossen miteinander einen Bund; sie wollten gemeinschaftlich auf Beute ausgehen und gleichmäßig teilen. Da fingen sie zuerst ein junges Kalb, und der Bär sollte teilen. Er teilte so, daß der Fuchs nichts erhielt. Bald darauf erbeuteten sie ein Schwein; nun teilte der Wolf, und der Fuchs bekam wieder nichts. Zum drittenmal brachten sie ein Füllen ein; der ... weiterlesen


Suche nur, es gibt noch Dümmere

Zwei Bauernfamilien, Vater und Sohn, wohnten einträchtig in einem Hause und hatten eine Wirtschaft. Es geschah aber, daß gerade zur Erntezeit die junge Frau des Sohnes in den Wochen war, und die alte Schwiegermutter blieb bei ihr, die andern gingen mit dem Gesinde ins Feld. Die Alte aber sollte daheim Brot backen und dann frische Hanklich und weiches Brot den Arbeitern aufs Feld hinaustragen; ... weiterlesen


Goldhaar

Es war einmal ein armer, armer Mann, der hatte einen Knaben und wußte nicht, wie er ihn länger erhalten sollte; er führte ihn eines Tages in einen dichten Wald, und als er mit dem Jungen das letzte Stückchen Brot gegessen hatte, schlief dieser ein. Da stand der Vater auf und ging nach Hause, denn er dachte, wenn der Kleine erwacht, wird er sich verirren und nicht nach Hause finden; und so ... weiterlesen


Der Johannistag der Wölfe

Die Wölfe hielten bei einem Freunde zusammen Johannistag, schmausten und zechten viel, waren lustig und guter Dinge. Inzwischen waren die alte Katze, die man hatte ersäufen wollen, weil sie keine Mäuse mehr fing, das alte, ausgediente Pferd, das man dem Schinder überliefern sollte, weil es zu nichts mehr tauge, und der Hahn, den man schlachten wollte, ihren Herren entlaufen, hatten sich ... weiterlesen


Der törichte Hans

Eine Frau hatte endlich erlangt, was sie lange vergeblich sich gewünscht: einen Mann; aber das war ein Mann, um den sie keine andere Frau beneiden durfte. In der Wirtschaft im Hause war er zu gar nichts zu gebrauchen, denn alles stellte er verkehrt und töricht an. Da dachte die Frau, sie wolle ihn wenigstens auf den Markt schicken, um eines und das andere durch ihn einkaufen zu lassen, ... weiterlesen


Der lateinische Junge

Eine Witfrau hatte zwei Söhne; von denen hatte der eine einen »Schuß« und war nicht recht bei Trost. »Der muß mir ein Gelehrter werden!« sprach sie und brachte ihn in die Stadt zu einem Studenten, der sollte ihn in einigen Tagen die lateinische Sprache lehren. Der Student war nun ein lustiger Vogel wie die meisten; der sagte: »Kommt nur in drei Tagen wieder, so könnt Ihr Euern Sohn als ... weiterlesen


Der Kreuzträger

Ein Bauer hatte eine gar böse Frau; die zankte vom Morgen bis zum Abend mit ihm, und wie sehr er sich Mühe gab, so konnte er ihr doch nichts recht machen. Eines Tages dachte der Arme bei sich: ›Du willst etwas versuchen!‹ und ging damit in die Stadt zu einem Maler und bat diesen, er solle ihm den Teufel malen. »Aber wozu?« fragte der Maler verwundert. »Ach, Herr Maler«, sprach ... weiterlesen


Der seltsame Vogel

Ein Mann und eine Frau hatten zwei Kinder und nichts zu essen; da sprach die Frau zu ihrem Manne: »Gehe zu einem Zigeuner und lasse eine Axt machen und gehe damit in den Wald und haue Starnester aus!« Das tat der Mann, und wie er in den Wald kam, sah er einen wunderschönen Vogel; er nahm seine Axt und warf nach ihm, traf aber nicht, und der Vogel flog weiter; er verfolgte ihn nun in einem ... weiterlesen


Die drei Schwestern bei dem Menschenfresser

Es waren einmal drei Schwestern im Wald und suchten Erdbeeren. Wie sie nun abends heimkehren wollten, verirrten sie sich und fanden keinen Ausweg. Da kam auf einmal ein wilder Riese, und das war ein Menschenfresser, geradewegs auf sie zu und rief: »Ha, jetzt habe ich euch!« und führte sie zu seinem Schloß. Da fragte er die Älteste: »Willst du lieber mein Weib werden oder ... weiterlesen


Der Zigeuner und die drei Teufel

Unser Herr Christus wanderte mit Petrus und Johannes durch mancherlei Länder, um zu sehen, wie es in der Welt ginge. Da kamen sie eines Abends zu einem Zigeuner und baten um Herberge. Nur die Frau war zu Hause; der Mann war im Wirtshaus. »Ich möchte euch gerne aufnehmen«, sprach die Zigeunerin, »aber mein Mann wird euch mißhandeln, wenn er nach Hause kommt!«

»Nu, es wird ja nicht ... weiterlesen


Der Wolf und die beiden Böcke

Lange Zeit lag der Wolf wie in Ohnmacht; aber er hatte nicht himmlische, sondern wirre Träume; endlich erwachte er und damit auch sein gewaltiger Hunger. Wie er nun seine Blicke hin und her wandte, sah er im Tal zwei Böcke gegeneinander laufen. »Aha!« rief er freudig, »da hast du gleich doppelte Beute! Die sind jetzt blind in ihrem Grimm und in ihrer Wut, die kannst du leicht haben.« Er ... weiterlesen


Der Fuchs und die Schnecke

Wenn der Zigeuner satt ist, so ist er ausgelassen fröhlich, und so auch der Fuchs. Als er die sieben jungen Raben im Bauch hatte, lief er mutwillig spielend auf einer Wiese herum und machte allerhand lustige Sprünge. Da sah er im Grase eine Schnecke kriechen und fing laut an zu lachen und zu spotten: »Na, du kleines Ding, wie du laufen kannst, das hätte ich nicht gedacht; willst du nicht mit ... weiterlesen


Die törichte Liese

Ein Mann hatte sich eine junge Frau genommen, die war von Gesicht zwar schön, aber nicht sehr witzig von Reden und nichts weniger als geschickt und erfinderisch in Arbeiten. Als nun die Hochzeit vorüber war und man das Werktagskleid anlegte, fragte sie ihren Mann und sprach: »Was soll ich arbeiten?« Der Mann wurde ein wenig stutzig und dachte: »Das fängt gut an; wenn ihr Witz nicht so weit ... weiterlesen


Das Rosenmädchen

Eine Waldfrau hatte einen armen Waisenjungen, der sich verirrt hatte, mitleidig in ihr Haus genommen und pflegte ihn wie eine rechte Mutter. Als er groß war, sagte er eines Tages: »Mutter, ich muß fort, ich will das Rosenmädchen suchen!«

»Das ist weit, mein Sohn, und wenn du auch dahin gelangen solltest, so wirst du es dennoch schwer erwerben, denn es wird von einem Drachen ... weiterlesen


Die beiden Geschwister und die drei Hunde

Ein Müller und seine Frau starben nacheinander. Sie hinterließen aber zwei Kinder, einen Knaben und ein Mädchen, und diesen zum Erbe nichts anderes als eine Ziege und einen Hahn. Da wollten die Kinder beide Tiere verkaufen, damit sie zu leben hätten, und es band der Knabe der Ziege den Hahn zwischen die Hörner und trieb sie zum Jahrmarkt. Auf der Straße trat er zu einem Fleischer, der ... weiterlesen


Die beiden Lügner

Ein Zenderscher hatte einen Sohn, der log, wie er den Mund auftat, da schämte sich sein Vater, gab ihm einige Kreuzer und schickte ihn fort in die Welt. Dem Jungen war das ganz recht, und er ging und kam zu der Großalischer Mühle und sah da einen Müllerknecht stehen und in die Kokel gucksen. Er fragte ihn gleich und sprach: »Ist nicht ein Mühlstein da vorbeigeflossen?«

»Ei, ja ... weiterlesen


Die Geiß mit ihren zehn Zicklein und der Bär

Es war einmal eine alte Geiß, die hatte zehn kleine, kleine Zicklein, die waren wie die Orgelpfeifen: immer eines kleiner wie das andere, und das kleinste war nur so groß wie ein kleiner Finger. Nun traf es sich einmal, daß die alte Geiß sagte: »Meine Kinderchen, hört, was ich euch sage; ich gehe auf den Markt einkaufen Salat und Kraut, und ich bringe euch was mit, Milch im Zitz und ... weiterlesen


Die kluge Meise und der Fuchs

Der Fuchs hatte lange nichts gefressen und kam heißhungrig an einen Baum, wo eine Meise ihr Nest hatte. »Gib deine Jungen gleich her!« rief er der alten Meise zu, »sonst schlage ich mit meinem Schwanz den Baum um und fresse dich!« Die Meise erschrak sehr und konnte lange kein Wort sprechen; endlich, als sie sich erholt hatte, sagte sie: »Aber, lieber Fuchs, lasse mir meine Jungen, sie sind ... weiterlesen


Die Erlösung

Ein frommer Pfarrer pflegte jeden Abend beim Schlafengehen aus einem dicken Buche noch einige Seiten zu lesen. Einmal lag er wieder im Bett und hatte eben das Buch auf den Tisch gelegt; er konnte nicht weiterlesen, denn die Augen gingen ihm vor Müdigkeit zu; das Licht aber hatte einen langen Docht und brannte sehr düster. Siehe, da erschien eine schwarze Gestalt, lahm und einäugig und riß ... weiterlesen


Der Fuchs heilt des Raben Kinder von der Krätze

»Deinen Gevatter Wolf hast du für alle Zeit dir vom Halse geschafft«, sprach der Fuchs zu sich ganz wohlgefällig und streichelte sich den Bart; »er wird das Latein, das du ihm zuletzt gegeben, nie vergessen. Es war ja aber auch länger nicht zum Aushalten; ich sollte immer nur sein Kappennarr sein und ihn zu vollen Tafeln führen; freilich kam ihn keine Mahlzeit umsonst; er hat jede mir ... weiterlesen


Der starke Hans

Einem Manne starb seine Frau und hinterließ ihm drei Töchter; da nahm er sich eine andere Frau, die gebar ihm einen Sohn, und den nannten sie Hans, und diesen hatte die Mutter so lieb, das sie ihn sieben Jahre immerfort saugte. Das wurde dem Mann endlich zuviel, und als sie ihn eines Tages saugte, sprach er im Ärger: »Ei, das du eine Kuh wärest!« Alsbald war sie eine Kuh, und er schickte ... weiterlesen


Tod des Hühnchens

Hähnchen und Hühnchen scharrten auf dem Mist; da fand Hähnchen ein Weizenkörnchen und Hühnchen eine Erbse. Hähnchen schluckte das Körnchen leicht hinunter, dem Hühnchen aber blieb die Erbse in der Kehle stecken und es wollte würgi, würgi machen (erwürgen). Da sah Hähnchen, wenn es nicht gleich Wasser bringe, müßte das Hühnchen ersticken; es lief also gleich zur Jungfer und ... weiterlesen


Der Hünentöter

Es war einmal ein reicher Kaufmann, der hatte drei Söhne. Jedem baute er ein großes steinernes Haus, und als er sterben sollte, rief er sie an sein Bett und sagte: »Ich habe viele Sünden, wenn ihr aber nach meinem Tod mit eurer Mutter eine Wallfahrt zur heiligen Waldkapelle im Morgenland macht, so hoffe ich Vergebung zu erlangen.« Die Söhne gelobten das zu tun. Nachdem aber der Vater ... weiterlesen


Die Füchse, der Wolf und der Bär

Die Füchse sprachen einmal: »Es ist am besten, wir halten alle zusammen, so können wir uns leicht Nahrung verschaffen!« Sie gingen nun aus, fielen über eine Kuh und töteten sie. Aber sie wußten nun nicht recht, wie sie dieselbe teilen sollten, daß keiner mehr, keiner weniger bekäme. Sie gingen zum Wolf und baten ihn, er solle ihr Teilherr sein. Der tat das gerne, gab jedem ein kleines ... weiterlesen


Lohn und Strafe

In einem Dorfe lebten zwei Nachbarn, von denen hatte der eine hundert Schafe, der andere nur drei. Da sprach der Arme zum Reichen: »Lasse doch meine Schafe bei deinen weiden, das wirst du ja nicht spüren«; denn er selbst hatte keinen Weideplatz. Der Reiche wollte nicht recht, ließ es aber endlich zu; der Knabe des Armen trieb die drei Schafe aufs Feld zu den Schafen des Nachbars und blieb da ... weiterlesen


Der gute Peter und seine falschen Brüder

Ein Bauer hatte zwei Söhne, die ließ er in der Stadt erziehen, denn er wollte aus ihnen etwas machen. Als beide ausgelernt hatten und von der Schule heimkehrten, freute sich der Vater sehr. Aber den Söhnen gefiel es zu Hause bald nicht mehr, sie sprachen daher untereinander: »Wir wollen unseren Vater überreden, daß er uns erlaubt, in die Fremde zu ziehen, aber keiner soll es tun ohne den ... weiterlesen


Die tauben Hirten

Ein tauber Geißhirt kam zu einem tauben Schafshirten und fragte ihn: »Bruder, hast du nicht meine Geißen gesehen?«

»Das Dorf liegt dort hinter dem Berg, gehe nur geradeaus, so kommst du hin!« sprach der Schafshirt. Der Geißhirt lief und fand auf der andern Seite des Berges seine Geißen. Er wollte sich aber dankbar beweisen und nahm sogleich eine »tschuttige« Geiß, die er hatte, ... weiterlesen


Der Fuchs macht den Hasen zu seinem Leibeigenen

In seinem Mißmut traf der Fuchs auf den Hasen, der war gesättigt und sprang fröhlich herum wie eine Geiß. »Halt, halt!« rief der Fuchs, »ich mag es nicht leiden, daß so ein Kerl immer lustig ist und sich gebärdet als unsereiner. Gleich sollst du mit mir kämpfen, und da will ich sehen, ob du mit Ehren in der Welt fortleben kannst; unterliegst du, so bist du mein eigen mit Haut und ... weiterlesen


Der Erzzauberer und sein Diener

Tief in einem Walde war ein verwünschtes Schloß; in diesem wohnte niemand als ein Zauberer, der durch seine Zauberei ungeheuere Schätze zusammengebracht hatte und täglich noch zusammenbrachte. Dieser Zauberer hatte einen Diener, der nichts anderes zu tun hatte, als am Tage, wo sein Herr auswärts war, die Zimmer zu kehren und den Staub von den Büchern abzuwischen. Einst hatte er einen ... weiterlesen


Der Mann mit dem Zaubervogel

Ein alter Bauer hatte zwei Söhne und zwei Kühe. Als er sterben sollte, sprach er zu seinen Söhnen: »Ich hinterlasse jedem von euch eine Kuh; doch da keiner mit seiner Kuh allein pflügen kann, so spannt immer zusammen und helft einer dem andern brüderlich.« Der Alte starb, und die Söhne befolgten auch seinen Rat einige Zeit hindurch getreulich. Da traf es sich aber einmal, als der ... weiterlesen


Der Wolf als König, der Fuchs sein Minister

Der König der Waldtiere war gestorben; da sprachen diese untereinander: »Es ist am besten, wir machen den Wolf zum König; da wird er immer daheim sitzen und Recht sprechen, und wir haben indes vor ihm Ruhe.« So geschah es auch, daß sie ihn wählten. Der Wolf freute sich über die große Ehre, die ihm angetan wurde, und damit es ihm an klugem Rat nie fehle, machte er den Fuchs zu seinem ... weiterlesen


Die Hälfte von allem

Ein Kaufmann hatte drei Söhne. Als diese groß waren, sprach der Vater: »Jetzt will ich sehen, wie ihr zum Geschäft euch anstellt. Hier hat jeder hundert Gulden, zieht in die große Stadt und kauft ein!« Die beiden älteren Brüder zogen miteinander voraus, den Jüngsten ließen sie allein und wollten nichts mit ihm zu tun haben. Denn sie meinten, er sei ein Dümmling und sie müßten sich ... weiterlesen


Begräbnis des Hühnchens

Das Wasser kam zu spät; das Hühnchen hatte sich an der Erbse schon zu Tode geschluckt, da machte das Hähnchen einen Wagen aus Eierschalen, legte das tote Hühnchen darauf, spannte zwei Läuschen und zwei Mäuschen an und fuhr hübsch langsam zu Grabe und trieb immer:



»Tschā, Läusker,

Uidä, Mäusker,

Hejd u mir,

Mårn un dir!«



Als nun ... weiterlesen


Der Wolf und die zwei Bauern

Der Wolf mußte mit Schaden und Schande von der Wohnung des Fuchses abziehen, aber heimkehren wollte er nicht eher, als bis ihm sein Schmuck, der Zagel, gewachsen wäre. Nun ging er allein auf Abenteuer aus, sobald ihn sein unbändiger Hunger dazu trieb; das war aber nicht sehr lange, denn von dem Hochzeitsschmause war ja fast nichts in seinem Bauche geblieben. »Das ist wahr«, sprach er bei ... weiterlesen


Die drei lustigen Brüder

Es waren einmal drei Brüder; der eine war stockblind, der andere lendenlahm und der dritte splitternackt. Diese drei gingen eines Tages in den Wald, um Vogelnester auszunehmen. Als sie so im Walde hingingen, sah der Blinde plötzlich aus dem Gestrüpp einen Hasen hervorspringen. Kaum hatte er dies seinen Brüdern gesagt, war auch schon der Lahme wie der Wind hinter dem Hasen her und hielt ihn, ... weiterlesen


Vom Kater Mitzpuf

Eine arme Frau hatte nichts als eine Katze; das war ein Kater, den nannte sie Mitzpuf. Da sie ihm nun nichts mehr zu essen geben konnte, sprach sie: »Mein lieber Mitzpuf, es zerschneidet mir das Herz, wenn ich sehe, wie du so mager wirst, und ich kann dir nicht helfen; gehe du in den Wald und suche dir zu essen.« Mitzpuf ließ sich das nicht zweimal sagen, denn er war sehr hungrig und wollte ... weiterlesen


Die Königstochter in der Flammenburg

Es war einmal ein armer Mann, der hatte so viele Kinder als Löcher sind in einem Sieb und alle Leute in seinem Dorfe schon zu Gevatter gehabt. Als ihm nun wieder ein Söhnlein geboren wurde, setzte er sich an die Landstraße, um den ersten besten zu Gevatter zu bitten. Da kam ein alter Mann in einem grauen Mantel die Straße, den bat er, und dieser nahm den Antrag willig an, ging mit und half ... weiterlesen


Der Wolf und die alte Geiß

Der Wolf traf einmal auf die alte Geiß mit ihren zehn Zicklein. »Aha! jetzt fresse ich euch!« sprach er. Da trat ihm die alte Geiß drohend entgegen und rief: »Kennst du den Büß? Schnell, packe dich, sonst erschieße ich dich mit meiner Pistole!« und zeigte dabei auf ihren stumpfen Zagel. Der Wolf erschrak hierüber so sehr, daß er sich umwandte und in den Wald fortlief, um sich da zu ... weiterlesen


Der gerechte Lohn

Ein Vater hatte drei Söhne; von denen waren die beiden älteren faul, aber dabei stolz und hochfahrig und böse von Herzen, der jüngste aber treu und fleißig und dabei bescheiden und die Geduld und Gottseligkeit selbst. Doch weil er klein und schwächlich war von Körper, blieb er meist daheim, und seine Brüder nannten ihn spottweise nur Aschenputtel, und auch Vater und Mutter hatten ihn ... weiterlesen


Der Eisenhans

Es war einmal ein Mann und eine Frau, die hatten keine Kinder, und der Mann klagte das seiner Frau, warum sie ihm keine Kinder gebäre. »Lieber Mann, du bist ein Schmied«, sagte die Frau, »du kannst dir ja ein Kind schmieden, wenn du gerade eines haben willst!« Das ließ sich der Mann nicht zweimal sagen. Er nahm zehn Zentner Eisen und schmiedete aus sieben Zentnern sich einen kleinen Sohn, ... weiterlesen


Der Fuchs wird durch einen Sturmwind vom Baume los

Der Fuchs am Baume hatte keine Ruhe. »Wie mußt du«, sprach er bei sich, »diese Schmach so ungerächt über dich ergehen lassen! So werden noch andere kommen und fragen! Wenn du doch nur loskämest, dann wärst du gerettet!« Er wuß nämlich eine Quelle; wenn man darin badete, so erhielt man wieder, was man am Körper verloren. Aber alles Sinnen und Denken und Versuchen waren umsonst; vom ... weiterlesen


Der goldne Vogel

Es war einmal ein König, der baute eine so schöne Kirche, daß weit und breit keine schönere zu finden war. Da kam eines Tages ein Wandersmann aus weiter Ferne, der staunte lange über die schöne Kirche; der König ging zu ihm und fragte, wie sie ihm gefalle. Der Wandersmann sprach: »Es ist die schönste Kirche, die ich gesehen habe, und es fehlt auch nichts darin außer eins, das ist der ... weiterlesen


Unser Herrgott und der Kirchenvater

Ein Kirchenvater hatte, wie das ja hie und da noch zu geschehen pflegt, seiner Kirche ein Opfer gebracht, und zwar einen prachtvollen Leuchter samt einer großen Wachskerze. Unser Herrgott erschien ihm in der Gestalt eines alten Mannes und versprach ihm zum Danke für sein Geschenk: er wolle ihn dreimal an den Tod mahnen, bevor er ihn von dieser Erde abrufe. Froh darüber, lebte der Kirchenvater ... weiterlesen


Hans und Jagerle

Es war einmal ein Mann, der hatte zwei Söhne, der eine hieß Hans, der andere Jagerle. Einmal schickte sie der Vater aufs Feld. Der ältere sollte im Walde Holz fällen, der jüngere die Schafe hüten. Da schickte gegen Mittag Hans den Jagerle nach Hause, daß er das Essen hole: Man gab ihm aber daheim einen Topf mit Milch und einen Palukes. Als Jagerle an den Fluß kam und gerade über die ... weiterlesen


Die faule Kathrin

Es war einmal eine Frau, die hieß Kathrin und war faul wie ein Klumpen Blei; sie ging aber jeden Tag, um nicht zu Hause arbeiten zu müssen, in den Weinberg; hier tat sie gar nichts, sondern nahm nur ihre Haue, schlug in die Erde und sprach: »Jetzt grabe, Haue!« Dann legte sie sich nieder und schlief bis zur Essenszeit. »Wenn sie der Hunger weckte, erhob sie sich ein wenig, aß gehörig und ... weiterlesen


Die versteckte Königstochter

Es war einmal ein junger Kaufmannssohn, den schickte sein Vater, weil er zum Geschäft nichts taugte und den ganzen Tag immer nur geigen wollte, fort. Als der Junge wegzog, sah er auf der Gasse einen Knaben, der mit zwei Hölzchen immer geigte. Das gefiel ihm. »Willst du vielleicht auch geigen lernen?«

»O ja!« sprach der Knabe, »wenn nur jemand mich lehrte!«

»So komme mit ... weiterlesen


Der Wolf und die Stute

Die Wunde, welche der Wolf empfangen, war nicht gefährlich; er steckte seinen Kopf in einen Haufen Sand, dadurch hörte das Blut auf zu fließen, und bald war der Hunger im Magen größer als der Schmerz im Haupte. Da sah er an einem Bergabhang einsam eine Stute mit ihrem Füllen weiden. Stracks lief er drauf los, und noch ehe sich die Stute versehen und retten konnte, war er bei ihr. »Ertappe ... weiterlesen


Der Federkönig

Es waren einmal ein Paar arme Leute auf dem Feld. Sie hatten auch ihr kleines Kind mit, das lag in einer Schaukel, die war aus Windeln und hing an vier Stecken. Auf einmal kam eine wilde Katze aus dem Wald und nahm das Kind, trug es fort in ihre Höhle; sie tat ihm aber nichts zuleide, sondern pflege es, brachte ihm Kräuter, Wurzeln und Erdbeeren, so daß es keine Not litt. Also wuchs es auf in ... weiterlesen


Der tausendfleckige, starke Wila

Ein junger König hatte eine wunderschöne Königstochter zur Frau; aber ei hatte auch eine boshafte und falsche Mutter, die wurmte es, daß jene so überaus schön war; sie stellte sich aber immer freundlich gegen sie.

Nun trug es sich zu, daß der junge König in den Krieg zog und seiner Mutter die Sorge für die junge Königin übertrug, denn die war schwanger. Da ließ die Alte eines ... weiterlesen


Der Bauer, der Bär und der Fuchs

Ein armer Bauer kam aus dem Wald mit einer Fuhre Holz; siehe, da trat ihm plötzlich der Bär in den Weg und rief: »Halt, einen Ochsen her, ich will Euch mein grünes Haus verwüsten lehren!« Der Bauer war sehr erschrocken und bat demütig um Verzeihung: Er habe ja nicht gewußt, daß der Wald ihm gehöre; allein es half ihm nicht, der Bär blieb dabei. Endlich sagte der Bauer: »Lieber Herr ... weiterlesen


Der Fuchs und der Bär

Der Fuchs und der Bär hatten einmal großen Durst. Da sprach der Fuchs: »Ich weiß in einem Keller guten Wein, willst du, so gehen wir in der Abenddämmerung hin und holen ihn.« Dem Bären war das ganz recht, und als es Abend wurde, gingen sie hin. Damals aber hatte dieser auch einen so langen, ja noch einen längeren Schwanz als der Fuchs – und warum sollte er ihn auch nicht gehabt ... weiterlesen


Lügenwette

Ein Edelmann fuhr eines Tages spazieren und hatte an seinem Wagen sehr schlechte Pferde, da sah er einen Bauern beim Pflug, der hatte sehr schöne. »Willst du nicht tauschen mit mir ?« rief der Edelmann; »deine Rosse passen besser an meinen Wagen und meine an deinen Pflug!«

»Das mag sein!« sprach der Bauer, »allein gebt Euch doch nur keine Mühe!« Der Edelmann aber ließ nicht ... weiterlesen


Der Hahn des Nachbars und die Henne der Nachbarin

Ein Mann hatte einen Hahn, der verstand allerlei Kunststücke, und seine Nachbarin hatte eine Henne, die wollte dem Hahn alles nachmachen. Einmal sagte der Mann seinem Hahn: »Fliege fort und bringe mir große Schätze!« Da flog der Hahn gerade zum Kaiser und setzte sich über dessen Himmelbett und krähte immerfort:



»Kikeriki! Fi! fi! fi!

Die Kaiserin liegt auf dem ... weiterlesen


Das Zauberroß

Der Vater war gestorben und hatte seinem Jungen nichts hinterlassen als ein Schwert; damit zog er fort und wollte dienen gehen. Nur einmal begegnete ihm ein alter Mann, der war auf einem Auge blind und sah auch mit dem andern nicht recht, der fragte ihn: »Wo gehst du hin, Junge?«

»Dienen!« sprach der Junge. »Ich brauche gerade so einen; willst du meine Schafe weiden?« Es war dem ... weiterlesen


Die Schwanenfrau

Eine arme Frau hatte einen Sohn, der war nun groß und stark und wollte in die Fremde gehen, um etwas zu verdienen. Er verdingte sich bei einem Herrn auf ein Jahr und sollte dessen Schafe hüten. Als er einmal zur Zeit der Ernte auf dem Felde war, sah er einen schönen weißen Vogel im Kornfelde; er lief hin, um ihn zu fangen; der Vogel aber erhob sich langsam und flog in einen Wald; der Junge ... weiterlesen


Das wohlfeile Holz

Es war einmal ein armer Bauer, der führte immer Holz zum Verkaufe in die Stadt. Als er nun wieder einmal so durch den Wald fuhr, trat ein alter Mann mit langem Bart und grauem Mantel zu ihm und fragte: »Wohin mit dem Holz?«

»In die Stadt!« sagte der Bauer. »Nun so rate ich dir, wenn du glücklich sein willst, es nicht teurer als um einen Kreuzer zu verkaufen!«

»Das will ich ... weiterlesen


Der Fuchs und der Wolf gehen durchs Feuer

Der Wolf unterdrückte bei dieser Aussicht seinen gewaltigen Hunger. »Aber was sollen wir bis zu der Zeit vorgeben?« sprach er, »denn die Sonne steht noch kaum auf zwei!«

»Wir machen uns«, erwiderte der Fuchs, »an das Ende des Waldes und warten da, bis sie hinter den Berg geht.« Der Wolf war's zufrieden. Aber wie sie nun durch die Dornsträucher gingen und darüber sprangen, blieb ... weiterlesen


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