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Märchen - Josef Virgil Grohmann: Sagen-Buch von Böhmen und Mähren

Niedere Elementargeister

Neben den Göttern kannte das Heidenthum eine ganze Reihe niederer Dämonen, die unter dem Namen Wichte und Elben zusammengefaßt werden. Sie bilden ein eigenes Geisterreich auf Erden, unabhängig von der Menschenwelt. Sie besitzen übernatürliche Kräfte, mit denen sie den Menschen schaden und helfen; zugleich aber scheuen sie sich vor diesen, weil sie ihnen leiblich nicht gewachsen sind. In ... weiterlesen


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Versunkene Glocken

Den Anlaß zu diesen Sagen hat zunächst der Unkenruf gegeben, der an Teichen und Seen oft täuschend wie Glockenklang tönt, aber eben nur den Anlaß. Die versunkene Glocke ist die in die Unterwelt gebannte weiße Frau. Die Stimme dieser weißen Frau, der Wolkengöttin, war ja der Donner und der Donner wurde anderseits wieder als Glockengeläute aufgefaßt, wie aus zahlreichen Gebräuchen zu ... weiterlesen


Rübezahl

Wie Bienenberg erzählt, pflegten noch im vorigen Jahrhunderte die Leute aus Melnik und den Niederungen an der Elbe ins Riesengebirge zu den Quellen der Elbe zu wallfahrten und daselbst schwarze Hähne nach uraltem Brauche fliegen zu lassen, damit Rübezahl nicht durch Ueberschwemmungen ihre Felder verwüste.1 Dasselbe bestätigt Krolmus. Er selbst habe, sagt er, im Jahre 1805 und 1814 noch ... weiterlesen


Die weiße Jungfrau

Die Göttin des Frühlings und der Liebe hieß bei den Böhmen Lada. Bei den Frühlingsfesten wurde ihr Name vorzugsweise angerufen und in den Liedern gefeiert. Wo unter dem kühlen Schatten einer Eiche oder Linde ein lebendiger Quell hervorsprudelte, dort dachte man sich am liebsten den Aufenthalt dieser Göttin im Sommer und wallfahrtete dorthin, um an ihrer Quelle zu beten und ihr Opfer ... weiterlesen


Weiße Jungfrauen

Die Wolken waren den Heiden der Sitz weißer Frauen, welche der Erde ihre himmlische Milch, den Regen, spendeten. Daher heißen noch heute in Böhmen die Wolken baby (Großmütterchen) und wenn ein Gewitter im Anzuge ist, so sagt man báby vstávají, die Altmütter erheben sich. Die weißen Jungfrauen in den nachfolgenden Sagen sind nun ebenfalls solche Wolkenfrauen. Wenn sie auf Bergen wohnen, ... weiterlesen


Thierdämonen

Wenn ein prächtiger Blitz über den Himmel hinzüngelt, dann sagen wir wohl heute noch: »Was für eine prächtige Schlange ist das!« Ebenso nennen wir die weißen Wölkchen heute noch Schafe. Aber während wir von dem Bilde augenblicklich zurückgekommen, wenn wir bestimmt denken, hatte das Bild für den Naturmenschen in der Urzeit volle Wirklichkeit. Die Menschen in den ältesten Zeiten ... weiterlesen


Bergentrückte Helden

Wenn im Verlauf des Jahres die Natur verödete und der umwölkte Himmel statt befruchtenden Regens eisigen Schnee zur Erde niedersandte: da meinte man, die bösen Winterdämonen hätten die Oberhand gewonnen und der Sommergott (Wuotan, Swantowit) mit seinen himmlischen Kriegern sei im Kampfe gegen sie gefallen und zur Unterwelt hinabgestiegen. Dort träumte er in todtenähnlicher Erstarrung dem ... weiterlesen


Die weiße und die schwarze Frau

Allgemein ist in Böhmen der Glaube an die Todesfrau. Sie erscheint bald weiß mit schwarzen Handschuhen oder schwarz mit weißer Feder. Es ist die alte Todesgöttin der Heiden. Bei den Deutschen hieß diese Todesgöttin »Hel« und wurde halb schwarz und halb menschenfarbig geschildert; bei den Böhmen nannte man sie Morana (nach Wacehrad so viel als Hekate, nach Rozkochans Grammatik: Diana). ... weiterlesen


Gespenstige Reiter

Unter den deutschen Göttern ritt vorzüglich der Sturmgott Wuotan auf einem Pferde. Bei den nordischen Völkern hieß sein Roß Sleipnir, es war achtfüßig und grau von Farbe. In deutschen Sagen ist sein Roß gewöhnlich weiß, daher heißt Wuotan auch der Schimmelreiter. Swantowit aber besaß ein wunderbares weißes Pferd, aus dessen Mähne und Schweif niemand ein Haar ausziehen durfte. Auf ... weiterlesen


Die himmlischen Soldaten

Die heidnischen Deutschen glaubten, daß nur jene Edlen, die in der Schlacht oder an ihren Wunden starben, in den Himmel Wuotans aufgenommen würden. Dort wohnten diese himmlischen Krieger (Einheriar) in einem wunderschönen großen Saale (Walhalla). Jeden Morgen ritten sie in den Hof und kämpften miteinander. Nach dem Kampfe zogen die himmlischen Krieger in den Saal zurück, um dort von dem ... weiterlesen


Die Schicksalsrichterinnen

In Böhmen ist der heidnische Glaube an die Schicksalsmädchen, als Göttinnen der Geburt, der Heirat und des Sterbens, noch ziemlich allgemein verbreitet. Wenn ein Kind geboren wird, so kommen in der Nacht drei weiße Frauen ins Haus, und berathen über das Schicksal, insbesondere über Heirat und Tod des Kindes. Sie tragen brennende Kerzen in der Hand, die sie verlöschen, sobald sie ihr ... weiterlesen


Die wilde Jagd

Die Sagen von der wilden Jagd sind deutschen Ursprungs, wenn sie auch zuweilen an böhmischen Orten erzählt werden. Der wilde Jäger ist der Sturmgott Wuotan. Wenn der Sturm durch die Wipfel der Bäume brauste, so glaubten die alten Deutschen, ihr höchster Gott ziehe mit seinem Gefolge durch die Lüfte oder er jage in den Lüften. Dann warf er sich ehrfürchtig mit dem Gesichte zu Boden und ... weiterlesen


Teufelssagen

Bei der Bekehrung der Heiden sagten die christlichen Missionäre nicht, daß die heidnischen Götter und Dämonen bloße Gebilde der Phantasie seien. Die Heiden waren von der Existenz ihrer Götter so sehr überzeugt, daß die Missionäre es nicht wagen durften, diese Existenz in Frage zu stellen. Sie lehrten daher, diese Götter und Dämonen seien teuflische Wesen, welche die Menschheit bisher ... weiterlesen


Letzte Schlacht und Weltuntergang

Nach dem Glauben der alten Deutschen war der Untergang der Welt mit einer großen Schlacht zwischen den Göttern und den Dämonen verbunden. Das schreckenvolle Ereigniß selbst aber dachte man sich in weite Ferne gerückt. Die Götterschlacht und der jüngste Tag würden erst hereinbrechen, prophezeihte man, wenn ein Schiff (Naglfar) vollendet wäre, das aus den Nägeln der Todten gebaut wird. ... weiterlesen


Verwünschung

Verwünschen bedeutet einen Fluch oder Bann aussprechen. Hiebei erleidet nach dem Volksglauben die verwünschte Sache häufig auch eine Verwandlung, d.h. sie ändert auch ihre Gestalt und beharrt darin bis zum Zeitpunkte ihrer Erlösung. Wir sind solchen Sagen bereits in den früheren Abschnitten begegnet; hier lasse ich nur jene folgen, die sich früher nicht unterbringen ... weiterlesen


Seen und Quellen

Wie Schiller vom Regenbogen sagt: Von Perlen baut' ich eine Brücke, hoch über einem grauen See, so glaubten die Alten wirklich, daß der umwölkte Himmel ein See von unermeßlicher Tiefe sei. Was man sich ursprünglich von diesem unermeßlichen See am Himmel erzählte, das erzählte man sich später, als der Glaube an den himmlischen See verdunkelt war, von irgend einem irdischen See, daher ... weiterlesen


Gespenstige Wagen

Wenn es donnert, so sagt der Bulgare, der heilige Ilias fährt auf seinem feurigen Wagen, um die Drachen zu bekämpfen, die das Getreide fressen. Wenn der heil. Ilias die Drachen nicht erschlüge, so hätten wir kein Getreide.1 Nach heidnischer Vorstellung geschah aber die Bekämpfung der getreidefressenden Drachen durch den Donnergott im Gewitter und da der Donner dem dumpfen Gerassel eines ... weiterlesen



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Märchen vom Autor Josef Virgil Grohmann: Sagen-Buch von Böhmen und Mähren

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