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Märchen - Karl Knortz: Märchen und Sagen der Indianer Nordamerikas

Boschkwädosch

Einst lebte ein Mann ganz allein auf der Welt. Er wußte nicht, woher er kam, nicht, wer seine Eltern waren, und auch nicht, ob es außer ihm jemals andere Menschen gegeben hatte. Er irrte ständig im Wald umher, seine Augen drehten sich forschend nach allen Seiten; was er aber eigentlich suchte, wußte er selbst nicht zu sagen.

Als er sich einst müde und erschöpft neben eine dicke ... weiterlesen


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Das Nordlicht

Ein kleiner, hilfloser Waisenknabe hatte, da er keine liebenden Geschwister hatte, nach langem Hinundherirren endlich bei einem lieblosen Onkel Obdach gefunden, der ihn aber so rauh und grausam behandelte und ihm dabei so äußerst wenig zu essen gab, daß er zuletzt so dünn und schwächlich wurde, daß ihn beinahe die Sonne umschien. Der böse Onkel hatte nämlich vor, sich seiner auf diese ... weiterlesen


Onawutakuto

Es ist schon sehr lange her, als am Ufer des Huronsees ein alter, zum Totem der Biber gehöriger Odjibwa lebte, der einen einzigen Sohn besaß, dem er den Namen Onawutakuto – d.h. einer, der die Wolken fängt – gegeben hatte. Dieser Knabe war sein einziger Stolz, und er gedachte ihn daher auch zu einem berühmten Medizinmann zu erziehen. Doch als er das bestimmte Alter erreicht ... weiterlesen


Schinschibiss

Der Wigwam von Schinschibiss stand am Ufer des Eriesees. Es war ein grimmig kalter Winter, doch da sich Schinschibiss vier große Baumstämme herbeigeschleppt hatte, von denen jeder wenigstens einen Monat brannte, so war er immer guten Mutes und unbesorgt und pfiff und sang den ganzen lieben Tag. Wenn er Hunger hatte, hackte er das Eis des Sees auf, tauchte unter und fing sich Fische, so viele ... weiterlesen


Die Osagen

Nahe am Ufer des Missouri lebte einst eine junge Schnecke sorgenfrei und mühelos. Sie amüsierte sich köstlich nach Schneckenart, streckte ihre Fühlhörner so weit aus, wie sie konnte, und labte sich reichlich an stärkender Nahrung, die ringsum im Überfluß vorhanden war. Plötzlich aber kam über Nacht eine starke Überschwemmung, und das arme Tierlein mußte schnell, um nicht zu ersaufen, ... weiterlesen


Der kleine Geist

In einer einsamen Hütte, die weit im Norden am Ufer eines von hohen Felsen umgebenen Sees stand, lebten zwei arme Waisenkinder, ein Mädchen und ein Knabe, der nicht höher als ein Grashalm war. Eines prächtigen Wintertages sagte er zu seiner Schwester: »Mach mir einen kleinen Ball, damit ich mir auf dem glatten, hellen Eis die Zeit verkürzen kann!«

Die Schwester tat es auch, bat ihn ... weiterlesen


Memoiren der Tschigeunegon-Prophetin Odschi Wein A

Als ich ein Mädchen von zwölf oder fünfzehn Jahren war, befahl mir meine Mutter, recht auf mich achtzugeben und ihr gleich zu sagen, wenn mir etwas Ungewohntes vorkäme. Kurz danach mußte meine Mutter ausgehen und Holz sammeln, um eine kleine Hütte für mich zu bauen, die ich allein bewohnen mußte, da sich inzwischen die erwarteten Zeichen richtig eingestellt hatten. Während zweier Tage ... weiterlesen


Miskwandib

Miskwandib war ein tüchtiger Jäger und liebte auch die Jagd über alles. Nun klagten ihm seine Söhne einst, daß sie ihre Mutter immer allein ließe, wenn er im Wald umherstreife, und daß sie ihn lieber begleiten möchten, als sich zu Hause zu langweilen. Der Jäger wußte dies recht gut, wollte jedoch seine Kinder nicht wissen lassen, daß ihre Mutter den Weg der schlechten Frauen wandle. ... weiterlesen


Unätsi

Unätsi war das schönste Mädchen unter den Wyan-dot-Indianerinnen. Alle jungen Männer dieses Stammes machten ihr daher auch fleißig den Hof, doch keiner davon konnte sich einer besonderen Begünstigung rühmen. Die heiratslustigen Jünglinge beriefen daher eine heimliche Versammlung ein, um über die Art und Weise zu konferieren, wie Unätsi zu einer bestimmten Erklärung zu zwingen sei. ... weiterlesen


Das weiße Steinkanu

Vor vielen, vielen Jahren lebte am Michigansee ein wunderschönes Mädchen, das mit einem tapferen, jagdtüchtigen jungen Mann verlobt war. Der Tag ihrer Hochzeit war auch bereits festgesetzt worden; als aber dieser endlich herankam, starb die hübsche Braut plötzlich. Das raubte denn dem Bräutigam alle Ruhe und alle Lebenslust. Stundenlang saß er unter dem Totengerüst, auf das die alten ... weiterlesen


Von dem Knaben, der die Sonne in einer Schlinge fi

Zur Zeit, als noch die Tiere auf der Welt die Oberhand hatten, waren sie sehr grausam gegen die Menschen und töteten sie alle mit Ausnahme eines Mädchens und eines Knaben. Dieser Knabe war ein Zwerg und nahm wohl täglich zu an Alter, aber nie an Kraft und Größe. Deshalb mußte die Schwester alle Arbeiten allein verrichten; sie mußte Holz holen, die nötigen Kleider anfertigen und den ... weiterlesen


Omakaki Ikwe

Eine schöne junge Frau lebte einsam und verlassen im Wald, und das einzige lebende Wesen, das sie um sich hatte, war ein treuer Hund. Doch sie konnte von großem Glück sagen, denn jeden Morgen, nachdem sie aufgestanden war, fand sie ein großes Stück Fleisch vor ihrem Wigwam liegen. Da sie nun die Neugier plagte, wer ihr dieses eigentlich bringe, so stand sie einst sehr früh auf und bemerkte ... weiterlesen


Wäwäbisowin

Hoch oben am nördlichen Ufer des Huronsees lebte ein altes Weib mit ihrem Sohn und dessen Frau nebst einem kleinen Waisenknaben, den sie aus Mitleid angenommen hatte. Ihr Sohn ging tagtäglich auf die Jagd und brachte seiner Gemahlin stets fette Hirschlippen, wohlschmeckende Bärennieren und sonstige Leckerbissen mit, die sie sich dann braun und hart röstete. Diese zärtliche Aufmerksamkeit war ... weiterlesen


Ängodon und Näwadaha

Sechs Brüder, zum Stamm der kräftigen, Oberkanada bewohnenden Natowas gehörig, gingen einst an einem Morgen in aller Früh auf die Jagd, von der jedoch am Abend nur fünf zurückkehrten. Als am anderen Tag deshalb Nachforschungen gehalten wurden, fand man den Vermißten entseelt unter einem Baum liegen. Sein Körper zeigte Spuren grausamer Gewalttätigkeiten, was große Trauer in die Familie, ... weiterlesen


Matschi Manitu

Metowäk oder, wie die weißen Leute sagen, die Lange Insel (Long Island) war ursprünglich eine unwirtliche Sandwüste, in die sich gewöhnlich Gitschi Manitu, der Meister des Lebens, flüchtete, wenn er den Plan zur Erschaffung einer neuen Kreatur aushecken wollte. Die Insel war geräumig und durch das sie umgebende Wasser vor jedem störenden Besuch gesichert.

Es ist allgemein bekannt, ... weiterlesen


Der Magier vom Huronsee

Zur Zeit, als die Ottowas noch die größeren Inseln des Huronsees bewohnten, lebte ein einflußreicher Magier dort, der Mäßwäweinini oder die lebende Statue hieß. Jene Inseln waren von jeher der Lieblingsaufenthalt aller Indianer von medizinenen Eigenschaften, weshalb auch später, als die Irokesen die Ottowas von dort verdrängt und hinauf an die Ufer des Oberen Sees gejagt hatten, ... weiterlesen


Muwis

In einem dicht bevölkerten Dorf am Huronsee lebte einst eine berühmte Indianerschönheit, die sich der Anbetung aller jungen Krieger und Jäger brüstete, aber auch jedem, der sich ihr mit redlichen Absichten genaht, unbarmherzig die Tür gewiesen hatte. Am stärksten hatte sich ein schmucker Jüngling namens Mämondädschinin in sie verliebt; doch als er sie einst mit einem Vertrauten ... weiterlesen