Wissenswertes

+ Lyrik
+ Epik
+ Dramatik

Anzeigen



A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Märchen - Klara Stroebe: Nordische Volksmärchen

Der Huldrehut

Es war einmal irgendwo auf einem Hof eine große Hochzeit, und zu dieser Hochzeit ging auch ein Häusler. Wie er gerade über einen Acker wanderte, fand er ein Milchsieb, wie man es gewöhnlich aus Kuhschwänzen macht; es sah gerade aus wie ein brauner Lappen. Er hob es auf, denn er dachte, man könne es ja auswaschen, und dann wollte er es seiner Frau zum Geschirrspülen geben. Aber als er in ... weiterlesen


Anzeigen


Der weiße Bär König Valemon

Es war einmal ein König, der hatte zwei Töchter, die waren böse und häßlich, aber die dritte war so schön und freundlich wie der helle Tag, und der König und alle Leute hatten sie sehr gern. Sie träumte einmal von einem goldenen Kranz, der war so schön, daß sie meinte, nicht leben zu können ohne diesen Kranz. Aber da sie ihn nicht bekommen konnte, wurde sie trübsinnig und konnte es ... weiterlesen


Des Königs Hasen

Es war einmal ein Mann, der lebte im Austragsstübchen; er hatte sein Gut an den Erben übergeben, aber außerdem hatte er noch drei Söhne, die hießen Peter, Paul und Esben, das Nesthäkchen. Alle drei lungerten daheim herum und wollten nichts arbeiten, denn es ging ihnen zu gut, und sie selbst dünkten sich zu vornehm für alles, und nichts war gut genug für sie. Schließlich hörte Peter ... weiterlesen


Die klugen Studenten

Es waren einmal drei junge Leute, die waren auf der hohen Schule, aber sie waren arm und da ging ihnen das Geld zu früh zu Ende, und sie konnten auf gar keine Art aus eigenen Mitteln fertig studieren. Sie baten schließlich ihre Lehrer, ob sie nicht auf den Pfarrhöfen und Herrenhöfen und Küstereien eine Zeitlang herumziehen dürften, um solche mitleidigen Seelen um Hilfe und Unterstützung ... weiterlesen


Der Glücks-Anders

Ein reicher Bauer hatte zwei Söhne, die hießen Hans Niklas und Glücks-Anders. Der älteste war einer, aus dem man nicht recht klug werden konnte; es war bös mit ihm Kirschen essen, und er war noch habgieriger und geiziger, als die Leute aus Nordland gewöhnlich sind, obwohl sie selten zu wenig mit diesen schönen Eigenschaften gesegnet sind. Der andere, Glücks-Anders, war wild und ... weiterlesen


Die Zauberäpfel

Es war einmal ein Bursche, der tat es immer allen andern zuvor. Es fehlte ihm nie an Geld; das kam daher, daß er einen Beutel hatte, der nie leer war. Nie fehlte es ihm an Nahrung; denn er hatte ein Tuch, und sobald er das ausbreitete, bekam er alles, was er wollte, Essen und Trinken. Dazu hatte er noch einen Wünschelhut. Wenn er den aufsetzte, konnte er sich wünschen, wohin er wollte, und ... weiterlesen


Die Historie vom Pfannkuchen

Es war einmal eine Frau, die hatte sieben hungrige Kinder, und denen buk sie Pfannkuchen; es war Teig mit Milch von einer frischmelkenden Kuh, und der lag in der Pfanne und ging auf, so dick und behäbig, daß es eine Freude war, ihm zuzusehen; die Kinder standen darum herum, und der Großvater saß und schaute zu.

»Gib mir ein klein bißchen Pfannkuchen, Mutter, ich habe so Hunger,« ... weiterlesen


Espenklotz

Espenklotz hatte eine Espe zur Mutter. Den, der sie umhieb, den erschlug er. Dann ging er zum König und fragte, ob er bei ihm Arbeit bekommen könne. Er wolle keinen anderen Lohn, nur wolle er dem König drei Schläge auf den Rücken geben, wenn er keine Arbeit mehr für ihn habe. Der König ging auf die Bedingung ein; denn er dachte, er würde immer Arbeit für Espenklotz haben. Nun schickte er ... weiterlesen


Murmel Gänseei

Es waren einmal fünf Frauen, die standen auf einem Acker und mähten; keine von ihnen hatte ein Kind, und jede wünschte sich eins. Da sahen sie auf einmal ein unerhört großes Gänseei, fast so groß wie ein Mannskopf. »Ich habe es zuerst gesehen«, sagte die eine. »Ich habe es zur gleichen Zeit gesehen wie du«, schrie die andere. »Aber ich will es haben, denn ich habe es zuallererst ... weiterlesen


Der große und der kleine Peter

Es waren einmal zwei Brüder, die hießen beide Peter; den älteren nannte man den großen Peter und den jüngeren den kleinen Peter. Als der Vater starb, übernahm der große Peter den Hof und bekam eine reiche Frau. Aber der kleine Peter blieb daheim bei seiner Mutter und lebte von ihrem Leibgeding, bis er mündig wurde. Als er soweit war, bekam er sein Erbteil, und der große Peter sagte, nun ... weiterlesen


Die Trollhochzeit

Es war einmal in einem Sommer vor langer, langer Zeit, da zogen die Leute von Melbustad mit der Herde zur Alm. Aber sie waren noch nicht lang oben, da fingen die Tiere an so unruhig zu werden, daß es rein unmöglich war, sie in Ordnung zu halten. Zwar probierten viele Mädchen sie zu hüten, aber es wurde nicht besser, bis eine kam, die versprochen war, und der Verspruch war kürzlich gefeiert ... weiterlesen


Helge-Hal im blauen Berg

Es waren einmal zwei unheimlich alte Leute, die wohnten unter freiem Himmel. Alles, was sie hatten, waren drei Söhne, einen alten Kochtopf, eine alte Pfanne und eine alte Katze. Da starb der Mann, und nach einiger Zeit starb auch die Frau. Nun sollte das Erbe geteilt werden. Da nahm der älteste den alten Kochtopf, der zweite die alte Pfanne, und dem Ebe Aschenpeter blieb keine Wahl mehr, er ... weiterlesen


Die Trollfrau

Vor langen, langen Jahren wohnten einmal zwei alte wohlhabende Leute auf einem Hof oben in Hadeland. Die hatten einen Sohn, der war Dragoner und ein großer hübscher Kerl. Im Gebirg hatten sie eine Alm, und die war nicht wie die meisten Sennhütten, sondern schön und solid gebaut und hatte sogar einen Schornstein und ein Dach und Fenster. Da oben wurde den ganzen Sommer gehaust, aber wenn sie ... weiterlesen


Sorge und Leid

Weit, weit von hier war einmal ein König, der hatte drei schöne Töchter von seiner ersten Frau. Aber er hatte keine Söhne, und deshalb hatte er die drei Prinzessinnen so gern, daß er ihnen alles gab, was sie sich wünschten. Aber einmal kam der Feind ins Land, und der König mußte in den Krieg. Als er abreiste, bat ihn die älteste Prinzessin, er möge ihr einen Ring kaufen, der die ... weiterlesen


Teufelsbeschwörung

Früher, als mein Oheim bei Huseby im Dienst war, trieb der Teufel es in Store-Valle bei Aage Sandaker so toll, daß sie weder Tag noch Nacht Ruhe vor ihm hatten. Denn Aage Sandaker hatte seine Seele dem Teufel verschrieben, so habe ich wenigstens gehört; gewiß ist aber, daß es viele Meilen in die Runde keinen schlimmeren Gesellen gab. Man sagte, daß der Teufel ihm bei allem half, und mit ... weiterlesen


Der Sturmzauber

Ein Schiffsjunge war den ganzen Sommer über mit einem Kapitän auf Reisen gewesen, aber als sie sich zur Herbstausreise rüsteten, wurde er unruhig und wollte nicht mit. Der Kapitän konnte ihn gut leiden, denn obgleich er noch ein blutjunger Bursche war, wußte er doch an Bord recht gut Bescheid; er war ein großer und starker Kerl und scheute sich nicht, gehörig mit Hand anzulegen, wenn es ... weiterlesen


Marienkind

Weit, weit von hier, in einem großen Wald, wohnten ein paar arme Leute. Die Frau gebar ein allerliebstes Töchterchen; aber da die Leute so arm waren, wußten sie nicht, wie sie das Kind getauft bekommen sollten. Da mußte der Mann sich aufmachen und zusehen, ob er nicht Gevattern finden könne, die für ihn das Taufgeld bezahlten. Er ging den ganzen Tag von einem zum anderen, aber keiner von ... weiterlesen


»Herauf und hernieder zum Dachfirst!«

Auf einem Hof in Ringebu wohnte früher einmal eine böse Hexe. Aber dort war auch einer, der wußte, daß sie eine Hexe war; der ging einmal am Weihnachtsabend auf den Hof und bat um Unterkunft, und er wurde auch aufgenommen.

»Du brauchst dich nicht zu fürchten, wenn du siehst, daß ich mit offenen Augen schlafe«, sagte er, »ich habe die Gewohnheit, aber ich kann nichts ... weiterlesen


Das Mädchen, das nicht schweigen konnte

Es war einmal ein Hausierer, der reiste nach Ribe in Handelsgeschäften. Er übernachtete in einem Dorf, und da kam er mit der Tochter vom Haus ins Gespräch und fing mit ihr zu tändeln an.

Und am Morgen, als er abreisen wollte, sagte er zu ihr, er wolle sie zur Frau nehmen, wenn er zurückkehre, falls sie es verschweigen könne.

»Ja, freilich kann ich das verschweigen«, sagte ... weiterlesen


Peter Rothut

Es war einmal eine Prinzessin drüben in England, die war so schön, daß es ihresgleichen nicht mehr gab, und das ließ sie wirklich in die Zeitung setzen, aber sie war zugleich so stolz, daß sie sich kaum selbst kannte. Unzählige freiten um sie, aber alle bekamen ein Nein zu hören. Der König hier in Dänemark hatte einen Sohn, der sich selbst auch für einen stattlichen Kerl hielt, und dem ... weiterlesen


Die Waldfrau

Mein Mutterbruder Mads wohnte bei Knae im Hurdal. Er war oft draußen im Fjell beim Holzhauen, und wenn er dort war, so blieb er auch gewöhnlich über Nacht draußen. Er baute sich dann eine Hütte, zündete sich ein Feuer an, und da lag er nachts und schlief. Einmal war er so im Gebirg, er und noch zwei andere. Als sie eben einen schweren Stamm umgehauen hatten und sich ein wenig ausruhten, da ... weiterlesen


Der unterirdische Nachbar

Es war einmal ein Bauer, der wohnte in Telemarken und hatte einen großen Hof, aber er hatte nur Mißwachs und Unglück mit seinem Vieh, und zuletzt kam er um Haus und Hof. Es blieb ihm fast nichts mehr, und um das wenige kaufte er sich ein Fleckchen Land, das ganz abseits lag, weit weg von der Stadt, im wilden Wald und in der Einöde. Eines Tages ging er durch den Hof, da begegnete er einem ... weiterlesen


Der Gang in die Mühle

Es war einmal eine Frau, die hatte einen großen Sohn, aber er war nicht recht bei Verstand, und sie konnte ihn nirgends hinschicken mit einem Auftrag, denn er konnte sich nie merken, was man ihm gesagt hatte.

Eines Tages wollte sie gerne zwei Scheffel Buchweizen aus der Mühle haben und dachte, das könne er doch wenigstens besorgen, und sagte zu ihm: »Kannst du mir aus der Mühle zwei ... weiterlesen


Klein Mette

Es war einmal ein kleines Mädchen, das ging und hütete die Schafe und hieß Mette. Da kam es dem englischen Prinzen in den Sinn, daß er ausziehen und sich eine Frau suchen wollte, und er kam bei Mette vorbei, wie sie am Wegrand saß und die Schafe hütete. Da grüßte er sie und sagte: »Guten Tag, Klein Mette, wie geht es dir?«

»Es geht mir gut, ich trage Lumpen über Lumpen, bis ... weiterlesen


Die Insel Udröst

Auf Vaerö, nahe bei Rost, wohnte einst ein armer Fischer, der hieß Isaak. Er hatte nichts als ein Boot und ein Paar Ziegen, die seine Frau kümmerlich mit Fischabfall fütterte und mit dem Gras, das sie auf den Bergen ringsherum sammeln konnten; aber seine ganze Hütte hatte er voll hungriger Kinder. Trotzdem war er immer zufrieden mit dem, was Gott ihm bestimmt hatte. Das einzige, was ihn ... weiterlesen


Der Bursche, der seinen Herrn in Harnisch brachte

Es war einmal ein Mann, der hatte drei Söhne; und da es daheim knapp herging, wollte er sie fortschicken, damit sie sich einen Dienst suchten. Peter sollte sich zuerst auf den Weg machen. Er kam zu einem Mann und fragte, ob er ihm einen Dienst wisse. Der Mann wollte ihn anstellen, aber nur unter der Bedingung, daß, wenn Peter ihn, den Herrn, in Harnisch brächte, er einen Scheffel Geld ... weiterlesen


Der Pfarrer und der Küster

Es war einmal ein Pfarrer, der war ein solcher Grobian, daß er schon von weitem, wenn ihm auf der Landstraße jemand zu Wagen entgegengefahren kam, zu schreien anfing: »Macht Platz! Macht Platz für den Pfarrer!« Als er eines Tages wieder so ging, kam der König daher. »Platz! Platz!« schrie er schon von weitem. Aber der König fuhr, wie es ihm paßte, und fuhr eilig, so daß diesmal der ... weiterlesen


Drei Zitronen

Es waren einmal drei Brüder, die hatten ihre Eltern verloren, und weil diese gar nichts hinterlassen hatten, wovon die Söhne hätten leben können, mußten sie in die Welt hinaus und ihr Glück versuchen. Die zwei Ältesten rüsteten sich aus, so gut sie konnten, aber den Jüngsten, den sie Ofenmichel nannten, weil er immer hinter dem Ofen saß und Kienspäne schnitzte, den wollten sie nicht ... weiterlesen


Vom Hasen, der verheiratet gewesen war

Es, war einmal ein Hase, der ging im Grünen spazieren. »Hurrah, hei hopp!« schrie er, hüpfte und sprang und schlug einen Purzelbaum und machte ein Männchen im Grase. Da kam ein Fuchs angeschlichen.

»Guten Tag! Guten Tag!« sagte der Hase. »Ich bin so froh heute, denn ich hatte mich verheiratet, mußt du wissen«, sagte er.

»Das ist ja recht schön«, sagte der ... weiterlesen


Der Bursche, der drei Jahre umsonst dienen sollte

Es war einmal ein armer Mann, der hatte einen einzigen Sohn, aber der war so faul und ungeschickt, daß er überhaupt nichts schaffen wollte. ›Wenn ich den langen Kerl nicht meiner Lebtag füttern soll, so muß ich ihn weit fortschicken, wo ihn kein Mensch kennt‹, dachte sich der Vater. ›Treibt er sich einmal draußen herum, so wird er nicht so leicht wieder heimkommen.‹ ... weiterlesen


Die Reise im Braukessel

Es war einmal eine Frau auf einem Hof auf Dovre, die war eine Hexe. Es war an einem Julabend. Ihre Magd war gerade dabei, einen Braukessel zu waschen. Inzwischen nahm die Frau ein Horn hervor und rieb den Besen ein, und sogleich fuhr sie durch den Schornstein davon. Das Mädchen fand, das sei eine leichte Kunst, und rieb ein wenig von der Salbe an den Kessel. Nun fuhr sie auch davon, und es gab ... weiterlesen


Die Mühle auf dem Meeresgrund

Es waren einmal zwei Brüder, die wohnten nah beieinander; der eine hieß Lars und war reich, aber der andre war arm und hieß Hans. Der reiche Bruder war noch dazu furchtbar geizig, und das ist eine Sache, die nicht so selten bei derlei Leuten vorkommt. So geschah es einmal kurz vor dem Julfest, daß der arme Bruder zu ihm kam und bat, ob er ihm nicht ein klein wenig Eßwaren geben könne als ... weiterlesen


Das blaue Band

Es war einmal eine arme Frau, die hatte im Kirchspiel gebettelt. Sie führte einen kleinen Knaben mit sich. Als sie ihren Bettelsack voll hatte, ging sie nordwärts über das Gebirge und wollte wieder heim in ihr Dorf. Als sie ein Stück weit den Berg hinaufgekommen waren, fanden sie ein kleines blaues Strumpfband auf der Landstraße liegen. Der Bursche bat, er wolle es ... weiterlesen


Das gestohlene Schwein

Es wohnte einmal eine alte, ehrliche Frau in Selde; sie war arm un konnte sich nicht anders als durch Betteln die Mittel zum Leben verschaffen. Aber sie hatte einen Sohn, und das war ein begabter Kerl und flink im Lernen und im Stehlen. Wenn sie nun zu den Nachbarn kam, so hörte sie wenig gute Worte über den Buben. Die Leute sagten, ob er denn nicht so viel stehlen könne, daß sie nicht zu ... weiterlesen


Hexe Pfarrerin

Es war einmal ein Pfarrhaus in einem Dorf bei Christianssand, wo man gar keine Dienstboten behalten konnte. Wenn sie noch so starke und rüstige Leute nahmen, so kamen sie von Kräften und wurden elend, wenn sie eine Weile da waren; sie wurden gemütskrank und sonst leidend, und auch das Essen schlug ihnen nicht an. Aber einmal kam ein Bursche hin, dem ging es besser, denn seine Mutter wohnte in ... weiterlesen


Der ehrliche Vierschilling

Es war einmal eine arme Frau, die wohnte in einer elenden Hütte weit vom Dorfe weg. Wenig hatte sie zu beißen und gar nichts zu brennen, und deshalb schickte sie ihren kleinen Buben in den Wald, um Holz zu sammeln. Er hüpfte und sprang und sprang und hüpfte, um sich warm zu halten; denn es war ein kalter grauer Herbsttag, und jedesmal, wenn er einen Ast oder eine Wurzel in sein Holzbündel ... weiterlesen


Selbst getan

Es war einmal eine Mühle, in der konnte man gar nicht mahlen, so unheimlich ging es dort zu. Aber da war eine arme Frau, die brauchte eines Abends notwendig ein wenig Mehl, und da fragte sie, ob sie nicht in der Nacht ein wenig mahlen dürfe. »Um Gottes willen«, sagte der Mann, dem die Mühle gehörte, »das ist ganz unmöglich, es spukt schon so gerade genug in der Mühle.« Aber die Frau ... weiterlesen


Der faule Lars, der die Prinzessin bekam

Es waren einmal ein Paar sehr arme Leute, die wohnten nicht weit von des Königs Schloß. Sie hatten nur einen Sohn, und mit dem war nicht viel Rares, denn er war so erschrecklich faul, daß unter seinen Füßen das Gras gemächlich Zeit hatte zu wachsen; wo man ihn sitzen hieß, konnte man gewiß sein, ihn wiederzufinden. Er hieß Lars, und deshalb wurde er niemals anders als der faule Lars ... weiterlesen


Der reiche Peter Krämer

Es war einmal ein Mann, den hieß man den reichen Peter Krämer. Denn er war mit Kramwaren herumgezogen und hatte viel Geld verdient und war ein reicher Mann geworden. Dieser reiche Peter hatte eine Tochter, und mit der wollte er so hoch hinaus, daß alle Freier, die sich um sie bewarben, ein Nein zu hören bekamen, denn er meinte, es sei keiner gut genug für sie. Weil es allen so ging, kam ... weiterlesen


Der Bursche und der Teufel

Es war einmal ein Bursche, der ging und knackte Nüsse; da fand er eine wurmige, und im selben Augenblick begegnete er dem Teufel. »Ist es wahr«, sagte der Bursche, »was die Leute sagen, daß der Teufel sich so klein machen kann, wie er will, und durch ein Nadelöhr schlüpfen?« – »Ja!« gab der Teufel zur Antwort. »Ach, da möchte ich auch sehen, wie du in die Nuß da kriechst!« ... weiterlesen


Der Herr vom Berg und Johannes Blessom

Johannes Blessom war einmal unten in Kopenhagen und führte einen Prozeß, denn hierzulande konnte man sich in jenen Zeiten kein Recht verschaffen; wenn man zu seinem Recht kommen wollte, so blieb einem nichts anderes übrig, als nach Kopenhagen zu reisen. Das hatte Blessom getan, und das tat nach ihm auch sein Sohn, denn der hatte auch einen Prozeß. Also am Weihnachtsabend hatte Johannes mit ... weiterlesen


Der Sturz vom Kirchturm

Ein Mann hatte herausgebracht, daß die Trollhexen in den Festnächten auf dem Kirchturm sich mit Spiel und Lärm und Getöse vergnügten. Das wollte er auch einmal sehen und ging an einem Weihnachtsabend in den Turm hinauf und setzte sich in eine Ecke. Auf einmal kamen die Hexen daher. Die eine nach der anderen fuhr zur Turmluke herein, die einen auf Besen, die anderen auf Schaufeln, wieder ... weiterlesen


Zottelhaube

Es waren einmal ein König und eine Königin, die bekamen keine Kinder, und darüber war die Königin so betrübt, daß sie kaum jemals eine frohe Stunde hatte. Beständig klagte sie, daß es so einsam und still im Schloß sei: »Wenn wir nur Kinder hätten, so gäbe es Leben genug da.« Wo sie in ihrem ganzen Reich hinkam, da fand sie Kindersegen, sogar in der armseligsten Hütte; wo sie ... weiterlesen


Der Bursche, der um die Tochter der Mutter freien

Es war einmal eine Frau, die hatte einen Sohn, und der war so faul und langweilig, daß er überhaupt nichts Nützliches anfangen wollte. Aber zum Singen und Tanzen hatte er Lust, das tat er, so lang der Tag war, und wohl noch eine Weile in die Nacht hinein. Je länger das ging, um so ärmlicher wurde die Frau; der Bursche wuchs, und Essen wollte er haben, daß man es fast nicht auftreiben ... weiterlesen


Der Schiffer und Herr Urian

Es war einmal ein Schiffer, der hatte ein unerhörtes Glück mit allem was er unternahm; keiner hatte so stattliche Ladungen, und keiner verdiente sich so viel Geld wie er, denn bei ihm strömte es nur so zusammen. Und ganz sicher gab es keinen, der solche Reisen riskieren konnte wie er, denn wo er hinfuhr, hatte er guten Wind, ja, man sagte sogar, wenn er nur seinen Hut drehe, drehe sich der ... weiterlesen


Die Katze, die so viel fressen konnte

Es war einmal ein Mann, der hatte eine Katze, und die konnte so furchtbar viel fressen, daß er sie nicht mehr behalten wollte. Da wollte er ihr einen Stein um den Hals binden und sie in den Fluß werfen, aber zuvor sollte sie noch zu fressen bekommen. Die Frau setzte ihr eine Schüssel Grütze und ein kleines Töpfchen mit Fett vor. Das schlang sie hinunter und sprang zum Fenster hinaus. Da ... weiterlesen


Ola Storbaekkjen

Es war einmal ein Mann im Dovrewald, der hieß Ola Storbaekkjen. Es war ein Riesenkerl, stark, gewaltig und unerschrocken. Im Winter tat er nichts, sondern reiste nur von einem Markt zum anderen und suchte Zank und Schlägereien; er zog von Kristiansmarkt nach Branaes und Kongsberg, und von da nach Grundsaet, und wo er war, da kam er in Händel und Schlägereien, und wo er in eine Schlägerei ... weiterlesen


Der Kamerad

Es war einmal ein Bauernbursch, dem träumte, er werde eine Prinzessin bekommen, weit, weit fort, und sie wäre so weiß wie Milch und so rot wie Blut und so reich, daß ihr Reichtum kein Ende hätte. Beim Aufwachen vermeinte er noch, sie stünde leibhaftig vor ihm, und sie war so schön und lieblich, daß er nicht weiterleben konnte ohne sie. Da verkaufte er alles, was er hatte, und zog aus und ... weiterlesen


Der ungehobelte Bauer

Es waren einmal zwei Herren, die waren Brüder; der eine war verheiratet und hatte Kinder, der andere war ein alter Junggeselle. Der wohnte hier in Jütland, aber der verheiratete Bruder auf Seeland zwischen Kalundborg und Holbæk.

Mit der Zeit wurde es dem Junggesellen zu beschwerlich, eigene Wirtschaft zu führen und Dienstboten für Haus und Feld zu halten, und als ihm sein Bruder ... weiterlesen


Die kleine Wildente

Es war einmal eine Frau, die hatte drei Kinder; von zweien war sie die Stiefmutter, und das dritte war ihr rechtes Kind. Da zog der Sohn fort, um sich einen Dienst zu suchen, und er kam zum König an den Hof und war da außergewöhnlich gut gelitten. Die Töchter aber blieben zu Haus bei der Mutter. Sie war so böse gegen die Stieftochter, wie sie nur sein konnte, und ihr das Leben zu nehmen war ... weiterlesen


Die Totenmette

Es war einmal eine Frau, die dachte am Weihnachtsabend bei sich selbst, sie wollte am Weihnachtsmorgen in die Frühpredigt gehen, denn sie war eine eifrige Kirchgängerin. Also gab sie Kaffee heraus, um am Morgen einen warmen Schluck zu haben und nicht nüchtern in die Kirche zu müssen. Als sie aufwachte, schien der Mond ins Zimmer, aber als sie aufstand, um nach der Uhr zu sehen, war sie ... weiterlesen


Per Gynt

In alten Zeiten lebte in Kvam ein Schütze, der hieß Per Gynt. Er lag beständig droben im Gebirge und schoß dort Bären und Elche, denn damals gab es noch mehr Wälder auf dem Fjäll, und in ihnen hielt sich derartiges Getier auf. Einmal, spät im Herbst, nachdem das Vieh schon längst von den Bergweiden herabgetrieben war, wollte Per Gynt wieder einmal hinauf in den Fjäll. Außer drei ... weiterlesen