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Märchen - Mary Frere: Märchen aus der indischen Vergangenheit

Die tapfere Seventee Bai

Siu Rajah1, welcher vor langen Jahren in dem Lande Agrabrum2 herrschte, hatte nur einen einzigen Sohn, an dem er leidenschaftlich hing. Der Prinz, der den Namen Logedas trug, war jung und schön und hatte eine wunderschöne Prinzessin, Namens Parbuttee Bai zur Frau.

Nun hatte zufälliger Weise Siu Rajahs Wuzeer eine Tochter, welche Seventee Bai oder die Dame Tausendschön hieß. Sie war ... weiterlesen


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Der Brahmane, der Tiger und die sechs Richter

Es war einmal ein Brahmane, der wanderte auf der Landstraße dahin. Da kam er an einen eisernen Käfig, in dem war ein großer, von den Landleuten eingefangener Tiger, eingesperrt. Als der Brahmane vorüber ging, rief ihm der Tiger zu: »Bruder Brahmane, Bruder Brahmane, habe Mitleid mit mir und laß mich nur für einen einzigen Augenblick aus diesem Käfig. Ich sterbe vor Durst und möchte so ... weiterlesen


Chundun-Rajah

Es starben einmal ein Rajah und eine Ranee, die hinterließen sieben Söhne und eine Tochter. Die sieben Söhne waren alle verheirathet, und die Frauen der sechs ältesten behandelten ihre arme kleine Schwägerin sehr unfreundlich; die Frau des siebenten aber liebte sie zärtlich und nahm sie immer den andern gegenüber in Schutz. Dann sagte sie wohl: »Das arme kleine Ding führt ein trauriges ... weiterlesen


Panch-Phul-Ranee

Ein gewisser Rajah hatte zwei Frauen, von denen er die zweite der ersten vorzog. Die erste Ranee hatte einen Sohn; aber weil derselbe nicht das Kind der zweiten Ranee war, konnte ihn sein Vater nicht leiden und behandelte ihn so unfreundlich, daß sich der arme Knabe ganz unglücklich fühlte.

Deßhalb sprach er eines Tages zu seiner Mutter: »Mutter, mein Vater kümmert sich nicht um ... weiterlesen


Singh Rajah und die kleinen listigen Schakale

Es wohnte einmal in einem großen Dschungel ein Löwe. Der war Rajah des ganzen Landes ringsumher, und er verließ täglich seine Höhle, die tief im Schatten des Felsen lag und brüllte mit lauter, zürnender Stimme. Und wenn er brüllte, erschraken die andereren Thiere des Dschungels, die ja alle seine Unterthanen waren, heftig und liefen ängstlich hin und her. Aber Singh Rajah packte sie mit ... weiterlesen


Die kleine Surja Bai

Eine arme Milchfrau ging einst mit Kannen voller Milch in die Stadt, um sie zuverkaufen. Sie nahm ihre kleine Tochter, ein Kind von ungefähr einem Jahre, mit sich, da sie daheim Niemanden hatte, der auf dieselbe hätte achten können. Sie setzte sich mit dem Kinde am Wege nieder und neben ihr standen die Milchkannen. Da flogen plötzlich über ihrem Kopfe zwei mächtige Adler daher, und der eine ... weiterlesen


Die Irrfahrten des Vicram Maharajah

Es war einmal ein Rajah, der hieß Vicram Maharajah1 und sein Wuzeer hieß Butti.2 Der Rajah sowohl, wie sein Wuzeer wurden Waisen als sie noch sehr jung waren, und seit dem Tode ihrer Eltern lebten sie zusammen, wurden zusammen erzogen und liebten einander zärtlich, – wie Brüder.

Beide waren gut und freundlich. Man kannte keinen armen Mann, der zum Rajah gekommen und enttäuscht ... weiterlesen


Punschkin

Es war einmal ein Rajah, der hatte sieben wunderschöne Töchter. Die waren alle gute Mädchen, doch die jüngste, Namens Balna1 war klüger als die anderen. Des Rajahs Frau starb, als sie noch ganz kleine Kinder waren. Und nun wuchsen die sieben armen Prinzessinnen auf ohne eine Mutter, welche auf sie achtete und für sie sorgte.

Die Rajahstöchter kochten täglich der Reihe nach ihres ... weiterlesen


Wie die Sonne, der Mond und der Wind zu einem Mitt

Eines Tages gingen Sonne, Mond und Wind zum Mittagsessen zu ihrem Onkel und ihrer Tante, dem Donner und dem Blitz. Ihre Mutter, – einer der entferntesten Sterne, die Ihr dort oben am Himmel seht, – wartete einsam auf ihrer Kinder Rückkehr.

Die Sonne sowohl, als der Wind waren gierig und eigennützig. Sie genossen die schönen Leckerbissen, die man ihnen vorsetzte, ohne auch ... weiterlesen


Der tapfere Töpfer

Es ist schon lange her, da kroch einmal ein Tiger während eines heftigen Sturmes, – es donnerte, blitzte, wehte und regnete, – obdachsuchend nahe an die Hütte einer alten Frau. Diese alte Frau war sehr arm, und ihre Hütte war ein fast ganz zusammengesunkenes Gebäude, durch dessen Dach der Regen an mehr als einer Seite hereintröpfelte; pitsch, patsch, pitsch, patsch. Das ... weiterlesen


Muchie Lal

Es war einmal ein Rajah und eine Ranee, die hatten kein Kind. Sie wünschten sich eines und baten die Götter um einen Sohn, – aber es war alles vergebens; ihre Gebete wurden nicht erhört. Eines Tages brachte man eine Anzahl Fische in die Schloßküche, die waren für des Rajahs Tafel bestimmt, und unter denselben befand sich ein kleiner lebender Fisch. Die Uebrigen waren sämmtlich todt. ... weiterlesen


Der Blinde, der Taube und der Esel

Ein Blinder und ein Tauber schlossen einst einen Bund miteinander. Der Blinde sollte für den Tauben hören, und der Taube sollte für den Blinden sehen.

Eines Tages besuchten beide einen Nautsch.1 Sprach der Taube: »Das Tanzen ist sehr gut, aber die Musik ist nicht des Anhörens werth.« Der Blinde sagte: »Im Gegentheil, ich finde die Musik recht gut, aber das Tanzen ist nicht des ... weiterlesen


Der eigennützige Sperling und die obdachlosen Kr

Ein Sperlingsweibchen erbaute sich einst ein kleines nettes Haus, polsterte es mit Wolle aus, umhegte es mit Stäben, so daß es nicht allein der Sonne im Sommer, sondern auch dem Regen im Winter Widerstand leistete. Eine nebenanwohnende Krähe hatte sich ebenfalls ein Haus gebaut, das war aber nicht so gut, – es war nur aus ein paar Stöckern gemacht, die auf einer stachlichen Birnenhecke ... weiterlesen


Wie die drei geschickten Männer die Geister über

Es war einmal ein sehr reicher Mann, der hatte eine sehr schöne Frau, und dieses Mannes liebste Beschäftigung war, den Pfeil und Bogen zu handhaben. Er besaß hierin eine so erstaunenswerthe Geschicklichkeit, daß er allmorgendlich eine Perle aus dem Nasenringe seiner Frau schoß, ohne sie nur im Geringsten zu verletzen.

Eines Tages, es war gerade ein Festtag, kam der Schwager des ... weiterlesen


Das Rakshasschloß

Es lebte einmal vor langer Zeit ein verwittweter Rajah, der hatte zwei kleine Töchter. Nicht lange nach dem Tode seiner ersten Frau verheiratete er sich wieder und die zweite Frau kümmerte sich nicht um ihre Stiefkinder und behandelte sie oft unfreundlich. Der Rajah aber, ihr Vater, fragte nicht nach ihrem Ergehen, sondern erlaubte seiner Frau sie zu behandeln, wie sie Lust hatte. Darüber ... weiterlesen


Sodewa Bai

Vor langen, langen Jahren lebten einmal ein Rajah und eine Ranee, die hatten nur eine einzige Tochter, doch diese war die schönste Prinzessin der ganzen Welt. Ihr Gesicht war so schön und zart, wie der klare Mondenschimmer und deßhalb nannte man sie Sodewa Bai.1 Nach ihrer Geburt ließen ihre Eltern die Weisen des Königreiches herbeirufen, damit diese ihr Schicksal vorhersagten. Sie ... weiterlesen


Eine spaßhafte Geschichte

Es war einmal ein Rajah und eine Ranee, die waren sehr betrübt, weil sie keine Kinder hatten, und der kleine Hund im Schlosse hatte auch keine Jungen. Endlich bekamen der Rajah und die Ranee Kinder, und zufälliger Weise bekam zur selben Zeit der kleine Schooßhund im Schlosse auch Junge. Aber leider waren die beiden Raneekinder zwei kleine Hunde und die beiden kleinen Jungen der Hündin waren ... weiterlesen


Der Sieg der Wahrheit

Vor einigen hundert Jahren lebte ein gewisser Rajah, der hatte zwölf Frauen aber keine Kinder – und obgleich er viele Gebete anordnete und in den Tempeln nah und fern Geschenke darbrachte – so hatte er doch bis dahin weder einen Sohn noch eine Tochter bekommen. Nun besaß dieser Rajah einen Wuzeer, der war ein sehr, sehr weiser alter Mann – und es geschah eines Tages, als er ... weiterlesen


Wie Du mir, so ich Dir

Es war einmal ein Kameel, das war sehr befreundet mit einem Schakal. Eines Tages sagte der Schakal zum Kameel: »Ich weiß, daß an dem jenseitigen Ufer des Flusses ein schönes Zuckerrohrfeld liegt. Willst Du mich hinübertragen, dann will ich Dir den Ort zeigen. Ich denke dieser Plan ist Dir ebenso erwünscht, wie mir. Du wirst im Zuckerrohr schwelgen, und ich finde dort am Ufer sicher viele ... weiterlesen


Der Aligator und der Schakal

Ein hungriger Schakal lief einst an ein Flußufer, um sich daselbst kleine Krebse, Fische oder anderweitige Nahrung zu suchen. Nun lebte gerade in eben diesem Flusse ein großer, feister Aligator, der war sehr hungrig und würde ganz besonders gern den Schakal verschlungen haben.

Der Schakal lief auf und nieder, hierhin und dorthin, konnte aber anfangs nichts zu fressen finden. ... weiterlesen


Weniger Ungleichheit, als man glaubt

Ein junger Rajah sagte einst zu seinem Wuzeer: »Woher kommt es, daß ich so oft krank bin? Ich nehme mich sehr in Acht; ich gehe nie in den Regen; ich trage warme Kleider, und ich esse gutes Essen. Dessenungeachtet erkälte ich mich immer, oder bekomme Fieber, – allen Vorsichtsmaßregeln zum Trotz.«

»Allzu viele Sorgfalt schadet mehr, als gar keine«, entgegnete ihm der Wuzeer, ... weiterlesen


Der Schakal, der Barbier und der Brahmane, welcher

Ein Barbier und ein Schakal schlossen einst einen innigen Freundschaftsbund miteinander, und dieser würde bis auf den heutigen Tag gedauert haben, wenn nicht der Schakal so klug gewesen wäre, – daß der Barbier sich ihm nie ganz gewachsen fühlte und den Argwohn hegte, sein Freund führe ihn manchmal an. Doch war er nicht im Stande, das zu beweisen.

Eines Tages sprach der Schakal ... weiterlesen


Rama und Luxmann, oder die kluge Eule

Es war ein Mal ein Rajah, Namens Chandra-Rajah,1 der hatte einen erfahrenen Wuzeer oder Minister, genannt Butti. Ihre gegenseitige Liebe war so groß, daß sie eher ein Brüderpaar zu sein schienen und nicht ein Herr mit seinem Diener. Weder der Rajah noch der Wuzeer hatten Kinder und doch sehnten sie sich gleicherweise nach einem Sohne. Schließlich bekamen alle beide, die Frau des Rajah sowohl, ... weiterlesen