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Märchen - Oskar Dähnhardt: Naturgeschichtliche Märchen

Der Papagei

Als der liebe Gott den Vögeln Farbe gab und ihnen Namen verlieh, kamen sie nach und nach alle herbei. Der Papagei aber saß auf einem Baume und sah zu. Da bemerkte er, daß der Herr viel dunkle Farben austeilte und nur manchmal mit dem Pinsel in die bunten und glänzenden fuhr, um dem einen Vogel ein Häubchen, dem anderen ein Hemdchen, dem dritten ein Halstüchlein zu geben. Da sagte sich der ... weiterlesen


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Herrgotts Abbild

Es gab einmal eine Zeit, wo unsere Felder noch nicht die wogenden Saaten hatten mit den goldgelben Ähren, wie sie heute jedermann sehen kann. Dazumal irrte der Mensch in den wilden Wäldern umher, und wie er so umherschweifte, begegnete ihm einst ein Greis mit gar klugen Augen und einer hohen und lieblichen Stirne. ›Warum schweift ihr denn so ziellos nach Beute?‹ fragte der Greis den ... weiterlesen


Der Kuckuck

Als der Herr Jesus mit Petrus durch Böhmen zog, trat er in einen Hof ein, um sich eine Gabe zu erbitten. Die Bäuerin aber versteckte sich. Da die Wanderer niemand zu Hause fanden, kehrten sie um und gingen weiter. Die Bäuerin aber höhnte ihnen aus dem Fenster nach und rief: ›Kuckuck, kuckuck!‹ Da sprach Petrus: ›Herr, laß sie werden, was sie schreit!‹ ›Es ... weiterlesen


Die Heirat der Sonne

Alle Geschöpfe waren der Sonne um ihres Lichtes und ihrer Wärme willen dankbar; sie kamen an einem Frühlingstage in der Nähe des Meeres zusammen und beschlossen auf Veranlassung des Hahnes, ihr etwas Gutes zu erweisen. Während sie sich berieten, trat der Igel auf und sagte: ›Alle Geschöpfe hat Gott gesegnet, daß sie sich verheiraten und vermehren sollen, die arme Sonne ist seit ... weiterlesen


Maria und der Asphodill

In alter Zeit lebte ein sehr schönes Mädchen, das ging täglich hinaus auf das Feld und sammelte Asphodill, um der Muttergottes Kränze zu winden, doch nie gelang es ihm, viel davon zu bekommen, denn stets kam ein großer Ochse und würgte die Blüten gefräßig hinunter. Das war aber der Versucher. Da klagte das Mädchen der Muttergottes ihre Not und bat sie, das böse Tier zu vernichten, ... weiterlesen


Der Theißstrudel

Als unser Herr Christus mit St. Peter auf der Theiß stromaufwärts fuhr, sprach St. Peter: ›Ginge es nicht, daß die eine Seite aufwärts, die andere abwärts flösse?‹ Sprach unser Herr Christus: ›Wenn die eine Seite aufwärts, die andere abwärts flösse, würden die Schiffer so hoffärtig werden, daß es mit ihnen nicht auszuhalten wäre.‹ Doch St. Peter bat so lange, ... weiterlesen


Wie das Feuer in den Stein gekommen ist

Höret, wie das Feuer in den Stein gekommen ist. Der Teufel kam einmal zu Gott und sagte: ›Herr, es ist nicht zu verwundern, daß die Menschen dir gehorchen und zu dir beten, wenn du sie mit Wohltaten aller Art überhäufst. Erlaube mir, die Welt acht Tage lang zu regieren, und wir wollen sehen, ob sie dich nicht vergessen.‹ ›Gut‹, sagte der Herr, ›regiere ... weiterlesen


Januar und Februar

Der Januar wollte einmal recht lieb sein und den immer über ihn brummenden Menschen eine Freude machen. Deshalb ließ er es sich einst während seiner – damals dreißigtägigen – Regierungszeit angelegen sein, einen Tag immer schöner und wärmer zu gestalten als den anderen; er hoffte sich auf diese Weise die Dankbarkeit der Menschen zu erwerben und sich wieder bei ihnen ... weiterlesen


Die Lumme

Eines Tages langten unser Heiland und St. Petrus an einem See an. Der Heiland nahm ein bißchen Erde und erschuf daraus allerlei Wasservögel und warf sie ins Wasser hinaus. St. Petrus stand dabei und sah das alles mit an. Zuletzt bat er um die Erlaubnis, auch einen Vogel zu machen. Ja, der Heiland gab ihm ein wenig Stoff und hieß ihn versuchen. St. Petrus ging an die Arbeit und klatschte einen ... weiterlesen


Wie der Teufel den heiligen Franziskus plagte

Der heilige Franziskus tat Wunder über Wunder, so daß der Teufel vor Neid beinahe platzte. Nun stellt euch vor, wie er den Heiligen versuchte! Einmal trat er in sein Zimmer ein, hatte sich wie ein großer Herr gekleidet und trug eine Kiste voll Geld: ›Nimm davon, Franziskus‹, sagte er, ›bleibe nicht länger im Elend, sondern genieße das Leben. Der Lebensweg ist mit Rosen ... weiterlesen


Der Bär

Der Herr und St. Peter wanderten über die Erde hin, und wenn ihnen ein Tier begegnete, so fragten sie es, ob es sich über etwas zu beklagen hätte. Der Bär beklagte sich darüber, daß er immer nur im Walde leben müsse und dort keine geeignete Nahrung finde. Da sagte ihm der Herr, er solle doch Himbeeren und Brombeeren und andere süße Gewächse essen, sowie auch Honig aus den hohlen ... weiterlesen


Warum der Pfau häßliche Füße hat

Der Pfau hatte einst Füße mit hübschen Klauen; die paßten zu seinem ganzen Äußeren, aber sie hatten einen Fehler: sie klapperten, und der Pfau ärgerte sich oft, da er nie leise auftreten konnte. Da veranstalteten die Tiere einmal ein Fest, um zu sehen, wer von ihnen das vollkommenste Geschöpf wäre. Auch den Pfau hatte man dazu geladen, aber er schämte sich, daß die klappernden Füße ... weiterlesen


Wie die Hunnen den Szeklern zu Hilfe kamen

Mit den Resten seines Heeres zog Tsaba, der Sohn des Hunnenkönigs Attila, nach der letzten blutigen Schlacht in das Morgenland zurück. Vereint mit den Stammverwandten, die dort zurückgeblieben waren, gedachte er dereinst wiederzukehren. An Siebenbürgens Grenzen stellte er daher einen kleinen Teil seines Heeres, die Szekler, als Wachposten auf, damit sie den Wiederkommenden zur Stütze dienen ... weiterlesen


Entstehung des Maiglöckchens

Als Christus am Hofe des Pilatus von den Knechten gepeinigt wurde, trat eine Mutter mit ihrem Knaben herzu. Kaum hatte dieser die Qualen des Heilandes gesehen, so wollte er ihn aus den Händen der Peiniger befreien, weinte und bat, man möge Jesus verschonen. Da schaute der Herr auf den Knaben, und Tränen rannen ihm über die Wangen und fielen auf die Steinplatten des Hofes. Da brachen die ... weiterlesen


Das Farnkraut

Als Maria und Josef mit dem Jesuskind vor König Herodes flohen, wurde das Kind hungrig, und sie hatten nichts, was sie ihm hätten geben können. Da rissen sie in ihrer Not einen Farn mit seinen Wurzeln heraus und nährten das Jesuskind damit. Zum Andenken daran bestimmte Jesus, daß die Wurzeln des Farrnkrautes ihre ursprüngliche Bitterkeit verlieren sollten. Seitdem können sie hungrigen ... weiterlesen


Warum der Schwarzspecht auf die Bäume hackt

In alten Zeiten säten der liebe Gott und der Teufel einmal gemeinschaftlich Schnittkohl. Nach der Aussaat stellte Gott dem Teufel frei, zu wählen, was er ernten wolle: den unteren oder den oberen Teil. Der Teufel wünschte den oberen. Gut! Gott gab dem Teufel die Blätter, aber er selbst fing an, den Schnittkohl zu essen. Als der Teufel sah, mit welchem Appetit Gott den Schnittkohl verspeiste, ... weiterlesen


Warum man keine Ibisnester findet

Als die heilige Familie sich nach Ägypten einschiffte und das Schiff kaum den Hafen verlassen hatte, wurde es von Tausenden von Vögeln überfallen, die sich überall niederließen und ein häßliches Geschrei ausstießen. Andere Vögel mit grauem Gefieder, langen Krallen und gebogenem Schnabel drangen in den Raum ein, in dem sich die heilige Familie befand, setzten sich vor Josef hin und ... weiterlesen


Der Ursprung des Maulwurfs

Ein reicher und ein armer Mann hatten einmal ein Feld in gemeinschaftlichem Besitz, das besäten sie zu gleicher Zeit mit gleichem Samen. Gott aber segnete die Arbeit des Armen und ließ die Saat gedeihen, die des Reichen dagegen gedieh nicht. Da verlangte der Reiche das fruchtbare Feldstück für sich und sagte zu dem Armen: ›Sieh her, meine Saat ist gut aufgegangen, deine gar ... weiterlesen


Entstehung des Veilchens

Als Christus zum Tode geführt wurde, ließ man ihn das schwere Kreuz selber tragen. Aber unter der Last brach er zusammen, die Kräfte reichten nicht aus, und er stürzte zu Boden. Da schlug ihn einer der Pharisäer mit dem Stock ins Gesicht, daß ihm das Blut aus der Wunde spritzte. Sogleich sprang Maria Magdalena hinzu, das teure Blut von der Erde aufzusammeln, aber die Krieger des ... weiterlesen


Warum die Schweine Ringelschwänze haben

Einmal kam der Teufel zu einem Bauer und sagte: ›Bauer, ich bin imstande alle deine Schweine über das Dach des Schweinestalls zu werfen.‹ – ›Das ist keine so große Kunst,‹ erwiderte herzhaft der Bauer, ›das kann ich auch.‹ – ›Versuch's einmal!‹ entgegnete der Teufel. Der Bauer zögerte nicht lange, sondern machte sich gleich an die ... weiterlesen


Der Morgenstern

Es lebte einmal irgendwo auf dieser Welt, siebenmal sieben Königreiche weit von hier, aber auch noch jenseit des großen Meeres, ein alter König. Dieser hatte einen Sohn, der schon in die Jahre gekommen war, wo er ans Heiraten denken konnte. Nun, so wolle er denn gehen und sich eine Frau suchen, dachte der Königssohn bei sich selbst, denn das würde ja doch schließlich sein Los ... weiterlesen


Der Weizen und die Hirse

Der Weizen wurde in Garben zur Tenne gebracht und begegnete unterwegs der Hirse, die man zum Säen heraustrug. Da sprach die Hirse: ›Schnell, Weizen, laß dich dreschen, denn ich werde auch kommen, um mich dreschen zu lassen.‹ – ›Ach was!‹ sagte der Weizen, ›du gehst jetzt, um gesät zu werden, und ich komme auf die Tenne, und du wirst mich nicht ... weiterlesen


Warum der neugeborene Mensch nicht laufen kann

Als der Herrgott schon alle Tiere geschaffen hatte, da erschuf er endlich Adam und Eva, und am letzten Tage rief er sie alle zusammen in die Mitte des Paradieses. Denn seht, das wollte er, daß jeder seine Nahrung selbst suchen könnte, sobald er geboren wäre. Dann sprach er zum Pferde: ›Laß dein Füllen los, auf daß es laufe?‹ Das Pferd tat also, ließ sein Füllen los, und es ... weiterlesen


Die Wirkung des Weines

Als Dionysios noch ein Jüngling war, machte er eine Reise durch Hellas, um nach Naxia zu gehen; da aber der Weg sehr lang war, ermüdete er und setzte sich auf einen Stein, um auszuruhen. Als er nun so dasaß und vor sich niederschaute, sah er zu seinen Füßen ein Pflänzchen aus dem Boden sprießen. Das fand er so schön, daß er sogleich den Entschluß faßte, es mitzunehmen und zu ... weiterlesen


Pferd und Esel

Als Maria und Josef sich entschlossen hatten, mit dem Jesuskind nach Ägypten zu fliehen, baten sie das Pferd, ihnen als Reittier zu dienen. Mit seiner Hilfe würden sie gar schnell dem Bereiche der schrecklichen Mörder entfliehen können, die ausgesandt waren, das Gotteskind zu töten.

Das Pferd, das gerade ruhig an einer Metze Hafer fraß, begnügte sich damit, kauend den Kopf ... weiterlesen


Von der Erschaffung des Mondes

Als Sankt Michael Adam und Eva aus dem Paradiese vertrieben hatte, kehrte er zurück in den Himmel. – ›Nun, hast du sie ausgejagt, diese Herrgottssakramenter?‹ fragt der Gottvater. – ›Hätt' der Herr auch einen andern schicken mögen!‹ brummt Sankt Michael in seinen Bart – nein, Bart wird er keinen gehabt haben. ›Ich hab' mir‹, sagt er, ... weiterlesen


Warum das Schaf stumm ist

Im Anfang der Welt konnte das Schaf sprechen. Als die heilige Jungfrau nach Ägypten ging, war dort ein Schaf auf einem Hügel, das rief: ›Aus Bethlehem, aus Bethlehem!‹ Die Jungfrau suchte es zum Schweigen zu bringen. Niemand sollte wissen, daß sie dort vorbeigekommen sei. Aber das Schaf wiederholte weiter diese Worte. Da verfluchte es die Jungfrau und verurteilte es zum Blöken.


Wie der April den März besuchte

Es ist schon lange her, da lud einmal der März den April zu Gaste. Dieser machte seinen Wagen zurecht und fuhr fort, aber der März schickte Schnee und Frost, und so konnte der April mit dem Wagen nicht durchkommen und mußte umkehren. Im nächsten Jahr um dieselbe Zeit wollte der April es noch einmal versuchen und holte seinen Schlitten hervor, um zum März zu fahren. Aber der März machte es ... weiterlesen


Maria und das Schneehuhn

Einstmals entbot die Jungfrau Maria sämtliche Vögel zu sich und befahl ihnen, über einen brennenden Scheiterhaufen zu schreiten. Die Vögel wußten, daß sie die Himmelskönigin war und große Macht hatte; daher wagten sie nicht, ihrem Gebot ungehorsam zu sein, und sprangen sogleich alle in das Feuer hinein und hindurch; nur das Schneehuhn nicht. Als sie aber aus dem Feuer herauskamen, waren ... weiterlesen


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