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Märchen - Otto Knoop: Sagen aus Kujawien

Der Schmied und der Tod

In Kujawien lebte vor vielen Jahren ein Schmied, der eine ungeheure Stärke besass. Dazu verstand er sich auf Zauberei. Einmal kam der Tod zu ihm und forderte ihn auf mitzukommen. Doch dem Schmied fiel es nicht ein, jetzt schon der Welt Lebewohl zu sagen. Er bat daher den Tod, ihm von dem in der Nähe stehenden Birnbaum einige Birnen abzupflücken. Der Tod erfüllte seinen Wunsch und kletterte ... weiterlesen


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Geschwür und Nasenschmutz

Eines Tages verliess das Geschwür die Stadt, um sich in einem Dorfe heimisch zu machen. Da begegnet ihm auf halbem Wege der Nasenschmutz, der gerade zur Stadt will, und fragt nach den üblichen Grüssen das Geschwür, wohin es seine Schritte lenke. »Ins Dorf«, antwortet das Geschwür und erzählt seine ganze Leidensgeschichte: Es werde stets vom Doktor ausgeschnitten, wenn es sich bei einem ... weiterlesen


Vampyrsagen

Die Vampyrsagen haben erst kürzlich eingehende Behandlung erfahren (vgl. oben 14, 322 ff.); doch ist wohl die Mitteilung weiterer Sagen, wenn sie auch nichts besonders Neues bringen, nicht überflüssig. Es sei mir gestattet, hier zunächst eine Sage wiederzugeben, die mir (aus polnischer Quelle) in Rogasen mitgeteilt wurde. »Nahe an der von Gnesen nach Wreschen führenden Chaussee steht in ... weiterlesen


Der Werwolf

In einem Dorfe bei Kruschwitz diente vor vielen Jahren ein Knecht, der mit einer Magd ein Liebesverhältnis angeknüpft hatte. Diese war aber eine grosse Zauberin. Davon erfuhr der Knecht, und er beschloss deshalb, das Verhältnis zu lösen. Als die Magd das bemerkte, wollte sie für die Untreue Rache nehmen. Als sie einmal mit dem Knechte zusammenkam, gab sie vor, sie wolle ihm die gelockerte ... weiterlesen


Vergrabene Schätze

Schatzsagen sind in der Provinz Posen ausserordentlich zahlreich. Die nachfolgenden Mitteilungen aus Kujawien, die allgemeinen Inhalts sind, dürften daher für diese Art von Sagen von besonderer Bedeutung sein.

Werden Schätze vergraben und stirbt derjenige, der es getan hat, so bleibt sein Geist der Beschützer dieser Schätze. Ist es ein guter Geist, so zeigt er das Bestreben, ... weiterlesen


Das wunderbare Kind

In Kujawien erzählt man sich folgende Geschichte: In Russisch-Polen wurde im Jahre 1890 ein Kind geboren. Als man dieses zur Taufe trug und die heilige Handlung beginnen sollte, verwandelte es sich plötzlich in einen Fisch. Diesen wollte der Propst nicht taufen, und so mussten die Leute unverrichteter Sache nach Hause gehen. Doch schon unterwegs wurde aus dem Fisch wieder ein Kind. Man trug es ... weiterlesen


Die Lakenfrauen

Ein Mann aus Żernik ging eines Abends auf die Mühle, die nicht weit entfernt war. Auf dem Wege traf er zwei frauenähnliche Gestalten, welche ganz in Laken (płachty) eingehüllt waren, so dass man von einem Körper nichts sah. Er fragte sie: »Płachytki, wo geht ihr hin?« Und die beiden Gestalten gaben Töne von sich, die denen der Gänse ähnlich waren. Er ging nun hinter den ... weiterlesen


Der Teufel und die Linde

Nach einem kujawischen Volksglauben kann man den Teufel mit einem Stecken aus Erlenholz prügeln, so dass er die Schläge fühlt; die Äste an dem Stecken müssen aber kreuzweise stehen. Dasselbe kann mit einem Lindenstock geschehen (vgl. Blätter f. pomm. Volkskunde 10, 153 f.), und mit einem Stricke aus Lindenbast kann man den Teufel fangen, so dass er nicht entschlüpfen kann. Dieser Glaube ... weiterlesen