WISSENSWERTES
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Rudolf Lenz: Aurakanische Märchen und Erzählungen
Victor von Andrejanoff: Lettische Märchen
David Brauns: Japanische Märchen und Sagen
T. von Held: Märchen und Sagen der afrikanischen Neger
Arthur und Albert Schott: Rumänische Volkserzählungen aus dem Banat
Anna Kellner: Englische Märchen
Richard Wilhelm: Chinesische Volksmärchen
Carl Velten: Märchen und Erzählungen der Suaheli
Peter Christen Asbjørnsen
Volksmärchen
Paul Heyse: Italienische Volksmärchen
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Jos. Cal. Poestion: Isländische Märchen
Dietrich Jecklin: Volksthümliches aus Graubünden
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Ignaz und Josef Zingerle: Kinder- und Hausmärchen aus Tirol
Eine schottländische Sage)(Wilhelm Hauff
Knut Jungbohn Clement: Der Lappenkorb von Gabe Schneider aus Westfrisland
Ignaz Kúnos: Türkische Volksmärchen aus Stambul

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Märchen - Pauline Schullerus: Rumänische Volksmärchen aus dem mittleren Harbachtal

Iuon ohne Furcht

Ein halber König hatte drei Töchter und einen Sohn. Als die Zeit kam, daß er sterben sollte, sagte er zu seinem Sohne: »Mein Kind, deine Schwestern überlass' ich dir in der Sorge, du sollst sie verheiraten. Wenn ein Freier kommen wird, sieh, ist er tauglich oder nicht.«

Es verging eine Zeit, wieviel vergangen sein wird, da kam eines Abends ein Drache, ans Fenster klopfend: »Du ... weiterlesen


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Der Fremde

Eine junge Frau war allein zu Hause. Sehnsucht und Gram verzehrten sie. Sehnsucht nach ihrer Heimat, ihrer Mutter, Gram über ihren schlechten Mann, der immer auf Raub ausging. »O Mutter, meine Mutter, warum hast du mich fortgegeben, einem Fremden in ein fremdes Dorf?« klagte sie weinend. »Es wollten mich viele Burschen aus der Heimat, aber an jedem fandest du Fehler, keiner war gut genug ... weiterlesen


Der Vogel des Paradieses

Ein alter König hatte von dem Vogel des Paradieses gehört, wer den habe, würde wieder jung. Er wäre so gerne wieder jung geworden, nur wußte er nicht, wie er dieses Vöglein erhalten solle. Er hatte drei Söhne, zwei große, und einer war kleiner. Die beiden älteren kamen zum König und sprachen: »Wir gehen in die Welt und suchen das Vöglein des Paradieses, gib uns Kleider zum ... weiterlesen


Gott und der Teufel

Der Teufel war der erste, der ein Haus aus Steinen gemauert. Aber der Teufel machte alle Arbeiten ohne Verstand und Überlegung. Jetzt mauerte er, trug Steine zusammen, hob sie auf die Mauer und bemühte sich, bis das Haus fertig war. Nach außen zeigte es sich schön, aber drinnen blieb es den ganzen Tag dunkel. Der Teufel hatte nicht gewußt, daß er auch Fenster machen müsse. Als das Haus ... weiterlesen


Wie die Wölfe geworden

Der Teufel kam zu Gott und sprach: »Unser Herrgott, jetzt hast du Menschen aller Arten auf dieser Welt, Tiere, welche im Hof der Menschen leben, und auch wilde, nur Wölfe sind keine, mach doch auch solche.« Gut. Gott zeigte dem Teufel einen großen Stein neben dem Walde: »Hör, du Teufel, gehe hin zu dem Stein und sage: ›Teufel friß den Stein.‹« Der Teufel ging und sagte: ... weiterlesen


Der Birnbaum, welcher zum Himmel hinausgewachsen

Es hatte ein Graf einen großen, großen Birnbaum, so groß, daß seine Zweige bis in den Himmel gewachsen waren und aus dem Himmel hinaus noch höher, hoch bis auf die andere Welt. Im Garten des Grafen sah man nur den Baumstamm. Jetzt, als der Herbst kam und die Birnen reif waren, konnte sie niemand abnehmen, und weil sie niemand erreichen konnte, schickte der Graf Briefe in alle Teile und ... weiterlesen


Die Gans mit einem Fuss

Es war einmal ein Mann vor Gericht, der Stuhlrichter hatte gerichtet, wie es dem Menschen gefallen. Als er nach Hause gekommen, sagte er zu seiner Frau: »Du Frau, schlachte eine Gans und brate sie, daß wir sie dem Stuhlrichter schicken.« Sie ging und tat, wie ihr der Mann befohlen. Als die Gans fertig, wickelte sie die Frau in ein reines Tuch und legte sie in den Zwerchsack und schickte sie ... weiterlesen


Von der schönen Rora

Es war einmal ein König, der hatte einen schneidigen Sohn, alt genug zum Heiraten. Der König sprach: »Mein lieber Sohn, du sollst gehen und dich verheiraten.« Nun gut. Er stieg auf den Aufboden und suchte die Schriften der Tage und fing an, in diesen zu lesen. Er las und weinte und las und weinte. »Warum weinst du so, mein Sohn?« – »Wie soll ich nicht weinen, Väterchen, es steht ... weiterlesen


Die Pferdebohne

Es war einmal ein Mann, der hatte eine Frau und eine Schwiegermutter und ein Feld besät mit Pferdebohnen. Als letztere reif waren, gingen sie alle drei, sie zu schneiden. Sie begannen zu arbeiten, die Jungen plauderten und sahen bald rechts, bald links, aber die arme Alte nahm sich eine Bohne in den Mund, drehte sie immer im Munde herum und arbeitete wie zwei bis gegen Mittag. Nur einmal sagte ... weiterlesen


Der Zigeuner mit dem Speck

Es ging ein Zigeuner mit einem Speck auf dem Rücken über einen Fluß. Und es war Nacht, und die Nacht war dunkel, oben wetterleuchtete es. Der Zigeuner sagte so mit seinem Munde: »Leuchte, Herr, leuchte, ich werde dir ein Stück Speck geben.« Als er nun nahe an das Ufer des Flusses kam, sagte er mit seinem Munde so: »Ob du leuchtest oder nicht, Speck werde ich dir keinen geben.« Nach ... weiterlesen


Der Pfarrer ohne Sorgen

Es war einmal ein Pfarrer, der hieß Simeri, der war so glücklich und hatte keine Sorgen irgendeiner Art. Er schrieb auf eine Tafel hinaus ans Haus, er habe keine Sorgen. Jetzt traf es sich, daß der König einmal vorbeifuhr und diese Tafel las, da ärgerte sich der König und sprach: »Es ist doch ungerecht, der ist nur ein Pfarrer und soll keine Sorgen haben, und ich bin der König und habe ... weiterlesen


Der überlistete Teufel

Es hatte einmal eine Frau ein kleines Kind. Wenn eine Frau mit einem kleinen Kind im Bett liegt, ist es nicht erlaubt, sie allein im Zimmer zu lassen, oft trifft sich etwas Schlechtes. Sie lag im Bett, ihr Mann ging ins Wirtshaus. Nur einmal kam der Teufel, stieg auf den Boden und brachte den Speck herunter, machte dann ein gutes Feuer, briet den Speck in der Bratpfanne, ging dann ans Bett, um ... weiterlesen


Ein halber Mensch

Ein Rumäne hatte drei Söhne. Diese schickte er einmal in die Mühle mit einer Fuhre Frucht und befahl ihnen, sie sollten sich nicht unterstehen, in ein Wirtshaus am Wege einzukehren, da wäre es nicht geheuer. Sie brachen alle drei auf, als sie aber an das Wirtshaus kamen, sprach der älteste: »Ihr Brüder, kommt, wir gehen nur ein wenig hinein, trinken eine Portion Branntwein, kommen schnell ... weiterlesen


Gottes Lohn

Es waren einmal ein paar sehr reiche Leute, die hatten keine Kinder gehabt und waren nun ziemlich alt. Da sie nun keine Kinder hatten, beschlossen sie, zu einem Propheten zu gehen und ihn zu befragen, ob sie nie in ihrem Leben Kinder haben würden, und wenn er sagen sollte, es sei vorbei und Friede, wollten sie ihr Vermögen ordnen, wie es am besten sein würde. Sie spannten zwei Pferde: schwarz ... weiterlesen


Philipp und Alexander

Der König der ganzen Welt hatte keine Kinder seit der Jugend bis ins Alter, obwohl er oft Gott gebeten, er solle ihm auch eine kleine Seele geben. Eines Tages sagte der König zur Königin: »Meine Herrin, komm, wir nehmen uns, wie viele Königlichen, Gott soll uns erhalten – (Von dieser Mär ist viel Schönes noch zurück.) – wir nehmen uns Kleider zum Wechseln, Geld für die ... weiterlesen


Zwei Brüder mit goldenen Haaren

Es war einmal eine arme Witwe. Sie hatte nur einen Sohn und ein wenig Werg. Jeden Abend spann sie eine Spindel voll Garn und schickte dann den Knaben jeden Morgen in die Stadt, um dafür etwas zu essen zu bringen. Einmal begegnete er der Königstochter, und die sprach: »Gib mir die Spindel, schau, ich hab ein Füllen in der Schürze, ich geb es dir dafür.« – »Warum sollt' ich sie dir ... weiterlesen


Ein kranker Mann

Es war einmal ein todkranker Mann. Seine Frau hatte den Doktor geholt. Dieser verschrieb eine Arznei, als er ihn untersucht hatte, und machte sich zur Rückfahrt fertig. In der Türe fragte ihn die Frau leise, wie es mit ihrem Manne stehe, sei er schwer krank? Der Arzt antwortete: »Moare (stirbt), ich habe ihm zwar etwas verschrieben, aber er stirbt (moare).« Der Mann drinnen hatte nur die ... weiterlesen


Der Löffelzigeuner

Es ritt einmal ein schöner Zigeunerbursche mit Löffeln an einem Haus vorbei; im Fenster lag eine vornehme Soldatentochter. Der Bursche gefiel ihr so gut, daß sie rief: »Komm herein zu mir, mein Haus ist von außen geweißt, von innen gemalt.« Er antwortete: »Komm du zu mir, mein Haus sieht von außen grün aus wie eine Wiese, innen sind die Wände aus lauter Süßigkeiten.« Sie kam ... weiterlesen


Das Patenkind Gottes

Es waren einmal zwei Leute so arm, daß ihnen nicht einmal die Kappe auf dem Kopfe saß. Und als sie so arm waren, daß sie keine Hütte im Dorf hatten, nahmen sie sich an der Hand und gingen in den Wald. Er ging auf die Jagd, sie sammelte im Wald. Jetzt kam die Zeit, daß sie einen Knaben bekommen hatten. »Du Frau, wer soll uns das Kind taufen?« fragte der Mann. »Gott wird es wissen«, ... weiterlesen


Die tapfere Königstochter

Es war einmal und einmal, und wenn es nicht gewesen, würde man es nicht erzählen, wie ein Floh würde es zerplatzen. Es war einmal ein König, der war 99 Jahre alt und hieß der rote und hatte drei Töchter, aber nicht einen Sohn, er wäre ihm so lieb gewesen. Schau, ein Mädchen ist immer nur ein Mädchen, das am Feuer sitzt mit dem Rocken und der Spindel in der Hand. Aber er konnte sich ... weiterlesen


Die Tochter des Schweinehirten

Ein reicher Kaufmann mit zwölf Geschäften in der Stadt hatte einen schönen und verständigen Sohn. Jetzt, da er einen Sohn hatte, kam die Zeit, daß dieser ein junger Herr wurde und ans Heiraten dachte.

An einem Tage ging dieser junge Herr spazieren bis in den Wald. Als er in den Wald trat, traf er eine Schweineherde. Die Tochter des Schweinehirten hütete die Schweine. Aber dies ... weiterlesen


Die vierzig Märtyrer

Als der Frühlingsmonat anfing, man heißt ihn März, sagte ein Zigeuner zu einem Rumänen: »Hait, ich gehe auf den Jahrmarkt und kaufe mir ein Pferd.« – »He, Kamerad, laß du das Pferd in Ruhe, bis die vierzig Märtyrer vorüber sind, Futter hast du keines, und das Gras wächst nicht, bevor dieser Feiertag vorüber. Dieser ist des Frühlings-Anfang (22. März). Nach diesem Tag ... weiterlesen


Die Spinnerin

Es war einmal eine Frau, die hatte eine Tochter, die war so faul und wollte gar nicht spinnen, darüber ärgerte sich die Mutter so viel, sie konnte aber nichts mit ihr schaffen. Sie machte ihr Vorwürfe, schlug sie, aber sie blieb doch faul. Eines Tages hatte sie wieder mit ihr gezankt, weil sie den Rocken wieder nicht zur Hand nehmen wollte. Da nahm ihre Mutter ihn und hieb sie damit, daß ... weiterlesen


Der Zigeuner und seine sieben Söhne

Ein Zigeuner hatte sieben Söhne. Mit diesen ging er in den Wald um Holz. Als er nun in den Wald um Holz gegangen war, sah er an einem hohen Baum oben einen Bienenstock mit Wachs und Honig. Der Baum aber hatte bis in die Spitze keine Äste. Nun standen sie alle acht unter dem Baum und sahen hinauf zum Wachs und zum süßen Honig und konnten ihn nicht erreichen. Es kam eine so große Sehnsucht ... weiterlesen


Der Traum des Knaben

Der Knabe eines armen Mannes träumte einmal einen Traum. Sein Vater fragte ihn, was er geträumt habe, aber er wollte es ihm nicht sagen. Und als er es ihm nicht sagen wollte, schlug er das Kind, es sagte ihm aber doch nicht. Als der Vater nichts mit dem Knaben schaffen konnte, jagte er ihn fort. Der Knabe sagte nichts, aber er ging in den Wald, und als er im Wald war, begegnete er dem König ... weiterlesen


Der Fuchs mit dem Ohrringel

Ein Fuchs hatte ein Ohrringel. Einmal blieb es ihm an einem Dornenstrauch hängen. Dieser wollte es ihm nicht mehr geben.1 Der Fuchs ging weiter, kam an ein Feuer und sagte: »Feuer, verbrenn den Dornenstrauch, er will mir mein Ohrringel nicht geben.« – »Ich will nicht«, sagte das Feuer. Er ging weiter, kam an ein Wasser und sprach: »Wasser, lösch das Feuer, das Feuer will den ... weiterlesen


Der Wolf und die zwei Geisslein

Es hatte eine Ziege zwei Geißlein und sagte zu ihnen: »Meine Geißlein, sperrt zu die Türe, damit euch nicht der Onkel Wolf frißt, ich gehe in den Wald und bringe euch Blätter im Munde mit der Axt in der Hand.« Gut. Als die Ziege gegangen, sperrten die Geißlein die Türe zu, nur einmal kam der Wolf und rief an der Türe: »Meine Geißlein, sperrt auf die Türe, ich bin eure Mutter, ich ... weiterlesen


George

Ich will euch ein wahres Märchen erzählen, viel Schönes, viel Schönes kommt darin vor. Als der Floh sich mit einer Nußschale beschlagen ließ und hinaufspringen wollte zum heiligen Gebet und sprach: »Ach, ich bin zu leicht, ach, ich bin zu leicht«, damals war ein König, der hatte viele Knechte, von diesen war einer kräftiger und mutiger als alle andern, er hieß George. Weil er über ... weiterlesen


Das Bild der heiligen Maria

Es war einmal in einem Dorf ein Mädchen, fleißiger als alle andern aus seiner Gesellschaft. Die andern Mädchen spannen an einem Abend zwei bis drei Spindeln voll Garn. Diese nahm sich immer ein Viertel mit und füllte sie alle. Diese Sache verhielt sich aber so: Alle Mädchen hatten einen Geliebten. Dieser sitzt aber neben seinem Mädchen und plaudert und macht Späße, das Mädchen hört ihm ... weiterlesen


Der Knecht mit der Flöte

Ein Bauer hatte drei Söhne, aber wenigen Grund zum Pflügen. Deshalb kam der älteste zu seinem Vater und bat ihn, ihm zu erlauben, daß er sich als Knecht verdinge. Sein Vater sprach: »Mein Sohn, meinetwegen gehe.« Und er ging. Wie er so ging, begegnete er einem Pfarrer mit rotem Bart. »Nun, wohin gehst du, Bursch?« fragte der Pope. »Ich gehe dienen, Herr Pfarrer.« – »Willst du zu ... weiterlesen


Fritz, der Tapfere, ein Kind, geboren aus Blumen

Der König Weiß hatte keine Kinder von seiner Jugend bis ins Alter. Es geschah einmal, daß sich der König der Riesen zum Kriege rüstete, um den König Weiß aus dem Lande zu jagen. Dieser war traurig, weil er keinen Sohn hatte, damit er ihn in den Krieg schicke. Jetzt rüstete er sich auch und zog ihm entgegen. Seiner Frau sagte er beim Abschiednehmen: »Du, he, wenn du nicht ein Kind hast, ... weiterlesen


Die Kirche Gottes

Es war einmal ein armer Mann, der hatte nichts zu essen, es war aber grade zur Zeit der Ernte. Da er nun so arm war, dachte er, er solle gehen und versuchen, ob er nicht ein Kornfeld zum Schneiden bekommen könne, denn diese Arbeit wird gut bezahlt, und ging. Gott sah ihn gehen und sprach zum heiligen Petrus: »Hör, Petrus, komm, wir helfen dem Armen.« Gut. Sie gingen beide und setzten sich ... weiterlesen


Die Kirche der Zigeuner

Weiß wie die Federn eines Raben sitzt in der Tür seiner Hütte der Zigeuner und befiehlt. Und er hatte befohlen, der Rat solle sich versammeln wie die Fliegen in der Sauermilch. Sie hielten Rat, sie sollten sich eine Kirche bauen. Einige fragten die andern, aus was sie die Kirche machen sollten. Einige sagten aus Eisen. Das Eisen rostet. Andere sagten aus Steinen. Die Steine halten kalt. Das ... weiterlesen


Mîndra lumii

Es war einmal, und wenn es nicht gewesen, würde man es nicht erzählen, es würde zerfließen wie Schaum. Wer hören will und aufmerken, wird diese Mär gut lernen. Also, es war einmal ein König, der hieß Vearde. Dieser König ließ eine Kirche bauen aus seinem Geld, stolz und schön. In die Sonne kannst du sehen, in die Kirche nicht, so funkelte sie, heller als die Sonne. Eines Morgens hörte ... weiterlesen


Die Mär von einer Katze

Es war einmal eine Katze, die kletterte an einer Weide hinauf und begegnete dem roten Hahn. »Wohin gehst du, du Katze?« – »Ich gehe zum weißen Brot und zum roten Branntwein, kommst du auch mit?« – »Bleib hier, du Katze, du hast keine Kreuzer, und ohne Kreuzer bekommst du kein weißes Brot und roten Branntwein.« – »Ich gehe. Wo ich mit dem Fuße schlage, bekomme ich ein ... weiterlesen


Die Mär von der Henne

Vor langer, langer Zeit lebten einmal eine alte Frau und ein alter Mann. Die Frau hatte eine Henne und der Mann einen Hahn. Die Henne der Frau legte jeden Tag ein Ei, aber die Frau wollte niemals dem Manne auch ein Ei geben, ja, sie wollte gerne, die Henne sollte ihr jeden Tag zwei legen. Darum fütterte sie dieselbe, bis sie fett wurde, aber fette Hühner legen ja nicht mehr. Hierüber ärgerte ... weiterlesen


Die drei Sterne

Vor vielen Jahren lebten in einem Dorfe ein Mann und eine Frau, die hatten keine Kinder, was sie sehr betrübte, denn wer sollte, wenn sie alt würden, für sie sorgen, und wem sollten sie ihr Häuschen hinterlassen? Für wen quälten und schafften sie jetzt? Solche Gedanken und Fragen beschäftigten sie täglich.

»Weißt du, was wir tun sollen?« sprach einmal der Mann zu seiner Frau, ... weiterlesen


Ein Jüngling ohne Glück

Ein Jüngling hatte kein Glück auf dieser Welt. Weil er nun kein Glück hatte, ging er in die Welt, um zu verderben. Eltern besaß er nicht, auch keine Geschwister. Ein schönes Weizenfeld zerschlug ihm der Hagel des heiligen Elias1, daß ihm nicht ein Körnchen geblieben, der heilige Petrus hatte Wölfe in die Ochsenherde geschickt, ihm die Ochsen zu fressen, und seine waren die schönsten in ... weiterlesen


Radu Bolfe

Zu der Zeit, da die Zigeuner noch nicht so arbeiteten wie jetzt und jeder nur einen stăpîn (Herrn) hatte, lebte ein Zigeuner, der hieß Radu. Der hatte so viele Kinder wie Löcher in einem Siebe sind und noch eines mehr, aber noch immer waren sie satt geworden von dem, was ihr Vater vom stăpîn heimschleppte. Nie war er auch nur auf den Gedanken gekommen, zu stehlen.

... weiterlesen


Gevatter König

Es war einmal ein Rumäne, der hatte so viele Kinder wie viel Löcher in einem Sieb sind, und nun hatte er noch eines bekommen. Nun wußte er nicht, wer es ihm taufen solle, und sagte zu seiner Frau: »Du Frau, ich geh' zum König und bitte ihn zu kommen und mir das Kind zu taufen.« – »Laß ihn zufrieden, es wird nicht gut sein.« – »O ich geh', was soll ich denn machen, da ich ... weiterlesen


Frau Katze

An einem Sonntag ging eine Frau mit ihren Angehörigen in die Kirche, und es blieb niemand zu Hause, außer der Katze und einem Topf voll Milch. Bevor die Herrin gegangen war, hatte sie zur Katze gesagt: »He, Katze, du darfst dich nicht unterstehen und die Milch fressen, falls ich sie nicht mehr finde, wenn ich nach Hause komme, bring' ich dich um.« Gut. Sie brachen auf zur Kirche. Als die ... weiterlesen


Der reiche und der arme Bruder

Es waren einmal zwei Brüder, der eine sehr reich, der andere so arm, daß er nicht einmal Kohlen hatte, das Feuer anzuzünden. Jeden Morgen ging er zu seinem Bruder um Kohlen. Eines Tages sagte sein Bruder: »Aber Bruder, hast du denn nicht einen Kreuzer, daß du dir Zündhölzer kaufst?« – »Ich habe wirklich keinen, aber leih mir einen Gulden.« – Wie soll ich dir einen Gulden ... weiterlesen


Die taube Frau

Eine junge Frau, die aber taub war, sollte mit ihrem Mann die Nanasche, welche im nächsten Dorfe wohnte, besuchen. Um ihr etwas mitzunehmen, hatte sie einen großen schönen pîn'e gebacken und eine hölzerne ploscă (Flasche) mit Wein gefüllt. Während sie diese Herrlichkeiten in einen Zwerchsack packte, spannte ihr Mann die Ochsen an den Wagen. Als alles fertig war, fuhren sie die ... weiterlesen


Balauer

Drei Schafhirten schliefen mit ihren Schafen einmal im Wald. Nur einmal hörten sie etwas jammern: »Gut Glück.« Einer ging um nachzusehen. Als er hinkam, fand er einen Balauer, der einen Hirsch eingeschluckt, die Hörner hatten sich im Halse eingezwängt, nun jammerten beide. Der Balauer schrie: »Hau dem Hirsch die Hörner ab, ich will dir's einmal bezahlen.« Der Hirsch schrie: »Hau dem ... weiterlesen


Der Wahrsager

Es war einmal ein Zigeuner, der hatte viele, viele Kinder, so viele als Löcher in einem Sieb sind und noch eines mehr. Die Kinder waren immer hungrig. Jetzt ging er einmal, um etwas zu essen zu schaffen, für so viele Mäuler braucht es viel, wer keine Kinder hat, der kann es gar nicht glauben. Er ging und ging bis ans Ende des Dorfes. Dort fand er ein totes Pferd, über dem viele wilde Gänse. ... weiterlesen


Die Mär vom Staticot

Es war einmal ein König, der hatte eine schöne Königin und drei Knaben. Der jüngste hatte Mut und Geschicklichkeit mehr als beide älteren Brüder zusammen. Jetzt geschah es eines Tages, daß der Staticot mit dem ellenlangen Bart von der andern Welt kam und die Königin stahl. Nun wußte der König nicht, was er tun sollte, und auch nicht, wo er sie suchen könnte. Da sagte der jüngste ... weiterlesen


Die Mär vom roten Hahn

»Kennst du die Mär vom roten Hahn?« – »Nein.« – »Ich sage nicht ›nein‹. Ich sage: Kennst du die Mär vom roten Hahn?« – »Ich kenne sie nicht.« – »Ich sage nicht, ›ich kenne sie nicht‹, ich sage: Kennst du die Mär vom roten Hahn?« – »Wie soll ich denn sagen?« So sollst du sagen:



Cocoşu roşu Der rote ... weiterlesen


Wie die Schwalben entstanden

Es war einmal vor langer, langer Zeit, so lange, daß man gar nicht mehr weiß, wann sie gewesen, eine Frau, die hatte eine schöne Tochter, klein und zart, die hieß Rîndunele (Schwalbe). Die sang, sobald sie erwachte, daß es ihrer Mutter oft zuviel wurde und sie ihr das Singen oft verbot. Manchmal gehorchte sie nicht und sang weiter oder antwortete keck, sie hatte ein keckes Mundwerk. An ... weiterlesen


Belohnte Treue

Ioan, ein rumänischer Bursche, ging an einem schönen Morgen mit seinen jungen Ochsen sie zu füttern auf die Wiese. Hier vorbei floß ein Bach, eingefaßt mit Weiden, welche kühlen Schatten verbreiteten. Plötzlich wurde die große Stille durch klagenden Gesang unterbrochen. Ioan sang so traurig, daß die Vögel aufhörten zu fliegen und das Wasser aufhörte zu fließen und seine Mutter ... weiterlesen


Die goldene Henne

Es war einmal ein Mann, Meister in Holz, aber der war ein Meister, wie du noch nie einen gesehen und fleißig. Aber weiß Gott, wie das kam, er arbeitete die ganze Woche und brachte am Ende der Woche nur einen Kreuzer nach Hause. Und wenn seine Frau leben wollte mit den Kindern, sie hatten zwei Knaben, so mußte sie für andere spinnen und mit der Nadel arbeiten. Es verging, wieviel verging, und ... weiterlesen


Der fremde Großvater

Es ging einmal ein Knabe zum Ofen, um Holz aufzulegen, da saß auf dem Herd ein fremder alter Großvater mit einem großen, großen Hut auf dem Kopf. Der kam dem Knaben so merkwürdig vor, und er fragte: »Lieber Großvater, wer bist du? Was für einen großen Hut hast du auf!« – »Groß wirklich, mein Herz, gar viele Kinder hat er umfangen.« – »Ach Großvater, was für eine lange ... weiterlesen


Des Teufels Dank

Es war einmal ein Bursch, der hatte keine Eltern mehr. Er ging in den Wald mit Paluckes im Tornister und mit dem Beil, Holz zu hacken. Er fällte eine Eiche, und als sie umgefallen, setzte er sich auf den Baumstumpf und aß seinen Paluckes. Als er satt war, legte er den Rest auf den Stumpf und dachte: »Wer sie findet und ißt, wird mir ja danken.« Er ging nach Hause. Als er gegangen, kam ein ... weiterlesen


Der goldene Gürtel

Es war einmal eine Witwe, die hatte einen Sohn zum Heiraten. Der war eine Zeitlang zur Königstochter ins Haus gegangen, dann war aber etwas zwischen sie gekommen, was es gewesen sein wird, wie die jungen Leute, die dummen. Er war zornig und sprach zu seiner Mutter: »Komm mit mir in die Welt und hilf mir eine Frau suchen.« Sie nahmen sich und gingen beide, bis sie in einen Wald kamen, und ... weiterlesen


Das Lämmlein und der Herr

»Wohin gehest du, du Lämmlein?« – »In den Wald, Herr.«

»Was sollst du essen, Lämmlein?« – »Grünes Gras, Herr.«

»Was sollst du trinken, Lämmlein?« – »Kaltes Wasser, Herr.«

»Wer hat dich geschlagen, Lämmlein?« – »Der Hirt, Herr.«

»Wie hast du gemacht, Lämmlein?« – »Mä, mä, Herr.«



Ana Ileni, Alzen


Drei Taube

Es arbeitete einmal ein Tauber an einem Zaun. Zu diesem kam ein anderer Tauber, dieser war Hirt bei den Ziegen, und die Ziegen hatte er verloren. Jetzt ging er, sie zu suchen. »Du, Kamerad, hast du nicht gesehen, wo zu meine Ziegen gegangen?« Der Gefragte hatte verstanden, der frage, bis wohin er den Zaun machen solle, und zeigte mit der Hand: »Bis dahin.« – »Dahin sind meine Ziegen ... weiterlesen


Die Mär von einen Menschen aus dem Dorf

Es war einmal, und wenn es nicht gewesen, würde man es nicht erzählen. Es war ein Mann, dem gefiel es nicht mehr in seinem Dorf. Er dachte immer, in der Stadt würde es besser sein. Die Städter würden Besseres essen und nichts arbeiten. Er nahm sich den Tornister und seinen Hund und brach auf den Weg. Als er ging, begegnete er einem aus seinem Dorf, der fragte ihn: »Wohin gehst du, bade?« ... weiterlesen


Der sind die Krähen nicht übers Dach geflogen

Ein Mann lebte schon viele Jahre glücklich mit seiner Frau, und nur etwas trübte dies Glück, und das war die Spindel, weil sie die Frau an die Finger brannte. Dies betrübte den Mann sehr, denn er hätte gerne eine fleißige Frau gehabt. Eines Tages befahl er ihr ernstlich, sie möge spinnen. »Aber wie soll ich denn spinnen, ich habe alle Spindeln voll Garn, und du machst mir keinen ... weiterlesen


Was Gott zusammenfügt, kann der Mensch nicht sche

Es waren einmal zwei junge Leute, die hatten sich lieb. Sie war aus vornehmem Hause, er ein schöner stattlicher Jüngling. Sie hatten sich so lieb, daß sie nicht voneinander lassen konnten, trotzdem die Eltern vom Heiraten nichts wissen und sie gewaltsam trennen wollten. Sie begegneten sich zum letzten Male und weinten beide sehr. Endlich kamen aus seinem Munde die traurigen Worte: »Nimm, ... weiterlesen


Der Gänsehirt

Ein König hatte einen kleinen Knaben, der weinte fort und fort, so daß seine Eltern nicht mehr wußten, was sie mit ihm machen sollten. Sie gaben ihm Kamillentee mit Zucker, rieben ihn mit Butter ein, wiegten ihn, trugen ihn herum, es half alles nichts, er weinte und weinte, bis auch seine Mutter weinte, weil sie nichts mit ihm schaffen konnte. In einer Nacht klopfte jemand ans Fenster. Es ... weiterlesen


Das Schicksal

Ein cioban (Schäfer) kam einmal abends spät in ein fremdes Dorf und klopfte bei einem Rumänen an, um Nachtquartier bittend. Er wurde eingelassen, so gut als möglich bewirtet, dann wies man ihm eine Schlafstelle an. Müde von der Reise schlief er bald ein. Da hörte er, wie im Traum Geisterstimmen durcheinanderschwirrten. Dadurch wurde er ganz munter und aufmerksam, was um ihn ... weiterlesen


Heimkehr aus der Fremde

Es war einmal, und wenn es nicht gewesen, würde man es nicht erzählen. Es waren ein paar Leute, die hatten einen kleinen Knaben. Sie beide mit diesem Knaben würden sehr gut in Frieden und Gesundheit gelebt haben, wenn nur dieses gewesen wäre. Wenn sie nur nicht gar so verarmt wären. Sie waren aber so arm, daß sie oft hungrig zu Bette gingen. Er war ein cioban (Schafhirt), aber es hatte ... weiterlesen


Das Büchlein Gottes

Drei Brüder hatten sich besprochen zu gehen um zu sehen, wie es in der Welt sei. Sie gingen und gingen, da schien es ihnen, als wären sie auf dem Wasser, und einer sagte zum andern: »Hört, ihr Brüder, uns trägt das Wasser.« – »Ja, wirklich, uns trägt das Wasser.« Sie gingen immer weiter, immer auf dem Wasser, wurden aber gar nicht naß, es war, als ob das nicht nasses Wasser ... weiterlesen


Das Lamm mit den goldenen Blumen

Zwei Brüder hatten eine Schafherde und einen jüngeren Bruder, dieser besaß nur ein Lämmchen. Dieser jüngste Bruder war ein guter Knabe und hütete die Schafe oft allein, denn er war zuverlässig, und die älteren Brüder gingen gerne unter die Leute. Jetzt ereignete es sich, daß der König eine große Tochter hatte, die nie lachte und immer traurig im Zimmer saß. Der König schrieb aus in ... weiterlesen


Der Rumäne und der Tod

Gott kam einmal mit dem heiligen Petrus auf die Erde, um zu sehen, wie die Leute wären, gut oder böse. Sie gingen auf der Straße einen langen Weg. Als sie in einem Dorf anlangten, war es grade Abend. »Nun komm, du Petrus, wir gehen in das erste Haus hinein, daß wir sehen, was sagen die Leute am Anfang des Dorfes, wenn wir Herberge verlangen.« Sie gingen hinein, und Gott sprach: »Guten ... weiterlesen


Hör nicht, Sieh nicht, Sei nicht schwer wie die E

Es war einmal eine Königin, die hatte eine Köchin. Beide bekamen zu gleicher Zeit einen Knaben. Als diese groß waren, schlossen sie treue Freundschaft, Bruderschaft. Der Prinz wollte in die Welt gehen, die Königin erlaubte es nicht, aber der Prinz bat seine Mutter so lange, bis sie ihn ziehen ließ. Der Sohn der Köchin blieb zu Hause. Als der Prinz aufbrach, gab er seinem Kreuzbruder ein ... weiterlesen


Der Knabe und der Ochse

Es war einmal ein Mann, diesem starb die Frau und ließ ihn mit einem Knaben. Nach einer Zeit nahm er sich eine andere, eine Witwe mit drei Töchtern. Diese Stiefmutter ärgerte sich über diesen Knaben und wollte ihn zugrunde richten. Sein Vater schickte ihn alle Tage mit den Ochsen aufs Feld, sie zu hüten, die Frau gab ihm immer einen Kuchen aus Asche zum Essen mit. Er aber ging nicht ... weiterlesen


Die Kappe, Taube, Stöckchen

Ein Rumäne ging einmal mit ein paar Ochsen auf den Jahrmarkt. Jetzt kamen auch drei Zigeuner und hatten sich beredet, sie sollten diesen dummen Rumänen verspotten, sie sollten versuchen, ob sie nicht ein paar Ochsen fast um nichts bekommen könnten? Es müsse immer nur einer gehen und sagen, die beiden Kater wären nicht mehr wert als vier Gulden. Aber der Rumäne war nicht dumm. Als er auf ... weiterlesen


Zwei Mädchen

Es waren einmal zwei schöne und fleißige Mädchen, die nahmen sich je ein Kornfeld zum Schneiden. Die eine sagte: »Ich muß heute mit diesem Feld fertig werden, sei es, wie es sei, ich muß fertig werden.« Die andere sagte: »Auch ich möchte gerne fertig werden, aber es wird ja sein, wie Gott will, nur mit seiner Hilfe geht die Arbeit.« Beide bemühten sich, was sie konnten. Gott und der ... weiterlesen


Der Dumme mit seinem Hund

Es war einmal ein Zigeuner, der hatte ein Schwein geschlachtet und das Fleisch und den Speck in den Keller versorgt. Der Keller hatte aber keine Türe. Den Hund ließ er in der Nacht frei herumlaufen. Der Dumme dachte nicht daran, der Hund werde in den Keller gehen und Speck und Fleisch fressen. Der Hund war aber nicht dumm wie sein Herr. Als dieser schlief, lief er in den Keller und fraß alles ... weiterlesen


Der Knecht des Teufels

Es ging ein Mann zum Brunnen, sah hinein und rief: »Komm, komm, komm!«, und wie er so sagte, kam ein Mann mit roten Augen und fragte, habe er keinen Sohn, ihm ihn als Knecht zu geben? »Oh, ich habe einen, welchen Lohn gibst du ihm?« – »Ich gebe ihm 100 Gulden.« – »Gut, wohin soll ich ihn bringen?« – »Bring ihn her.« Er brachte den Knaben, und der Teufel sagte, er ... weiterlesen


Der Bursche mit dem Weinberg

Es waren einmal drei Brüder, die hatten jeder einen Weingarten. Nun gingen einmal Gott und der heilige Petrus die Straße entlang und kamen an diesen Weingärten vorbei. Dort stand der älteste Bruder. Gott verlangte eine Traube. Dieser wandte sich gleich um und brachte zwei Trauben. Er hatte sie aber aus seines Bruders Weingarten gepflückt. Gott wußte es, sagte aber nichts, nahm sie, dankte ... weiterlesen


Die Schlangen spinnen Gold

Vor langen, langen Zeiten versammelten sich die Schlangen unter dem Haselstrauch und bereiteten Kuchen aus Gold, und manch ein goldner Faden zog sich bis in die Spitze des Haselnußstrauches, diese nannte man die Schlangenblume. Damals lebte ein Bauer, der hatte einen etwas dummen Knecht, dieser wußte nicht, daß die Schlangenblumen Gold wären. Eines Tages schickte ihn der Bauer mit den Ochsen ... weiterlesen


Halmesch, Balmesch

Ein Zigeuner ging in die Arbeit zu einem Rumänen. Abends machte der Rumäne das Abendessen. Er schnitt Speck in eine Pfanne und briet ihn, dann schüttete er auch Käse über den Speck, dann machte er den Paluckes. Und sie aßen. Na, dem Zigeuner schmeckte diese Speise, und er fragte den Rumänen: »Was ist das?« – »Was soll es sein, Halmesch, Balmesch.« – »Nun, dies muß mir ... weiterlesen


Hundert Leben auf einen Schlag getötet

Es war einmal ein Zigeuner, der ging zum Fleischer um ein Stück Leber, und als er damit heimkam, legte er sie auf den Tisch. Seine Zigeunerin fing mit ihm an zu zanken, da sah er, daß die Leber voll Fliegen war. Er schlug mit der Hand darauf und zählte dann die Toten, es waren hundert Stück. Da verwunderte er sich über sich selbst, wie etwas Großes er doch sei, daß er hundert Leben auf ... weiterlesen


Die Sonnenstrahlen

Es waren einmal zwei Könige, der rote und der grüne König, die waren Nachbarn und bauten sich jeder ein Haus. Beide Häuser sahen ganz gleich aus, beide stolz und schön, es fehlte ihnen nichts, weder von außen noch von innen, nur die Sonnenstrahlen. Ein König sprach zum andern: »Wer sollte doch die Sonnenstrahlen haben, auf welche Art können wir die wohl erhalten?« Nur einmal kam der ... weiterlesen


Der Knecht mit der Geige

Damals, als unser Herrgott noch mit dem heiligen Petrus auf der Erde herumwandelte, war das Jahr nur von drei Tagen. Ein Bursche diente einem Mann ein Jahr und erhielt dafür drei Kreuzer. Am Christsonnabend ging er heimwärts. Auf der Straße begegneten ihm zwei alte Großväter, bettelnd: »Sei so gut, gib uns ein Brötchen, wir haben gar nichts.« Er gab ihnen einen Kreuzer. »Gott vergelt ... weiterlesen


Mär von einem gescheiten Manne

Ein Mann hatte viele Kinder, und was er auch arbeitete, die Kinder konnte er doch nicht sättigen. Er ging als Hirte zu einer Schafherde. Sein Herr sagte ihm, es käme jeden Abend ein Riese und stehle ein Schaf. Wenn er sich verpflichte, so zu sorgen, daß er keines stehlen könne, so gäbe er ihm den vierten Teil der Herde. Der Hirte machte sich ein Feuer unter einer Tanne und wärmte sich, ... weiterlesen


Zwei kluge Schwestern

Es war einmal ein Rumäne, der war sehr arm, hatte nur eine Hütte, ein kleines Stückchen Feld und zwei Töchter. Jetzt ging er einmal auf sein Feldchen und fing an zu graben. Als er grub, traf er auf einen kleinen Kessel voll Dukaten. Er nahm ihn gleich in die Hand und ging nach Hause, nur einmal begegneten ihm zwei Soldaten, die wünschten ihm einen guten Tag und fragten, was er im Kesselchen ... weiterlesen


Der Zigeuner und der Hase

Es ging ein Zigeuner in den Wald, sich Holz zu suchen, aus welchem er Spindeln machen wollte. Nur einmal sah er im Gesträuch einen schlafenden Hasen. Hä, denkt der Zigeuner, dieser Hase ist ein gutes Geschenk für einen Herrn, mit dem kannst du dir Ehre machen, nicht nur Ehre, mehr noch, der wird das Geschenk nicht umsonst annehmen, er gibt dir dafür ein Ferkelchen, das ist ein Säuchen. ... weiterlesen


Die Frau des Herrgotts

Drei Brüder hatten eine Schwester, ihre Eltern waren gestorben. Jetzt, da sie nur diese eine Schwester hatten, kamen sie überein, sie niemandem zur Frau zu geben, außer unserm Herrgott. Gott hört alles, sieht alles, was die Menschen auf dieser Erde tun und reden. Dies wissen wir alle. So hörte auch der liebe Gott, wie diese drei Brüder sich beredeten, darum kam er auf unsere Erde, trat ... weiterlesen


Drei Schafbesitzer (ciobani) und der Teufel

Es war einmal ein reicher Mann im Lande, der hatte 3000 Schafe und drei Söhne, die waren alle drei ciobani im Gebirge. Als nun die Zeit kam, daß man die Schafe scheren sollte, setzte sich der Alte auf den Wagen, um einmal oben nachzusehen. Als er gesehen, daß sie schön waren, sagte er: »Ihr meine Söhne, folgt mir, ich bin ein alter Mann, und es wird gut sein, wenn ihr meine Worte im Sinne ... weiterlesen


Ursitori

Es waren einmal ein paar Leute, die hatten keine Kinder, aber Vermögen genug. Vielmals baten sie Gott um ein Kind. Als sie aber doch keines bekamen, sagten sie zueinander, für wen sollten sie noch arbeiten, sie hätten niemanden. Als sie dies beschlossen hatten, da bekamen sie einen Knaben und hatten darüber große Freude. Was sie das Kind küßten, hatte man noch nie gesehen. In der Nacht ... weiterlesen


Der Wolf mit den Schuhen

Es fuhr ein Mann mit dem Pflug. Als er pflügte, kam ein Wolf und wollte ihn fressen. »Aber Onkel Wolf, nicht friß mich, morgen bring' ich dir ein paar Schuhe, daß du sie anziehst.« Gut. Der Wolf ließ ihn zufrieden, er freute sich, daß er hinfort nicht mehr barfuß gehen sollte, denn er war stolz und dumm. Am nächsten Tag nahm der Mann einen Wagen und lud zwei Hunde auf und deckte sie mit ... weiterlesen


Der Zigeuner und der Zwiebel

Ein Bauer ging in den Garten. Der Wind wehte. Nur einmal erhob sich ein Zigeuner aus dem Zwiebel und hatte den Tornister und die Hand voll. Als der Zigeuner den Bauern sah, erschrak er und schrie: »Ich bin nicht schuld, der Wind hat mich hierher geworfen.« – »Warum hast du an den Zwiebel gegriffen?« – »Damit mich der Wind nicht wegführe.« – »Warum hast du dir den ... weiterlesen


Das goldene Kreuz

Einem Pfarrer war seine Frau gestorben, die hatte ihm ein kleines Töchterchen hinterlassen und ein Paar kleine, schöne Schuhe, ihre Brautschuhe. Als sie den Tod herannahen fühlte, mußte er ihr versprechen, nur die zur Frau zu nehmen, welcher die Schuhe passen würden. Nun hätte er gerne wieder geheiratet, aber so viel er auch suchte, die Schuhe paßten keiner. Allen waren sie zu klein. So ... weiterlesen


Der Rumäne mit drei Ferkeln

Es waren zwei Leute, die hatten drei Ferkel. Er ging mit zwein auf die Wiese, sie zu hüten. Das dritte sollte die Frau schlachten. Als er gehen sollte, sprach er zu ihr: »Du Frau, gib mir etwas in den Tornister zum Essen.« – »Was soll ich dir geben, ich habe ja nichts, iß heute auch Gras.« – »Wenn du geschlachtet, versorg mir auch ein wenig vom Schwanz.« – »Ich werde ... weiterlesen


Das Fett im Hundefell

Die Nachbarin hatte Krapfen gebacken und gab auch ihrer Nachbarin zwei. Dieser schmeckten sie sehr gut, und sie fragte, von wo sie das Fett gehabt. »Jetzt, von wo soll ich's gehabt haben? Ich nahm mir den Bratspieß und stach mir's aus dem Fell des Hundes heraus.« Die Nachbarin ging schnell nach Hause, nahm sich den Bratspieß und eine Schüssel und stach fort und fort in das Fell ihres ... weiterlesen


Die Mär von den Räubern

Ein Gastwirt ging einmal mit seiner Frau auf den Jahrmarkt und ließ nur seine Tochter allein im Wirtshaus, um zu schenken. Öfter hatten sie diese schon allein gelassen, aber nie war etwas Schlechtes vorgekommen. Aber diesmal waren nur wenige Menschen im Dorf geblieben. Da traten nur einmal zwölf Räuber in das Wirtshaus: »Guten Tag, unser Mädchen.« – »Ich danke Euch«, sagte das ... weiterlesen


Drei Spieler

Ein König hatte drei Söhne, und da er drei Söhne hatte, wuchsen alle groß, und als sie groß waren, wollte der König, sie sollten auf die Schule. Er gab ihnen 100 Gulden. Aber sie waren Betrüger und lernten nichts, als daß sie immer nur Karten spielten, und wenn sie das Geld verspielt, verlangten sie noch 200 Gulden, sie sollten noch mehr lernen. Der König gab sie ihnen, und als er sie ... weiterlesen


Iliane, der die Blumen gehorchen, die kein Königr

Vor langer Zeit lebten ein paar alte Leute, die hatten ein kleines Kind. Da sie nun ein kleines Kind hatten, einen Knaben, weinte dieser immer, so daß die Mutter nicht mehr wußte, was sie mit ihm anfangen sollte. Als er nun wieder weinte, sagte seine Mutter zu ihm: »Schweig, mein Knabe, nicht mehr weine, wenn du groß bist, gebe ich dir das Mädchen zur Frau, das so schön ist wie die ... weiterlesen


Das Patengeschenk

Es war einmal ein Rumäne, der hatte eine ehrenhafte Frau, aber er wohnte mehr im Wirtshause als zu Hause und trank, bis er trunken war. Kam er dann betrunken nach Hause, schlug er seine arme Frau fast zum Krüppel. Nun traf es sich, daß sie einen kleinen Knaben bekam, aber er fragte nicht, weder um seine Frau noch um das Kind, und ging ins Wirtshaus. Am dritten Tage fürchtete die Frau, wenn ... weiterlesen


Der Zigeuner und der Wind

Es ging einmal ein Zigeuner mit Kukuruz in einem Tröglein zur Mühle. Als er gemahlen hatte, ging er mit dem Mehl im Tröglein heimwärts. Da kam der Wind und verwehte ihm das Mehl. Bis er zu Hause ankam, war das Tröglein leer. Seine Frau zankte mit ihm, er aber sprach: »Laß nur sein, Frau, ich will's ihm schon zurückzahlen, daß sich der Wind nur verwundern soll.« Er ging zum Holz und ... weiterlesen


Der Sohn des Armen und die Tochter des Königs

Der ärmste Mann aus der Stadt hatte nur eine kleine Hütte am Ende des Dorfes, und in der Hütte hatte er nichts als dreizehn Kinder. Aber das dreizehnte hatte so großen Verstand und lernte wie kein Kind aus der ganzen Stadt. Der Knabe ging in die Schule mit der Königstochter zusammen, und sie waren so gut miteinander, daß sie glaubten, es könne eines ohne das andere nicht leben. Damals ... weiterlesen


Die dumme Frau

Ein Bursche hatte sich mit einem schönen Mädchen verheiratet, aber sie war dumm. Als nun die Hochzeit vorüber war, ging der Mann in den Wald um Holz. Als er aufbrach, fragte die Frau, was sie arbeiten sollte. »Na, dann geh zur nănaşe (Frau des Beistandes), sieh, was die arbeitet.« Die junge Frau ging. »Guten Morgen, Nanasche!« – »Ich danke dir, Fina.«1 – »Was ... weiterlesen


Tischlein, Hütlein, Stöcklein

Es war einmal ein Mann, der hatte einen Sohn und hielt ihn für albern. Eines Tages schickte er ihn mit zwei Ochsen pflügen. Als er jetzt anfing zu pflügen, saß ein Rabe am Wege und sagte: »Hör, Knabe, gib mir einen Ochsen, ich bin so hungrig, wenn du mir ihn nicht gibst, so sterbe ich oder fresse dich.« – »Ich möchte dir ihn ja gerne geben, aber mit was soll ich dann pflügen, ... weiterlesen


Die herzlose Schwiegertochter

In der Mitte eines Dorfes steht ein schönes, großes Haus, nach außen mit lauter Heiligen kostbar bemalt, mit einem goldenen Zaun umgeben, es sieht so reich und stolz aus. Der Vorübergehende könnte die Eigentümer beneiden, aber wie sieht es drinnen aus? Wer wohnt da? Eine Schwiegermutter mit der Schwiegertochter. Erstere liegt krank im Bett, in fiebernder Hitze mit vertrockneten Lippen und ... weiterlesen


Die Tochter und der Sohn des Königs

Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne und drei Töchter, und er wollte, je ein Sohn solle eine Tochter heiraten. Die beiden ältesten nahmen ihre zwei ältesten Schwestern. Aber der jüngste und die jüngste wollten nicht, es sei eine Sünde. Als sie dem Befehle ihres Vaters nicht gehorchen wollten, jagte er sie aus dem Hause. Sie gingen zusammen in den Wald und lebten dort und aßen ... weiterlesen


Iuon, welcher sieben Könige an Verstand übertraf

Es war einmal ein Rumäne, der hatte einen Sohn mit großem Verstand. Eines Tages fuhr der Greisler am Fenster vorbei, da sagte der Knabe: »Väterchen, mein Verstand übertrifft Euren und den des Greislers, der jetzt vorbeifährt, und den von sieben Königen.« Darüber wurde der Alte zornig, nahm die Peitsche und prügelte ihn, daß er immer »tulai« schrie. Der Greisler sah es, wie der Alte ... weiterlesen


Der Zigeuner mit den Krebsen

Ein Bauer hatte einen Zigeuner zum Knecht. Eines Tages schickte er diesen Knecht zu einem Freunde in die Stadt, er solle ihm einige Geschenke bringen. Er steckte ihm einige Frösche in den Zwerchsack und gab dem Knecht einen Brief, den dieser in dem Busen bewahrte. Er ging auf der Straße, und die Sonne brannte ihn, und er war so müde. Da kam er in einen Wald, im Wald floß ein Bächlein, das ... weiterlesen


Die böse Schwiegermutter

Es war einmal eine junge Frau, die hatte eine böse Schwiegermutter, welche ihr nur von dem Essen, das sie für den Hund bereitete, gab, wenn dieser schon satt war. Dazu erhielt sie viel Schelte, nie ein gutes Wort. Eines schönen Morgens zur Erntezeit nahm sich die Schwiegertochter die Sichel und ging aufs Feld Korn schneiden. Sie schnitt fleißig bis zum Frühstück, das ihr jedoch niemand ... weiterlesen


Das Salz im Brot

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter. Eines Tages rief er die älteste zu sich und fragte, wie liebe sie ihn. Hierauf antwortete sie ihm: »Vater, ich habe dich so lieb wie Zucker.« Der König freute sich über solche süße Worte und rief auch die zweite Tochter, um sie zu fragen, wie stark ihre Liebe zu ihm sei. »Vater«, antwortete auch diese, »ich liebe dich wie ... weiterlesen


Die Kirche des Teufels

Es war einmal und einmal, und wenn es nicht gewesen, würde man es nicht erzählen, wie Nebel hätte es sich verteilt. Es war einmal ein König im Land, der wollte eine Kirche bauen und dang acht Maurer und Arbeiter, so viel es brauchte. Als sie nun anfingen zu mauern, ging der König am ersten Tage und sah, wie viel sie gearbeitet, nach einer Woche kam er wieder und fand noch immer nur so ... weiterlesen


Eine Wette

Es war einmal ein armer Knabe, der niemanden hatte und ging, um sich als Knechtlein zu verdingen. Als er in ein Dorf kam, stand ein Kaufmann in der Türe und fragte: »Wohin gehst du, mein Knabe?« – »Ich gehe in Dienst.« – »Kommst du zu mir?« – »Ich komme.« Damals war das Jahr nur von einem Tag. Der Knabe sorgte sich auf seine Ehre und bemühte sich, und als das Jahr zu ... weiterlesen


Die Mär der Blumen

Ein reicher Mann, so reich, wie man noch nie gehört, mit vielem Geld in der Kasse und vielen Schafen im Gebirge, hatte nur ein einziges Kind, eine Tochter, auch nicht mehr ganz jung. Sie hatte sich aber noch immer keinen Mann bekommen, denn ihr Vater wollte sie keinem geben, der nicht auch so viel besitze wie sie. So reiche Burschen aber gibt es nur wenige, und auch diese gefielen der Marie ... weiterlesen


Das Tornisterchen

Es war einmal ein armer, armer Mann, daß er nichts hatte, gar nichts hatte er, und da er nichts hatte, wurde er păcurar (Schafhirt). Seine Nachbarin war auch arm, sie hatte einen Knaben, und Gott hatte ihr für jeden Tag eine Maß Palukkesmehl bestimmt, aber für einen ganzen Tag mit einer Maß reicht man nicht aus, und sie gab ihren Knaben dem Schafhirten in Dienst. Dieser hatte nichts ... weiterlesen


Die Tochter eines armen Fischers

Es war einmal, und wenn es nicht gewesen, würde man es nicht erzählen, es würde sich im Nebel verloren haben. Es war einmal ein armer Mann, der lebte vom Fischfang. Er fing die Fische, seine Tochter verkaufte sie einem reichen Kaufmann in der Stadt. Dieser Kaufherr besaß zwölf Geschäfte und hatte auch einen Sohn, welcher heiraten sollte. Dieser hatte dies schöne Fischermädchen einmal ... weiterlesen


Chelteu

Es waren einmal drei Brüder, denen waren die Eltern gestorben und hatten ihnen nichts hinterlassen als eine verrostete Sense. »Na, jetzt, wie sollen wir diese Sense teilen?« fragte der älteste den mittleren Bruder. Der wußte es auch nicht, aber der jüngste, er hieß Chelteu, sagte: »Das ist eine leichte Arbeit; wir tragen sie zu einem Schmiedemeister und lassen drei Sicheln machen, dann ... weiterlesen


Ein Mädchen, welches Menschen frisst

Es waren zwei Leute, die hatten einen Knaben schon etwas größer und ein Mädchen in der Wiege. Der Mann klagte eines Tages, er wisse nicht, wie das sein sollte, es fehle ihm jeden Morgen ein Schaf. Er hatte im Hof eine Schafherde. Der Knabe sprach: »Laß mich, Vater, ich hüte sie diese Nacht.« Er nahm sich die Axt in die Hand und versteckte sich in den Hof. Die Eltern schliefen. So um ... weiterlesen


Der Fuchs im Kraut

Eine Witwe hatte im Garten einiges Kraut, das war so schön, daß sie hoffte, für den Winter für sich und ihren Knaben das Essen zu haben. Gegen den Herbst stahl man ihr jede Nacht einen Kopf. Und als sie sah, wie gestohlen wurde, sagte sie zu ihrem Enkel, er solle eine Nacht hüten. Er ging in den Garten und legte sich auf einen Krautkopf nieder. Nur einmal kam der Fuchs, um einen zu stehlen. ... weiterlesen


Der Zigeuner mit dem Pferd

Es sagte einmal ein Zigeuner zu seiner Frau: »Du Frau, heute ist Jahrmarkt in der Stadt. Ich gehe auch zum Jahrmarkt, wie alle Zigeuner, und kaufe mir ein Pferd, damit ich etwas zum Reiten habe. Dann wird die Stute füllnen.« – Nur einmal schrie der Knabe vom Herd: »Ach wie gut würde das sein, Väterchen, dann habe auch ich etwas zum Reiten« – »Was, du Elender, du willst mir ... weiterlesen


Komm, wir wollen beichten

Es waren einmal ein paar Leute. Der Mann war anständig, die Frau hatte allerlei Betrügereien im Kopf und hatte jetzt auch noch einen Geliebten, der ihr besser gefiel als ihr Mann. Mit dem beriet sie immer, auf welche Art sie ihn verschaffen sollten. Der Mann fürchtete so etwas, aber ertappt hatte er sie nie auf krummem Wege, nur sein Herz ahnte es. Sie dachte immer, auf welche Weise sie ihn ... weiterlesen


Eine lügnerische Mär

Es war einmal und einmal, und wenn es nicht gewesen, würde man es nicht erzählen, wie Nebel hätte es sich verteilt. Es waren einmal drei Brüder, die hatten nichts, als ihre Eltern gestorben waren. Als sie nichts hatten, nahmen sie sich und gingen ins Land (Walachei) und dingten sich als Schafhirten und dienten so lange, bis sich der älteste hundert, der zweite hundertfünfzig, der dritte ... weiterlesen


Ein Traum

Der rote Kaiser hatte drei Söhne. Nachdem er nun drei Söhne hatte, fragte er sie an einem Morgen, was sie geträumt hätten. Die zwei ältesten sagten ihm einige Lügen, aber der Jüngste erzählte seinen Traum wahr: »Seid so gut und verzeiht, wenn Euch mein Traum nicht gefällt, auch mir gefällt er nicht, aber ich kann nicht dafür. Traum ist Traum, der Mensch ist nicht schuld, wenn er ... weiterlesen


Der Engel

Es war einmal ein kleines Mädchen, das hatte auf der ganzen Welt niemanden außer einer bösen Stiefmutter, und das war schlechter, als wenn es gar niemanden gehabt hätte. An einem Sonntag ging sie in die Kirche, befahl aber dem Kinde, es solle, bis sie heimkomme, den großen Garten putzen. Es ging in den Garten, setzte sich nieder und weinte, denn es wußte nicht, wie es in der kurzen Zeit ... weiterlesen


Der Pope im Ziegenfell

Ein Pope hatte keine andern Gedanken, als immer nur, wie er die Leute betrügen und bestehlen sollte. Einmal pflügte er auf seinem Acker, und als er fertig war, nahm er auch seinem Nachbarn ein Stück weg. Der Nachbar ärgerte sich, als er es bemerkte, kam zum Popen und sagte: »Herr părinte, komm und sieh, du hast auch auf meinem Acker gepflügt.« – »Aber wie sollte ich dir deine ... weiterlesen


Der Birnbaum mit drei Ästen

Es war einmal und noch einmal, und wenn es nicht gewesen, würde man es nicht erzählen, wie Seifenblasen wäre es zerplatzt.

Es waren zwei Leute, die hatten gar nichts, nur drei Kinder, alle drei waren Knaben. Da sie nun arm waren, lebten sie, wie alle Armen, aus der Hand in den Mund. Die Zeit verging, sie kam wieder, die drei Brüder wurden groß und drei stramme Burschen. Nur einmal ... weiterlesen


Der verrückte Knecht

Ein Landmann nahm sich einen Knecht, er solle ihm dienen, bis der Kuckuck schreie. Dann kamen sie auch überein, wer sich zuerst ärgere, dem solle der andere 30 über den Rücken hauen und die Nase abschneiden. Gut. Der Herr gab dem Knecht einen Dreschflegel, er solle in der Scheune Korn dreschen. Sie droschen beide bis zum Mittag, darauf ging der Herr ins Haus. Der Knecht dachte, der Herr ... weiterlesen


Das Gebet

Es kam einmal ein Zigeuner zum rumänischen Pfarrer und bat ihn, er solle ihm einen Colinder machen, der Pfarrer dachte, er meine das Gebet, welches Colinder heißt. Nur einmal sagte der Zigeuner, es solle nicht zu kurz und auch nicht zu lange sein und mit Ärmeln. Jetzt erst fiel es dem Pfarrer ein, er meine ein Kleid. »Gut, ich will dir bis Sonntag eines machen.« Sonntag früh kam der ... weiterlesen


Die drei Jäger

Es war einmal ein alter Jäger, der hatte drei Söhne, mit denen er fleißig in den Wald jagen ging. An einem Sonntagabend, da sie grade zum Tanze wollten, rief ihnen der Vater nach: »Bleibt nicht zu lange, wir müssen noch vor Tag in den Wald an die Arbeit.« Als sie vom Tanze nach Hause kamen, schlief der Vater schon, und sie beschlossen untereinander, ihn nicht zu wecken, sondern auch einmal ... weiterlesen


Weiberlist geht über Männerkraft

Es waren einmal zwei Leute in einem Dorf, die hatten einen begabten Sohn und gaben ihn darum auf die Schule. Sie waren Bauersleute, hatten aber, was sie brauchten. Der Bursch lernte, bis die Zeit kam, daß er zu den Soldaten ging. Jetzt dachte er, er werde bald etwas werden, wenigstens Korporal, aber er erhielt keine Charge. Als er seinen Leutnant fragte, wie das wäre, antwortete der, er solle ... weiterlesen


Der Rosenknabe

Ein König hatte eine Tochter und hielt die von klein auf immer in einem Glas, bis sie 15 Jahre alt war. Da sagte sie: »Lieber Vater, ich möchte auch gerne einmal den Himmel sehen und die Welt, laß auch mich hinaus.« Der König ließ einen Gang rings um das Haus machen und stellte lauter Blumen, überall Blumen hin, alle Arten, und ließ dann das Mädchen aus dem Glase auf den Gang. Sie ... weiterlesen


Pitikot (Däumling)

Ich bin nicht, seit die Mären sind, ich bin mit drei Tagereisen herzu, seit sich die Hunde mit Nußschalen beschuhten und zum heiligen Gebet gingen. Dann will ich euch erzählen eine Mär von neun Frauen, die gewesen und nicht mehr sind. Und wenn sie (die Mär) nicht gewesen wäre, würde sie nicht erzählt werden, sie wäre wie die Seifenblase zerplatzt.

Es war einmal ein Däumling, der ... weiterlesen


Iuon, der Arme

Es war einmal eine arme Witwe, die hatte nichts als einen Sohn, eine Henne und einen Hahn. Der Sohn hieß Iuon, und weil diese Leute so arm waren, hieß man ihn Iuon der Arme. Es kam die Zeit, daß seine Mutter starb, und es starb auch die Henne, und der Bursch blieb nun allein mit dem Hahn. Eines Tages kam der Hahn zu seinem Herrn und sprach: »Du Iuon, ich gehe zum König und verlange seine ... weiterlesen


Der heilige Petrus als Geiger

Vielerlei machte der heilige Petrus, als er noch mit unserm Herrgott auf der Erde wandelte. Einmal kam er in ein Dorf und trat mit dem Herrn in ein Wirtshaus. Dort waren viele Rekruten, die tranken und sangen. Der heilige Petrus setzte sich mit Gott an einen Tisch hinter die Türe. Nur einmal fing Petrus an: »Ich mache mich zu einem Geiger.« – »Gib Ruhe, Petrus, du fällst in ... weiterlesen


Die Frau des Teufels

Es war einmal ein Mädchen, das wollte seiner Mutter nie gehorchen, da war ihre Mutter einmal geärgert und rief im Zorn: »Du bist gut, daß dich der Teufel zur Frau nähme.« Da kam der Teufel, nahm ihre Tochter und trug sie mit sich in die Hölle. Aber dort hatte sie es nicht schlecht. Sie hatte, was sie brauchte, und wurde vom Teufel geehrt. Sie lebte mehrere Jahre gut. Sie hatte noch einen ... weiterlesen


Der Zigeunerpfarrer

Es war einmal ein Zigeuner, der machte sich eine Kirche, damit er Pfarrer drin wäre. Aber lesen konnte er nicht, so wußte er auch nicht, was er vor dem Altar singen sollte. Als nun der Sonntag in die Nähe kam, ging er in der Nacht und stahl einem Rumänen ein Paar Pferde und band sie in einen Graben an einen Stamm. Am Sonntagmorgen läutete die Glocke, und die Leute kamen in die Kirche. Er ... weiterlesen


Des Teufels Lohn

Es war einmal eine Frau, die hatte einen Mann, der war păcurar (Schafhirt). Weil er păcurar war, so konnte er nicht oft zu Hause sein, das hatte seiner Frau zuerst nicht gefallen, denn es war ihr ohne ihn einsam gewesen, nach und nach hatte sie sich daran nicht nur gewöhnt, sondern er kam ihr nun sogar zu oft heim und störte sie in der Unterhaltung mit dem Popen, der sie in der ... weiterlesen



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