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Märchen - Svend Grundtvig: Dänische Volksmärchen

Zauberers Töchterlein

Es war einmal ein Knabe, der auszog, um einen Dienst zu suchen; und als er so wanderte, begegnete er einem Manne, der ihn fragte, wohin er wollte. »Ja,« antwortete er, »ich gehe hinaus in die weite Welt, um mir einen Dienst zu suchen.« – »Da kannst du ja gleich mit mir gehen und bei mir dienen,« sagte der Mann; »ich brauche just einen solchen Knaben, wie du einer bist. Und du sollst ... weiterlesen


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Des Königs Kapital

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, und die hatten einen Sohn. Sonst hatten sie aber auch nichts; – nicht einmal ihr trockenes Brod. Als der Knabe so groß geworden war, daß die Eltern meinten, er könne sich jetzt selbst erhalten, gaben sie ihm eine Brodrinde, setzten ihn vor die Thüre und sagten, daß er nun in die weite Welt hinaus ziehen müsse, um sein Glück zu ... weiterlesen


Der treue Svend

Es waren einmal ein Vater und eine Mutter, die einen Sohn hatten, welcher Svend hieß und in die Welt hinaus sollte, um sich sein Brod zu verdienen. Der Vater gab ihm die Ermahnung mit, er möge immer mit den Lachenden lachen und mit den Weinenden weinen, mit den Fröhlichen fröhlich und mit den Betrübten betrübt sein. Und die Mutter fügte hinzu, er möge nie an einer Kirche vorübergehen, ... weiterlesen


Die Zwillingsbrüder

Draußen am offenen Meeresstrand lag ein kleines Anwesen, in dem ein paar einzelne Leute wohnten. Sie waren schon bei Jahren und hatten keine Kinder. Es ging ihnen nicht besonders gut; die Erde war mager und trug nur wenig Frucht, sie waren daher hauptsächlich auf den Ertrag der Fischerei angewiesen und der Mann pflegte immer dazu auszufahren, wenn das Wetter zum Fischen günstig war. Aber da ... weiterlesen


Die Prinzessin im Sarge

Es waren einmal ein König und eine Königin, die in einem schönen Schlosse wohnten, über ein reiches, glückliches Land regierten und sich anfangs nicht nur schrecklich liebten, sondern auch sehr glücklich miteinander lebten. Aber sie bekamen keinen Erben.

Nun waren sie doch schon sieben Jahre verheiratet und hatten weder einen Sohn noch eine Tochter, und das war für beide ein ... weiterlesen


Hans und Grethe

Weit draußen vor dem Dorfe stand ein kleines Häuschen; darin wohnte ein Mann mit seiner Frau und seiner einzigen Tochter, welche Grethe hieß. Es waren zwar nur geringe Leute, aber brave und ordentliche Leute, und Grethe war ein recht fleißiges, gutes Mädchen und noch dazu ein bildhübsches Mädchen.

Unten im Dorfe gab es wohl manch stattlichen Bauernhof, aber der schönste war halt ... weiterlesen


Ritter Grünhut

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, beide waren sehr arm und obwohl sie kein einziges Kind hatten, mußten sie sich doch immer mit Hunger und Noth durchs Leben schlagen und es ging ihnen immer nur schlechter, je älter sie wurden. Eines Tages hatten sie nicht einmal mehr ein Stückchen trockenes Brod im Hause. Da sagte die Frau zu ihrem Manne: »Höre, liebes Männchen, wir müssen doch ... weiterlesen


Hans Meernixensohn

In Furreby bei Skagerak wohnte einmal ein Schmied, der Rasmus Matzen hieß. Er hatte nur ein kärgliches Auskommen; er war noch ein junger Mann, und ein hübscher, starker Bursche war er auch; aber er hatte sich früh verheiratet und hatte viele kleine Kinder, und es war dort am Orte mit seinem Handwerk nicht viel zu verdienen. Er war ein fleißiger und strebsamer Mann; wenn er keine Arbeit in ... weiterlesen


Prinz Irregang und Jungfer Miseri

Es ist jetzt lange her, daß ein König lebte, der mit all seinen Rittern und Knappen auf die Jagd hinausgeritten war.



Sie pirschten Hirsche, sie pirschten Hasen

Und die Thiere all, die im Walde grasen.



Der König hatte das schnellste Pferd, und er war all seinen Leuten weit vorausgekommen. Da wurde es Abend, und es fiel ein dicker Nebel über Wälder und ... weiterlesen


Die folgsamste Frau

Es war einmal ein reicher Bauer, welcher drei Töchter hatte, alle erwachsen und heiratsfähig, und alle drei hübsche Mädchen. Die älteste von ihnen war jedoch die schönste, und sie war auch die aufgeweckteste; aber sie war so rechthaberisch und eigensinnig, daß keiner mit ihr auskommen konnte, und niemals Frieden im Hause war; denn sie lag immer in Zank mit dem Vater, der ein guter, ... weiterlesen


Jungfer Lene von Söndervand

Es war einmal ein Hofbauer, welcher drei Söhne hatte; der älteste hieß Peter, der zweite Paul, und der dritte Esbeen. Peter und Paul waren ein paar flinke, aufgeweckte Bursche: sie konnten hören und sehen, spielen und lachen, pflügen und säen, mähen und dreschen, und ihr Vater hatte viel Nutzen von ihnen; aber der jüngste war ein armer, blöder Tropf, der sich um nichts kümmerte und ... weiterlesen


Peter Ochs

Es waren einmal ein Paar Bauersleute in Jütland, die zwar einen recht guten Bauernhof, aber keine Kinder hatten. Da saßen sie oft beisammen und beklagten sich darüber, daß sie aber auch gar keine Angehörigen besaßen, denen sie einmal all' ihren Wohlstand, in dem sie jetzt so warm drin saßen, hinterlassen konnten. So stand es mit ihnen und sie wurden reich – aber es war niemand da, ... weiterlesen


Das Siebengestirn

Es war einmal ein Mann und der hatte sechs Söhne. Er gab ihnen aber keine Namen, wie sie andre Menschen haben, sondern nannte sie schlechtweg nach ihrem Alter: »Aeltester, Zweitältester, Drittältester, Drittjüngster, Zweitjüngster und Jüngster«. Andere Namen hatten sie nicht.

Als der älteste achtzehn und der jüngste zwölf Jahre alt war, schickte sie ihr Vater in die Welt ... weiterlesen


Der Schatz

Es war einmal ein armer Bauersmann, der im Frohndienste auf dem Felde seines Gutsherrn pflügte. Plötzlich stieß er mit dem Pfluge so heftig gegen etwas, daß er stecken blieb. Er glaubte, daß es ein Stein sei, als er aber genauer nachsah, fand er, daß es ein großer Schrein voll alten Geldes war. Es war sowohl Silber-als Goldgeld, das man vor vielen hundert Jahren einmal in Kriegszeiten ... weiterlesen


Der Salbyer Rabe

Es war einmal eine Frau, die einen einzigen Sohn hatte, der so faul war, daß er sich nicht einmal jucken mochte, und seine Mutter alles für ihn besorgen mußte. Eines Tages saß er und sah aus dem Fenster, da gewahrte er einen großen Raben, der auf einem Apfelbaume saß und die Aepfel anpickte. Das ärgerte den Jungen, und er machte sich daher die Mühe, eine Büchse von der Wand zu nehmen ... weiterlesen


Sünde und Gnade

Es war einmal ein junges Mädchen, das weder Vater noch Mutter hatte. Ihren Vater hatte sie in ihrer Jugend verloren; ihre Mutter hatte sie nie gekannt: dieselbe war gleich nach der Geburt der Tochter gestorben. Das junge Mädchen – Margrete war ihr Name – wohnte bei fremden Leuten; aber sie hatte es gut, denn alle mochten sie gern und hatten sie lieb. Sie hatte mehr als einen Freier ... weiterlesen


Die schwarze Schule

In einer und derselben Stadt wohnten ein reicher Mann, der zwei Söhne, und ein armer Mann, der einen einzigen Sohn hatte. Die drei Knaben gingen mit einander zur Schule und waren sehr gute Freunde. Der arme war der flinkste und fleißigste von ihnen, und er mußte immer den andern bei ihren Lektionen helfen, damit sie nicht zurück blieben. Die Knaben wuchsen heran, und als sie konfirmirt ... weiterlesen


Die Wünsche

Es war einmal eine arme Frau, die hatte einen einzigen Sohn und der hieß Lars,1 aber er wurde allgemein nur der faule Lars genannt, denn er war so über alle Maßen faul, daß er rein nichts anderes thun wollte, als immer zu Hause in seiner Mutter Kachelofenwinkel hocken. Und wenn ihn seine Mutter bat, ihr irgend etwas zu besorgen oder einen Auftrag auszurichten, so war seine gewöhnliche ... weiterlesen


Die Rehprinzessin

Es waren einmal ein Prinz und eine Prinzessin, die einander von klein auf lieb gehabt hatten, und es war auch bestimmt worden, daß sie einander haben sollten, wenn die Prinzessin erwachsen wäre. Sie war erst zwölf Jahre alt, und sie hatte eine Stiefmutter, die eine böse Hexe war und ihr kein Glück gönnte. Sie drohte der Königstochter, daß sie sie verhexen würde, wenn sie ins Brautbett ... weiterlesen


Die kluge Königin

Es war einmal ein junger Königssohn, der so über die Maßen schön war, daß nie jemand seines Gleichen gesehen hatte. Das wußte er, und darüber war er froh.

Und alle Leute sagten, daß er eben so klug wie schön sei, so daß keiner sich an Klugheit mit ihm messen könne. Das glaubte er, und darauf war er stolz.

Da that er das Gelübde und schwor einen theuren Eid darauf, daß ... weiterlesen


Der filzige Lars

Es war einmal ein alter Junggesell, welcher Lars Larsen hieß; er hatte einen guten Bauerhof, aber er hatte stets gemeint, daß er nicht die Mittel habe, sich zu verheiraten; denn er war so geizig, daß er sich kaum das Nöthigste gönnte, dessen er zum Leben bedurfte. Er gönnte daher auch anderen nichts; aber er mußte doch Leute für den Betrieb des Hofes halten, und die wollten und mußten ... weiterlesen


Der Lohn guter Thaten

Es war einmal ein Mann, der in einen Wald gegangen kam, um sich etwas Brennholz zu schlagen. Er ging umher und sah einen Baum nach dem andern an; aber sie waren für diesen Gebrauch allzu gut; es konnte Nutzholz aus ihnen werden, wenn sie stehen blieben, so daß er sie nicht fällen mochte. Endlich fand er doch einen Baum, der ihm nicht zu gut dünkte: derselbe war krumm und verkrüppelt und ... weiterlesen


Der Waldmensch

Es war einmal ein König in Engelland, der in seinem Reiche ein großes Waldmoor hatte, das ganz wüst und öde lag und durch das weder Weg noch Steg führte. Niemand durfte sich da hinein wagen, denn es ging die Sage, daß noch alles Lebendige, sei es nun Mensch oder Thier gewesen, drinnen gleich für immer spurlos verschwunden wäre. Und die Leute nannten es das Wildmoor.

Der König ... weiterlesen


Wolf Königssohn

Eines Tags ging der König mit seiner fünfzehnjährigen Tochter im Garten spazieren und da juckte ihn plötzlich etwas am Kopfe und er bat seine Tochter, doch nachzusehen, was es wäre, das ihm keine Ruhe ließ. Da suchte sie und fand eine Laus in seinen Haaren. Keins von ihnen hatte aber je ein solches Thier gesehen und daher setzten sie die Laus in eine Butterbüchse, um zu sehen, was daraus ... weiterlesen


Für drei Schillinge

Es war einmal ein Soldat, welcher dem Könige acht Jahre gedient hatte. Dann erlaubte man ihm, nach Hause zu reisen. Das war recht schön; aber es war doch nicht so überschwänglich schön, denn als er seine Abrechnung verlangte, waren nur drei Schillinge für ihn da; das war alles, was er zu gute hatte, und die erhielt er, und damit reiste er ab. Er war trotzdem gutes Muthes, er schwenkte ... weiterlesen


Drei rothe Ferkelchen

Es war einmal eine alte Frau, die in einem Hüttchen wohnte und eine einzige Kuh besaß. Sie hatte auch einen Jungen bei sich, der war ihr Enkel. Das war ein wunderlicher Kauz, er hatte so viele drollige Einfälle.

Einmal befand sich die alte Frau in großer Noth und Bedürftigkeit. Und da sagte sie dem Jungen, er müsse die Kuh zu Markte treiben und sie verkaufen. Er zog ab mit der Kuh; ... weiterlesen


Fiddiwau

Es war einmal ein fauler Mann und eine faule Frau, und die hatten einen Sohn, der ein solcher Faulpelz war, daß er auch nicht die allerkleinste Arbeit verrichten mochte.

Dem Vater und der Mutter war es so wie so recht, ob er nun zu etwas nütze war oder nicht; wenn er nur gut gedieh, denn beide Eltern hielten ganz unbändig viel auf ihren Sohn.

Und er gedieh auch recht gut, er ... weiterlesen


Die Wunschdose

Es war einmal in alten Tagen ein Mann, der eine kleine Kathstelle draußen in einer Waldgegend besaß. Er hatte es nur kärglich: er konnte eben ein Paar kleine rothe Mähren halten, um mit ihnen Sommers sein Land zu bestellen und Winters Brennholz zu fahren. Er lebte nur von der Hand in den Mund. Er war verheirathet und hatte einen kleinen Sohn, welcher Hans hieß. Da kam seine Frau wieder in ... weiterlesen


Der Schusterjunge

Es war einmal ein Schusterjunge; er war von Hause aus ein Predigerssohn und hätte, wie sein Vater, für das Predigeramt studiren sollen; aber da verlor er Vater und Mutter, ehe er vierzehn Jahre alt war, und es war keiner da, der sich seiner angenommen und ihn zum Lernen angehalten hätte. So kam er bei einem Dorfschuster in die Lehre, und dort war er jetzt drei Jahre lang gewesen, zu der Zeit ... weiterlesen


Die stumme Königin

Es war einmal ein Ehepaar, das hatte ein eigenes Gewese und vollauf aller guten Dinge. Aber Eins fehlte ihnen: sie hatten keine Kinder, und sie bekamen keine Kinder, und darüber waren sie beide so innig betrübt. Da kam einmal eine alte Frau dort vorüber gewandert; sie ging hinein und bat, ob sie sich ein wenig ausruhen dürfe. Das erlaubten sie auch, sie bewirtheten sie mit dem Besten, was ... weiterlesen


Meiner Treu

Es waren einmal ein Paar arme Leute, welche draußen auf dem Lande wohnten und eine kleine Kathstelle hatten, und das ganze Nest voller Kinder. Da bekamen sie wieder ein kleines Kind, das war ein Knabe, und der sollte getauft werden. Aber sie konnten keinen auftreiben, der Gevatter bei ihm stehen wollte; alle entschuldigten sich, weil sie fürchteten, das Kind würde ihnen zur Last fallen, da ... weiterlesen


Der grüne Ritter

Und ein andermal war in einem andern Königreiche ein anderer König und eine andere Königin. Sie hatten nur ein einziges Kind und das war eine kleine Prinzessin, und die war noch ganz klein, als ihre Mutter zum Sterben krank wurde. Als die Königin nun merkte, daß sie nur noch kurze Zeit zum Leben übrig habe, rief sie den König und sagte: »Mein lieber Herr und Gatte! Damit ich ruhig ... weiterlesen


Die Träume

»Der reiche Peter Larsen« so hieß ein Großbauer, und das war der reichste Mann in der ganzen Gegend; aber er war böse, hart und hochmüthig. Er hatte nur ein einziges Kind, und zwar eine Tochter, welche Karen hieß.

In demselben Orte wohnte auch eine arme Häuslerin, welche einen einzigen Sohn hatte und der hieß Hans.

Beide Kinder liebten einander schon von frühester Jugend ... weiterlesen


Die weiße Taube

Es war einmal ein König und der hatte zwei Söhne. Das waren ein paar recht verwegene Burschen, denen alle Augenblicke eine andere Tollheit im Kopfe steckte. So ruderten sie eines Tags in einem kleinen Nachen allein ins weite Meer hinaus. Anfangs hatten sie das schönste Wetter, als sie hinausruderten; kaum waren sie aber eine Strecke weit vom Land entfernt, erhob sich ein furchtbarer Sturm. ... weiterlesen


In Hülle und Fülle

Es war an einem Weihnachtsabend, da kamen zwei arme Wanderer zu einem Hofe und baten, die Nacht über dableiben zu dürfen. Nein, sagten die Hofbewohner, sie könnten solchen Prachern kein Obdach geben. Da gingen sie weiter und kamen zu einer Hütte, in der ein armer Häusler mit seiner Frau wohnte. Sie klopften an und frugen, ob sie dort die Nacht über bleiben könnten. Ja, sagten die Leute, ... weiterlesen


Die lustigen Weiber

Es standen einmal drei Häuser in einer Reihe, Wand an Wand nebeneinander. In dem einen wohnte ein Schneider, im andern ein Tischler und im dritten ein Schmied. Alle drei Männer waren verheiratet und ihre Frauen waren die besten Freundinnen miteinander Sie erzählten sich oft, was sie doch für dumme Männer hätten, aber nie konnten sie darüber einig werden, welche von ihnen den dümmsten ... weiterlesen