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Märchen - T. von Held: Märchen und Sagen der afrikanischen Neger

Goso

Es war einmal ein Mann, der hieß Goso. Goso liebte die Kinder sehr und wurde von ihnen wieder geliebt. Er versammelte täglich eine Schar von Kindern um sich unter einem Affenbrotbaum und erzählte ihnen viele schöne Geschichten. Als er eines Tages wieder so mit ihnen die Zeit verschwatzte, kam eine Gazelle; die kletterte auf den Baum, brach eine Frucht ab und warf sie hinunter. Die Frucht traf ... weiterlesen


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Klugheit des Hasen

Es war einmal ein Mann der hatte eine sehr schöne Tochter, zu der sprach er:

»Koche zehn Körbe voll Essen! Wer es aufißt, soll dich heiraten.«

Sie kochte das Essen.

Da kamen sehr viele Leute, die das Mädchen gern heiraten wollten; aber sobald sie einen Korb voll von dem Essen genossen hatten, waren sie satt und mußten das Unternehmen aufgeben.

Da machte sich der ... weiterlesen


Die Sage von den wunderbaren Hörnern

Es war einmal ein kleiner Knabe, dessen rechte Mutter war gestorben, und die anderen Weiber seines Vaters mißhandelten ihn. Deshalb entschloß er sich, seines Vaters Kraal zu verlassen. Eines Morgens setzte er sich auf den Ochsen, den sein Vater ihm geschenkt hatte, und ließ sich von ihm weiter landeinwärts tragen, ohne zu wissen, wohin er kommen würde. Als er mehrere Tagereisen von seinem ... weiterlesen


Der Greif

Es war einmal ein Mann, der wohnte in der Wildnis mit seinen zwei Kindern, einem Knaben und einem Mädchen. Als seine Kinder kaum etwas herangewachsen waren, ging der Vater eines Tages an die Küste. In der Nacht erhob sich ein starkes Geräusch; denn ein Greif kam geflogen, setzte sich auf das Dach des Hauses, in dem die Kinder allein waren und machte sie furchtsam, indem er sprach:

... weiterlesen


Bestrafter Undank

Einstmals war die Hyäne auf ihren nächtlichen Streifzügen in eine Grube gefallen. Schon in weiter Ferne konnte man ihr klägliches Geheul und ihre Angstrufe hören. Ein Ochse kam gemächlich des Weges gegangen, blieb stehen, horchte und ging den Tönen nach. Als er an die Grube kam, blickte er hinab und erkannte sofort die Hyäne. Gutmütig, wie er und seinesgleichen ist, hätte er ihr gern ... weiterlesen


Eine Kaffernkindergeschichte

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die hatten zwei Kinder, einen Knaben und ein Mädchen. Da die Mutter der Kinder aber eine Kannibalin war, so hatte der Vater beide gleich nach ihrer Geburt zu ihrem Großvater geschickt, bei dem lebten sie und wuchsen auf. Als sie nun groß waren, sprachen sie eines Tages zu dem alten Manne:

»Wir sind lange genug hier gewesen; es verlangt uns ... weiterlesen


Sikulume

In einem Kaffernkraal2 lebte vor Zeiten ein alter Mann, der war sehr arm. Wenige Stück Vieh nur nannte er sein eigen, und Töchter, deren Heirat ihm Besitz zuführen konnte, hatte er nicht. Eines Tages saß er im hellen, klaren Sonnenschein vor seiner Hütte, rauchte Tabak und starrte ins Freie. Plötzlich erregte das Gezwitscher einiger Vögel in einem nahen Dornbusch seine Aufmerksamkeit. Er ... weiterlesen


Das Kind und der Regen

Es waren einmal einmal ein Mann und eine Frau, die starben und ließen zwei Kinder zurück.

In dem Lande, in welchem die Kinder lebten, herrschte große Trockenheit. Man hatte schließlich keinen Tropfen Wasser mehr; trotzdem gab es noch viel zu essen. Eines Tages spielten die Kinder, welche keine Eltern mehr hatten, mit anderen Kindern und taten sich Mehl in ihre Kochtöpfe und wollten ... weiterlesen


Der kluge Schakal

In einem Lande war eine sehr große Trockenheit; denn es hatte lange nicht geregnet. Alle Flußbetten waren ausgetrocknet und alle Quellen versiegt.

Da beschloß der Löwe, den Tieren vorzuschlagen, einen Damm zu bauen, der später in der Regenzeit das Wasser sammeln und aufbewahren sollte.

Die Tiere, welche er zu diesem Zwecke berief, waren der Hundsaffe, der Leopard, der Schakal, ... weiterlesen


Warum der Schakal einen langen, schwarzen Streifen

Vor langen, langen Jahren kam die Sonne niemals auf die Erde. Das war gerade zu der Zeit, da die Menschen alle im Umzuge waren und keiner Lust und Zeit hatte, sich um etwas anderes als seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Wohl sahen die Menschen die Sonne am Wege sitzen, aber sie eilten achtlos an ihr vorüber. Der Schakal, der hinter dem Menschen herkam und die Sonne auch sitzen sah, ging ... weiterlesen


Die Ziege, der Löwe und die Schlange

Eines Tages spazierten eine Ziege und ein Löwe am Rande eines tiefen Waldes miteinander. Nicht weit von dem Dickicht lag ein friedliches Dorf, in dessen Hütten zufriedene Menschen lebten, und welches von einem hohen geflochtenen Zaun umgeben war.

»Wo kommst du heute her, lieber Freund?« fragte die Ziege den Löwen.

»Geradenwegs von einem Festmahl, welches ich guten Freunden von ... weiterlesen


Eine Zulukindergeschichte

Einstmals erhob sich ein gewaltiger Sturm, der trug eine Schar Kinder in die Wüste. Unter ihnen war auch ein kleiner Knabe, der hieß Tsegana-nkokopana.

Als es einmal in der Wüste anfing zu regnen, sagte er zu den Mädchen:

»Wenn ich zu dem Stroh sage, es soll zu einer Hütte werden, so wird es meinen Worten folgen.«

»Tue es!« sprachen die Mädchen.

Er tat es, ... weiterlesen


Drei Worte

Ein Geizhals pflegte Leute, in deren Schuld er stand, zu betrügen; deshalb war es für ihn nach und nach schwer geworden, solche zu finden, die ihm Waren verkauften oder Dienste leisteten.

»Er gibt uns doch nicht, was uns zukommt,« sagten die Menschen und wollten mit ihm nichts zu tun haben.

Eines Tages hatte der Geizhals kostbares Glas gekauft. Da er ein schwacher, alter Mann ... weiterlesen


Eine Erzählung aus Madagaskar

Einstmals ging Ikotafetsy in den Wald, um dort Laingo zu graben. Als er mit seiner Arbeit fertig war, brachte er die Frucht der schönen Rafotsibe, die sie in eine Schale legte. Darauf ging Ikotafetsy davon, kehrte aber bald wieder in das Haus zurück und fragte:

»Wo ist meine Laingo?«

»Ich habe sie für meine Zähne verbraucht,« erwiderte Rafotsibe.

Ikotafetsy wurde ... weiterlesen


Eine Geschichte der Neger von Damaraland

Es war einmal ein Kind, welches eine Eingui (Art Frucht) hatte. Es zeigte dieselbe seiner Mutter und sprach:

»Mutter, warum sagst du mir nicht, daß ich dir diese Frucht geben soll? Glaubst du, ich würde sie dir nicht lassen?«

Die Frau sprach:

»Mein Kind, gib mir die Frucht,« worauf ihr das Kind die Eingui gab und davonlief, indessen die Mutter sie verzehrte. Als das ... weiterlesen


Die Braut des Häuptlings

Es war einmal ein Mann, der hatte zwei Töchter, die alt genug waren, um sich zu verheiraten.

Eines Tages ging der Mann in ein anderes Dorf, in welchem ein mächtiger Häuptling lebte.

Als er dort bei seinen Freunden war, fragten diese ihn nach den Neuigkeiten von seinem Kraal. Doch er wußte ihnen nichts zu erzählen, sondern wollte von ihnen wissen, was es in ihrem Stamme Neues ... weiterlesen


Masewe

Es war einmal eine Frau, die hatte keine Kinder. Da ging sie zu einem Masewebaum, nahm von ihm zwei Früchte, legte sie in einen Topf und deckte ihn vorsichtig zu. Nach sechs Tagen hob sie den Deckel auf und sah, daß aus den Früchten Kinder geworden waren, die waren sehr schön. Diese Kinder wuchsen heran und waren bald so groß und kräftig, daß sie immer ihrer Mutter folgen wollten, wohin ... weiterlesen


Der Gesang des Kindes

Es war einmal eine Frau, die hatte zwei gesunde, kräftige Kinder. Darauf bekam sie noch ein drittes; das aber war ein unansehnliches, krankes Knäblein ohne Kopf, ohne Nase, ohne Zähne und ohne Augen. Als die Mutter das Kind voller Entsetzen betrachtet hatte, sprach sie zu ihrem Manne: »Laß uns fortziehen von hier und dies armselige Ding zurücklassen!« So zogen die Eltern mit ihren beiden ... weiterlesen


Viel Suchen wirbelt Staub auf

Ein Mann ging in den Wald, um Holz zu fällen. Er suchte nach Bäumen, die gutes, gesundes Holz hatten, aber er konnte keine finden. Schließlich erstieg er einen hohen Felsen, und von ihm aus sah er, was er suchte. Da nahm er einen großen Stein und rollte ihn hinab auf den Baum zu. Der Stein rollte in die Tiefe und schreckte einen Bock auf, welcher im Busche lag und schlief. Der Bock lief ... weiterlesen


Der verwandelte Kürbis

Ein Mann und eine Frau hatten ein großes Kürbisfeld. Eines Tages holte sich die Frau einen besonders schönen Kürbis, um ihn zu kochen. Als sie ihn in ihre Hütte getragen hatte, wollte sie ihn gleich zurechtmachen. Da hörte sie plötzlich eine Stimme, die aus dem Kürbis herauskam und sprach: »Laß mich leben! Kochst du mich, so koche ich dich! Laß mich leben! Kochst du mich, so koche ich ... weiterlesen


Treue Liebe

Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die sich sehr lieb hatten.

»Wenn ich einmal sterben werde,« sagte der Mann zur Frau, »so werde ich doch wieder zu dir zurück kommen; denn ich liebe dich sehr!« Dasselbe sagte die Frau zu dem Manne.

Nach einigen Jahren wurde der Mann krank und starb. Da kamen viele Leute zu der Frau, um mit ihr zu klagen und zu weinen. Die Frau aber ... weiterlesen


Eine Tierfabel der Somalineger

Einstmals gingen der Löwe, die Hyäne und der Fuchs auf die Jagd, und sie fingen ein Schaf. Als sie die Beute teilen wollten, rief die Hyäne: »Mir gehört das Hinterteil; der Löwe mag das Vorderteil des Schafes behalten, und der Fuchs soll die Eingeweide und die Füße bekommen.« Da wurde der Löwe wütend, hob seine Tatze auf und schlug der Hyäne ein Auge aus.

»Teile du!« wandte ... weiterlesen


Die fliehenden Kinder

Es waren einmal mehrere Schwestern, die gehörten den Hereros an. Als sie mit ihren Eltern an einen Platz gekommen waren, der sehr schöne Weiden und viele Bäche und Flüsse hatte, fingen sie an, sich hübsche kleine Hütten an den Ufern des Wassers zu bauen, und in ihnen wohnten sie. Bald aber waren die Weiden von ihrem Vieh abgegrast, und die Hereros zogen deshalb weiter und nahmen auch ihre ... weiterlesen


Der stolze Schmetterling

Ein wunderschöner Schmetterling umflatterte eine duftende Blume. Da bemerkte er eine häßliche Raupe, die im Staube dahinkroch. Verächtlich rief der Schmetterling ihr zu:

»Wie darfst du es wagen, dich in meiner Nähe sehen zu lassen? Fort mit dir; sieh', ich bin schön und strahlend wie die Sonne, und meine Schwingen tragen mich hoch in die Lüfte, während du auf der Erde ... weiterlesen


Der Wind

In früheren Zeiten war der Wind ein Mensch, und als solcher ging er umher und schoß die Tiere des Feldes. Da wurde er plötzlich in einen Vogel verwandelt. Da er nun nicht mehr auf die Jagd gehen konnte, breitete er seine Flügel aus und flog in die Berge und verbarg sich in einer Kluft. Diese Kluft wurde seine Heimat. Nur wenn er die Kraft seiner Schwingen üben will, dann verläßt er die ... weiterlesen


Warum der Hase flieht

Der Mond sprach zum Hasen:

»Gehe zu den Menschen und sprich zu ihnen: Der Mond läßt euch sagen, daß er stirbt und wieder lebendig wird, so wie ihr ihn jeden Morgen sterben seht und jeden Abend ihn von neuem begrüßt! Auch ihr sollt sterben, um wieder von neuem zu leben.«

Nachdem er diese Worte vernommen hatte, trabte der Hase davon und erreichte bald die Wohnstätten der ... weiterlesen


Der Häuptling der Tiere

Eine Frau ging einstmals fort von ihrem Hause und ihren Kindern, um Holz zu sammeln. Sie beauftragte den Hasen in ihrer Abwesenheit nach dem Rechten zu sehen, und er versprach, es zu tun. Kaum aber war die Frau fort, als wilde Tiere an ihre Wohnung herankamen und den Hasen, der sehr erschrocken war, nach den Namen der Kinder fragten, die er bewachen sollte.

Der Hase gab Bescheid und bat ... weiterlesen


Wie es kommt, daß die Nase des Hasen gespalten is

Der Mond sandte einst ein Insekt zu dem Menschen und sprach zu ihm: »Sage dem Menschen, der Mond sende ihnen folgende Worte: ›Wie ich sterbe und im Sterben noch lebe, werdet auch ihr sterben und leben.‹«

Da machte das Insekt sich auf mit der Botschaft. Unterwegs traf es den Hasen; der hielt es an und fragte: »Wohin gehst du?«

Das Insekt antwortete:

»Der Mond ... weiterlesen


Der Löwe und der Schakal []

Weil der Schakal dem Löwen manchen bösen Streich gespielt hatte, sann dieser darauf, sich an dem Übeltäter zu rächen. Der Schakal, der des Löwen Absicht nur zu wohl erriet, mied ihn, so gut er konnte. Eines Tages aber trafen sich beide am jähen Abhange eines mächtigen Felsen; an ein Entkommen war für den Schakal nicht zu denken. Schnell besonnen, lief er eilig die Felswand entlang, indem ... weiterlesen


Der träge Mahomed

Eines Tages kam zu dem Sultan Harun al Raschid ein junger Sklave, der sprach:

»Meine Herrin Zubede sendet dir durch mich ihre Grüße und läßt dir sagen, sie habe eine Krone gefertigt, zu der ihr noch ein Stein fehle. Sie fragt bei dir an, ob du ihr den fehlenden geben kannst.«

Da suchte Harun al Raschid in seinen Schatzkammern; aber wie sehr er auch suchte, es fand sich kein ... weiterlesen


Der Hase und die Schildkröte

Ein Hase traf einst eine Schildkröte.

»Ei,« rief er höhnisch aus, »was du für kurze, häßliche Beine hast!«

Die Schildkröte tat, als habe sie die Worte des Hasen gar nicht gehört.

»Mit den Beinen kannst du gewiß nicht laufen!« höhnte er weiter.

Noch immer tat die Schildkröte, als hätte sie gar nicht hingehört. Das ärgerte den Hasen. Gerade wollte er ... weiterlesen


Eine Geschichte der Zulus

Uxlakanyana ging einstmals zu einer Hochzeit. Nachdem er dort den Tänzen der Mädchen zugesehen und sich an Mshvala gütlich getan hatte, ging er heim. Auf dem Wege kam er an einem Hügel vorbei, auf welchem die köstliche Wurzel Umdiandiane zu finden war; die grub er aus, um sie hernach zu verzehren. Daheim angelangt, gab er sie seiner Mutter mit den Worten:

»Mutter indessen ich gehe, ... weiterlesen


Vom Cakyane-bo Cololo

Als einst Cakyane spazieren ging, traf er eine Geiß, welche Junge hatte, und sagte zu ihr:

»Mutter, laß mich deine Kinder hüten.«

Die Geiß willigte ein. Am nächsten Tage ging die Geiß aufs Feld; Cakyane blieb mit den Kleinen zu Hause. Da nahm er eins von den Kleinen und kochte es. Als es gar gekocht war, aß er davon und setzte das übrige der Alten vor, indem er ... weiterlesen


Ein kluger Richter

Ein Affe suchte sich eines Tages, wie es Art der Affen ist, unter Steingeröll seine Nahrung. Ein besonders großer Block erregte seine Aufmerksamkeit und Begier. In der Hoffnung, unter ihm leckere Infekten zu finden, schob er ihn mit großer Kraftanstrengung zur Seite und hob ihn ein wenig hoch. Statt der erwarteten Infekten fand er unter ihm eine große Schlange, die, böse ob der unerwarteten ... weiterlesen


Warum der Mensch stirbt

Der erste Mensch auf Erden war unsterblich; es war ein Weib. Der große Geist aber sah, daß es nicht gut war, das Weib allein zu lassen; deshalb schuf er den Mann. Da fingen die Menschen an sich zu vermehren, aber nicht genug, um die Erde zu füllen! – Da sandte der große Geist das Schaf zu ihnen und ließ ihnen sagen:

»Die Menschen werden sterben, aber sie werden wiederkehren.« ... weiterlesen


Warum es gut ist, daß die Menschen sterben

Im Anfange gab es auf der Erde zwei Menschen, einen Mann und eine Frau. Die Frau hieß Mbaele, der Mann Kassangero. Diese beiden ersten Menschen hatten viele Kinder, die wiederum Kinder bekamen. Der Mann Kassangero wünschte, daß alle seine Kinder und ihre Nachkommen für immer am Leben bleiben sollten; aber sein Weib riet ihm ab, zur Erfüllung dieses törichten Wunsches Medizin zu machen. Wenn ... weiterlesen


Der kleine Rotbauch

Es war einmal ein kleiner Knabe, der hieß Rotbauch. Eines Tages ging er ins Feld, um es zu bearbeiten. Während er fleißig war und die Sonne warm schien, wurde er durstig; deshalb ging er zu einem Teich und trank aus ihm.

Seine Mutter aber kam plötzlich zu ihm und sagte:

»Trinke nicht aus diesem Teiche; denn du weißt nicht, wem er gehört.«

Er aber ... weiterlesen


Wie du mir, so ich dir

Der Affe und das Chamäleon machten einst eine Fußtour miteinander. Sie fanden ein Gefäß voll köstlichen Palmweins, und der Affe trank ein gut Teil davon; aber das Chamäleon wagte nicht, davon auch nur zu nippen. Als der Affe sich satt getrunken hatte, setzten beide ihre Wanderung fort. Der Eigentümer des Weines kam bald darauf und fand den Krug zur Hälfte geleert. Empört, so bestohlen zu ... weiterlesen


Hase und Affe

Der Affe warf dem Hasen vor, daß er die unangenehme Angewohnheit habe, sich fortwährend umzusehen. Darauf erwiderte der Hase, das ewige Jucken und Kratzen des Affen sei jedenfalls viel lästiger für andere mit anzusehen, und er könne nicht einsehen, was den Affen berechtige, ihm, dem Hasen Vorwürfe zu machen. Schließlich kamen beide überein, daß sie einen ganzen Tag, von Sonnenaufgang bis ... weiterlesen


Der Wolkenschmaus

Einstmals, so erzählt man sich, waren die Hyäne und der Schakal beisammen, als eine große weiße Wolke am Himmel aufzog. Da stieg der Schakal hinauf zu ihr und aß davon, als ob es Fett wäre. Als er gesättigt war, rief er der Hyäne zu:

»Meine Schwester Rechtauf, wenn ich dir von dem Schmause etwas lassen soll, so mußt du mich jetzt hübsch auffangen.«

Die Hyäne fing den ... weiterlesen


Die Löwin und die Antilope

Eine Löwin hatte ein Junges. Da sie es eben zur Welt gebracht hatte, verspürte sie großen Hunger und konnte ihn gar nicht stillen. Am siebenten Tage beschloß sie, auf Raub auszugehen und zu töten, was ihr in den Weg käme. Auf ihrem Wege traf sie eine Antilope, die graste friedlich nahe dem Walde. Die Löwin schlich sich leise und vorsichtig dicht an das Tier heran. Gerade wollte sie ... weiterlesen


Vom Vogel, der Milch gab

Es sagte einmal ein Mann zu seinem Weibe:

»Gehe zu hacken aufs Feld!«

Sie ging, hackte und kehrte dann nach Hause zurück. Darauf kam ein Vogel zu dem Platze, der umgehackt war, und sang:



»Schieß empor, Gras, auf diesem Felde!

Schieß empor, Gras, von diesem Vogel!«



Und das Gras kam hervor; es war, als wäre kein Fleckchen auf dem Felde ... weiterlesen


Eine Geschichte von der Sierra Leonaküste

Es war einmal ein Kind, welches nahe bei einem Wasserfall eine Vogelfalle aufstellte. In ihr fing sich ein Vogel, den das Kind mit sich in die Hütte seiner Mutter nahm. Es bat:

»Brate mir doch den Vogel, den ich am Wasserfall gefangen habe, liebe Mutter!«

»Ich will es wohl tun,« entgegnete diese, »wenn du inzwischen schnell auf das Feld läufst, auf dem meine Hühner sind, ... weiterlesen


Tiere und Menschen

Es war einmal ein Mann, der für sich und die Seinen die Tiere des Waldes und Feldes fing in Fallen, damit sie Fleisch zu essen hatten. Er war sehr geschickt im Erfinden neuer Fallen; daher konnte er täglich Fleisch essen; denn sobald er eine Falle gestellt hatte, fing sich ein Tier darin.

Eines Tages, als er wieder hinging, um zu sehen, was sich in seiner Falle gefangen hatte, fand er ... weiterlesen


Die Geschichte von den zwei Frauen

Es war einmal ein Mann, der zwei Weiber hatte. Die eine Frau hatte keine Kinder, und ihr Mann liebte sie darum weniger als die andere, welche ihm eine Tochter, die sehr schwarz war, geschenkt hatte, außerdem noch verschiedene andere Kinder; aber die waren Krähen. Numbakatali, so hieß die Frau, welche keine Kinder hatte, war meist traurig und niedergeschlagen; gar oft ging sie allein auf das ... weiterlesen


Die Löwin und der Strauß

Eines Tages brüllte eine Löwin; darauf ließ ein Strauß seine Stimme hören und brüllte auch. Als die Löwin dem Platze nahe gekommen war, wo der Strauß stand, sprach sie zu diesem:

»Bitte, brülle noch einmal!«

Dies tat der Strauß, und die Löwin fand, daß ihre beiden Stimmen einander glichen; deshalb sagte sie zu dem Strauß:

»Du bist meinesgleichen; laß uns ... weiterlesen


Die Sage vom Chamäleon

Der große Geist sandte einst das Chamäleon zu den Menschen.

»Sage ihnen,« sprach er, »wenn ein Mensch stirbt, so soll man ihn mit Brot berühren, damit er wieder lebe.«

Diese Worte hatte die Eidechse gehört; eilig lief sie zu den Menschen und sagte zu ihnen:

»Wenn ein Mensch stirbt, so sollt ihr ihn begraben.«

Auch das Chamäleon machte sich auf den Weg, ... weiterlesen


Der Storch und die Kröten

Einst legte eine Störchin ihre Eier in einen hohlen Baum und brütete sie aus. Als die jungen Störche ausgekrochen waren und nach Nahrung schrieen, hatte Frau Storch nichts, um ihren Hunger zu stillen. Endlich entschloß sie sich auf Anraten einer Freundin, einen Versuch zu machen, die Kröten im nahen Sumpfe zu überlisten. Leise legte sie sich vor Tagesanbruch im Sumpfe nieder streckte die ... weiterlesen


Die verlorenen Kinder Gottes

Der Erschaffer der Welt, der Geist, von dem alles Leben ausgeht, Gott, hatte zwei Söhne. Diese stiegen hernieder auf die Erde und nahmen zwei Pflegerinnen mit sich; denen vertraute Gott sie an. Diese beiden Weiber hießen Rakoriaho und Ravao. Die Söhne Gottes aber waren eines Tages verschwunden, und Rakoriaho und Ravao gingen aus, um sie zu suchen; aber auch diese beiden kamen nicht wieder. Da ... weiterlesen


Wie der Tod in die Welt kam

Die Erde, der Mond, die Sterne und die Sonne sind immer gewesen; aber der Tod war nicht immer in der Welt.

Vor langen, langen Jahren kamen zu den Menschen zwei Boten, die ihnen der große Geist1 geschickt hatte, dem Himmel und Erde gehören.

Es waren das Chamäleon und der Salamander.

Der große Geist hatte zu dem Chamäleon gesagt:

»Gehe hin und sage den Bewohnern ... weiterlesen


Warum der Feldhase keinen Schwanz hat

An dem Tage, da die Verteilung der Schwänze unter die Tiere stattfand, war der Himmel mit dicken, schweren Wolken behangen, und es drohte zu regnen. Der Feldhase, der von jeher den Regen sehr fürchtete, wagte sich nicht aus seiner Höhle hervor, sondern bat die anderen Tiere, ihm doch seinen Schwanz mitzubringen. Sie versprachen es zwar, aber in der Aufregung das Tages dachte hernach keines der ... weiterlesen


Der Löwe und die Schildkröte

Vier außerordentlich große Elfenbeinzähne, so groß, daß jeder Zahn von zwei Männern getragen werden mußte, lagen bereit als Wettlaufpreis, und man sagte:

»Wohlan, laufet um die Wette, alle Tiere! Wer zuletzt ermüdet, bekommt das Elfenbein.«

Da kamen viele Tiere und liefen um die Wette, wurden aber müde und gaben den Wettlauf auf, so daß nur noch der Löwe übrig blieb. ... weiterlesen


Warum der Löwe und der Leopard vor dem Hyänenhun

Ein Hyänenhund bekam vier Junge, und ein Leopard warf drei Junge. Der Hyänenhund ging hin, suchte sich eine Höhle und legte seine Jungen darein. Da kam der Leopard und sprach:

»Komm' laß uns unsere Jungen zusammenlegen!«

Der Hyänenhund weigerte sich und sprach:

»Nein; denn du wirst meine Jungen dem Menschen verraten!«

Der Leopard ... weiterlesen


Zuluschlummerlied

Tula mtwana!

unyoko kalimanga;

walibala innqoba,

innqoba is 'ematsheni.



Kindlein, laß das Schreien sein,

Mutter wird hübsch bleiben;

Brachte gestern Wurzeln heim,

Wird sie heut' zerreiben.


Der Hase, die Hyäne und der Löwe

Ein Hase1, ein Löwe und eine Hyäne hatten sich einen Garten angelegt. Eines Tages berieten sie miteinander, daß sie hingehen wollten, um zu sehen, wie alles in dem Garten gediehen wäre; denn es war die Jahreszeit, von der sie reiche Ernte erhofften. Da der Weg, den sie zurückzulegen hatten, weit war, so schlug der Hase vor, man solle unterwegs nicht stehen bleiben, sondern rüstig vorwärts ... weiterlesen


Der Häuptling und der Vogel

Es war einmal ein großer Häuptling, der war sehr mächtig und sehr stolz; denn er vermeinte, alles zu können. Er war auch ein sehr guter und geschickter Vogelfänger und glaubte, in der Kunst des Vogelfangens komme keiner ihm gleich. Eines Tages erschien in seinem Feld ein sehr schöner Vogel; der fraß alle Früchte und sang fortwährend:

»Tsche, Tsche, Tsche, Tsche, ... weiterlesen


Die Niederlage des Löwen

Einst waren die wilden Tiere bei dem Löwen versammelt. Als der Löwe eingeschlafen war, gab der Schakal einem kleinen Fuchs den Rat, einen langen Strick von Straußensehnen zu drehen, um mit ihm dem Löwen einen schlechten Streich zu spielen. Willig ging der zu allen Schandtaten stets bereite Fuchs auf den Vorschlag ein und drehte eifrig einen Strick. Diesen befestigte er am Schwanze des ... weiterlesen


Ein Zulumärchen von der Hyäne

Eine Hyäne hatte einstmals einen Knochen gefunden, nahm ihn in ihr Maul und lief damit ans nahe Wasser, um dort ihre Mahlzeit zu verzehren. In dem klaren Spiegel des Wassers sah sie den Mond wie ein großes Stück Fleisch vor sich. Gierig schnappte sie danach und ließ dabei die Knochen auf den Boden fallen. Das vermeintliche Stück Fleisch auf dem Grunde des Wassers konnte sie nicht ... weiterlesen


Der Löwe und der Schakal

Der Löwe und der Schakal kamen einstmals überein, daß sie auf Jagd gehen und die Beute miteinander teilen wollten, damit sie für sich und ihre Familien für die Regenzeit einen guten Vorrat hätten.

Da der Löwe von den beiden bei weitem der beste Jäger war, so schlug der Schakal vor, daß sie sich in die Arbeit teilen wollten. Der Löwe sollte jagen, während der Schakal mit seiner ... weiterlesen


Kimyera

In Unyoro herrschte vor langer, langer Zeit ein mächtiger König Namens Uni. Dieser nahm zum Weibe ein Mädchen eines benachbarten Stammes, das hieß Wanyana. Wanyana aber hatte für ihren Gatten nichts wie Haß und Abscheu in ihrem Herzen und zeigte ihm ihre Gefühle täglich. Eines Tages kam zu dem König ein Mann, der wollte Vieh einhandeln, und weil er schön auf der Flöte spielen und gut ... weiterlesen


Warum die Hyäne ein buntes Fell hat

Der Schakal war einst auf Fischfang gegangen und hatte einen großen Vorrat großer und kleiner Fische gefangen. Davon aß er, bis er gesättigt war; dann sprach er bei sich:

»Wer soll nun all die anderen Fische haben?«

Während er noch über diese Frage nachdachte, kam eine Hyäne des Weges.

»Schau, schau,« rief der Schakal, »du kommst gerade im rechten Augenblick, ... weiterlesen



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