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Märchen - Theodor Koch-Grünberg: Indianermärchen aus Südamerika

Von dem Regenbogen, Opito

Es war einmal ein Mädchen, das war an den Fluß gegangen, und dort verschwand es. Nach einem Jahre kam es zurück und erzählte, sie habe im Wasser einen Mann getroffen und sei bei ihm geblieben. Sie holte Maniok und begab sich wieder an den Fluß. Nach zwei bis drei Jahren kam sie zurück. Nun hatte sie einen kleinen Knaben. Sie holte Maniok, um Chicha zu machen. Dann begab sie sich wieder an ... weiterlesen


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Der Stern

Es war einmal ein Jüngling, der lebte im Junggesellenhaus. Eines Nachts blickte er empor zum sternenfunkelnden Himmel. Da fiel ihm ein Stern besonders auf durch seinen ruhigen, hellen Glanz.

»Wie schade, daß ich dich nicht in meine Kürbisflasche einschließen kann, um dich nach Herzens Lust zu bewundern!« rief er aus, seufzte und starrte lange Zeit zärtlich hinauf zu dem gefühllosen ... weiterlesen


Der Besuch im Himmel

In alter Zeit war ein Krieg zwischen zwei Stämmen. Der eine Stamm hieß Kuyalakog, der andere Palawiyang. Der Krieg war in der Gegend des Uraukaima-Gebirges. Die Palawiyang griffen die Kuyalakog an. Sie töteten einige, als sie zur Pflanzung gegangen waren. Da vereinigten sich die Kuyalakog, um die Palawiyang zu vernichten. Sie kamen und griffen sie an. Sie kamen an das Dorf, das aus fünf ... weiterlesen


Wie Krankheit, Elend und Tod in die Welt kamen

In alter Zeit gab es keinen Streit. Alle waren glücklich, und niemand wurde krank und starb.

Damals lebten die Waldgeister unter uns als unsere Freunde und Genossen. Sie waren kleine Leute wie wir. Ein Waldgeist, Yurokon, pflegte besonders oft zu meinen Vorfahren zu kommen und mit ihnen Paiwari zu trinken. Er kam zu diesem Zweck regelmäßig einmal im Monat. Das letztemal, als er kam, ... weiterlesen


Der überlistete Waldgeist

Eine Familie wurde einmal zu einem Trinkfest eingeladen. Alle gingen hin bis auf die Tochter, die sich weigerte mitzugehen. So blieb sie ganz allein zu Hause.

Am späten Nachmittag bekam sie Besuch von einer Freundin, die sie sehr lange nicht gesehen hatte. Wenigstens glaubte sie, es wäre ihre Freundin Dai-adalla, mit der sie den Namen getauscht hatte. In Wirklichkeit aber war ihr ... weiterlesen


Der wunde Mann, die Aasgeier und die Ratte

Meine Vorfahren wohnten in schönen Dörfern. Sie wollten Fische fangen und kamen zahlreich zusammen. Sie holten viele Timboblätter und stampften sie im Mörser. Dann gingen die einen weg und pflückten Timbofrüchte, die anderen schnitten Timbolianen ab. Die einen flochten große Körbe, die anderen kleine Körbe. Dann taten sie die Timboblätter in die vielen Körbe, um im Fluß des roten ... weiterlesen


Die Schildkröte und der Riese

Die Schildkröte saß in einem Baumloch und spielte auf ihrer Flöte. Der Riese hörte es und sagte: »Dies ist niemand anderes als die Schildkröte. Ich will sie fangen.« – Er ging an das Loch. Die Schildkröte spielte ihre Flöte: fing-fing-fing-kulo-fong-fing! Der Riese rief: »Schildkröte!« – Diese antwortete: »U!« – »Komm, Schildkröte, wir wollen unsere Kraft ... weiterlesen


Der Mond

Die Kutanaua wollten die Marinaua töten. Der Marinaua floh. Da kam der Kutanaua und brachte viele Pfeile mit und gab sie dem Marinaua, um ihn zu versöhnen. Dieser freute sich. Er nahm die Pfeile an und hing sie oben in seiner Hütte auf. Darauf unterhielten sie sich miteinander. Als sie damit fertig waren, sagte Kutanaua zu Marinaua: »Nun komm mit mir und besuche auch mein Haus. Mein Weib ... weiterlesen


Makunaima und Pia

Vor langer Zeit lebte eine Frau, die war schwanger geworden durch die Sonne mit Zwillingskindern, Makunaima und Pia. Eines Tages sagte der noch ungeborene Pia zu seiner Mutter: »Laß uns gehen und unseren Vater besuchen! Wir werden dir den Weg zeigen. Pflücke für uns jede hübsche Blume, an der du vorbeikommst!« Daraufhin ging sie nach Westen, um ihren Gatten zu treffen.

Indem sie hier ... weiterlesen


Keri und Kame

Kamuschini begegnete, da er im Walde Blätter der Tukumpalme suchte, um sich Schnur für Bogensehnen zu verschaffen, dem Jaguar Oka, fürchtete sich vor ihm und versprach, ihm Frauen zu machen, wenn er ihn verschone.

Zuerst fällte er Bäume mit rotem Holz, brachte die Klötze nach Hause, stellte sie an einen Maismörser, blies sie an und zog sich ein Weilchen zurück. Als er wiederkam, ... weiterlesen


Die Frau, die vom Gespenst ihres Mannes getötet w

Einst machte sich eine Gesellschaft von Arowaken auf zum Berbice, und unterwegs wurden sie alle ermordet. Es waren lauter verheiratete Männer. Ihre Frauen hatten sie zurückgelassen am Pomeroon. Die Frauen nahmen alle andere Männer, außer einer. Diese war so traurig über den Verlust ihres Mannes, daß sie keinen anderen haben wollte. Sie fand Trost in ihren zwei kleinen Kindern.

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Der rollende Totenschädel

Ein Jägertrupp lagerte im Wald. Die Bratroste waren schwer mit Fleisch beladen. Kapuzineraffen steckten mit ausgebreiteten Armen am Spieß neben zusammengerollten Brüllaffenschwänzen und abgeschnittenen Gliedmaßen von allerlei Tieren. Rund um den Platz herum lagen Köpfe, Felle, Knochen und Eingeweide zerstreut. Die Jäger waren alle ausgezogen und hatten im Lager nur einen Knaben ... weiterlesen


Warum der schwarze Jaguar die Leute tötet

Eines Tages fing Tobe-horoanna, der schwarze Jaguar, draußen im Walde einen jungen Mann. Er schleppte ihn in sein Heim, steckte ihn in einen Topf und sagte: »Du brauchst dich nicht zu fürchten. Ich habe nicht vor, dich zu töten, zu kochen und zu essen. Du wirst am Leben bleiben.«

Als des schwarzen Jaguars Bruder und Schwester heimkamen, sagten sie: »Wir haben gehört, daß du einen ... weiterlesen


Wettlauf zwischen Zecke und Strauß

Die Zecke und der Strauß wollten einen Wettlauf veranstalten, um zu sehen, wer am besten laufen konnte. Als sie zu laufen begannen, hüpfte die Zecke auf den Strauß und biß sich in den Augenwinkeln fest.

Als der Strauß eine Strecke gelaufen war, schielte er nach der Seite, um zu sehen, ob die Zecke auch mit war. Da sie in dem Augenwinkel war, sah er sie an seiner Seite.

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Lehmhans

So machte es Lehmhans (der Töpfervogel).

Meine Vorfahren verstanden kein Haus und keinen Topf zu machen. Da lehrte es ihnen Lehmhans.

Meine Leute betrachteten den Topf (das Nest) des Lehmhans und sprachen: »Das ist der Topf des Lehmhans.«

Lehmhans verteidigte sich und wollte sie zwicken, aber sie liefen davon. Da kam Lehmhans hinter ihnen her und sprach zu ihnen: »Wollt ... weiterlesen


Das Augenspiel

Die Krabbe schickte ihre Augen nach dem Meeressee. Sie sagte: »Geht an das Ufer des Meeressees, meine Augen, fort-fort-fort-fort!« Die Augen gingen weg. Sie blieb ohne Augen. Dann sagte sie: »Ah, sie sind weg, meine Augen! Jetzt werde ich meine Augen rufen!« Dann sagte sie: »Kommt vom Ufer des Meeressees, meine Augen, kommt-kommt-kommt-kommt!« Da kamen ihre Augen zurück.

Während ... weiterlesen


Der Schlangenpfeil

Ein Jäger verirrte sich im Wald und blieb dort. Als er unter einen großen Baum kam, legte er sich schlafen.

Da hörte er schreien. Der Kurupira schlug wider die hohen Baumwurzeln, dann schrie er. Wiederum schrie er und schlug wider eine Baumwurzel. So kam er immer näher. Dann hörte er ihn ganz nahe. Da kam der Kurupira, setzte sich neben ihn, und sie begannen sich zu ... weiterlesen


Die Schildkröte und das Fest im Himmel

Im Himmel feierte man ein Fest, zu dem die Schildkröte und der Aasgeier eingeladen waren. Sie schlug ihm eine Wette vor, wer zuerst dorthin kommen würde. Der Aasgeier nahm die Wette an und packte den Mundvorrat für die Reise in einen Tragkorb. In der Nacht kamen sie überein, daß die Abreise am frühen Morgen vor sich gehen sollte und gingen dann schlafen. Als die Schildkröte sah, daß der ... weiterlesen


Maiuag und Korotoiko

In alter Zeit war Maiuag verheiratet mit einer Schwester der Frau von Korotoiko. Was machte nun Korotoiko? Er ging des Morgens sehr früh weg und schlug mit der Axt einen einzigen Baum nieder. Dann setzte er sich auf den Stumpf und fing an zu schlafen. Erst nachmittags kam er wieder nach Hause zurück. Maiuag ging des Morgens sehr früh weg und kehrte schon um Mittag wieder nach Hause zurück. ... weiterlesen


Die erste Paschiuba-Palme

Vor vielen, vielen Jahren kam aus dem großen Wasserhaus, der Heimat der Sonne, ein kleiner Knabe, der so wunderschön singen konnte, daß viele Leute von nah und fern herbeieilten, ihn zu sehen und zu hören. Der Knabe hieß Milomaki.

Als aber die Leute, die ihn gehört hatten, heimkehrten und Fische aßen, fielen sie alle tot nieder. Da ergriffen ihre Angehörigen Milomaki, der ... weiterlesen


Der Krüppel, der sich in eine Schildkröte verwan

Es war einmal ein Mann mit verkrüppelten Beinen, der war sehr faul. Niemand gab ihm irgend etwas zu essen, und er litt alle Tage Hunger. Niemand arbeitete für ihn; niemand kochte Speise für ihn. Er ging nicht und lag immer auf demselben Platz.

Seine Leute wurden ärgerlich auf ihn. Da sprach der Krüppel zu ihnen: »Freunde, ich kann nicht für euch arbeiten; deshalb zürnt ihr mir. Ich ... weiterlesen


Wettflug zwischen Storch und Kolibri

Man erzählt, daß der Kolibri sich zum Maguary-Storch gesellte.

»Schwager, wir wollen um die Wette fliegen!« sagte er zu ihm.

»Vorwärts! Aber hast du denn auch Kraft zum Fliegen?« antwortete ihm dieser.

»Ich habe Kraft.«

»Das werden wir sehen. Wann soll es denn sein?«

»Morgen früh.«

»Gut! Ich warte auf dich.«

Am anderen Morgen kam ... weiterlesen


Wettlauf zwischen Bremse und Fuchs

»Wir wollen spielen, Freund Bremse!« sagte der Fuchs zur Bremse. »Gut,« antwortete diese. »Was wollen wir spielen?« – »Wettrennen wollen wir spielen,« sagte der Fuchs; »du läufst auf der Erde und ich über der Erde.« – »Gut,« sagte die Bremse. »Jene Eiche dort wollen wir als Ziel nehmen,« sagte der Fuchs. »Gut,« sagte die Bremse.

So rannten sie um die Wette. ... weiterlesen


Die Tochter des Königsgeiers

Die Königsgeier pflegten an einen See zu kommen. Dort legten sie ihre Federkleider ab und badeten in der Gestalt junger Mädchen. Da war ein Mann, der schon anfing alt zu werden, und der kein Weib besaß. Als er die Mädchen in dem See baden sah, dachte er, wie er sich eins davon als seine Gefährtin einfangen könnte. Er baute eine Jagdhütte am Ufer, ging hinein und wartete. Die Geiermädchen ... weiterlesen


Jaguar und Regen

Es war einmal ein Haus, in dem es nachts sehr heiß und rauchig war, weil die Leute ein großes Feuer im Haus angezündet hatten. Deshalb gingen die Leute vor das Haus, banden dort ihre Hängematten an und schliefen draußen. Weit vom Hause war ein Jaguar. Der Regen begegnete ihm und sagte: »O Schwager, was machst du da?« Er antwortete: »Ich mache den Leuten Angst, die dort vor dem Hause sind, ... weiterlesen


Die Liebesgeschichte des Kolibri

Es waren zwei Mädchen, die Kolibri die Flöte spielen hörten. Er spielte so schön, daß eins der Mädchen sagte: »Ihn will ich zum Manne haben!« – Sie suchte den Kolibri auf und schlief bei ihm.

»Wir wollen in mein Haus gehen!« sagte der Kolibri. Als sie dorthin kamen, war es so klein, daß das Mädchen keinen Platz fand. Sie ging deshalb in ihr Dorf zurück.

Am Abend ... weiterlesen


Weshalb die Boaschlangen nicht Menschen fressen

Es war einmal eine große Schlange, die fraß viele Menschen auf. Wenn die Kinder an den Fluß gingen, fraß sie sie auf.

Es war ein Mann, der dachte, die Schlange zu töten. Er zog seinen »Mari« an. In diesem hatte er ein kleines Messer und gerösteten Mais. Dann nahm er seine Flöte und ging spielend aus dem Dorf hinaus. Da kam die Schlange und verschlang ihn.

Im Magen der ... weiterlesen


Die Frau, die ihrem Manne nach Aguararenta folgte

Ein Mädchen wollte sich mit einem Manne verheiraten, aber er starb. Sie hatte ihn sehr gern gehabt. Am Morgen, am Tage nach seinem Tode, während es noch finster war, stand sie vor dem Hause ihrer Eltern und stieß in den Mörser. Da kam jemand und erfaßte den Mörserstab.

»Wer bist du?« fragte sie.

»Ich bin es,« sagte er. Es war ihr toter Mann. »Willst du ... weiterlesen


Warum der Honig jetzt so selten ist

In alter Zeit gab es viele Bienennester mit Honig im Walde. Da war besonders ein Mann, der ganz berühmt dafür war, sie zu entdecken. Er konnte ein Nest finden, wo niemand eins fand. Eines Tages, als er einen hohlen Baum anhieb, in dem er Honig festgestellt hatte, hörte er plötzlich eine Stimme von innen rufen: »Sieh dich vor! Du schneidest mich!« Er öffnete sehr vorsichtig den Baum und ... weiterlesen


Das verliebte Faultier

Eine Frau hatte ein Faultier zum Liebsten. Jedesmal, wenn sie aufs Feld oder in den Wald ging, nahm sie Essen und Trinken mit. Dann rief sie: »Hau! Hau!« Das Faultier kam vom Baum heruntergeklettert, und sie liebkosten einander wie zwei Liebende.

Die Leute fingen an darüber zu reden, warum die Frau wohl immer Essen und Trinken mitnähme, wenn sie aus dem Hause ging. Es war ein junger ... weiterlesen


Die magische Flucht

Man erzählt, daß ein Alter, der drei Töchter hatte, mit ihrem Oheim verabredete, daß er sie mit sich nähme, um Miritifrüchte zu sammeln. Als sie übereingekommen waren, erschien frühmorgens der Yurupari in der Gestalt des Oheims, den er auf dem Weg getötet hatte. Die Mädchen gingen mit dem vermeintlichen Oheim weg. Nachdem sie weit gewandert waren, fragte eine von ihnen, ob es noch weit ... weiterlesen


Die Plejaden

Ein Mann hatte sieben Söhne, die jeden Tag weinten und nach den Eltern riefen: »Papa, ich will etwas zu essen haben! Mama, ich will etwas zu essen haben!«

»Ach, Kinder, ich gab euch schon zu essen, und jetzt ist es genug!«

Man sagt, daß sie immer weiter greinten, und die Mutter sie deswegen anfuhr: »Ihr seid Freßsäcke!«

»Du willst uns also nichts zu essen geben, ... weiterlesen


Der schwarze Jaguar, Wau-uta und der zerbrochene P

Es war einmal ein Mann, der hatte zwei Schwäger. Während er ein rechter Pechvogel war, kehrten sie regelmäßig des Nachmittags mit reicher Jagdbeute heim. Da sagten sie: »Er hat doch kein Glück. Wir wollen ihn unterwegs verlieren!« Sie wollten ihn loswerden.

Eines Tages nahmen sie ihn mit in den Wald. Sie gingen alle drei zusammen, aber bald sagten sie ihm, er solle nach der einen ... weiterlesen


Wie die Schildkröte den Jaguar tötete

Es war einmal ein großes Trinkgelage. Dort waren Aguaratunpa, die Schildkröte und das Kugelgürteltier. Der kleine Sohn der Schildkröte weinte. Als man ihn fragte, warum er weine, sagte er, er wolle die Krallen des Jaguars haben, um damit zu spielen. Die Frau der Schildkröte sagte zu ihrem Manne, er solle die Krallen des Jaguars holen, damit der Kleine damit spielen könne.

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Quellennachweise und Anmerkungen

Den Herren Verfassern der nachgenannten Bücher und Aufsätze und den Verlagshandlungen und den Schriftleitungen der Zeitschriften, denen ich Beiträge für dieses Bändchen entnommen habe, spreche ich meinen aufrichtigen Dank aus.



I. Quellenwerke

Abkürzung beim Zitat

Barbosa Rodrigues, João: Poranduba Amazonense. Rio de Janeiro 1890

B.R.

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Der Ursprung des Honigfestes

Es waren einst zwei Brüder. Der eine machte sich eine Jagdhütte in der Krone eines Azywaywabaumes, auf dem sich die Araras zu versammeln pflegten, um die Blüten zu fressen. Er hatte schon viele Araras geschossen, als zwei Jaguare kamen. Sie brachten Stücke von Kürbisflaschen mit, die sie mit Nektar anfüllten, den sie aus den großen, gelben Blüten des Azywaywa auspreßten. Der Mann sah ... weiterlesen


Makonaura und Anuanaitu

In uralter Zeit, als die Großmütter unserer Großmütter noch nicht geboren waren, war die Welt ganz anders als heute. Die Bäume trugen unaufhörlich Früchte das ganze Jahr hindurch. Die Tiere lebten in vollkommener Eintracht, und das kleine Aguti spielte ohne Furcht mit dem Bart des Jaguars. Die Schlangen hatten kein Gift. Die Flüsse flossen gleichmäßig dahin ohne Fallen und Steigen. ... weiterlesen


Wettlauf zwischen Schildkröte und Hirsch

Eine kleine Schildkröte wollte ihre Verwandten besuchen und begegnete einem Hirsch. Dieser fragte sie: »Wohin gehst du?« – Die Schildkröte antwortete: »Ich gehe, meine Verwandten einzuladen, damit sie meine große Jagdbeute, den Tapir, holen.« – Der Hirsch sprach: »Du hast also einen Tapir getötet? Gehe, rufe alle deine Leute! Ich bleibe hier, um sie alle zu sehen.« – ... weiterlesen


Kaboi

Kaboi, der Ahnherr der Karaja, lebte mit seinem Volke in der Unterwelt. Es schien dort die Sonne, wenn auf Erden Nacht war, und umgekehrt. Einst drang der Schrei des Steppenvogels Seriema bis dahin, und Kaboi beschloß, von einigen Leuten begleitet, dem Ton zu folgen. So gelangte er an ein Loch, das auf die Oberfläche der Erde führte. Aber nur seine Leute konnten hindurch, während er selbst ... weiterlesen


Die Falken und die Sintflut

Ein Mann fand auf einem Baume das Nest eines Falken und holte seinen jüngeren Bruder, damit er ihm helfe, es auszunehmen. Sie machten eine Leiter, und der ältere stieg hinauf, während ihm der jüngere die Stangen hinaufbrachte. Während dieser Arbeit fiel dem jüngeren irgend etwas von dem Baum auf den Kopf, und er bat die Frau seines Bruders, es ihm aus dem Haar herauszusuchen. Als der ... weiterlesen


Tatutunpas und Aguaratunpas Verheiratung

Es wird erzählt, dort war einmal ein großer Häuptling, Chiqueri, und dort waren auch Tatutunpa und Aguaratunpa. Sie lebten alle weit, weit fort von hier. Am weitesten wohnte der große Häuptling. Dieser hatte Tatutunpa kommen lassen, um ihm seine Tochter zur Frau zu geben. Tatutunpa kannte viele Künste, und Aguaratunpa kannte auch viele Künste.

Tatutunpa machte sich auf den Weg. Er ... weiterlesen


Der Maguary und der Schlaf

Man erzählt, daß der Maguary den Schlaf töten wollte und ihn auf einem Ast erwartete. »Ich will diesen Schlaf töten; jetzt will ich wachen, um ihn zu töten.« Er wartete. Der Schlaf ließ nicht lange auf sich warten. Der Maguary sah eine Gestalt kommen. »Das scheint der Schlaf zu sein, der da kommt.« Man sagt, daß, als die Gestalt schon nahe war, und der Schlaf ganz nahe war, der ... weiterlesen


Sintflut und Weltschöpfung

In längst vergangenen Zeiten fand eine Überschwemmung statt, welche die ganze von unseren Vorfahren bewohnte Erde bedeckte.

Nur die Spitze des Gebirges Krinjijinbe ragte noch aus den Wassern hervor. Die Kaingang, Kayurukre und Kame schwammen in der Richtung auf sie zu, jeder mit einem leuchtenden Feuerbrand zwischen den Zähnen.

Die Kayurukre und die Kame wurden müde und sanken ... weiterlesen


Der Kurupira und die Frau

Man erzählt, daß ein Mann von seiner Frau einen kleinen Sohn hatte. Eines Tages ging der Mann jagen und begegnete dem Kurupira. Dieser tötete ihn, öffnete ihm den Leib und nahm die Leber heraus! Dann zog er ihm Hose und Hemd aus und bekleidete sich damit. So verkleidet, ging er zu der Frau des Toten und rief:

»Alte! Alte! Wo bist du?«

»Hier bin ich,« antwortete ... weiterlesen


Der Waldgeist mit den großen Ideen

Eines Tages begegnete ein Mann tief im Walde einem Waldgeist. Der fragte ihn, was er dort wolle. Der Mann sagte, er sei gekommen, um zu jagen. Da befahl ihm der Waldgeist einige Akara, schwarze Landkrabben, zu suchen. Nach einer Weile kehrte er zur Jagdhütte zurück und brachte einige Krabben. Aber als der Waldgeist sie sah, lachte er: »Dies ist nicht die richtige Art, die ich haben wollte. ... weiterlesen


Das Mädchen, das der Kondor raubte

Es war einmal ein Mädchen, das hütete die Schafe. Da kam ein Kondor und entführte sie in seine Grotte. Dort war sie zwei Jahre lang. Eines Tages begab sich der Kondor zusammen mit dem Fuchs hinweg, um seiner Frau Fleisch zu holen. Da hörte er einen Vogel, Pitchatanca, etwas rufen.

»Was sagt er?« sagte der Kondor zu dem Fuchs.

»Er sagt, du sollest dich beeilen, das Fleisch zu ... weiterlesen


Die Totenbraut

Ein Mann, der eine Liebste hatte, starb. Da hörte seine Liebste, daß er gestorben war.

Als er nun gestorben war, wurde er begraben und, man tötete alle seine Pferde auf dem Grabe; alle seine Habe wurde mit ihm in das Grab gelegt, sein Sattel, seine Sporen, sein Messer, seine Reitpeitsche, seine Lanze, alles wurde mit hineingelegt.

Über zehn Tage nachher ging der Tote zu der ... weiterlesen


Die Affenfrau

Es war einmal ein Mann und eine Frau, die hatten eine Äffin gefangen und aufgezogen. Sie war so zahm und anhänglich geworden, daß die alten Leute sie ruhig allein zu Hause ließen, wenn sie fortgingen. Eines Tages, als sie ausgegangen waren, um Freunde zu besuchen, streifte die Äffin ihre Haut ab, warf sie über einen der Hausbalken und band sich eine Perlenschürze um und anderen Zierat, der ... weiterlesen


Die Erschaffung der Welt

Es wird erzählt, daß im Anfang ein Tunpa war. Er machte die Erde mit dem Himmel und alle Sterne, die Sonne und den Mond. Es wird erzählt, daß diese Erde nichts trug, daß sie ganz kahl war. Tunpa setzte da allerlei Früchte hinein, um die Armen zu speisen, wie die Caraguata und die Mangara. Es wird erzählt, daß dort eine Algarrobo war, die Mutter aller Bäume. An diesem Baum waren allerlei ... weiterlesen


Der Raub des Feuers

Das Feuer war früher im Besitz des Königsgeiers. Die Tembe trockneten das Fleisch, das sie essen wollten, nur in der Sonnenhitze. Die Tembe beschlossen, dem Königsgeier das Feuer zu rauben, und töteten zu diesem Zweck einen Tapir. Sie ließen ihn liegen, und nach drei Tagen war er verfault und voll Maden. Der Königsgeier kam mit seiner Sippe herab. Sie zogen ihre Federkleider aus und hatten ... weiterlesen


Hänge keinen, bevor du ihn hast

Eines Tages jagte ein Mann im Walde weit entfernt von seinem Hause. Die Nacht überraschte ihn, als er gerade daran dachte umzukehren. Im Dunkeln verlor er den Weg. Da legte er sich zum Schlafen nieder, gerade unter ein überhängendes Nest der Baumameisen. Nach einer Weile fragten ihn die Ameisen, ob er schon schliefe, und er sagte: »Noch nicht.« Nach einiger Zeit wiederholten sie ihre Frage ... weiterlesen


Korobona

Im Lande der Warrau gab es einen klaren, ruhigen See, in dessen Wasser man nicht baden durfte. Eines Tages kamen zwei junge Warraumädchen singend von den Hügeln herunter und wagten sich in die Nähe des verbotenen Wassers, obgleich ihre Brüder ihnen gesagt hatten: »Nehmt euch in acht, der See ist gefährlich, badet dort nicht!«

Die ältere der beiden Schwestern, die schöne Korobona, ... weiterlesen


Was die Äffchen sagen

Die Schwarzmäuler schlafen, dicht aneinander gekauert, auf den Blättern der Yauary-Palme. In Gewitter-und Regennächten wimmern und schreien die Jungen vor Kälte. So geht es auch den Mutteraffen. Die Väter sagen dann: »Morgen machen wir unser Haus.« Ein anderer antwortet: »Ja, morgen.« – Wenn es wieder Morgen wird, sagen sie: »Wollen wir unser Haus bauen?« Der eine antwortet: ... weiterlesen


Jaguar und Blitzstrahl

Der Jaguar traf den Blitzstrahl, der gerade eine Keule machte. Der Jaguar kam von hinten, und der Blitzstrahl merkte es nicht. Der Jaguar sprang auf den Blitzstrahl los, faßte ihn aber nicht. Er glaubte, es wäre ein Tier und wollte es fressen. Der Jaguar fragte den Blitzstrahl, ob er Kraft hätte. Der Blitzstrahl antwortete, er habe gar keine Kraft. Da sagte der Jaguar: »Ich bin nicht so wie ... weiterlesen


Das Reh und die Schildkröte

Das Reh traf eines Tages die Schildkröte, als sie ihre Hufen reinigte, denn in jener Zeit trug die Schildkröte Hufen, und das Reh hatte Krallen. Da sagte das Reh: »Mein Freund, du hast hübsche Sandalen. Laß sie mich einmal versuchen!« Die Schildkröte war sehr stolz darauf, gab sie ihm und sprach: »Gewiß, warum nicht?« Sie erhielt dafür die Krallen des Rehs. Als das Reh nun die Hufen ... weiterlesen


Eteto

Es war einmal ein Jüngling namens Eteto. Er war verheiratet und hatte einen Schwager. Dieser sagte zu ihm, er töte gar nichts, obgleich er jeden Tag auf die Jagd ginge.

Eines Tages fand Eteto eine kleine Kürbisflasche. Sie gehörte Salo, der Fischotter, die sie zur Hälfte mit Wasser füllte und am Ufer ausschüttete. Dann kamen viele Fische aus der Kürbisflasche. Salo hatte die ... weiterlesen


Nasenbär, Taube und Faultier

Das Faultier ist sehr faul. Es arbeitet nicht; es gibt sich nur mit dem Essen ab. Alle Jagdtiere ärgern sich über das Faultier, wenn sie ihm begegnen. Das Faultier ist außerordentlich faul.

Der Nasenbär gab dem Faultier einen Auftrag, aber das Faultier wollte nicht arbeiten; es wollte nur essen. Da prügelte es der Nasenbär. Das Faultier konnte nicht weglaufen und weinte. Da ... weiterlesen


Adaba

Es waren einmal drei Brüder, die zogen aus zum Jagen und nahmen ihre Schwester mit. Weit draußen im Walde bauten sie eine Hütte. Dort blieb die Schwester ganz allein, während die Brüder in den Wald hineinzogen auf der Suche nach Wild. Jeden Tag jagten die drei Brüder in allen Richtungen, aber sie brachten niemals Wildbret mit außer einem Hokko. So ging es viele Tage.

Nun lebte nahe ... weiterlesen


Die Jaguarin, die ihre Enkel fraß

Ein Kaschinaua ging in den Wald jagen und sah von ferne eine Urikurypalme. Die Früchte fielen von der Urikury, und die Jagdtiere aßen sie. Der Kaschinaua beobachtete es eine Zeitlang und kehrte dann heim.

Als sich die Sonne neigte, nahm er sein Weib mit und machte auf der Urikury eine Hütte, um zu jagen. Er reinigte den Wald, damit sein Weib sich hinsetzen konnte, und ging weg. »Warte ... weiterlesen


Dohit

Dohit war zur Erde gekommen, und dort machte er aus Lehm Puppen und verwandelte sie in Menschen. Dann kletterte er auf einer Leiter zum Himmel hinauf. Als er oben war, verschloß er den Himmel fest. Dort blieb er lange Zeit.

Eines Tages wollte Dohit die Erde besuchen. Er sagte da zu seinem Kameraden, dem Königsgeier Keri:

»Wie komme ich herunter, da ich doch so gut zugeschlossen ... weiterlesen


Der Erwerb der Nacht

Zu Anfang war der Himmel der Erde viel näher als jetzt. Da beschlossen die Vögel, ihn ein Stück höher zu heben. Sie vereinigten sich alle zu dieser Arbeit und luden auch die Fledermaus dazu ein. Diese wollte sich aber nicht anstrengen und verweigerte ihre Hilfe. Seitdem muß sie mit dem Kopf nach unten schlafen.

Die alten Tembe hatten ihre Hütten auf einer Steppe. Zu jener Zeit war es ... weiterlesen


Serikoai

Im Anfang unserer Tage sah eine jungverheiratete Frau, Wawaiya, einen jungen Tapir ruhig an ihrer Seite dahingehen.

»Wer bist du,« sagte die Frau, »daß du so neben mir gehst?«

»Sie nennen mich Wailya,« antwortete er. »In verwandelter Gestalt suche ich deine Nähe; denn du bist lieblich anzusehen.«

Wenn ihr Mann zum Jagen ging, begab sie sich zu ihrem Feld, und ... weiterlesen


Der alte Aasgeier und seine Töchter

Man erzählt, daß ein alter Aasgeier vier Töchter hatte. Eine war verheiratet mit der Eidechse, die andere mit der Eule, die dritte mit der Ente und die vierte mit der kleinen Taube. Man sagt, daß die Schwiegermutter zu ihren Töchtern sprach: »Ach, meine Töchter, laßt unsere Pflanzung herrichten!«

»Ja, Mutter,« antworteten sie.

Sie sagten es sogleich ihren ... weiterlesen


Die Ratte, die sich in die Fledermaus verwandelte

Es war einmal eine sehr alte Ratte, die nicht mehr arbeiten konnte. Da dachte sie nach und sprach: »Ich bin schon so alt und kann nicht mehr arbeiten. Deshalb habe ich es mir überlegt: Ich will mich verzaubern. Was soll ich aber werden? Ich möchte im Dunkeln sehen und nicht gesehen werden.«

Also sprach sie. Dann kam ihr ein Gedanke, und sie fuhr fort: »Soll ich Schabe werden? Das will ... weiterlesen


Wie der Ziegenmelker entstand

Es war einmal ein Mann, der ging aus, um Landkrabben zu fangen. Er wartete auf Regen, denn nur wenn es regnet, kommen die Krabben aus ihren Löchern in den Sümpfen hervorgekrochen.

Als nun der Regen fiel, wurde sein Haar naß. Darum stülpte der Mann seine Kalabasse wie eine Mütze auf den Kopf, so daß nur wenig von seinem Haar ringsherum darunter hervorsah.

Da begegnete ihm ein ... weiterlesen


Tiri und Karu

In alter Zeit versengte ein böser Geist, genannt Sararuma oder Aïma Sunje, das ganze Land der Yurakare. Kein Baum, kein Lebewesen hielt dieser Feuersbrunst stand. Ein Mann, der die Vorsicht gehabt hatte, sich eine sehr tiefe unterirdische Wohnung zu graben, wohin er sich mit Lebensmitteln für die Dauer des Feuers zurückzog, war allein dem allgemeinen Verhängnis entwischt. Um sich zu ... weiterlesen


Wie Aguaratunpa seinen Bruder nach dem Himmelsgew

Aguaratunpa lebte mit seinem Bruder zusammen. In einem Korb hatte er zwei kleine Papageien. Eines Tages flogen sie nach einem Acker, wo sie Mais aßen. Als sie nach Hause kamen, hatte der eine Maismehl um den Schnabel. »Woher hast du das?« fragte Aguaratunpa. »Von einem Acker weit hinten, wo die Sonne untergeht,« sagten die Papageien.

Am folgenden Tag schickte Aguaratunpa die Papageien ... weiterlesen


Der Mann mit der Brüllaffenfrau

Vor langer Zeit lebte einmal ein Aruakjäger. Er war eines Tages tief in den Wald gegangen, ohne zu Schuß zu kommen. Erst spät am Nachmittag erlegte er ein Brüllaffenweibchen. Es war zu spät, um seine Beute nach Hause zu bringen, so baute er sich eine Schutzhütte und machte es sich darin für die Nacht bequem. Dann schnitt er dem Tier den Schwanz ab, briet ihn und aß ihn und legte den ... weiterlesen


Die Sintflut

Die Kaschinaua lebten zufrieden, bewohnten viele schöne Dörfer und hatten Überfluß an Nahrungsmitteln. Sie dachten an nichts Schlimmes. Sie waren sehr glücklich. Sie wohnten am Ufer des reißenden Stromes. Da begann es zu regnen, unaufhörlich. Es regnete am hellen Tag; es regnete in tiefer Nacht. Unaufhörlich regnete es in Strömen. Kein Mensch konnte weit vor das Haus gehen. Alle lagen in ... weiterlesen


Woher die Aimara-Fische so schöne, große Augen h

Eines Nachmittags kehrte ein Jäger aus dem Walde heim. Da sah er einen Waldgeist, der einen Korb flocht. Er erkannte ihn nicht eigentlich als Waldgeist, aber er sah, daß die unheimliche Erscheinung am ganzen Leib, im Gesicht und an den Gliedern mit dichten Haaren bedeckt war. Er fragte das Gespenst, was es da tue, aber er erhielt nur das Wort »bako« (»Augenhöhle«) zur Antwort. Auf jeden ... weiterlesen


Die Zauberpfeile

In einem Walde hausten zwei große Brüllaffen, welche die Menschen fraßen, deren sie habhaft wurden. Zwei Brüder machten sich auf, sie zu töten. Unterwegs sahen sie eine Kröte sitzen. »Wohin des Wegs?« fragte diese. – »Wir gehen, die Affen zu erlegen.« – »Wollt ihr mich zum Weibe nehmen, so sage ich euch, wie ihr euch zu verhalten habt; wenn nicht, so geht ihr dem sicheren ... weiterlesen


Das Fest der Tiere

Die Tiere feierten einst ein Fest, das viele Tage lang dauerte. Alle waren dazu eingeladen: Rehe und Tapire, Wildschweine und Jaguare und Vögel von allen Arten. Viele waren schon angekommen, und immer neue zogen noch heran. Den großen Falken Wyrohuete hörte man von fern auf einer Signaltrompete blasen: »Bu-bu-bu«! Und die Tiere freuten sich und sprachen: »Da kommt der große Falke auch, um ... weiterlesen


Schildkröte und Tapir

Die Schildkröte ist ein guter Mann, nicht bösartig.

Eines Tages befand sie sich unter einer Taperewa, um ihre Mahlzeit einzunehmen. Da kam ein Tapir und sagte zu ihr: »Geh weg da, Schildkröte, mache dich fort von hier!«

Die Schildkröte antwortete: »Nein, ich werde nicht weggehen, denn das ist mein Baum!«

»Geh weg, Schildkröte, sonst trete ich dich unter die ... weiterlesen


Der Alligator und die streitbaren Weiber

Die Weiber eines Dorfes pflegten zu gewissen Zeiten nach einer Lagune zu gehen, wo ein großer Alligator hauste. Hier hatten sie sich Hütten errichtet mit Kochgeräten, Töpfen usw. Federschmuck und schöne Leibgürtel nahmen sie dorthin mit, auch Moschus, den Körper einzureiben. Eines der Weiber wurde mit allen diesen Zierraten ausgestattet und ihre Haut mit Moschus bestrichen. So blieb sie am ... weiterlesen


Die Zwillinge

Im Anfang waren nur zwei Menschen, Mann und Frau, und die Frau war schwanger. Der Gatte befahl ihr, Mais zu pflanzen. Als diese Arbeit getan war, befahl er ihr, zurückzukehren und grüne Maiskolben zu suchen. Sie hielt es nicht für möglich, sie zu finden, und gehorchte ihm nicht. Er bestand darauf und fügte hinzu, daß der Sohn, den sie bei sich trug, auch Hunger habe. Da wurde sie zornig und ... weiterlesen


Wie der Hirsch die Kaschinaua den Ackerbau lehrte

Meine Vorfahren hatten in der Zeit des Hungers nichts zu essen. Sie schlugen Jacypalmen nieder, schälten die Rinde ab und aßen sie. Sie aßen Kokos. Sie aßen Urikury. Etwas anderes hatten sie nicht.

Ein Mann ging Urikury holen und stellte sich unter den Baum und aß von den Früchten. Da erblickte ihn der Hirsch. Der Mann erschrak und blieb stehen. Der Hirsch fragte ihn: »Was machst du ... weiterlesen


Epetembo

Ein Mann sprach zu seiner Frau: »Es regnet; ich will angenehm träumen!« Die Frau faßte seine Worte falsch auf und sagte zu ihren Brüdern: »Hört, was euer Schwager gesagt hat: ›Ich will angenehm im Regen träumen!‹« Die bösen Schwäger banden darauf den Mann fest in seine Hängematte und hingen ihn vor das Haus in den Regen. Der Mann konnte sich ihrer nicht erwehren. Zitternd ... weiterlesen


Die Entstehung des Tequendama-Falles

In längst vergangenen Zeiten, bevor der Mond die Erde begleitete, lebten die Bewohner der Hochebene von Bogota als rohe Wilde, nackt, ohne Ackerbau, ohne Gesetze und ohne Kult. Plötzlich erschien unter ihnen ein Greis, der von den Ebenen im Osten der Cordillere von Chingasa kam. Er war anscheinend von ganz anderer Rasse als die Eingeborenen, denn er hatte einen langen und dichten Bart. Er trug ... weiterlesen


Der Zauberarzt Makanaholo

Keiner war so weit vorgeschritten in der Kunst der Zauberärzte, wie der Zauberarzt Makanaholo. Er erhob sich von der Erde, ging über die Bäume, ja, er gab sich Flügel, wenn er wollte. Am wunderbarsten aber von allen seinen Künsten war die Macht, willkürlich sein Aussehen zu wechseln und die Gestalt dieses oder jenes Tieres anzunehmen, wie es ihm gerade gefiel. Immer spielte der Hirsch ... weiterlesen


Wie die Fischgifte in die Welt kamen

Es war einmal eine Frau namens Keyulewä. Diese hatte einen kleinen Sohn, der jeden Tag viel weinte. Seine Mutter war seines Weinens überdrüssig. Sie ergriff den Knaben und führte ihn aus dem Haus, ließ ihn mitten auf dem Weg stehen und verschloß das Haus. Dann sagte sie: »Friß diesen Knaben, Fuchs!« In der Nacht, als die Tür verschlossen war, und der Knabe draußen weinte, kam der ... weiterlesen


Du sollst nicht stehlen

Es waren einmal zwanzig Männer, die gingen zusammen auf die Wildschweinsjagd. Sie nahmen ihre Hängematten mit, denn sie gedachten einige Tage fortzubleiben. Sie fanden bald Fährten und verfolgten sie bis zum Abend. Dann schlugen sie ihr Lager auf. Am nächsten Morgen folgten sie den Fährten weiter bis zum Mittag. Da bemerkten sie eine Menge Lebensmittel, alle fertig zum Verzehren, Speise und ... weiterlesen


Die Pfeilketten

Abaangui, der Großvater der Guarayu, hatte zwei Söhne. Eines Tages schoß ein jeder von ihnen einen Pfeil gen Himmel, so daß er fest im Himmelsgewölbe haften blieb. Darauf schossen sie jeder einen zweiten Pfeil in den ersten und so fort, bis zwei Pfeilketten vom Himmel bis zur Erde reichten. An diesen kletterten sie zum Himmel und blieben dort, verwandelt in Sonne und Mond.


Wie die Warrau auf die Erde kamen

Im Anfang wohnten die Warrau in einer schönen Gegend über dem Himmel. Außer ihnen gab es dort nur Vögel, die ihren jungen Jägern zur Beute wurden.

Einer von ihnen, mit Namen Okonorote, verfolgte eines Tages einen Vogel. Er schoß nach ihm, aber der Pfeil verfehlte sein Ziel und verschwand. Als er den Pfeil suchte, kam er an ein Loch, durch das er gefallen war. Er sah hinab und ... weiterlesen


Der auferweckte Ameisenbär

Ein Kaschinaua ging jagen. Ohne Weg drang er tief in den Wald ein und machte sich einen Pfad, indem er beständig die Sträucher mit der Hand knickte. Sehr weit ging er. Allmählich wurde er nachlässig und bezeichnete seinen Weg nicht mehr. Da litt er großen Durst. Vergeblich suchte er Wasser, bis er müde wurde. Schließlich konnte er den Durst nicht mehr ertragen und starb.

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Isi

Die Alten erzählen, daß im Anfang unserer Zeit am Rio Caiary eine große Menge Weiber erschien, begleitet von altersschwachen Männern, durch die sie keine Kinder bekommen konnten. Sie waren traurig, weil sie voraussahen, daß die Menschheit auf diese Weise aussterben würde.

Eines Tages erschien ein Zauberer bei ihnen und sprach:

»Ihr seid traurig?«

»Ja, wir sind ... weiterlesen


Der Knabe und der Bakurao

Eine Mutter ging mit ihrem Knaben in die Pflanzung, und während sie Maniokwurzeln ausriß, schoß der Knabe am Waldrande nach Vögeln. Ein Bakurao flog vor ihm auf und setzte sich ein Stückchen weiter nieder. Der Knabe schoß einen Pfeil nach ihm ab, der aber nicht traf. Der Vogel flog darauf wieder ein Stück weiter und wartete. Der Knabe lief ihm nach und schoß zum zweitenmal, ohne zu ... weiterlesen


Die Speerbeine

Es lebten einmal zwei Brüder, die beide gern auf die Jagd gingen. Eines Tages, als sie tief im Innern des Waldes waren, hörten sie den frohen Lärm eines Trinkfestes. Der ältere Bruder sagte: »Komm, laß uns zu den Leuten gehen!« Aber der jüngere Bruder antwortete: »Nein, das können unmöglich wirkliche Menschen sein, die hier so weit draußen im Walde ein Fest feiern; es müssen ... weiterlesen


Der Wildschweinkobold

Ein Mann wohnte zusammen mit seiner Frau, seiner Schwiegermutter und seinem kleinen Sohn. Der Bruder des Mannes war vor drei Jahren von dem Wildschweindämon geraubt worden, und nun wanderte er mit den Wildschweinen in den Wäldern umher.

Der Mann verstand nicht zu jagen. Er konnte nur Fische mit Gift fangen, hier und da eine Schildkröte greifen und Schildkröteneier sammeln. Er konnte ... weiterlesen


Sintflut

In alter Zeit fiel einmal ein starker Regen, der die von uns bewohnte Erde überschwemmte. Ein einziger von unseren Vorfahren erblickte, als er schon sehr ermüdet dahinschwamm, den Wipfel einer Palme, der aus den Gewässern auftauchte. Er näherte sich ihm und faßte einen Wedel, der aber, weil er trocken war, abbrach. Getragen von dem Wedel fuhr er fort zu schwimmen. Bei Einbruch der Nacht sah ... weiterlesen


Warum die Sonne langsamer geht

Kaherero, ein Karajamädchen, heiratete den reichen Schokroä. Sie wurde in den Wald geschickt, um Holz zu holen. Die Sonne lief aber so schnell, daß die Nacht hereinbrach, ehe sie fertig wurde. Da beklagte sich das Mädchen bei ihrer Mutter: »Warum habe ich einen so reichen und mächtigen Mann geheiratet, wenn ich gezwungen sein soll, so schnell zu arbeiten? Das halte ich nicht aus. Mache ... weiterlesen


Die Jaguarfrau

Es war einmal ein Mann, der war berühmt als Wildschweinjäger. Bei anderem Wild mochten es ihm viele seiner Freunde gleich tun, aber auf der Wildschweinjagd war ihm sicherlich keiner über. Es gelang ihm stets, fünf oder sechs Wildschweine zu erlegen, während der Jaguar, der stets der Rotte auf der Fährte folgte, nur eins oder zwei erlegte.

Der Jaguar mußte seinen Erfolg bemerken, ... weiterlesen


Die Geschichte von Haburi

Vor langer Zeit lebten einmal zwei Schwestern allein zusammen. Sie hatten keinen Mann, der für sie sorgte.

Eines Tages fällten sie eine Mauritiapalme, um aus ihrem Mark Mehl herzustellen. Es war über dem Fällen spät geworden, deshalb ließen sie die weitere Arbeit und gingen nach Hause. Als sie am anderen Morgen an den Platz kamen, fanden sie das Mehl schon fertig zubereitet. Sie ... weiterlesen


Warum die Guarayu im Rausch ihre Frauen prügeln

Nachdem Abaangui, der Großvater der Guarayu, die Welt geschaffen hatte, fühlte er Hunger, und um ihn zu befriedigen, schuf er die Yuca, den Mais, die Bananen und andere Früchte. Während diese wuchsen und die Früchte reiften, ernährte er sich mit der Frucht Camaapu. Mit so geringer Speise verbrachte er die ganze Zeit, bis die Yuca reif geworden war. Dann schickte er sein Weib aus, eine ... weiterlesen


Der Wunderbaum

Es gab eine Zeit, da hatten die Indianer noch keine Kassawa zu essen. Sie litten alle Hunger. Die Tiere und die Vögel hatten auch nichts zu essen. Sie hatten auch Hunger. Nur der Tapir ging regelmäßig jeden Morgen aus und kehrte des Abends zurück und war immer rund und fett. Die anderen sahen, was er fallen ließ: Bananenschalen, Zuckerrohrstreifen usw., und sagten zueinander: »Der Tapir ... weiterlesen


Wie die Wespe die Aasgeier betrog

Meine Leute hatten Jagdbeute gemacht und waren dabei, sie zu zerlegen. Da kam die Wespe, kniff ein Kügelchen Fleisch ab und tat es in ihren kleinen Mund, um die Aasgeier zu betrügen. Dann flog sie weg in den Himmel.

Sie begegnete dem Aasgeier und sprach: »Aasgeier, hast du Hunger?«

»Ich habe Hunger,« erwiderte er.

Da sagte die Wespe: »Dort ist Fleisch im Überfluß. ... weiterlesen


Die große Schlange

Man erzählt, daß ein Weib eines Tages in die Hütte eines verheirateten Mannes kam und bat, dableiben zu dürfen. Der Mann fragte sie:

»Was kannst du denn?«

»Ich kann spinnen,« antwortete sie.

»So spinne!« sagte er und gab ihr Baumwolle.

Die Frau blieb in seiner Hütte. Sie ließen sie dort allein und gaben ihr nichts zu essen. Da ging sie zu dem Hühnernest ... weiterlesen


Warum die Kinder krank werden und schreien

Einst ging ein Mann in den Wald, um Rehe zu jagen. Er machte sich eine Jagdhütte auf einem Heuschreckenbaum. Dahinein setzte er sich, nahm Pfeil und Bogen zur Hand und wartete, daß die Tiere kämen, um von den Früchten zu fressen, die heruntergefallen waren.

Nach einiger Zeit kam die Frau eines Waldgeistes daher. Sie hatte ihr Kind an der Brust und trug einen Korb am Stirnband. Als sie ... weiterlesen


Das Haus der Jungfrauen

Man sagt, daß es in früheren Zeiten am Anaua, am Caiary Jungfrauen gab, die die heiligen Geräte hüteten.

Man sagt, daß einmal eine dieser Jungfrauen geflohen sei, um sich einen Mann zu verschaffen. Als sie in den Wald gekommen war, und die Nacht anbrach, ging sie schlafen. Gegen Morgen weinte sie. Da hörte sie Männer sprechen. Einer von ihnen sagte:

»Ich werde mich nicht ... weiterlesen


Die Schildkröte und der Mensch

Die Schildkröte saß in ihrer Höhle und spielte Flöte. Die Leute, die vorübergingen, lauschten. Einer sagte: »Ich will diese Schildkröte fangen!« Er trat vor die Höhle und rief: »Schildkröte!« – Diese antwortete: »U!« Der Mann sagte: »Komm heraus, Schildkröte!« – »Wohl, hier bin ich; ich komme schon!« – Die Schildkröte kam heraus. Der Mann faßte sie und trug ... weiterlesen


Die Pirarukus

In einer Lagune waren reiche Fischgründe, wo zur Wasserzeit immer viele Fische gespeert wurden. Oft aber ereignete es sich dabei, daß die Fische die Kanus nach sich zogen und sie an einem großen Baumstamm in der Mitte des Sees zum Umschlagen brachten. Eines Tages ging Aschurä mit einigen Kameraden dort fischen. Da tauchte vor ihnen plötzlich die Federmaske eines Piraruku auf. Die Leute ... weiterlesen


Wie die Plejaden an den Himmel kamen

Es war einmal ein Mann namens Schilischoaibu; der hatte eine Frau, Wayulale, die nichts von ihm wissen wollte. Er hatte einen schönen Bruder, den sie lieb hatte.

Bei einer Gelegenheit pflückte Schilischoaibu Abacate-Früchte und stieg auf den Baum. Sie hatte eine Axt mitgenommen und hielt sie versteckt. Der Mann stieg auf den Baum, um Früchte zu holen. Er warf die Früchte herab, und ... weiterlesen


Der alte Latrapai

Der alte Latrapai hatte zwei Töchter. »Sie sollen mir arbeiten,« sagte er. »Ich werde meine beiden Töchter verkaufen.« Er hatte aber auch zwei Neffen. »Meine beiden Neffen werden mir arbeiten; dafür sollen sie sich mit meinen Töchtern verheiraten,« sagte der alte Latrapai.

Da machten sich die beiden Brüder auf; der eine hieß Konkel, der andere Pediu; und sie kamen beide an. Da ... weiterlesen


Wie der Zitteraal entstand

Es war einmal ein Mann, der fürchtete sich sehr vor dem Wasser und badete sich nicht. Als seine Verwandten eines Tages badeten, sprach er: »Ich will hingehen und ihnen zusehen!« Er tat es, setzte sich an das Ufer des Flusses und schaute ihnen zu. Da sagte einer von ihnen: »Jener Mann, der sich dort hingesetzt hat, fürchtet sich vor dem Fluß. Ich werde ihn hineinstoßen. Gebt ... weiterlesen


Schildkröte und Jaguar

Die Schildkröte schrie: »Meine Verwandten, meine Verwandten! Kommt herbei!«

Der Jaguar hörte sie, eilte herbei und fragte: »Warum schreist du so, Schildkröte?«

Die Schildkröte antwortete: »Ich rufe meine Verwandten, damit sie mit mir meine große Jagdbeute, einen Tapir, verzehren!«

»Einen Tapir!« sagte der Jaguar. »Willst du, daß ich ihn dir ... weiterlesen


Akalapischeima und die Sonne

In alter Zeit war ein sehr hoher Baum. Waloma, die Kröte, kletterte ganz hinauf. Ein Mann, namens Akalapischeima, lauerte jeden Nachmittag am Fuß des Baumes, um Waloma zu fangen. Waloma sagte: »Wenn mich Akalapischeima fängt, werfe ich ihn ins Meer!« Der Mann faßte ihn. Da packte ihn Waloma bei den Händen und stieß ihn mit dem Fuß ins Meer. Sie lud ihn auf den Rücken, tauchte unter und ... weiterlesen


Der Fuchs und der Jaguar

Der Fuchs traf den Jaguar in seinem Acker. Dieser war mit Säen beschäftigt.

»Willst du, daß ich dir helfen soll, Onkel?« sagte der Fuchs.

»Ja, Neffe. Ich will mir die Grabstöcke holen,« sagte der Jaguar.

»Das will ich,« sagte der Fuchs und ging zur Hütte des Jaguars.

Als er dorthin gekommen war, sagte er zur Frau des Jaguars: »Ich schäme mich, dir mein ... weiterlesen


Der Jaguar und der Ameisenbär

Der Ameisenbär begegnete dem Jaguar. Da sagte der Ameisenbär: »Wir wollen uns erleichtern, mein Freund, mit geschlossenen Augen!« Sie schlossen die Augen und erleichterten sich. Während der Jaguar die Augen geschlossen hatte, legte der Ameisenbär dessen Haufen sich unter. Seinen eigenen Haufen legte der Ameisenbär dem Jaguar unter. Nachdem er sie schön zurechtgelegt hatte, sagte der ... weiterlesen


Die Zauberrasseln

Eines Tages ging ein Mann mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in das benachbarte Dorf, um an einem Trinkfest teilzunehmen. Ihre beiden Töchter blieben zu Hause und bereiteten Kaschiri. Als sie nun zum Bache hinunterschlenderten, um Wasser zu holen, hörten sie einen eigenartigen Schrei. Es war Siwara, der Waldgeist, der sie absichtlich irreführte, indem er den Schrei eines großen Habichts ... weiterlesen


Weltuntergang und Raub des Feuers

Es war einmal in alten Tagen ein sehr armer Mann, der in den Wäldern umherirrte und keinen festen Wohnsitz hatte. Wenn er in die Dörfer kam, jagte man ihn fort und hetzte die Hunde auf ihn. Als der Mann sah, daß man ihn in keinem Dorfe wohnen lassen wollte, machte er sich eine Jagdhütte. Dort kamen allerlei schöne Vögel zur Hütte, und die meisten wurden bald so zahm, daß er sie fangen ... weiterlesen


Der Einsiedler und sein Hund

Vor vielen Jahrhunderten lebte in einer fernen und abgelegenen Gegend ein Mann ganz allein in Gesellschaft eines starken Hundes.

Eines Tages ging er auf die Jagd, nachdem er dem Hunde den Schutz seiner Hütte anvertraut hatte. In dem Walde fand er ganz unerwartet prächtige Pflanzungen von Kassawa und anderem.

Sein erster Gedanke war: »Wer hat dies alles für mich bereitet?« Und ... weiterlesen


Der Idiot, der fliegen wollte

Es war einmal ein Mann, der hatte eine Mutter und eine Schwester, aber leider nicht alle seine fünf Sinne. Daher nannte man ihn Wabassi (d.h. ein Mensch, der nicht ganz gesund ist). Seine Schwester hatte einen Hund, der hieß Warribisi, Wespe. Eines Tages ging Wabassi an den Meeresstrand, um Krabben zu fangen. Gerade als er aus dem Boot steigen wollte, kam ein riesiger Jaguar. Er dachte, es ... weiterlesen


Die Sonne, der Frosch und die Feuerhölzer

Es war einmal ein alter Mann namens Nahakoboni (d.h. einer, der viel ißt), der hatte niemals eine Tochter gehabt. Nun dachte er voll Unruhe an seine alten Tage, denn er hatte natürlich keinen Schwiegersohn, der für ihn gesorgt hätte, wie alle die anderen alten Leute um ihn her. Daher schnitzte er sich eine Tochter aus einem Pflaumenbaum. Er war ein Zauberarzt, und er schnitt und schnitzte so ... weiterlesen


Epeping-Orion

Man erzählt, daß es drei Brüder gab, zwei ledige und einen verheirateten, der eine Frau hatte; die beiden wohnten weit weg von dem verheirateten. Von jenen beiden war der eine häßlich, und sie sagen, daß der schöne Bruder ihn schief ansah; deshalb sann er auf Mittel, ihn zu töten.

Eines Tages verfertigte er eine Stange und spitzte sie gut zu. Darauf sagte er zu dem Bruder: »Mein ... weiterlesen


Arawanili, der erste Zauberarzt

Der gute und kluge Häuptling Arawanili herrschte über das Volk der Arowaken auf der Insel Kaieri.

Eines Tages stand er am Ufer und schaute traurig hinaus auf das weite Meer. Sein Haupt, das der Federschmuck des Häuptlings zierte, war gesenkt, während er wehen Herzens dem Seufzen des Meeres lauschte. Da erhob sich vor seinen Blicken Orehu, die Wassermutter, aus dem Meere. Sie glitzerte ... weiterlesen


Der Welt Anfang

Im Anfang lag diese Welt in Finsternis. Aus der Finsternis gingen zwei Menschen hervor, der eine genannt Karusakahiby, und der andere war sein Sohn, Rairu genannt. Rairu strauchelte an einem Stein, der ausgehöhlt war wie eine Schüssel, und zankte mit dem Stein. Karu, sein Vater, befahl dem Sohne Rairu, den Stein zu tragen, mit dem er gezankt hatte. Rairu führte den Befehl des Vaters aus und ... weiterlesen


Die Amazonen

Von den wilden Worisiana kann ich die alte Geschichte erzählen, wie ihr kriegerischer Ruhm und ihre Stärke in Schmach begann. Einstmals war eine Häuptlingsfrau, To-eyza, ihrem Manne untreu geworden. Sie war aber keineswegs bedrückt durch ihre Schuld. Wenn ihr Mann hochmütig war, so war sie noch hochmütiger.

Am Badeplatz der Frauen sagte To-eyza: »Manche sagen, die Ehe sei ein ... weiterlesen


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