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Die Mundkur - Märchen von Theodor Vernaleken: Kinder- und Hausmärchen dem Volke treu nacherzählt


Die Mundkur

Vor vielen Jahren lebte ein König, der einen sehr großen Mund hatte. Diese Bescherung hatte er von einer Hexe für einen ihr nicht erfüllten Wunsch erhalten. Da der König über seinen häßlichen Mund sich immer mehr ärgerte, so beschloß er, die Hand seiner Tochter demjenigen zu geben, der ihn von seinem Übel befreien würde.

Da lebten nun in einem Dorfe, nahe der Residenzstadt, zwei Bauersleute, die einen Sohn, Namens Josef hatten, der wegen seiner Dummheit im ganzen Dorfe der »dumme Seppl« genannt wurde. Da er schon 18 Jahre alt war, so sollte er in die Fremde, um dort sein Glück zu versuchen. Mit Brot und Selchfleisch versehen, wanderte er den nächsten Morgen fort und gelangte nach langem Gehen in einen großen Wald, in dem er sich ganz ermüdet im Schatten eines großen Baumes niedersetzte und zu seiner Wegzehrung griff. Es ward schon Abend, er verrichtete bei einer neben dem Baume stehenden Kapelle sein Gebet und schlief bald darauf ein.

Gegen Mitternacht hörte er ein heftiges Gepolter, und nachdem er aufgewacht, sah er zwei weiße Geister bei der Kapelle stehen, von denen der eine folgendes erzählte: »Heute ist es Jahr und Tag, daß ich dem Könige des naheliegenden Reiches für einen mir nicht erfüllten Wunsch ein so großes Maul wachsen ließ, daß dein Kopf darinnen Platz hätte.« »Dem könnte aber geholfen werden«, sagte der andere. »Zwei Stunden von hier entfernt ist ein kleiner See. Wer dem König aus diesem See den Fisch mit den neun Augen bringt und denselben dem König zu essen gibt, der wird ihn von seinem Übel befreien.« Darauf schlug es ein Uhr und die Geister verschwanden unter Gepolter. Als Seppel dieß gehört hatte, sprang er sogleich auf, schnallte sein Bündel um und nahm sich vor, sein Glück zu versuchen.

Gegen Morgen war er schon am Ende des Waldes; er setzte sich nieder, um sein Frühstück einzunehmen. Und als er so aß, hüpfte ein kleiner Käfer immer um ihn herum und zirpte. Seppl dachte sich, der möge auch wohl hungrig sein, und warf ihm ein Stück Geselchtes hin, wofür der Käfer durch ein Zirpen dankte. Als Seppl diese Zutraulichkeit des Käfers sah, kam ihm gleich der Gedanke, ob nicht vielleicht der den See wisse. Er fragte ihn, und der Käfer antwortete durch ein Zirpen. Da packte Seppl schnell sein Bündel zusammen und bat den Käfer, er möge ihn hinführen. Das ging nun aber langsam. Endlich und endlich kamen sie zu dem erwünschten See. Seppl suchte sogleich einen Stock, band ein Tüchel in Form eines Netzes daran, stieg in den See hinein, fischte im Wasser mehrere Male herum, fing aber nichts als gewöhnliche Fische und nicht den mit den neun Augen. Er wurde schon verdrießlich, als ihn aber der Käfer ermahnte, nochmals zu fischen, that er es, und fing zu seiner großen Freude den erwünschten Fisch. Gleich packte er ihn in sein Bündel, dankte dem Käfer und lief, was er konnte, nach Hause. Auf dem Wege sah er sich schon in Prachtgewändern auf dem Throne sitzen und die Großen des Reiches empfangen.

Zu Hause angekommen, erzählte er alles und ließ sich dann bei dem Könige anmelden. »Wenn ich«, sagte er, »die Hand deiner Tochter bekomme, so will ich dich von deinem Übel gänzlich befreien.« Der König versprach dieß. Seppl steckte ihm nun den Fisch in den Mund, und nachdem er ihn verschluckt hatte, bekam der Mund die natürliche Größe. Der König hielt Wort und nach einigen Tagen wurde die Hochzeit gefeiert, und dort gings hoch her, ich hätt' auch mögen dabei sein!


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