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Seen und Quellen - Märchen von Josef Virgil Grohmann: Sagen-Buch von Böhmen und Mähren


Seen und Quellen

Wie Schiller vom Regenbogen sagt: Von Perlen baut' ich eine Brücke, hoch über einem grauen See, so glaubten die Alten wirklich, daß der umwölkte Himmel ein See von unermeßlicher Tiefe sei. Was man sich ursprünglich von diesem unermeßlichen See am Himmel erzählte, das erzählte man sich später, als der Glaube an den himmlischen See verdunkelt war, von irgend einem irdischen See, daher gibt es in jedem Lande Sagen von grundlosen Seen, die nicht dulden, daß man sie mißt oder einen Stein in sie hineinwirft. Die böhmischen Sagen darüber sind den deutschen sehr ähnlich und doch echt slavisch, da sie bei andern slavischen Völkern ebenfalls vorkommen. Interessant ist die bulgarische Sage vom See bei Ohrid. Es gab eine Zeit, wo der See von Ohrid noch nicht vorhanden war. An seiner Statt war eine schöne Ebene mit Dörfern und mit einer Quelle, welche sich öffnete und schloß. An dieser Quelle tranken die Leute und wuschen ihre Wäsche. Eine Frau, die Abends ihre Wäsche an dem Brunnen wusch, vergaß ihn zu schließen, das Wasser floß die ganze Nacht und als man früh aufstand, war die ganze Ebene mit Wasser bedeckt. Die Bewohner, die ihre Bemühungen, die Quelle wieder zu schließen fruchtlos sahen, flüchteten sich in die Berge. Dieser See ist so tief, daß ihn Niemand ermessen kann. Er leidet aber auch nicht, daß man ihn mißt. Eine Frau, die nicht daran glaubte, füllte ihren Kahn mit Seilen, befestigte an das Ende des Seiles ein Eisen und fuhr in die Mitte des Sees, ihn zu messen. Aber bei einem Haar wäre der Kahn umgestürzt und sie gerieth in große Gefahr. Eie bat den heil. Naum inständig ihr zu verzeihen und gelobte ihm ein Kloster an dem Orte, wo sie das Ufer wieder erreichen werde. – Unter dem Berge, auf welchem die Kirche des heil. Naum steht, liegen die Schlüssel des Sees; wenn man diese fände und den See öffnete, ertränke die ganze Ohridische Ebene. Auch steht der See mit dem Presponischen See in Verbindung und zwar unter dem Berge Galičica; wenn man diese Verbindung sperrte, so wird der Presponische austreten und seine ganze Gegend verwüsten. (Bulg. národ. pěsni. S. 527.)









Der »See« auf der Burg Tocnik





Die Fische auf dem Rachel





Der Sumpf Hölle





Der grundlose Sumpf





Die drei feurigen Hunde am See





Der Arbersee





Der See in »der andern Welt«





Die Wasserhöhlen bei Mseno





Der Brunnen Vodolanka bei Suschitz





Der Radelstein





Die Quelle bei Hartessenreuth





Die Heilquelle bei Hartessenreuth





Der Hessenbrunnen bei Krumau





Der verzauberte See bei Salnau





Der thörichte See





Der Eimer voll Silber





Der schwarze Teich





Das Gutwasser





Der Berg Tabor bei Lomnitz





Der Ring der heil. Maria





Goldenbrunn





Libussa's Bad





Der Blutteich bei Braunau


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