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Der Königssohn als Bäcker - Märchen von Georg Widter und Adam Wolf: Volksmärchen aus Venetien


Der Königssohn als Bäcker

Der König von Neapel hält für seinen Sohn um die Tochter des Königs von Paris an, empfängt aber eine abschlägige Antwort. Der Prinz macht sich nun mit seinem Secretär selbst auf den Weg. In Paris angekommen tritt er in die Dienste des Hofbäckers. In dieser Stellung muss er dem Könige und dessen Tochter das Brod bringen. Da er sehr schön ist, verliebt sich des Königs Tochter bald in ihn, und trotzdem dass er ihr vorstellt, er sei sehr arm, beredet sie ihn zur Flucht mit ihr. Sie machen sich auf den Weg nach Neapel, auf dem die Prinzessin viel von Hunger und Müdigkeit leidet. In der Nähe der Stadt sagt der Prinz seiner Frau, es sei ihm nicht erlaubt Neapel zu betreten, da er verbannt worden. Sie müssten in einer Hütte im Walde ihre Wohnung aufschlagen. Er wolle aber gehn um zu sehen ob er etwas verdienen könne. Der Prinz geht nun in die Stadt zu seinem Vater, erzählt was vorgefallen und kehrt dann zur Gattin zurück. Den zweiten Tag geht er wieder in die Stadt unter dem Vorwande, einen Trödelkram zu kaufen. In der That aber legt er seine fürstlichen Kleider an und fährt als Königssohn im herrlichen Wagen am Hause, in dem seine Frau wohnt, vorbei. Diese bedauert bei seinem Anblick, dass sie seine Hand früher ausgeschlagen, indessen jetzt müsse sie ihrem Manne treu bleiben. Da erkennt der Prinz, dass seine Frau ihn wahrhaft liebt und sagt dem Könige, er möge am folgenden Tage am Hause im Walde vorüberfahren, er selbst wolle dann, als scheinbar Verbannter, mit seiner Frau ihn um Gnade anflehen. Alles geschieht laut der Verabredung. Der König gewährt die erbetene Verzeihung, und macht den Begnadigten zu seinem Diener. Als solcher müssen er und seine Frau mit der Dienerschaft essen. Am Abend beredet der vermeintliche Bediente seine Frau mit ihm den Palast zu besehen, und als er in die Kammer des Königssohnes kommt, erklärt er dort schlafen zu wollen. Trotz der Gegenvorstellungen der Frau setzt er seinen Willen durch, sowie auch, dass beide sich in königliche Kleider kleiden, als sie am folgenden Morgen ihren eigenen Anzug nicht mehr finden. Im Palaste begegnen sie dann dem Könige, der endlich den Sohn mit seiner Gattin freudig begrüsst.


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