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Punschkin - Märchen von Mary Frere: Märchen aus der indischen Vergangenheit


Punschkin

Es war einmal ein Rajah, der hatte sieben wunderschöne Töchter. Die waren alle gute Mädchen, doch die jüngste, Namens Balna1 war klüger als die anderen. Des Rajahs Frau starb, als sie noch ganz kleine Kinder waren. Und nun wuchsen die sieben armen Prinzessinnen auf ohne eine Mutter, welche auf sie achtete und für sie sorgte.

Die Rajahstöchter kochten täglich der Reihe nach ihres Vaters Mittagsessen2, während er abwesend war und sich mit seinem Minister über das Wohl des Staates berieth.

Zu der Zeit starb der Proudhan3 und hinterließ eine Wittwe und eine Tochter und jeden Tag, wenn die sieben Prinzessinnen ihres Vaters Mittagsmahl bereiteten, kamen die Wittwe und die Tochter des Proudhan und baten sich etwas Feuer vom Herde aus. Dann sagte Balna zu ihren Schwestern: »Schickt doch die Frau fort, schickt sie fort! Sie kann sich in ihrem eigenen Hause selbst ein Feuer anmachen. Wozu braucht sie etwas von uns? Erlauben wir ihr hierher zu kommen, müssen wir eines Tages dafür büßen.« Aber die anderen Schwestern antworteten: »Sei still Balna, warum zankst Du immer mit der armen Frau? Will sie gern Feuer haben, so mag sie sich welches nehmen.« Dann ging die Proudhanswittwe an den Herd, nahm sich ein paar Feuerspäne von demselben und warf, wenn Niemand hersah, ganz schnell etwas Lehm in die Schüsseln, die für die königliche Tafel bereit standen.

Nun hatte der König seine Töchter ungemein lieb. Seit dem Tode ihrer Mutter kochten sie täglich eigenhändig sein Essen, damit er nicht Gefahr lief von seinen Feinden vergiftet zu werden.

Als er nun das mit Lehm vermischte Essen bekam, glaubte er, sie seien nachlässig gewesen, da es ihm unwahrscheinlich schien, daß irgend Jemand absichtlich den Lehm hinein gethan haben sollte. Doch weil er sehr gutherzig war, mochte er sie deßwegen nicht tadeln, obgleich der Currie manchen Tag nach einan der verdorben wurde.

Endlich beschloß er eines Tages sich zu verstecken, um seine Töchter während des Kochens zu beobachten und zu sehen, wie sie es machten. – Deßhalb begab er sich in das anstoßende Zimmer und beobachtete sie durch ein Loch in der Mauer.

Da sah er, wie seine sieben Töchter den Reis wuschen, den Currie zurecht machten und jede Schüssel, sobald sie fertig war, auf das Feuer stellten, damit sie koche. Da bemerkte er, daß die Proudhanswittwe an die Thür kam und um ein paar Feuerspähne bat, mit denen sie ihr Essen kochen könne. Balna wandte sich ärgerlich zu ihr und sprach: »Warum hast Du kein Brennholz in Deinem eigenen Hause, sondern holst Dir jeden Tag etwas von dem unsern? Schwestern, gebt der Frau kein Holz mehr. Sie mag sich selbst welches kaufen.«

Da entgegnete die älteste Schwester: »Gönne doch der armen Frau das Holz und das Feuer, sie thut uns ja nichts zu Leide.« Allein Balna erwiderte: »Erlauben wir ihr, so oft hierherzukommen, dann thut sie uns eines Tages etwas zu Leide und macht uns zum Lohn für unsere Freundlichkeit traurig.«

Der Rajah sah darauf, wie die Proudhanswittwe zu der Stelle ging, wo sein ganzes Mittagsmahl sauber zubereitet stand, wie sie das Holz aufhob und ein wenig Lehm in jede Schüssel warf.

Darüber ergrimmte er sehr, ließ die Frau ergreifen und vor sich bringen. Doch als die Wittwe kam, erzählte sie ihm, sie habe diesen Streich nur gespielt, um eine Audienz bei ihm zu erhalten. Sie verstand ihre Worte so wohl zu setzen und machte sich durch ihre Schmeichelreden so beliebt bei ihm, daß der Rajah sie nicht bestrafte, sondern heirathete, und sie zu seiner Ranee machte, und von nun an wohnten sie und ihre Tochter im Palaste.

Die neue Ranee aber haßte die sieben armen Prinzessinnen, und hätte sie gern aus dem Wege geräumt, damit ihre Tochter alle ihre Kostbarkeiten erhalten und als einzige Prinzessin im Schlosse wohnen könne. Anstatt ihnen für die ihr bewiesene Freundlichkeit dankbar zu sein, bot sie all ihre Macht auf sie unglücklich zu machen. Sie gab ihnen nur Brod und davon nicht einmal satt zu essen und sehr wenig Wasser zu trinken, so daß die sieben armen, kleinen Prinzessinnen, die an ein behagliches Leben gewöhnt waren und ihr Leben lang gutes Essen und gute Kleider gehabt hatten, sehr elend und trostlos waren, und deßhalb gingen sie jeden Tag an das Grab ihrer verstorbenen Mutter und sagten mit Thränen:

»O Mutter, liebe Mutter, kannst Du Deine unglücklichen Kinder nicht sehen und weißt Du es nicht, wie unglücklich wir sind, und daß wir durch die Schuld unsrer grausamen Stiefmutter vor Hunger sterben werden?«

Als sie eines Tages also schluchzten und weinten, siehe, da wuchs ein wunderschöner Pomelobaum4 aus dem Grabe empor, der war mit frischen, reifen Pomelos bedeckt und die Kinder aßen ein paar Früchte und ihr Hunger ward gestillt. Von nun an rührten sie das schlechte Essen, das ihnen ihre Stiefmutter bereitete, nicht mehr an, sondern gingen jeden Tag zu ihrer Mutter Grab und aßen von den Pomelos, die dort auf dem wunderschönen Baume wuchsen.

Da sprach die Ranee zu ihrer Tochter: »Wie mag das zugehen? Jeden Tag sagen diese sieben Mädchen, sie brauchten kein Mittagsessen, und wollten nichts haben, und doch werden sie weder magerer noch sehen sie leidend aus. Nein, sie sehen besser aus, als Du. Ich kann das nicht begreifen.« Und dann befahl sie ihr die sieben Prinzessinnen zu beobachten, um zu sehen, ob ihnen irgend Jemand etwas zu essen gäbe.

Als nun die sieben Prinzessinnen am folgenden Tage an das Grab ihrer Mutter gingen und von den Pomelos aßen, schlich ihnen die Proudhans-Tochter nach und sah, wie sie die Früchte pflückten.

Da sprach Balna zu ihren Schwestern: »Seht Ihr nicht, wie uns das Mädchen beobachtet? Wir wollen sie fortjagen oder die Pomelos verstecken, sonst hinterbringt sie alles ihrer Mutter, und dann wird es uns schlimm ergehen.«

Die andern Schwestern aber sprachen: »O nein, sei nicht so unfreundlich, Balna. Das Mädchen wird nicht so grausam sein und es ihrer Mutter verrathen. Wir wollen sie lieber zu uns laden und ihr ein paar Früchte geben.« Und dann riefen sie ihre Stiefschwester und gaben ihr einen Pomelo.

Kaum hatte sie denselben verzehrt, so ging sie heim zu ihrer Mutter und sagte dieser: »Ich wundere mich nicht, wenn die sieben Prinzessinnen das von Dir bereitete Essen nicht anrühren. Wächst doch bei ihrer Mutter Grab ein wundervoller Pomelobaum. Zu dem gehen sie jeden Tag und essen sich an Pomelos satt. Ich habe auch einen gegessen und der schmeckte mir besser, als je einer zuvor.«

Ueber diese Nachricht ärgerte sich die böse Königin, blieb den ganzen folgenden Tag über auf ihrem Zimmer und erzählte dem Rajah, daß sie an heftigen Kopfschmerzen leide. Das bekümmerte den Rajah sehr, und er sprach zu seiner Frau: »Wie kann ich Dir helfen?« Sie antwortete: »Es giebt nur ein Mittel, um meine Kopfschmerzen zu vertreiben. Bei dem Grabe Deiner verstorbenen Frau wächst ein schöner Pomelobaum, den mußt Du hierher holen, mußt seine Wurzeln und Zweige kochen lassen und etwas von dem Wasser, in welchem er gekocht ist, auf meine Stirn thun, das wird die Schmerzen vertreiben.« Da sandte der Rajah seine Diener aus, und die rissen den Pomelobaum mit sammt den Wurzeln heraus und erfüllten den Wunsch der Ranee. Und als man etwas von dem Wasser, in welchem er gekocht war, auf ihre Stirn that, sagte sie, nun sei ihr Kopfweh vorbei, und sie fühle sich vollkommen wohl.

Am andern Tage, als die sieben Prinzessinnen, wie gewöhnlich, zu dem Grabe ihrer Mutter gingen, war der Pomelobaum verschwunden. Da fingen sie alle bitterlich zu weinen an.

Nun war neben dem Grabe der Königin ein kleiner Teich, und wie sie so weinten, sahen sie, daß der Teich mit einer köstlichen, creme-artigen Masse, welche sich rasch zu einem dicken, weißen Kuchen verhärtete, angefüllt war. Als sie das sahen, wurden die Prinzessinnen froh, und aßen etwas von dem Kuchen, und er schmeckte ihnen. Am nächsten Tage ereignete sich dasselbe, und das ging viele Tage so weiter. Jeden Tag gingen die Prinzessinnen zu ihrer Mutter Grab und fanden den kleinen Teich angefüllt mit dem nährenden creme-artigen Kuchen. Da sprach die grausame Stiefmutter zu ihrer Tochter: »Ich weiß es nicht, wie es zugeht, ich habe den Pomelobaum, welcher auf der Königin Grab wuchs, abhauen lassen, und doch werden die Prinzessinnen nicht magerer, noch sehen sie traurig aus, obgleich sie nie das Mittagsbrod, welches ich ihnen gebe, essen. Ich kann mir nicht erklären, woher das kommt.«

Und ihre Tochter sagte: »Ich will sie beobachten.« Als die Prinzessinnen am folgenden Tage den creme-artigen Kuchen aßen, wer kam da zu ihnen? Niemand anders als ihrer Stiefmutter Tochter. Balna sah sie zuerst und sprach: »Seht Schwestern, da kommt das Mädchen wieder. Wir wollen uns um den Rand des Teiches setzen und ihr nicht gestatten, ihn zu sehen. Geben wir ihr etwas von unsrem Kuchen, dann wird sie nach Hause gehen und es ihrer Mutter erzählen, und dann wird es uns schlimm ergehen.«

Die andern Schwestern glaubten jedoch, Balna sei unnöthigerweise argwöhnisch, und anstatt ihren Rath zu befolgen, gaben sie ihr etwas von dem Kuchen, und sie ging nach Hause und sagte ihrer Mutter alles wieder.

Als die Ranee erfuhr, wie gut es die Prinzessinnen hatten, ward sie ganz ausnehmend böse und sandte ihre Diener aus, um das Grabmal der verstorbenen Königin niederzureißen und mit den Steinen den kleinen Teich auszufüllen. Damit nicht zufrieden, behauptete sie am anderen Tage sehr, sehr krank zu sein, – ja sogar im Sterben zu liegen, – und als der König tiefbetrübt darüber war und sie fragte, »ob es in seiner Macht stände, ihr ein Heilmittel zu verschaffen,« so sprach sie zu ihm: »Es giebt nur ein Mittel, mein Leben zu retten, allein ich weiß, Du wirst es nicht anwenden.« Er erwiderte: »Ja, was es auch immer sei, ich will es doch thun.« Da sagte sie: »Um mein Leben zu retten, mußt Du die sieben Töchter Deiner ersten Frau tödten und etwas von ihrem Blute auf meine Stirn und auf die innere Fläche meiner Hand streichen, so wird ihr Tod mein Leben sein.« Bei diesen Worten ward der Rajah sehr traurig, aber weil er sein Wort zu brechen fürchtete, ging er schweren Herzens hinaus, um seine Töchter zu suchen.

Er fand sie weinend bei den Grabtrümmern ihrer Mutter. Da der Rajah fühlte, daß er es nicht übers Herz bringen könne, sie zu tödten, sprach er freundlich mit ihnen und sagte, sie sollten mit ihm in den Dschungel kommen. Dort machte er ein Feuer an, kochte etwas Reis und gab ihnen davon. Aber am Nachmittage, als es sehr heiß war, schliefen die sieben Prinzessinnen alle ein, und als er sah, daß sie ganz fest schliefen, schlich sich der Rajah, ihr Vater, leise fort und verließ sie (denn er fürchtete sich vor seiner Frau), indem er zu sich selbst sprach: »Es ist besser, daß meine armen Töchter hier sterben, als daß sie durch ihre Stiefmutter umkommen.«

Dann schoß er einen Hirsch, und wie er nach Hause zurückkam, that er etwas von dem Blute desselben auf die Stirn und in die Hände der Königin. Sie aber dachte, daß er wirklich die Prinzessinnen getödtet habe und sagte, sie fühle sich ganz wohl.

Unterdessen erwachten die sieben Prinzessinnen, und als sie sich ganz allein in dem dichten Dschungel sahen, fürchteten sie sich sehr und fingen an zu rufen, so laut sie konnten, in der Hoffnung, ihr Vater möchte sie hören. Doch der war inzwischen weit fortgegangen und selbst, wenn ihre Stimmen so laut wie der Donner gewesen wären, er hätte sie doch nicht hören können.

Nun traf es sich, daß die sieben jungen Söhne des benachbarten Rajahs an eben diesem Tage in eben diesem Dschungel jagten und beim nach Hause reiten, nachdem die Jagd vorbei war, sprach der jüngste Prinz zu seinen Brüdern: »Haltet an, es däucht mir, als hörte ich weinen und rufen. Hört ihr keine Stimmen? Laßt uns der Richtung des Tones nachgehen, um zu erfahren was es ist.«

So ritten die sieben Prinzen durch den Wald, bis sie die Stelle erreichten, wo die sieben Prinzessinnen weinend saßen und die Hände rangen. Bei ihrem Anblick waren die jungen Prinzen sehr erstaunt und wurden es noch mehr, als sie ihre Lebensgeschichte erfuhren, und dann beschlossen sie, ein jeder von ihnen solle eine dieser armen verlassenen Damen mit sich nach Haus nehmen und sie heirathen.

So nahm der erste und älteste Prinz, die älteste Prinzessin mit sich nach Haus und heirathete sie;

Und der zweite nahm die zweite;

Und der dritte nahm die dritte;

Und der vierte nahm die vierte;

Und der fünfte nahm die fünfte;

Und der sechste nahm die sechste;

Und der siebente und schönste von allen nahm die schöne Balna.

Als sie in ihr Land kamen, herrschte im ganzen Königreiche große Freude über die Verheirathung der sieben Prinzen mit sieben so schönen Prinzessinnen. Nach einem Jahre bekam Balna einen kleinen Sohn, und seine Onkel und Tanten liebten den Knaben so sehr, daß es war, als habe er sieben Väter und sieben Mütter. Keiner der anderen Prinzen und Prinzessinnen hatte Kinder, deßhalb erkannten alle die übrigen den Sohn des siebenten Prinzen und der Balna als ihren Erben an.

Nun lebten sie eine Zeit lang sehr glücklich, als der siebente Prinz (Balna's Gemahl) eines schönen Tages sagte, er wolle auf die Jagd gehen, und er ging weg; und sie warteten lange auf ihn, aber er kam nie wieder zurück.

Da sprachen seine sechs Brüder, sie wollten sehen, was aus ihm geworden sei, und gingen ebenfalls fort; aber auch sie kehrten nicht heim.

Die sieben Prinzessinnen waren sehr traurig, denn sie befürchteten, ihre freundlichen Männer seien getödtet worden.

Eines Tages, nicht lange nach diesem Ereignisse, saß Balna spinnend neben der Wiege ihres Kindes, und während ihre Schwestern in dem darunter liegenden Zimmer arbeiteten, kam ein Mann in einem langen schwarzen Gewande an die Thür des Palastes. Der sagte, er sei ein Fakier und wolle betteln. Die Diener sagten ihm: »Du kannst nicht in den Palast kommen, die Söhne des Rajah sind alle fort gegangen, wir halten sie für todt, und ihre Wittwen dürfen durch Deine Bettellei nicht gestört werden.« Aber er sprach: »Ich bin ein heiliger Mann. Ihr müßt mich herein lassen.« Da erlaubten ihm die unvernünftigen Diener durch den Palast zu gehen, sie wußten aber nicht, daß es kein Fakier, sondern ein verruchter Zauberer, Namens Punschkin war.

Punschkin Fakier wanderte durch den Palast und sah in demselben manche wundervolle Dinge, bis er zuletzt das Zimmer erreichte, wo Balna an der Wiege des kleinen Knaben saß und sang. Der Zauberer fand sie schöner, als all die schönen Sachen, die er gesehen hatte, und deßhalb fragte er sie, ob sie mit ihm in seine Heimath gehen und ihn heirathen wolle. Aber sie sprach: »Ich fürchte, mein Gemahl ist todt, aber mein kleiner Knabe ist noch ganz jung. Ich will hier bleiben und ihn unterrichten, damit er zu einem klugen Manne erwachse, und wenn er groß ist, soll er hinaus ziehen in die Welt, Nachrichten über seinen Vater einzuziehen suchen. Der Himmel verhüte es, daß ich ihn je verlasse oder Euch heirathe.« Bei diesen Worten ward der Zauberer sehr böse, verwandelte sie in einen kleinen schwarzen Hund, führte sie fort und sprach: »Wenn du es nicht freiwillig thun willst, so zwinge ich Dich dazu.« So zog er die arme Prinzessin mit sich, ohne daß sie die Macht besaß ihm zu entwischen, oder es ihren Schwestern wissen zu lassen, was aus ihr geworden sei. Als Punschkin durch die Thür des Palastes ging, fragten ihn die Diener: »Woher hast Du den niedlichen, kleinen Hund?« Er antwortete: »Eine der Prinzessinnen schenkte ihn mir.« Nach diesem Bescheid ließen sie ihn ohne weitere Fragen hinaus gehen.

Bald darauf hörten die sechs älteren Prinzessinnen, das kleine Kind, ihren Neffen schreien, und als sie zu ihm hinaufkamen, waren sie sehr erstaunt, ihn allein zu finden; denn Balna war nirgends zu sehen. Da befragten sie die Diener, und als dieselben ihnen vom Fakier und dem kleinen schwarzen Hund erzählten, erriethen sie, was geschehen war, und schickten nach allen Richtungen aus, um sie zu suchen; aber weder der Fakier noch der Hund ward gefunden. Was sollten die sechs armen Frauen nun beginnen? Sie gaben alle Hoffnung auf, jemals ihre freundlichen Männer, ihre Schwester und ihren Gemahl wiederzusehen und widmeten sich hinfort ganz der Pflege und dem Unterricht ihres kleinen Neffen.

So verging die Zeit, bis Balnas Sohn vierzehn Jahr alt war. Dann erzählten ihm seine Tanten eines Tages die Geschichte seiner Familie. Sobald er dieselbe hörte, ergriff ihn das heftige Verlangen auszuziehen, um seinen Vater, seine Mutter und seine Onkel zu suchen, um dieselben, falls er sie am Leben fände, heim zu bringen. Als seine Tanten seinen Entschluß vernahmen, erschracken sie und suchten ihm denselben auszureden, indem sie sprachen: »Wir haben unsre Männer, unsre Schwester und ihren Gatten verloren, Du bist nun unsere einzige Hoffnung; wenn Du fortgehst, was sollen wir dann anfangen?« Aber er erwiderte: »Ich bitte Euch, seid doch nicht so muthlos. Ich werde bald zurückkehren, und ist es möglich, so bringe ich meinen Vater, meine Mutter und meine Onkel mit.« So ging er auf die Reise, aber einige Monate lang hatte sein Suchen keinen Erfolg.

Zuletzt, nachdem er viele hundert ermüdende Meilen gewandert war, ohne Hoffnung auch nur das Geringste von seinen Eltern zu hören, kam er eines Tages in ein Land, welches voller Steine, Felsen und Bäume schien, und dann sah er ein großes Schloß mit einem hohen Thurme, und nahe dabei war das kleine Haus eines Malee.

Als er herumblickte, sah ihn die Frau des Malee und kam herausgelaufen aus dem Hause und sagte: »Mein theurer Knabe, wer bist Du, daß Du es wagen darfst, diesen gefährlichen Platz zu betreten?« Er antwortete: »Ich bin eines Rajah's Sohn, und ich forsche nach meinem Vater, meiner Mutter und meinen Onkeln, welche von einem verruchten Zauberer verzaubert sind.« Da sprach die Frau des Malee: »Dieses Land und dieses Schloß gehören einem großen Zauberer, er ist allmächtig, und so wie ihm Jemand mißfällt, kann er ihn in Steine und Bäume verwandeln. Alle Felsen und Bäume, die Du hier siehst, waren einst lebende Menschen, und der Zauberer verwandelte sie alle in das, was sie jetzt sind. Vor einiger Zeit kam ein Rajahssohn hierher und bald darauf seine sechs Brüder. Sie alle wurden in Steine verwandelt. Aber dies sind nicht die einzigen Unglücklichen. Da droben in jenem Thurme wohnt eine wunderschöne Prinzessin, welche der Zauberer dort seit zwölf Jahren gefangen hält, weil sie ihn haßt und ihn nicht heirathen will.«

»Ei,« dachte der kleine Prinz, »das sind gewiß meine Eltern und meine Onkel. Nun habe ich doch wenigstens gefunden, was ich suchte.« Darauf erzählte er der Maleefrau seine Geschichte, und bat sie ihm zu helfen, damit er an jenem Orte bleiben und in Betreff der unglücklichen, von ihr erwähnten Leute Nachforschungen anstellen könne. Sie versprach ihm ihre Unterstützung und rieth ihm sich zu verkleiden, weil ihn sonst der Zauberer, sobald er seiner ansichtig würde, ebenfalls in einen Stein verwandeln könne. Der Prinz war es zufrieden. Die Maleefrau zog ihm ein Saree an und gab ihn für ihre Tochter aus.

Nicht lange danach, als der Zauberer eines Tages im Garten lustwandelte, sah er das vermeintliche kleine Mädchen herumspielen und fragte sie, wer sie sei. Sie erzählte ihm, sie sei eine Tochter des Malee und der Zauberer sprach: »Du bist ein kleines, niedliches Mädchen. Du sollst mir morgen einen Blumenstrauß zu der schönen Dame, die oben im Thurme wohnt, bringen.« Als das der junge Prinz hörte, war er sehr froh und ging sofort zur Maleefrau, um es ihr mittzutheilen. Nach einer Berathung mit dieser beschloß er, der Sicherheit wegen, in seiner Verkleidung zu verharren, und es der gütigen Vorsehung zu überlassen, ob sie ihm eine günstige Gelegenheit bieten würde, einen Verkehr mit seiner Mutter, falls es diese wirtlich sei, anzuknüpfen.

Balna hatte zufälligerweise an ihrem Hochzeitstage einen kleinen goldenen Ring erhalten. Auf demselben war ihr Name gravirt, und sie hatte ihn an die Hand ihres Sohnes gesteckt, als dieser noch ein kleines Kind war. Später, als er älter ward, ließen seine Tanten denselben erweitern, so daß er ihn noch immer tragen konnte. Die Maleefrau rieth ihm, dies wohlbekannte Kleinod an einen der Blumensträuße, die er seiner Mutter brachte, zu befestigen und zu hoffen, daß sie es wiedererkenne. Dies war indessen nicht leicht auszuführen, denn – aus Furcht, daß sie mit ihren Freunden Unterhandlungen anfangen könne – wurde die Prinzessin auf das strengste bewacht. So daß, obgleich die vermeintliche Maleetochter ihr täglich Blumen bringen durfte, sich doch zu dieser Zeit immer der Zauberer selbst oder einer seiner Sklaven im Zimmer befand. Indessen war ihm eines Tages die Gelegenheit günstig, und als Niemand hersah, befestigte der Knabe den Ring an einen Blumenstrauß und warf ihn Balna vor die Füße. Es klirrte, als er zu Boden fiel und Balna fand, als sie nachsah, woher der seltsame Ton entstanden sei, den kleinen Ring zwischen den Blumen.

Nachdem sie ihn wiedererkannt hatte, glaubte sie sofort die Geschichte, welche ihr Sohn von seinem langen Umhersuchen erzählte, dann bat sie ihn, ihr zu rathen, was sie am besten zu thun habe. Zugleich flehte sie ihn an, keineswegs sein Leben in Gefahr zu bringen, indem er sie zu befreien suche.

Sie erzählte ihm, daß der Zauberer sie seit zwölf Jahren in diesem Thurme eingeschlossen halte, weil sie sich weigere ihn zu heirathen und daß ihr, da sie so streng bewacht werde, keine Hoffnung auf Befreiung bleibe.

Aber Balna's Sohn war ein ausnehmend gescheuter Knabe, deßhalb sagte er: »Fürchte Dich nicht, liebe Mutter. Erst müssen wir vor allen Dingen zu erfahren suchen, wie weit sich die Macht des Zauberers erstreckt. Erst dann werden wir im Stande sein, meinen Vater und meine Onkel, die er in Gestalt von Felsen und Bäumen gefangen hält, zu befreien. Du hast zwölf Jahre lang unfreundlich mit ihm gesprochen, behandle ihn von nun an freundlich. Sage ihm, Du habest jede Hoffnung, Deinen lang betrauerten Gemahl wiederzusehen, aufgegeben, und theile ihm mit, Du seist jetzt bereit, ihn zu heirathen. Dann gieb Dir Mühe herauszufinden, worin seine Macht besteht, und ob er unsterblich ist oder getödtet werden kann.«

Balna beschloß den Rath ihres Sohnes zu befolgen. Sie ließ danach am folgenden Tage Punschkin zu sich kommen und sprach mit ihm, ihrer Verabredung gemäß.

Der hocherfreute Zauberer bat sie, die Hochzeit so bald als möglich stattfinden zu lassen. Aber sie entgegnete, ehe sie ihn heirathe, müsse er ihr noch eine kleine Frist gestatten, in welcher sie seine Bekanntschaft machen könne, denn nachdem sie so lange Feinde gewesen seien, könne sich ihre Freundschaft nur allmälig befestigen. »Und dann erzähle mir,« sprach sie, »bist Du wirklich ganz und gar unsterblich? Kann Dich der Tod nie berühren? Und bist Du ein so großer Zauberer, daß Du nicht einmal menschliche Leiden empfindest?«

»Warum fragst Du danach?« sagte er.

»Weil ich,« antwortete sie, »ehe ich Deine Frau werde, gern von allem, was Dich betrifft, Bescheid wüßte, um, wenn Dir ein Unglück droht, dasselbe zu überwinden oder es womöglich ganz zu verhindern!« –

»Es ist wahr,« sagte er, »weit, weit entfernt, wohl hunderttausend Meilen von hier, liegt ein trostloses, mit einem dichten Dschungel bedecktes Land. In der Mitte des Dschungels wächst ein Kreis von Palmenbäumen, und in der Mitte dieses Kreises stehen sechs irdene Gefäße voll Wasser. Das eine ist auf das andere gestellt. Unter dem sechsten Gefäße befindet sich ein niedriges Vogelbauer, in diesem sitzt ein kleiner, grüner Papagei. An dem Leben dieses Papageien hängt mein Leben, und wenn der Papagei getödtet wird, muß auch ich sterben. Es ist indessen unmöglich,« setzte er hinzu, »daß dem Papageien irgend ein Leid widerfährt, und zwar aus zwei Gründen. Erstens, wegen der Unzugänglichkeit der Gegend und dann, weil auf meinen Befehl die Palmenbäume von vielen tausend Geistern umgeben sind, die alle die tödten, welche sich der Stelle nahen.«

Balna theilte ihrem Sohne Punschkins Worte mit, aber zu gleicher Zeit flehte sie ihn an, jeden Gedanken an den Papageien aufzugeben. Der Prinz erwiderte indessen: »Mutter, gelange ich nicht in den Besitz dieses Papageien, so kannst weder Du, noch mein Vater, noch meine Onkel befreit werden. Ich kehre binnen Kurzem zurück. Du aber erhalte den Zauberer inzwischen bei guter Laune und schiebe fortwährend Deine Hochzeit mit ihm unter verschiedenen Gründen auf. Ehe er die Ursache dieses Zauderns entdeckt, bin ich wieder hier.« So sprechend, ging er fort. Er reiste viele, viele, ermüdende Meilen weit, bis er schließlich einen Dschungel erreichte. Da er sich sehr matt fühlte, setzte er sich unter einen Baum und schlief ein.

Er erwachte durch ein leises raschelndes Geknister, und und als er um sich blickte, entdeckte er eine große Schlange, die sich zu einem Adlernest hinaufschlängelte, das oben im Baume erbaut war, unter dem er lag. In dem Neste aber waren zwei junge Adler.

Der Prinz, der die Gefahr bemerkte, in welcher die jungen Vögel schwebten, zog sein Schwert und tödtete die Schlange. In diesem Augenblicke vernahm er ein sausendes Geräusch in der Luft und die beiden Adler, welche Futter für ihre Jungen gesucht hatten, kehrten zurück. Sie sahen sofort die todte Schlange und den jungen Prinzen, zu dessen Füßen sie lag, und die alte Adlermutter sprach zu ihm: »Lieber Knabe, die böse Schlange hat seit manchem Jahre unsre Jungen verschlungen. Du hast jetzt unsrer Kinder Leben gerettet, deßhalb schicke immer zu uns, sobald Du in Noth bist und wir werden Dir helfen. Und was diese kleinen Adler betrifft, so nimm sie, und laß sie Deine Diener sein.«

Hierüber war der Prinz sehr froh, und die Adlerkinder kreuzten ihre Flügel, auf die er sich setzte. Sie trugen ihn weit, weit über die dichten Dschungel dahin, bis er zu dem Platze kam, wo der Kreis von Palmenbäumen wuchs, in dessen Mitte die sechs mit Wasser gefüllten Gefäße standen. Es war mitten am Tage, und die Hitze war sehr groß. Rings um den Kreis von Bäumen schliefen die Geister ganz fest, dessen ungeachtet waren ihrer eine so zahllose Menge von tausend und abertausenden, daß es einem ganz unmöglich gewesen wäre, durch ihre Reihen zu gehen. Die starkbeschwingten Adlerkinder senkten sich herab – von ihrem Rücken sprang der Prinz – in einem Nu hatte er die sechs mit Wasser gefüllten Gefäße umgestoßen und den kleinen Papageien, welchen er in seinen Mantel wickelte, ergriffen. Während er sich wieder in die Lüfte schwang, erwachten die Geister, und da sie ihr Kleinod vermißten, stießen sie ein wildes, melancholisches Geheul aus.

Fort, fort flogen die kleinen Adler, bis sie ihre Heimath auf dem großen Baume erreichten. Da sprach der Prinz zu den alten Adlern: »Hier habt Ihr Eure Kleinen wieder, sie haben mir große Dienste geleistet. Sollte ich jemals wieder ihrer Hülfe bedürfen, so werde ich nicht verfehlen, mich bei Euch einzustellen.« Er setzte darauf seine Reise zu Fuß fort, bis er schließlich vor der Thür des Zauberschlosses stand. Er ließ sich vor derselben nieder und fing an mit dem Papageien zu spielen. Punschkin sah ihn und kam schnell zu ihm und sprach: »Mein Knabe, woher hast Du den Papageien? Gieb ihn mir, ich bitte Dich darum.« Aber der Prinz antwortete: »O nein, ich kann meinen Papageien nicht hergeben, er ist mein ganz besonderer Liebling, und ich besitze ihn seit manchem Jahre.« Da sagte der Zauberer: »Ist er schon so lange Dein Liebling, dann begreife ich, daß Du Dich ungern entschließest, ihn zu verschenken; aber warte, – welchen Preis forderst Du für ihn?« »Keinen, mein Herr,« erwiederte der Prinz, »ich will meinen Papageien nicht verkaufen.«

Da wurde Punschkin sehr besorgt und sprach: »Du sollst haben, was Du auch verlangst, Du sollst es haben. Nenne den Preis und er soll Dein sein.« Der Prinz antwortete: »Setze die sieben Rajahs Söhne in Freiheit.« »Dein Wunsch ist erfüllt,« sagte der Zauberer, »nun gieb mir auch meinen Papageien« (und wirklich erhielten, durch einen Schlag seines Zauberstabes, Balnas Gemahl und seine Brüder ihre frühere Gestalt wieder.) »Nun gieb mir meinen Papageien,« wiederholte Punschkin. »Nicht so schnell, mein Herr,« versetzte der Prinz, »ich muß Euch erst ersuchen, allen denen, die Ihr in solcher Weise gefangen haltet, das Leben wieder zu geben.« Der Zauberer schwang sofort zum zweiten Male seinen Zauberstab, und indem er flehend ausrief: »gieb mir meinen Papageien,« ward der ganze Garten plötzlich belebt. Wo früher Steine, Felsen und Bäume gestanden hatten, standen jetzt Rajahs und Punts5 und Sidars6 oder mächtige Leute auf stolzen Pferden, umgeben von einer Menge bewaffneter Begleiter. »Gieb mir meinen Papageien!« schrie Punschkin. Da ergriff der Knabe den Vogel und riß ihm einen seiner Flügel aus; und als er das that, fiel des Zauberers rechter Arm ab.

Da streckte Punschkin seinen linken Arm aus und rief: »gieb mir meinen Papageien.« Der Prinz riß den zweiten Flügel des Vogels aus, da fiel der linke Arm des Zauberers ab.

»Gieb mir meinen Papageien,« schrie er und fiel auf die Knie. Nun riß der Prinz dem Papageien das rechte Bein aus, da fiel dem Zauberer ebenfalls das rechte Bein ab. Der Prinz riß dem Vogel das linke Bein aus, und zur Erde sank das linke des Zauberers.

Es blieb nur der gliederlose Rumpf und der Kopf zurück, doch rollte der noch immer seine Augen und heulte: »gieb mir meinen Papageien.« »Nimm denn deinen Papageien!« rief der Knabe, und mit diesen Worten drehte er dem Vogel den Kopf ab und warf ihn dem Zauberer zu. Und als er das gethan, drehte Punschkin seinen Kopf rund herum und hauchte mit einem entsetzlichen Seufzer seine schwarze Seele aus.

Da ward Balna aus dem Thurme geführt. Sie kehrte mit ihrem Sohne und den sieben Prinzen in ihr Reich zurück, und lebten fortan sehr glücklich. Und was die übrigen Menschen anbelangt, so ging ein jeder von ihnen in seine eigne Heimath.





Fußnoten

1 Die Kleine.



2 Siehe die Bemerkungen.



3 Erster Minister.



4 Citrus decumana die Pompelnuß Westindiens.



5 Hauptminister.



6 Sidars sind Edelleute oder Befehlshaber.


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