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Verb-Lexikon

Deutsche Verben


Was ist ein Verb? Im Deutschunterricht, aber auch beim Lernen einer fremden Sprache ist ihnen vermutlich jeder schon einmal begegnet: Den Verben. Sie sind ein Bestandteil im Satzbau, denn sie geben Tätigkeiten, Zustände oder Handlungsstränge an. Aus diesem Grund nennt man ein Verb in der Umgangssprache auch Tätigkeitswort oder Tuwort. 'Verb' ist der lateinische Fachbegriff für diese Gruppe und bedeutet ursprünglich 'Wort'. Für einen grammatisch korrekten Satz sind Verben ein unverzichtbarer Baustein, ohne Tätigkeitswörter wäre der Satzbau unvollständig und würde keinen Sinn mehr ergeben.

Das Verb in seiner Ursprungsform:

Die Grundform eines Verbes heißt Infinitiv. Er wird aus dem Wortstamm und der Endung -en gebildet. Für den Infinitiv im Passiv wird das Partizip mit dem Verb ' werden ' verbunden.

Beispiel für den Infinitiv im Aktiv: Das Verb ' essen '. 'Ess-' ist der Stamm, '-en' die Endung des Verbs.
Beispiel für den Infinitiv im Passiv: 'Gegessen werden'.

Verbformen auf einen Blick:

Verb ist nicht gleich Verb. Sie werden in Vollverben, Hilfsverben und Modalverben unterteilt. Zur Veranschaulichung werden Fallbeispiele für die jeweilige Verbform angeführt.

Vollverben:

Das wichtigste Merkmal von Vollverben ist ihre Eigenständigkeit. Sie können allein im Satz stehen, ein unterstützendes Hilfsverb ist bei Vollverben nicht erforderlich.

Beispiel für ein Vollverb: Das Verb ' kochen '. Der Satz 'Er kocht' ergibt auch ohne Hilfsverb Sinn, aus diesem Grund ist 'kochen' ein Vollverb.

Hilfsverben:

Die Tätigkeitswörter 'sein', 'werden' und ' haben ' zählen zu den bekanntesten Hilfsverben. Ein einzelnes Hilfsverb würde als Satzbaustein keinen Sinn ergeben, deshalb sind Hilfsverben immer mit einem Vollverb verbunden. Im Einzelfall kann auch ein Vollverb als Hilfsverb verwendet werden.

Beispiel 1 für ein Hilfsverb: Das Verb 'haben'. Im Satz 'Er hat gekocht' dient 'hat' als Hilfsverb, 'gekocht' steht als Vollverb.

Beispiel 2 für ein Hilfsverb: Das Verb 'sein'. Der Satz 'Er ist Arzt' wäre ohne das Verb nicht vollständig. Es liegt aber kein weiteres Tätigkeitswort vor, für die Logik des Satzes reicht das Verb 'ist' aus. Deshalb ist das Hilfsverb gleichzeitig ein Vollverb.

Modalverben:

Unter den Tätigkeitsworten bilden auch die Modalverben eine eigenständige Gruppe. Sie gehören zur Gattung der Hilfsverben und erfüllen ebenfalls den Zweck, einen Satz zu vervollständigen. 'Wollen', ' können ', ' müssen ' , ' sollen ' und ' dürfen ' gelten als die bekanntesten Modalverben.

Beispiel für ein Modalverb: Das Verb 'sollen' im Satz 'Er soll kochen'. 'Soll' ist das Modalverb, 'kochen' hingegen das Vollverb. Ähnlich wie Hilfsverben lassen sich auch Modalverben ohne die Begleitung eines Vollverbs in den Satz integrieren: Im Satz 'Er will eine Suppe' steht das Verb 'will' in eigenständiger Form.

Das Partizip:

Mit dem Partizip wird auf einen Zustand oder eine Eigenschaft hingewiesen. Es wird zwischen den Partizipien I und II unterschieden. Das Partizip I bezieht sich auf gegenwärtiges Geschehen, wohingegen das Partizip II auf Handlungen aus der Vergangenheit hinweist. Daher lauten die Synonyme für diese Verbformen auch Partizip Präsens und Partizip Perfekt

Beispiel für das Partizip I/Partizip Präsens: 'Er vergnügt sich Suppe kochend in der Küche'. Das Subjekt übt seine Tätigkeit in der Gegenwart aus, sie ist noch nicht beendet. Das Partizip beschreibt den Zustand des Subjekts.

Beispiel für das Partizip II/Partizip Perfekt: 'Die gekochte Suppe schmeckt köstlich'. Hier ist der Vorgang des Kochens bereits abgeschlossen. Das Partizip 'gekocht' gibt die Eigenschaft der Suppe an, die für die Gegenwart noch von Bedeutung ist.

Aktiv- und Passivformen:

Eine Besonderheit im Gebrauch von Verben ist die Einteilung in aktive und passive Handlung. Das Geschlecht des Subjekts oder Objekts hat auf die Aktiv- beziehungsweise die Passivform des Verbs hingegen keine Auswirkung.

Beispiel für die Aktivform: 'Er kocht eine Suppe', hier beschreibt das Verb 'kocht' eine aktive Handlung des Subjekts 'er'. 'Suppe' bildet im Satz das Objekt.

Beispiel für die Passivform: 'Die Suppe wird (von ihm) gekocht'. Beim Satzbau mit passiver Form ist das Hilfsverb 'wird' notwendig. Die Verbform 'gekocht' weist auf das Passiv hin und steht als Partizip. Überdies wird das ursprüngliche Objekt 'Suppe' nun zum Subjekt des Satzes.

Sonderformen bei Aktiv und Passiv:

Die passive Verwendung ist nicht mit allen Verben möglich, sondern es gibt Ausnahmen. Hilfsverben wie 'haben' sowie Verben, die einen Prozess beschreiben ('wachsen') sind von der Regel betroffen.

Beispiel 1 für eine Sonderform: 'Er hat einen Regenschirm' ist grammatisch einwandfrei, denn dem Verb 'hat' kommt ein aktiver Gebrauch zu. Anders verhält es sich beim Passiv. 'Der Regenschirm wird gehabt' ergibt keinen Sinn, der Satz kann nicht in die passive Form übertragen werden.

Beispiel 2 für eine Sonderform: Im Satz 'Die Pflanze wächst' erscheint das Verb in aktiver Form. 'Die Pflanze wird gewachsen' ergibt keinen Sinn, da die Handlung des Wachsens nur vom Subjekt selbst vollzogen wird und kein weiterer 'Urheber' der Tätigkeit vorhanden ist.

Reflexive Verben:

Eine weitere Sonderstellung nehmen die reflexiven Verben ein. Ein reflexives Verb bezeichnet eine Handlung, die das Subjekt an sich selbst durchführt.

Beispiel für ein reflexives Verb: 'Er zieht sich an'. Dem Vollverb ' anziehen ' geht das Reflexivpronomen 'sich' voraus.

Gegenbeispiel für ein reflexives Verb: 'Er zieht eine Puppe an'. Dieser Satz enthält kein reflexives Verb, denn das Subjekt führt die Tätigkeit nicht an sich, sondern an einem Objekt durch.

Starke und schwache Verben:

Nicht nur im Deutschen gibt es unregelmäßige und regelmäßige Verben. Ein starkes Verb ist unregelmäßig, ein schwaches Verb regelmäßig.

Beispiel für das starke Verb 'essen':
Infinitiv: essen
Präsens: Er isst
Präteritum: Er aß
Partizip I: essend
Partizip II: gegessen

Beispiel für das schwache Verb 'kochen':
Infinitiv: kochen
Präsens: Er kocht
Präteritum: Er kochte
Partizip I: kochend
Partizip II: gekocht

Beim Beispiel von 'essen' variiert der Verbstamm in der Vergangenheit (Präteritum) und in der vollendeten Gegenwart (Perfekt). Beim Verb 'kochen' bleibt er in allen Zeitformen unverändert. Starke Verben müssen mithilfe einer Tabelle auswendig gelernt werden.

Die Konjugation von Verben:

Der Vorgang der Konjugierens wird auch als Beugen des Verbes bezeichnet. Die Konjugation richtet sich nach den Personalpronomen 'ich', 'du', 'er/sie/es', 'wir', 'ihr' und 'sie'.

Beispiel für das Verb 'essen':
1. Person Singular: Ich esse (eine Suppe)
2. Person Singular: Du isst (eine Suppe)
3. Person Singular: Er/Sie/Es isst (eine Suppe)

1. Person Plural: Wir essen (eine Suppe)
2. Person Plural: Ihr esst (eine Suppe)
3. Person Plural: Sie essen (eine Suppe)

Das vorausgehende Pronomen bestimmt die Schreibweise des Verbs. Die Stammform bleibt immer unverändert. Beispiel für die passive Verwendung: 'Die Suppe wird gegessen'.

Die Zeitformen von Verben:

Im schriftlichen und wörtlichen Sprachgebrauch kommen die Verben in verschiedenen Zeitformen vor. Der Fachbegriff lautet 'Tempusform'. Neben dem Infinitiv existieren für Verben die folgenden Tempusformen:

Präsens: Gibt eine Tätigkeit an, die jetzt in der Gegenwart ausgeführt wird. Für die Bildung der Präsensform wird kein zusätzliches Hilfsverb benötigt.

Beispiel für die aktive Verwendung:
1. Person Singular: Ich koche (eine Suppe)
2. Person Singular: Du kochst (eine Suppe)
3. Person Singular: Er/Sie/Es kocht (eine Suppe)

1. Person Plural: Wir kochen (eine Suppe)
2. Person Plural: Ihr kocht (eine Suppe)
3. Person Plural: Sie kochen (eine Suppe)

Beispiel für die passive Verwendung: Die Suppe wird gekocht.

Präteritum: Bezieht sich auf eine Handlung in der Vergangenheit. Auch hier steht das Verb allein.

Beispiel für die aktive Verwendung:
1. Person Singular: Ich kochte (eine Suppe)
2. Person Singular: Du kochtest (eine Suppe)
3. Person Singular: Er/Sie/Es kochte (eine Suppe)

1. Person Plural: Wir kochten (eine Suppe)
2. Person Plural: Ihr kochtet (eine Suppe)
3. Person Plural: Sie kochten (eine Suppe)

Beispiel für die passive Verwendung: Die Suppe wurde gekocht.

Perfekt: Findet Verwendung bei Tätigkeiten, die in der Vergangenheit angefangen wurden, aber noch nicht abgeschlossen sind. Verben im Perfekt sind noch für die Gegenwart relevant. Die Zeitform wird mit der konjugierten Hilfsverb 'haben' und einem Vollverb im Partizip Perfekt gebildet.
Beispiel für die aktive Verwendung:
1. Person Singular: Ich habe (eine Suppe) gekocht
2. Person Singular: Du hast (eine Suppe) gekocht
3. Person Singular: Er/Sie/Es hat (eine Suppe) gekocht

1. Person Plural: Wir haben (eine Suppe) gekocht
2. Person Plural: Ihr habt (eine Suppe) gekocht
3. Person Plural: Sie haben (eine Suppe) gekocht

Beispiel für die passive Verwendung: Die Suppe ist gekocht worden.

Plusquamperfekt: Das vollendete Präteritum. Beschreibt Handlungen, die in der Vergangenheit anfingen und beendet wurden. Für das Plusquamperfekt wird 'haben' im Präteritum konjugiert und mit dem Partizip Perfekt verbunden.

Beispiel für die aktive Verwendung:
1. Person Singular: Ich hatte (eine Suppe) gekocht
2. Person Singular: Du hattest (eine Suppe) gekocht
3. Person Singular: Er/Sie/Es hatte (eine Suppe) gekocht

1. Person Plural: Wir hatten (eine Suppe) gekocht
2. Person Plural: Ihr hattet (eine Suppe) gekocht
3. Person Plural: Sie hatten (eine Suppe) gekocht

Beispiel für die passive Verwendung: Die Suppe war gekocht worden.

Futur I: Die Verbform im Futur signalisiert eine zukünftige Tätigkeit. Das Hilfsverb wird im Präsens konjugiert, das Partizip entfällt. Stattdessen wird der Infinitiv angewandt.

Beispiel für die aktive Verwendung:
1. Person Singular: Ich werde (eine Suppe) kochen
2. Person Singular: Du wirst (eine Suppe) kochen
3. Person Singular: Er/Sie/Es wird (eine Suppe) kochen
1. Person Plural: Wir werden (eine Suppe) kochen
2. Person Plural: Ihr werdet (eine Suppe) kochen
3. Person Plural: Sie werden (eine Suppe) kochen

Beispiel für die passive Verwendung: Die Suppe wird gekocht werden.

Futur II: Das zweite Futur ist auf eine Handlung bezogen, die in der Zukunft angefangen und beendet sein wird. Das Hilfsverb erscheint wie im ersten Futur, es folgt das Partizip Perfekt zusammen mit dem Infinitiv 'haben'.

Beispiel für die aktive Verwendung:
1. Person Singular: Ich werde (eine Suppe) gekocht haben
2. Person Singular: Du wirst (eine Suppe) gekocht haben
3. Person Singular: Er/Sie/Er wird (eine Suppe) gekocht haben

1. Person Plural: Wir werden (eine Suppe) gekocht haben
2. Person Plural: Ihr werdet (eine Suppe) gekocht haben
3. Person Plural: Sie werden (eine Suppe) gekocht haben

Beispiel für die passive Verwendung: Die Suppe wird gekocht worden sein.

Der Modus des Verbs:

Unter den Modus eines Verbes fallen die Kategorien des Indikativs, des Konditionals und des Imperativs. Sie werden nicht vom Handelnden, sondern von der Position des Sprechers beeinflusst. Der Indikativ wird für die (sachliche) Wiedergabe einer gegenwärtigen Handlung verwendet, mit dem Konditional bezieht sich der Sprecher auf eine mögliche oder unwahrscheinliche Tätigkeit, für Aufforderungen benutzt er den Imperativ.

Der Indikativ:

Auf tatsächliche Handlungsstränge im aktuellen Geschehen wird mit dem Indikativ Bezug genommen.

Beispiel für den Indikativ: 'Ich sehe, dass er gerade eine Suppe isst'.

Das Konditional:

Für die indirekt wiedergegebene Rede benutzt man die Konditionalform des Verbs, der auch als Konjunktiv bekannt ist. Wie im Futur gibt es dafür zwei Varianten.

Konditional I:
Mit dem ersten Konditional bezieht sich der Sprecher auf die Aussagen einer anderen Person. Beim Konditional verwendet man die Präsensform, der Verbstamm wird beibehalten. Anstelle des Präsensstammes wird die Konjunktivendung angehängt.

Beispiel für die aktive Verwendung des Konditional I:
1. Person Singular: Ich esse (eine Suppe)
2. Person Singular: Du essest (eine Suppe)
3. Person Singular: Er/Sie/Es esse (eine Suppe)

1. Person Plural: Wir essen (eine Suppe)
2. Person Plural: Ihr esset (eine Suppe)
3. Person Plural: Sie essen (eine Suppe)

Beispiel für die passive Verwendung: Die Suppe würde gegessen werden.

Konditional II:
Das zweite Konditional umschreibt Tätigkeiten, die unwahrscheinlich sind. Es wird zwischen Gegenwärtigem und Vergangenem differenziert.

1. Person Singular: Ich äße (eine Suppe)
2. Person Singular: Du äßest (eine Suppe)
3. Person Singular: Er/Sie/Es äße ((eine Suppe)

1. Person Plural: Wir äßen (eine Suppe)
2. Person Plural: Ihr äßet (eine Suppe)
3. Person Plural: Sie äßen (eine Suppe)

Beispiel 1 für das Konditional II: 'Er äße niemals eine Suppe', oder auch in Verbindung mit 'würde': 'Er würde niemals eine Suppe essen'. Diese Konditionalform bezieht sich auf die Gegenwart.

Beispiel 2 für das Konditional II: 'Er hätte niemals eine Suppe gegessen'. Vor dem Verb im Partizip steht die Hilfsverben 'haben' oder 'sein' in der Konditionalform.

Verben im Imperativ:

Eine weitere Rolle kommt der Befehlsform zu, die auch Imperativ genannt wird. Mit dem Gebrauch des Imperativs wird zu einer Handlung aufgefordert. Sie findet ausschließlich im konjugierten Präsens Verwendung und bezieht sich daher auf einen aktuellen Handlungsverlauf. Meistens erscheint die Imperativform in der 2. Person Singular oder der 3. Person Plural. In seltenen Fällen wendet der Sprecher die Befehlsform in der 1. Person Plural an, dann folgt auf die konjugierte Verbform das Personalpronomen 'wir'.

Beispiel für den Imperativ: Die Befehlsform des Verbs 'essen' lautet 'Iss!' (2. Person Singular) oder 'Esst!' (3. Person Plural, in der Sie-Anrede: 'Essen Sie'). Die seltenere Form in der 1. Person Plural heißt 'Essen wir!'.

In der Regel werden Imperative im Aktiv verwendet. Die weniger verbreitete Passivform steht in Verbindung mit dem konjugierten Verb 'lassen'. Der passive Imperativ ist nur mit reflexiven Verben in den zweiten Personen Singular und Plural möglich.

Beispiel für den passiven Imperativ: 'Lasst euch anschauen'.

Weitere Modi:
Neben Indikativ, Konditional und Imperativ kennt die deutsche Grammatik zusätzliche Modi für Verben. Dazu zählen unter Anderem der Dubitativ, der Deliberativ, der Optativ sowie der Irrealis. Sie bilden eine Untergruppe des Konjunktivs.

Der Dubitativ und der Deliberativ setzen sich aus dem konjugierten Modalverb 'sollen' und einem Vollverb zusammen. Der Dubitativ signalisiert einen Zweifel (vgl. lateinisch: 'dubitare' - 'zweifeln'), der Deliberativ fordert ähnlich wie der Imperativ zu einer Handlung auf (lat.: 'deliberare' - 'sich entscheiden')

Beispiel für den Dubitativ: 'Soll ich eine Suppe kochen?'
Beispiel für den Deliberativ: 'Das sollst du tun', wird in der Regel als Antwort auf den Dubitativ verwendet. Alternative Variante: 'Das solltest du tun'.
Der Optativ (lat.: 'optare' - 'ersehnen') drückt einen Wunsch, aber auch eine Möglichkeit aus. Bei dieser Form des Konjunktivs liegt wieder ein konjugiertes Modalverb in Verbindung mit einem Vollverb vor. Statt des Modalverbs 'sollen' tauchen beim Optativ auch die Verben 'wollen' oder 'möchten' auf.

Beispiel 1 für den Optativ: 'Ich will eine Suppe kochen'.
Beispiel 2 für den Optativ: 'Ich möchte eine Suppe kochen'.

Die Verbindung mit dem Konjunktiv ist ebenfalls verbreitet.

Beispiel 3 für den Optativ: 'Ich würde so gerne eine Suppe kochen'.
Beispiel 4 für den Optativ: 'Ach, wenn ich doch nur eine Suppe kochen könnte/dürfte'

Im alltäglichen Sprachgebrauch begegnet man zudem der Form des Irrealis. Der Irrealis kennzeichnet eine nicht mehr realisierbare Handlung, deshalb wird er mit dem Konditional II gebildet.

Beispiel 1 für den Irrealis: 'Wenn ich alle Zutaten hätte, würde ich eine Suppe kochen'. Die Zutaten liegen nicht vor, also entspringt die Handlung nur einer Vorstellung. Der Zeitpunkt der Tätigkeit liegt in der Gegenwart.

Ebenso kann der Irrealis unrealistische Tätigkeiten aus der Vergangenheit widerspiegeln oder auf die Zukunft bezogen sein. Zusätzlich zum Konditional II verlangt diese Form das Plusquamperfekt für vergangene Handlungen. Der Nebensatz wird mit den Worten 'wenn' und 'hätte' eingeleitet.

Beispiel 2 für den Irrealis: 'Wenn ich alle Zutaten gehabt hätte, dann hätte ich eine Suppe gekocht'. Am Tag zuvor lagen die Zutaten nicht vor und es konnte keine Suppe gekocht werden.

In Verbindung mit dem Modalverb 'können' sagt der Irrealis eine zukünftige Handlung vorher. Das Modalverb steht im Konjunktiv, die Einleitung mit 'wenn' und 'hätte' bleibt dabei erhalten.

Beispiel 3 für Irrealis: 'Wenn ich morgen alle Zutaten hätte, dann könnte ich eine Suppe kochen'. Hier ist die Tätigkeit noch realisierbar und kann vom Subjekt beeinflusst werden, weil Zukünftiges beschrieben wird. Aus diesem Grund ähnelt dieser Irrealis dem Potentialis (lat. 'potere' - 'können'), weil noch eine Handlungsmöglichkeit vorliegt.

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