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schwedische Sprache
Beitrag von redaktion
Die schwedische Sprache ist im Prinzip ein Überbleibsel aus der Wikingerzeit. Vor mehr als tausend Jahren wurde in ganz Skandinavien Altnordisch, eine nordgermanische Sprache, gesprochen, das sich mit der Entwicklung eigenständiger Königreiche in Norwegen, Schweden und Dänemark in die einzelnen Nationalsprachen entwickelte, wobei Schwedisch aus dem Altostnordischen Dialekt entstand.

Die Geschichte der schwedischen Sprache

Die ersten und ältesten schriftlichen Zeugnisse einer eigenständigen schwedischen Sprache finden sich auf Runensteinen in Südschweden, allerdings blieb die Sprache noch über Jahrhunderte sehr uneinheitlich. Einige Wörter im religiösen und juristischen Bereich wurden in dieser Zeit aus dem Lateinischen entlehnt. Erst nach der Erfindung des Buchdrucks und der Verbreitung von schriftlichen Zeugnissen in den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich eine Standard-Grammatik und Rechtschreibung.

Besonders großen Einfluss auf die Evolution der schwedischen Sprache hatte die französische Sprache ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zahlreiche französische Lehnwörter wurden übernommen und an die schwedische Aussprache und Schreibweise angepasst, zum Beispiel "poäng" für Punkt, "evenemang" für Ereignis oder "ingenjör" für Ingenieur.
In den letzten Jahren wurden außerdem viele Anglizismen in die schwedische Sprache eingeführt, bei denen die Schreibung und Aussprache nicht angepasst oder verändert wurden.
Diese Veränderungen sorgen dafür, dass ein schwedischer Muttersprachler Texte im Altnordischen nicht mehr fließend lesen kann, auch wenn er einen Teil davon versteht. Im Vergleich zum Isländischen oder Färingischen hat sich die schwedische Sprache in den letzten tausend Jahren wesentlich stärker verändert. Schwedisch, Dänisch und Norwegisch allerdings sind sich weiterhin so ähnlich, dass sich die jeweiligen Muttersprachler untereinander verständigen können.

Besonderheiten im Schwedischen

Die schwedische Sprache weist einige Kuriositäten auf. So gibt es zwar offiziell eine Höflichkeitsform, "ni", die allerdings seit etwa der Zeit des Zweiten Weltkrieges so gut wie gar nicht mehr verwendet wird. Selbst den König kann man ruhigen Gewissens mit "du" ansprechen.
Schwedisch gehört zu den Tonakzentsprachen, das heißt, zwei identische Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung werden durch variierende Betonung differenziert. Dabei werden betonte Silben in einer höheren Tonlage ausgesprochen als unbetonte Silben. Je nach Dialekt unterscheidet sich die Betonung geringfügig.

Grundsätzlich ist die schwedische Grammatik eine der simpelsten in den germanischen Sprachen. Einige Fallstricke gibt es für Lernende allerdings: Jedes Substantiv gehört einem der beiden Geschlechter an. Das Utrum wird mit "en", das Neutrum mit "ett" gebildet. Diese Zugehörigkeit hat sich historisch entwickelt und muss nicht unbedingt dem tatsächlichen Geschlecht oder dem grammatikalischen Geschlecht in anderen Sprachen entsprechen, deshalb gibt es keine andere Möglichkeit als sie auswendig zu lernen. Dafür hat sich das Deklinationssystem im Vergleich zum Altnordischen wesentlich vereinfacht und wird abgesehen vom Genitiv nur noch auf Pronomen angewandt. Auch die Verben können im Schwedischen für einige Schwierigkeiten sorgen, es gibt immerhin drei Klassen an schwachen und diverse starke Verben, die unterschiedlich konjugiert werden.

Schweden ist ein Flächenland, dementsprechend gibt es zahlreiche Dialekte. Das "Hochschwedische" oder Standardschwedisch entspricht dem Dialekt, der in der Hauptstadt Stockholm und in ihrem Umland gesprochen wird. Diese Aussprache wird auch im Radio und Fernsehen bevorzugt.

Besonders in den entlegeneren Gegenden, zum Beispiel im norwegischen Grenzgebiet, variiert die Sprache allerdings erheblich. So gibt es zum Beispiel in Älvdalen und Jämtland lokale Dialekte, die von einigen Linguisten sogar als eigenständige Sprachen angesehen werden. Leider sind diese Varianten der schwedischen Sprache aber durch die Standardisierung der Sprache in den modernen Medien mittlerweile stark vom Aussterben bedroht.

Schwedisch wird übrigens nicht nur in Schweden gesprochen. Auf den zu Finnland gehörigen Åland-Inseln und an der finnischen Westküste gibt es eine große schwedischsprachige Minderheit, weshalb Schwedisch in ganz Finnland zweite Amtssprache ist. Dieses sogenannte Finnlandschwedisch unterscheidet sich in gewissen Details vom Standardschwedischen. Außerdem existieren kleinere Gemeinden schwedischer Einwanderer, die sich ihre Sprache erhalten haben, in den USA und Kanada. Insgesamt sprechen weltweit etwa neun bis zehn Millionen Menschen Schwedisch als Muttersprache.


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